Kanadische Metropole Was Sie in und um Vancouver nicht verpassen sollten

In und um die faszinierende Metropole treffen Stadtstrände auf Bergflanken und Hochhäuser auf Szeneviertel. Mit unseren Tipps verleben Sie tolle Tage in Vancouver
Granville Island

Granville Island: Wo einst Fabriken und Sägewerke ratterten, trifft man sich nun zum Schlendern und Einkaufen

In der Stadt: Parks, Museen und Szeneviertel

Die Facetten der Stadt entdecken

Wie jede Metropole hat auch Vancouver viele Gesichter. Wer nicht allzu viele Tage in der Stadt verbringen möchte, erhält einen guten Querschnitt bei Besuchen in den unterschiedlichen Stadtvierteln. Während sich die meisten Hochhäuser in Downtown befinden, wird es in Vierteln wie Gastown, West End oder Granville Island gemütlicher. Das historische Gastown liegt im Zentrum von Vancouver. Wahrzeichen des einstigen Handels- und Finanzzentrums ist die berühmte Dampfuhr. Besonders in den Abendstunden erwacht Gastown, wenn die vielen Restaurants und Kneipen im schummrigen Licht der alten Straßenlaternen zum Essen und Trinken einladen. Ebenfalls sehr gemütlich ist der etwas kleinere Bezirk Yaletown. Auf den Abend muss man im West End nicht warten, um etwas zu erleben. In unmittelbarer Nähe zum Stanley Park ist hier ein abwechslungsreicher Stadtteil entstanden, in dem mit Davie Village auch die LGTB-Community Vancouvers ein Zuhause gefunden hat. Das meiste Leben spielt sich in Form von Geschäften, Restaurants und Cafés auf der Denman Street und Davie Street ab. Südlich von Downtown befindet sich unterhalb der Granville Bridge das trendige Granville Island. Wo einst kleine Fabriken und Sägewerke standen, sind inzwischen Galerien, Theater und der Granville Public Market eingezogen. Letzterer ist wohl der beliebteste Markt unter Einheimischen und Touristen gleichermaßen, weswegen es an den Wochenenden hier sehr voll werden kann.

In die Kunst und Kultur eintauchen

Vancouver ist wahrscheinlich die kreativste Stadt im Land - entsprechend ist auch die Dichte an kleinen und großen Galerien, Museen und Ateliers. Zwei Ausstellungsorte sollten aber bei jedem Besucher auf dem Programm stehen, denn sie erklären viel über die kulturelle Vielfalt Kanadas und British Columbia im Speziellen. Die Vancouver Art Gallery zeigt an der Nordseite des Robson Squares viele Exponate von der berühmten kanadischen Malerin Emily Carr. Jeden Dienstagabend können die Besucher entscheiden, wie viel Eintritt sie bezahlen möchten (visit by donation). Auf dem Campus der University of British Columbia liegt das Museum of Anthropology. Hier widmet man sich vor allem der Kulturerzeugnisse der Nordwestküstenindianer. Totempfähle sowie große Skulpturen der Haida prägen das Museum.

Stanley Park Seawall

Entlang der sogenannten Seawall lässt sich im Stanley Park ein Vorgeschmack von dem erhaschen, was Reisende entlang der kanadischen Westküste im großen Stil erwarten wird: Meer, Klippen und viel Grün

Den Stanley Park umrunden

Auf einer Halbinsel im Burrard Inlet liegt mit dem Stanley Park der größte Stadtpark Kanadas. Die beliebte grüne Oase Vancouvers beherbergt auf einer Fläche von über 400 Hektar nicht nur weitläufige Grünflächen, sondern auch einen Zoo und ein Aquarium. Ein Straßen– und Wegenetz von rund 80 Kilometern erschließt die Parkfläche. Besonders beliebt ist ein Spaziergang oder eine Radtour entlang der sogenannten Seawall, einem niedrigen Damm. Auf den elf Kilometern eröffnen sich immer wieder Blicke auf die elegante Skyline, den Burrard Inlet sowie die ersten verschneiten Gipfel im Hinterland. 

