Pula - uralt und noch immer sehr lebendig

Pula, die alte Dame an istrischen Adriaufern, hat alles, was ein Touristenherz begehrt: Strände und Sonne, Pinien und Zypressen, Fisch und Austern, Wein und Grappa, Kunst und Kultur sowie eins der schönsten Amphitheater der Welt. Auf nach Pula, die Arena wartet!
Pula

Das römische Amphitheater in Pula ist das sechstgrößte Amphitheater der Antike

Pula im Überblick

Beste Reisezeit für Pula:

Pula, die Hafenstadt, umgeben von unzähligen Stränden, grünem Hinterland ist eines der Highlights Kroatiens. Die schönste Zeit, wie überall an der Adria, ist die Zeit der milden Temperaturen, (22 bis 28 Grad) die teilweise ab April herrschen um dann ab Juli der Sommerhitze Platz machen. Erst ab September wird es wieder angenehmer. In Wintermonaten zeigt der Thermometer zwischen 10 und 15 Grad. Immer noch eine gute Zeit, dem grauen Himmel in Europas Norden zu entfliehen.

Anreise: So kommen Sie nach Pula

Der Flughafen von Pula ist sehr gut mit europäischen Städten vernetzt, hier landen sowohl die großen europäischen Fluglinien als auch Low-Coster. Jährlich kommen etwa 400.000 Fluggäste nach Pula. Vom Hafen aus geht es über die Adria mit Schnellbooten nach Venedig, Jachtbesitzer können ihre Boote in Marina von Pula andocken. Fern –und Linienbusse verbinden Pula beispielsweise mit Triest, Zagreb, Wien oder München. Die meisten Österreicher, Bayern und Schwaben kommen mit eigenem Auto, da Kroatien und Slowenien über gute Autobahnverbindungen verfügen. Allerdings fallen Mautgebühren an. Um Istrien zu erkunden lohnt ein Wagen, denn, die größte Entfernung (Pula – Umag oder Pula – Rijeka) beträgt etwa 100 Kilometer.

Weitere Infos: Einreise, Krankenkasse, Währung und Sprache

EU-Bürger brauchen einen Personalausweis für einen Aufenthalt bis zu 30 Tagen. Wer bis zu drei Monaten bleiben möchte, benötigt einen gültigen Reisepass. Eine Bestätigung der gesetzlichen Krankenkasse empfiehlt sich. Dennoch müssen alle etwaigen Arztrechnungen sofort bezahlt werden. Im Falle eines Falles lieber eine private Arztpraxis aufsuchen. Die kroatische Währung heißt Kuna, der Wechselkurs ist 7:1, Banken und Bankautomaten gibt es überall. Kroatisch und Italienisch sind Landessprachen, mit Deutsch und Englisch kommt man aber gut zurecht.

Pula: Die Spitze von Istrien

Istrien ist wie ein Dreieck: An seiner Spitze thront Pula, an den zwei anderen Enden Triest und Rijeka. Pula hat inzwischen etwa 57.000 Einwohner, ist die größte Stadt des istrischen Verwaltungsbezirks, war schon in der Römerzeit das administrative Zentrum von Istrien und ist seit Jahrhunderten ein Transithafen.

Bisherigen Erkenntnissen zufolge entstand Pula 44 Jahre vor Christi als eine römische Kolonie. Noch immer beherbergt die Stadt die sechst größte römische Arena der Welt und die steht der großen Schwester in Rom in nichts nach. Der Bau des Amphitheaters von Pula begann im 1. Jahrhundert nach Christi. Der Legende nach soll Kaiser Augustus es seiner Geliebten, die aus Pula stammte, geschenkt haben.

Heute werden in der Arena Konzerte gegeben, Filme gezeigt, vor allem während des großen Pula-Filmfestivals im Juli. Anfang Dezember findet in Pula die kleinste Buchmesse des Balkans statt, ein intimes Treffen internationaler Schriftsteller und Verleger, die eine Woche lang aus Pula ein literarisches Universum machen.

