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Filmkulisse von "The Beach" 24 Jahre danach: Gericht urteilt über Zerstörungen an der Maya Bay

Nach dem Erfolg von "The Beach" geriet Maya Bay (hier ein Archivbild von 2012) zum Touristenhotspot – zum Nachteil der Ökologie
Nach dem Erfolg von "The Beach" geriet Maya Bay (hier ein Archivbild von 2012) zum Touristenhotspot – zum Nachteil der Ökologie
© mauritius images / Pitopia / Manfred Sobottka
Im Vorfeld der Dreharbeiten zu "The Beach" mit Leonardo DiCaprio wurde der inzwischen berühmte Strand vo Ko Phi Phi Leh großräumig zerstört. Nun verdonnerte das höchste Gericht Thailands das Forstministerium zur Renaturierung

Noch in den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts muss Maya Bay ein verträumter Strand der thailändischen Insel Ko Phi Phi Leh gewesen sein: ein paradiesischer Ort. Doch dann erschien er Filmleuten von 20th Century Fox als – fast – perfekte Kulisse für ein Filmprojekt. Der spätere Publikumsmagnet "The Beach" mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle wurde zur ökologischen Katastrophe. Denn am Set störten Kräuter und Büsche die Vorstellung der Filmemacher von einem Traumstrand, Dünen wurden planiert, gebietsfremde Kokospalmen gepflanzt, um dem kinogerechten Klischee näherzukommen.

Lokale Behörden und Umweltschützer*innen reichten Klagen gegen die amerikanische Filmfirma und die genehmigenden Behörden ein. Schließlich lag und liegt der Drehort in einem besonders geschützten Nationalpark. Doch sie scheiterten.

Und der Rechtsstreit ging weiter: Nun befasste sich das oberste thailändische Gericht mit einer Beschwerde gegen den damaligen Agrarminister, das Forstministerium, 20th Century Fox und Santa International Film Produktion. Nach dem Willen der Jury muss nun das königliche Forstministerium innerhalb von 30 Tagen einen Plan für die Renaturierung des Strandes und der angrenzenden Dünen vorlegen – 24 Jahre nach dem Beginn der Dreharbeiten.

Schwerer Eingriff in die Natur des Strandes

Die "Verschönerung" des Strandes im Vorfeld der Dreharbeiten ist dabei nur ein Aspekt der Zerstörung: Nachdem der Film zum Welterfolg geworden war, wollten alle die Kulisse sehen. Die ohnehin beschädigte Ökologie des Schauplatzes wurde förmlich überrannt. Bis zu 6000 Besucher*innen täglich fluteten die Dünen, den Strand, das flache, türkisblaue Wasser, um Selfies zu machen. Ankernde Boote und Schnorchler*innen beschädigten auch noch das sensible Korallenriff vor dem Strand schwer.

Im Jahr 2018 zogen die Behörden die Notbremse und sperrten den Strand, erst seit Anfang 2022 ist er wieder zugänglich – wenn auch nur unter Auflagen. So ist die Bucht täglich nur noch von 7 bis 18 Uhr geöffnet. Die Gästezahl ist auf 375 Touristen pro Stunde beschränkt, und pro Tag dürfen "nur" 4125 Menschen kommen. Jeder Besuch ist auf 60 Minuten begrenzt.

Zudem wurde ein Badeverbot verhängt. Bei Verstößen drohen rechtliche Konsequenzen. Ferner dürfen Boote nicht mehr von der Bucht-Seite den Strand ansteuern, sondern müssen an der anderen Seite der Insel ankern.

mit dpa

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