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Stille Qual Schmerzen bei Hund und Katze: Wie Sie Leiden beim Tier erkennen

Hund mit Schmerzen schaut in die Kamera
Auch Tiere leiden Schmerzen - häufig still und leise
© Khaligo - Adobe Stock
Nicht nur wir Menschen spüren Schmerzen, auch unsere Haustiere fühlen sich hin und wieder schlecht. Tiere leiden jedoch häufig still und machen nicht auf ihre Schmerzen aufmerksam. Was Herrchen und Frauchen tun können

Während wir Menschen uns bei Schmerzen anderen mitteilen, Rat einholen oder die Artpraxis aufsuchen, sind Hunde und Katzen wahre Meister darin, ihre Schmerzen zu verbergen. Sie leiden meist im Stillen. Ihre Leiden nicht offen zu zeigen, ist ein natürliches Verhalten.

Der Grund hierfür liegt in der Evolution – zu stark ist in den Genen der Tiere noch der Urinstinkt verankert, dass derjenige, der Schwächen zeigt, auch schnell zur Beute von Feinden wird. Bei typischen Beutetieren wie Kaninchen oder Meerschweinchen ist dieses Verhalten sogar noch stärker zu beobachten. Sie ziehen sich häufig ganz zurück.

Ein anderer Grund, weshalb Herrchen und Frauchen die Schmerzen ihres Haustiers häufig nicht sofort bemerken, sind Probleme in der Kommunikation. "Anders als Menschen können Tiere uns nicht sagen, wenn sie Schmerzen haben", sagt Sarah Ross, Heimtier-Expertin bei VIER PFOTEN. "Wenn es kein akuter, plötzlicher Schmerz ist, heult ein Tier nicht zwangsläufig auf."

Wenn die Bewegungsfreude nachlässt, sollte man aufmerksam sein

Herrchen und Frauchen sollten aber besonders aufmerksam werden, wenn die Bewegungsfreude ihrer Fellnase nachlässt, wenn sich Bewegungen wie die Gangart ändern oder wenn zum Beispiel die Katze nicht mehr höher gelegene Lieblingsplätze aufsucht. Sarah Ross erklärt: "Chronische Schmerzen machen sich bei Tieren eher durch Verhaltensänderungen bemerkbar. Sie ziehen sich zurück und werden ruhiger. Hunde und Katzen können Unwohlsein durch ständiges Lecken oder übermäßiges Reinigen artikulieren."

Weitere Warnzeichen dafür, dass ein Tier Schmerzen leidet, sind Lethargie, Appetitlosigkeit, ein verminderter Spieltrieb oder ein gesteigertes Aggressionsverhalten. Häufig werden solche recht unspezifischen Symptome schnell dem Alter des Tieres zugeschrieben. Doch auch Gelenkschmerzen können zum Beispiel eine Ursache hierfür sein.

Verantwortungsvolle Tierhalterinnen und Tierhalter sollten deshalb sehr sensibel für Verhaltensänderungen bei ihrem Haustier sein. "Ob stumpfes Fell oder ein plötzlich krummer Rücken – jegliche Abweichung von der Norm sollte man ernst nehmen und im besten Fall tierärztlichen Rat suchen", ergänzt Sarah Ross.

Im Großen und Ganzen tun Herrchen und Frauchen gut daran, ihrem Instinkt zu vertrauen. Denn niemand kennt die Fellnase so gut wie sie. Ross erklärt das so: "Wenn Sie das Gefühl haben, dass sich Ihr Heimtier verändert hat und kein gewohntes Verhalten zeigt, nehmen Sie das ernst und suchen Sie sich tierärztliche Hilfe. Die Hoffnung: ,Ach, das geht schon wieder weg‘, ist meist ein Trugschluss, der zu Lasten des Tieres geht."


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