In grünen Lungen verweilen

Im Westen der Innenstadt liegen mit dem Queen Elizabeth Park und dem Van Dusen Botancial Gardens gleich zwei sehenswerte Parkanlagen, die zum Verschnaufen einladen. Ersterer zählt zu den höchsten Punkten der Stadt und bietet neben Arboretum und einem großen Gewächshaus beste Aussichten auf die Dächer Vancouvers. Nur einige Blocks entfernt liegt die mit 22 Hektar nur halb so große Anlage des Van Dusen Botancial Gardens. Der von Freiwilligen gepflegte Botanische Garten betreibt keine Forschungseinrichtungen und punktet vor allem mit verspielten Elementen wie einem Hecken-Labyrinth, asiatischen Beeten und einem exotischen Pflanzenmix. Kleine Gewässer und verschachtelte Beete laden zum Verweilen ein, während nur ein paar Autominuten entfernt das geschäftige Leben der kanadischen Metropole kaum eine Atempause einlegt.

Jericho Beach

Diverse Stadtstrände, wie hier der Jericho Beach, laden besonders in den Sommermonaten dazu ein, ganze Tage am Wasser fernab der Häuserschluchten zu verbringen

An die Stadtstrände

Es gibt nur wenige Orte auf der Welt, wo man sich vor der Kulisse hoher Gipfel ins Meer stürzen kann – das zudem noch angenehm warm ist. Besonders im Sommer herrscht an den Stränden von Vancouver Hochbetrieb. Dann kann es an der stadtnahen Bucht English Bay schnell sehr voll werden. Doch kein Grund zu verzagen – es gibt noch weitere Strände mit mehr Platz. So zum Beispiel Second und Third Beach. Wer die Buchten einfach und schnell erreichen möchte, leiht sich am besten ein Rad aus. Hier frönt man dem Badevergnügen außer Sichtweite der Stadt. Ebenfalls beliebt sind Kits und Jericho Beach. Hier locken Volleyball-Felder und ein nahezu uneingeschränkter Blick auf die Skyline samt verschneiter Berggipfel im Hintergrund.

Erlebnisse rund um die Stadt: Berge, Hängebrücken und Wale

Deep Cove

Die Fjordlandschaft des Indian Arm ist für Paddler ein wahres Paradies - und liegt direkt vor den Toren Vancouvers

Aufs Wasser: Indian Arm

Es wird sich wohl kaum ein Einwohner in Vancouver finden lassen, der wasserscheu ist. Zu einem perfekten Wochenende gehört hier ein Ausflug aufs oder ans Wasser einfach dazu. Das beliebteste Gebiet für Paddler ist der Indian Arm, ein Fjord, der sich 18 Kilometer tief durch das Hinterland zieht. Lediglich eine halbe Stunde vor den Toren Vancouvers bildet das charmante Fischerdörfchen Deep Cove den perfekten Startpunkt für Tagestouren. Hier trifft der Indian Arm auf die Salish Sea. Die windgeschützte Kulisse des Fjords bildet die meist nebelverhangenen Coast Mountains. Regenwaldbedeckt verlieren sie sich in den Tiefen des Gewässers, kleine Inselchen durchsetzen den Fjord. Wer fit ist, schafft es bis an das nördliche Ende des Indian Arms. Für den Anfang genügt auch eine Tour bis zum Best Point, der die geografische Mitte des Meeresarmes markiert. Kajaks lassen sich direkt in Deep Cove ausleihen.

Ans Wasser: Whytecliff Park

Horseshoe Bay, nordwestlich von Downtown gelegen, beherbergt mit dem Whytecliff Park das erste marine Schutzgebiet von Kanada. Nahezu 200 Tierarten leben hier, besonders in den Sommermonaten können Besucher an den Stränden der Landzunge Seelöwen aus nächster Nähe beobachten. Zudem ist die zerklüftete Küstenlandschaft ein beliebter Spot bei Tauchern. Sowohl Anfänger als auch erfahrene Taucher sollten allerdings auch auf das Zusammentreffen mit großen Meeresgeschöpfen vorbereitet sein. Denn in den Gewässern von Whytecliff Park tummeln sich je nach Saison auch Orcas und Schweinswale. Wer lieber trocken bleibt, findet entlang des Wassers schöne Wanderwege, die größtenteils zu Aussichtspunkten führen. Bei Ebbe lässt sich auch die vorgelagerte Insel Whytecliff trockenen Fußes erreichen. Auch hier gilt: je besser das Wetter, desto mehr Menschen verlassen an den Wochenenden die Großstadt, um sich inmitten imposanter Naturkulisse zu erholen. Wer kann, kommt unter der Woche nach Horseshoe Bay.