Sehen, träumen und entdecken in Pula:

Tempel, Tore, Fresken und Kathedralen, das reiche architektonische Erbe Pulas, davon vieles in der UNESCO-Kulturerbe-Liste verzeichnet, begegnet einem in Pula auf Schritt und Tritt.

  • Die Arena liegt unweit der Altstadt von Pula, vor dem geistigen Auge marschieren dort die Gladiatoren, begrüßt von 23.000 Menschen.
     
  • In der Altstadt von Pula schlendert man durch die Einkaufsmeile – und schon ist der Triumphbogen da.
     
  • Das älteste Gebäude ist das Herkules-Tor und daneben das Augustus Forum. Römische Kaiser mit Lorbeerkränzen auf dem Kopf grüßen, während man versonnen in die Geschichte ein Espresso schlürft.
     
  • Die Euphrasius-Basilika mit goldenen Mosaiken und Fresken stammt aus dem 4. Jahrhundert und gehört zu schönsten Werken der byzantinischen Architektur.
     
  • Abends erhellt die Lichtershow die Kräne der Werft "Uljanik" in unterschiedlichsten Farben, ein Augenschmaus erster Güte.
Verudela

Meer oder Pool? In Verudela finden sich Badegästen am wohlsten

Strände in Pula – die Qual der Wahl: Sand, Kies oder Klippen

Rund um Pula gibt es mehrere Strandareale, die meisten von ihnen sind Kies– oder Klippenstrände. Verudela oder Medulin sind die bekanntesten und sind beide nur ein paar Kilometer von der Innenstadt entfernt. Alle Strände sind mit der "Blauen Flagge" ausgezeichnet, die hervorragende Wasserqualität garantiert.

In Verudela, wo sich viele Hotels befinden, gibt es mehrere Klippenstrände, das Schöne dabei: Ein paar Meter vom Ufer entfernt, kann man im Schatten der uralten Bäume entspannen. In Medulin ist der Sandstrand Bijeca, der einen Kilometer entlang der Küste verläuft, ein Paradies für Kinder und ältere Menschen, die hier leicht ins Wasser kommen. Die schönsten Strände Istriens findet man allerdings in Umag – etwa eine Stunde von Pula entfernt.

Das Herz von Istrien: Toskana in Kroatien

Grün sind Berg und Tal in Istrien, unendliche Weinberge und Olivenhaine führen zu ehemaligen Festungen, inmitten der Landschaft. Und wenn man auf den sanften Hügeln die Städtchen Motovun, Pazin oder Buje erblickt, könnte man meinen, in der Toskana zu sein. Denn, ganz oben, den Wolken und dem Himmel nah, von Stadtmauern umgeben, thront in jedem Städtchen die Kirche, umhüllt von Pinien und Zypressen. Es ist Zeit, sich auf den Weg zu machen, die Toskana in Istrien ist fast spannender als das Original.

Motovun

Die malerische Kleinstadt Motovun thront über dem Tal von Mirna, umgeben von dem grünen Hügelland

Istrische Küstenregion: italienisches Flair in den Städten

Der größte Teil Istriens gehört zwar zu Kroatien, ein kleiner zu Slowenien und nur ein Landstrich zu Italien und dennoch ist der italienische Charme nahezu überall spürbar. Vielmehr als das grüne Herz Istriens sind die Küstenstädte Pula, Rovinj, Poreč, oder weiter im Osten Opatija und Rijeka bei Touristen beliebt. Entlang der ganzen istrischen Küste reihen sich wie Perlen malerische Ortschaften, wie Pomer bei Pula oder Rabac bei Labin.

