Burren Irlands spektakuläre Steinwüste

Was macht den Burren so besonders? Und wann sollten Sie die irische Karstlandschaft am besten besuchen? Antworten finden Sie in unserer Reihe "Traumort des Tages"
Burren, Irland

Als der einstige Meeresboden aus dem Wasser gehoben wurde, bogen und brachen die Kalksteinplatten. Es bildeteten sich lange, tiefe Klüfte

Wo liegt der Burren?

Die steinige Karstlandschaft liegt im Westen Irlands, etwa eine Autostunde entfernt von Galway. Der dazugehörige, 250 Quadratkilometer große „Burren Nationalpark“ liegt im Südosten dieser Region und gehört zum irischen County Clare. Das Wort „Burren“ entstand aus dem irischen „Boíreann“, was so viel bedeutet wie „felsiges Land“.

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Was macht die Karstlandschaft so besonders?

Das Plateau des Burren ist berühmt für seine einzigartige Karstlandschaft. Kilometerweit reihen sich die grauen Kalksteinplatten, durchzogen von Schluchten und Felsspalten, aneinander und bilden ein riesiges Mosaik aus Felsen.

Das Gebiet des Burren entstand vor etwa 300 Millionen Jahren, als der einstige Ozeanboden durch tektonische Kräfte nach oben gepresst wurde. Eis, Wind und Regen verliehen der Landschaft ihre außergewöhnliche Form, wie wir sie heute sehen.

Auf den ersten Blick scheint in der stillen und kargen Ebene, die zu mehr als 70 Prozent aus kahlem Stein besteht und an eine mondähnliche Landschaft erinnert, kaum Leben zu herrschen. Doch so unfruchtbar die Felsen auch scheinen mögen - der erste Eindruck täuscht.

Tatsächlich sind hier über 1000 Pflanzenarten, darunter seltene Arten aus dem arktischen Raum und der Mittelmeerregion, beheimatet. Hinzu kommen viele Tierarten, darunter Vögel und Schmetterlinge, aber auch Dachse, Hasen, Wildziegen und Füchse, die den Burren ihre Heimat nennen.

Außerdem hat die Landwirtschaft hier eine jahrtausendealte Tradition - im Winter weidet Vieh auf den Hügeln. Die Tiere zupfen das zähe Gras zwischen den Felsspalten heraus und bereiten den Boden so auf den Frühling vor, damit die Wildblumen das Gebiet in ein buntes Ökosystem verwandeln können.

Neben der landschaftlichen Vielfalt befinden sich im Burren zahlreiche archäologische Stätten, die vom Mesolithikum bis zur Eisenzeit zurückdatieren. Wie in einem riesigen Freiluftmuseum liegen auf dem Terrain alte Keil-Gräber, Dorfbefestigungen und Höhlen.

Am bekanntesten ist der etwa 5000 Jahre alte Dolmen Poulnabrone. Das imposante Hünengrab macht deutlich, mit welcher Ehrfurcht die prähistorischen Siedler des Burren ihre Anführer begruben. Rund herum finden sich weitere Gräber, die im Verlauf von sechs Jahrhunderten dort angelegt wurden.

Den Burren ist ein echtes Wanderparadies, man erkundet ihn daher am besten zu Fuß - zum Beispiel auf dem Burren Way. Der insgesamt 114 Kilometer lange Wanderweg verbindet die hübschen Orte Lahinch und Corofin miteinander und verläuft dabei mitten durch das Karstgebiet. Auch geführte Spaziergänge mit den Schwerpunkten Natur, Geschichte, Archäologie und Wildnis werden im Nationalpark angeboten.

Ein Besuch des Burren lässt sich gut mit einem Ausflug zu den Cliffs of Moher kombinieren. Die beiden Naturwunder trennen nur wenige Kilometer.

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Wann ist die beste Reisezeit für Irland und den Burren?

Wenn Sie das Gebiet des Burren in aller Ruhe erkunden möchten, sollten Sie am besten in der Nebensaison reisen. Wenn im Frühjahr die Blüten der Wildblumen sprießen und der sonst so kargen Landschaft leuchtende Farbtupfer verleihen, entfaltet die Landschaft ihren ganz besonderen Reiz. Der April zählt in Irland zum Beispiel den trockensten Monaten des Jahres.

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