Lynn Canyon Park

Dichtes Grün und wackelige Hängebrücken über wilden Flüssen erwarten die Besucher am Lynn oder Capilano Canyon

Hinein ins Dickicht: Capilano und Lynn Canyon 

Nördlich von Downtown erschließt sich mit dem Capilano Canyon eines der natürlichen Highlights in der Umgebung von Vancouver. Seit 1899 verbindet eine Capilano Suspension Bridge die beiden Seiten der Schlucht, durch die sich der gleichnamige Fluss zwängt. 70 Meter hoch und 140 Meter lang ist die Hängebrücke und nichts für Menschen mit Höhenangst. Die umliegende Landschaft ist geprägt von einem Dickicht aus Jahrhunderte alten Rotzedern und Douglasien. Ein Baumwipfelpfad führt auf der Westseite an den mächtigen Kronen vorbei. Wer ganz und gar dem Höhenrausch verfallen möchte, wagt sich danach noch an den sogenannten Cliffwalk: eine Konstruktion aus Stahl, Holz und Glas, die direkt an der Felskante der Schlucht entlangführt. Allerdings ist der Besuch auf dem elf Hektar großen Privatgelände ein recht teures Vergnügen (ab 30 Euro/Person). Ähnlich imposant und kostenfrei ist hingegen der Zutritt zum Lynn Canyon Park in North Vancouver. Auch hier führt eine Hängebrücke über das Dickicht, und verschiedene Trails laden zu ausgedehnten Wanderungen ein. Wenn Sie können, kommen Sie unter der Woche, dann ist es hier angenehm leer. In den wärmeren Monaten lockt hier sogar der ein oder andere natürliche Pool für ein erfrischendes Bad. Sehr populär ist der 30 Foot Pool.

Auf den Hausberg: Grouse Grind

Vancouver hat das Glück, sowohl die Berge als auch das Meer vor der Haustür zu haben. Als Hausberg Vancouvers wird der 1250 Meter hohe Grouse Mountain bezeichnet. Bei guter Sicht bietet der Gipfel einen tollen Rundumblick über Stadt, Meer und Bergwelt. Aktivurlauber sollten es sich also nicht entgehen lassen, den Wanderweg Grouse Grind zu laufen. Der schmale Pfad ist streckenweise sehr steil und mit sage und schreibe 2830 Stufen versehen. Den Aufstieg sollte man also nicht unterschätzen! Wem nicht nach Wandern zumute ist, der dürfte sich über die Information freuen, dass Grouse Mountain auch mit einer Seilbahn erschlossen ist. Sie bringt die Ausflügler vom Nancy Green Way bis zum Gipfelrestaurant. Auch die Wanderer müssen hinunter mit der Seilbahn, denn der Grouse Grind ist zu eng für zweispurigen Verkehr. Besonders stimmungsvoll wird es auf dem Gipfel zur Dämmerung, wenn die Lichter der Stadt angehen.

Dog Mountain im Mt. Seymour Park

Berge und Seen, Bären und Kojoten gibt es im Mount Seymour Provincial Park unweit von Vancouver zu entdecken

Wildnis vor der Haustür: Mount Seymour Provincial Park

Ein wenig Wildnis unweit der Großstadt lässt sich im Mount Seymour Provincial Park schnuppern. 15 Kilometer nördlich von Vancouver schmiegt sich das beliebte Wander- und Naherholungsgebiet an die Hänge der Berge Mount Bishop, Mount Seymour und Mount Elsay. Douglasien und Nootka-Scheinzypressen, Purpurtannen und Berg-Hemlocktannen säumen die zahlreichen Wanderwege, die das Gebiet durchziehen. Kleinere Seen laden zum Verweilen ein, und im Sommer sind die Wiesen bedeckt von zahlreichen alpinen Blumen. Im Mount Seymour Provincial Park fühlen sich auch viele Säugetiere heimisch. Vor allem Hirsche und Kojoten kreuzen oft die Wege. Aber auch Schwarzbären, Pumas und Rotluchse leben im Dickicht. Wer den Blick nach oben richtet, kann auch den Wappenvogel von British Columbia entdecken: den Diademhäher. Insgesamt verlaufen 14 ausgeschilderte Wege durch das Schutzgebiet. Im Winter werden Loipen und Schneeschuhpfade angelegt. Wer in die höheren Lagen vordringt, wird mit einem schönen Blick auf die Stadt und den Fjord Indian Arm belohnt.

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