  • Rovinj, etwa 30 km von Pula entfernt, ist die bezauberndste Stadt Istriens. Die Altstadt liegt an einer kleinen Landzunge, dort wachsen die steinernen Häuser in den Himmel. Über verwinkelte Gassen gelangt man zum Hügel, zur Kirche der Heiligen Euphemia, deren Turmspitze das Stadtbild prägt. Mit dem Bötchen fährt man zu vorgelagerten Inseln. Heute gehört zu Rovinj ein großes Strandareal mit Hotels, Villen und Restaurants. Rovinj ist am schönsten, wenn die Touristenmassen das Städtchen verlassen haben − also, September oder Mai und Juni.
     
  • Opatija, schöner als Triest und Wien zusammen, die barocken und klassizistischen Grand Hotels der vergangenen Zeiten bieten den atemberaubenden Blick auf das unendliche Blau der Adria. Erholungsort des Habsburger Adels, die Badewanne der Städter aus Wien und München, ist heute ein Kur– und Badeort, der, dank des milden Klimas, das ganze Jahr über Saison hat. Tipp: Im nahe gelegenen Örtchen Volosko findet man im Plavi Podrum, einem der besten Restaurants Istriens, die feinsten kulinarischen Kreationen, direkt am Wasser.
     
  • Rijeka, die große Hafenstadt liegt rund eine Stunde von Pula entfernt und gilt als kulturelles Zentrum, das sich im Moment groß herausputzt: Rijeka wird 2020 die Europäische Kulturstadt, und darauf ist ganz Kroatien stolz.

Vor den Toren von Pula liegt die Insel Brijuni

Veliki Brijuni, (Große Brijuni), die größte Insel der Inselgruppe, schimmert in der Ferne, wenn man an der Promenade von Pula schlendert. Auf Brijuni empfing Tito, der langjährige jugoslawische Präsident, Staatsmänner wie Willy Brandt, aber auch schillernde Stars wie Elisabeth Taylor und Sofia Loren. Heute noch kann man Titos Cadillac mieten und sich durch die bewaldete Insel fahren lassen. Oder Titos Liebling, Kakadu Koki, der Tito überlebt hat und sich mit seinen 60 Jahren bester Gesundheit erfreut, zuschauen, wie er um die Gunst der Touristen buhlt.

Mehrmals am Tag fahren Boote von Pula aus nach Brijuni, man kann aber auch in einem der Hotels oder Privatvillen übernachten. Das größte Kulturevent findet im Juli statt, wenn auf der Bühne des Ulysses Theater Vanessa Redgrave oder Ralph Fiennes auf der Bühne stehen.

Ronvinj - Istrien
Halbinsel der Sonne
Istrien: Wohlfühl-Urlaub mit Badebonus
Die Halbinsel Istrien ist eine schöne Urlaubsalternative zu den klassischen Mittelmeerzielen. Eine gelungene Mischung aus Stränden, leckerem Essen, Kultur und bestem Wetter.

Istrien kulinarisch: Wilder Spargel, Trüffeln, Markthallen und Bauernmärkte

Istrien ist ein wahrer Garten Eden. Das Meer gibt Fische, Krebse und Austern, das Land deckt die Tafel mit allem was das Herz begehrt: Wilden Spargel kann man selbst pflücken, die Trüffeln selbst suchen. Ziegenkäse, roher Schinken, Wein und Grappa, Olivenöl erster Güte, das seit Jahren zu den besten Olivenölen der Welt zählt − all das gibt es hier zu kaufen. Schon Bauernmärkte und Markthallen in Istrien sind eine Reise wert. Oft sind sie, wie die Markthalle von Pula − ein architektonisches Wunderwerk der Jugendstilarchitektur. Bauernmärkte gibt es alle Nasen lang, der Schönste ist der von Rovinj, farbenfroh und unter freiem Himmel.

Diese kulinarischen Ausflüge in und um Pula sollten nicht fehlen:

  • Olivenöl: "Ol Istria" ist der führende Olivenölproduzent aus Poreč. Im November geht die Olivenernte los, oft werden die Oliven per Hand gesammelt - mitmachen erwünscht. Alles über Oliven und Olivenöl erfährt man im Olivenölmuseum in Pula.
     
