Neuguinea-Dingos Singende Hochland-Hunde wiederentdeckt

Rund 50 Jahre lang galten die Neuguinea-Dingos als verschollen. Jetzt bestätigt ein DNA-Analyse: Es gibt sie noch - im 4000 Meter hohen Bergland von Papua
New Guinea Singing Dog

Gen-Analysen bestätigen: Bei den vor wenigen Jahren aufgespürten Tieren handelt es sich um Neuguinea-Dingos

Der Neuguinea-Dingo wird im Englischen auch New Guinea Singing Dog genannt. Aber nicht nur sein einzigartiges, "singendes" Geheul macht ihn besonders: Von der Hunderasse fehlte 50 Jahre lang jede Spur, sie galt als verschollen. Zumindest in der Wildnis. In Zoos und in Privatbesitz befinden sich heute noch rund 200 bis 300 Tiere, schätzen Forscher.

Nun fand eine Expedition im unzugänglichen, über 4000 Meter hohen Hochland von Papua, Indonesien, Hinweise auf die Existenz einer wilden Population. Das schreiben die Forscher in einem im Journal "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlichten Bericht.

Demnach hatte der Zoologe James McIntyre schon 2016 nach Spuren des Neuguinea-Dingos gesucht – scheinbar mit Erfolg, brachte er doch 149 Fotos von 15 verschiedenen Individuen mit, dazu Proben von ihrem Kot. Fündig wurde er in der Umgebung der Grasland-Mine, einer der größten Gold- und Kupferminen der Welt. Doch ob es sich bei den Tieren wirklich um den gesuchten Neuguinea-Dingo handelte oder lediglich um kürzlich entlaufene Haustiere, blieb unklar. Denn für eine zweifelsfreie genetische Identifikation reichte das Erbmaterial im Kot nicht aus.

Erst die DNA-Analyse brachte den Beweis

Darum kehrte McIntyre, der auch Präsident der New Guinea Highland Wild Dog Foundation ist, im Jahr 2018 noch einmal zurück. Seinem Team gelang es nun, Blutproben von drei Tieren zu nehmen und das Erbgut mit dem von Tieren aus der Gefangenschaft zu vergleichen. Das Ergebnis: Sehr wahrscheinlich handelt es sich bei den Hochland-Hunden um eine ursprüngliche Population der wild lebenden Hunderasse.

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Der Neuguinea-Dingo, auch Hallstromhund genannt, ist laut den Forschern ein enger Verwandter des australischen Dingos. Von den Vorfahren heutiger, aus Ostasien stammender Hunderassen haben sich die wiederentdeckten Hochland-Bewohner demnach vor rund 3500 Jahren abgespalten – als die ersten Menschen die Insel Ozeaniens mit ihren vierbeinigen Begleitern betraten.