  • Cromaris: Den besten Fischmarkt Istriens, findet man in Rovinj. Das Angebot ist riesig, der Fisch frisch, die "flache Auster", die es nur in Kroatien gibt, muss man probieren. Auf Eis, mit etwas Zitronensaft, himmlisch!
     
  • Trüffeltour: Istrien ist ein Trüffelland. Zur Trüffelernte kommen Italiener en masse, kaufen den teueren Pilz, weil er in Istrien billiger ist als in Italien. Die schwarze Trüffel wird während des ganzen Jahres gesammelt, die teuere weiße Trüffel wird im Oktober geerntet, mit Hund und Guide kann man dann zu Trüffelsuche aufbrechen. Gleichzeitig gibt es in Buzet und Livade große Trüffelfeste, einkaufen lohnt sich.
     
  • Wein und Grappa: Die Römer bauten rund um Pula bereits Wein an, die Tradition währt bis heute. Malvasia ist der bekannteste trockene Weißwein, als Rotwein wird die Rebsorte Teran am häufigsten angebaut. Und Grappa? Der Nationalschnaps Istriens wird zum Espresso, vor dem Essen und nach dem Essen serviert.

    Grundsätzlich: Die Istrianer können kochen. Ob in Städten oder Dörfern, Istrien lässt niemanden verhungern, das Angebot von Restaurants, Bistros und Fastfood ist groß. Ob in einer kleinen Taverna, ob beim Sternekoch, das, was man für sein Geld bekommt schmeckt hervorragend, die Produkte sind frisch, und verglichen mit deutschen Preisen – günstig. Sehr empfehlenswerte Adressen für einen istrischen Gaumenkitzel sind:
     
  • Amfiteatar, Pula, liegt direkt am Amphitheater, im gleichnamigen Hotel wird modern und ambitioniert gekocht, zu fairen Preisen und lokalen Produkten.
     
  • Monte, Rovinj hat es 2019 zu einem "Michelin"-Stern geschafft und ist somit das erste und einzige kroatische Restaurant mit einem Stern. Die kreative Küche von Monte gehört, laut "Gault Millau" seit 2017 zu den Besten. Reservierung erforderlich.

Pula und Umgebung: Schlafen wie im siebten Himmel

Ob in den Hotels mit "sozialistischem Charme", ob in Neubauten oder Villen und Appartements, das Übernachtungsangebot ist in ganz Istrien groß. Allein in Pula gibt es fast dreitausend Ferienwohnungen − Tendenz steigend. Also, auch hier die Qual der Wahl:

  • Hotel Riviera, Pula: Das ehemalige "Grand Hotel Riviera" könnte in Wien stehen. Das neubarocke Gebäude mit reichlich Jugendstildeko verziert, gebaut 1908, bietet einen wahnsinnigen Panoramablick über den Hafen und ist nur hundert Meter vom Amphitheater entfernt. Früher von Prinzen, Baronen und Grafen besucht, ist Hotel Riviera heute ein Treffpunkt der Stars, die hier während des Filmfestivals auf der großen Terrasse ihre Feste feiern.
     
  • Hostel Joyce, Pula: In den Räumen der ehemaligen Berlitz Schule, in der James Joyce Englischlehrer war, und just neben dem Triumphbogen, befindet sich das schnuckelige Hostel, nicht nur für junge Leute zu empfehlen.
     
  • Stancia Mani, Istrien/Inland: Von Pula oder Rovinj 25 Minuten entfernt, im Herzen von Istrien haben sich in dem kleinen Dorf Debeljuhi 2007 eine Wiener Galeristin und eine pakistanische Musikerin niedergelassen und ein kleines Refugium für müde Städter geschaffen. Vier Appartements in alten, steinernen Häusern warten auf die Gäste. Tiere willkommen, Mietwagen empfohlen.
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