Hilfe aus der Luft Nach Waldbränden: Drohnen helfen bei der Aufforstung in Australien

Nach den verheerenden Buschfeuern beginnt in Australiens Osten die Wiederaufforstung. Mit von der Partie sind Spezial-Drohnen, die auch in entlegenen Gebieten schnell für eine Erholung der Wald- und Tierbestände sorgen sollen
Aufforstung mit Drohnen in Australien

Ein Team aus Forschern und Freiwillgen befüllen die Drohnen mit Saatgut, das dann über entlegenen Regionen abgeworfen wird

Buschbrände ist man in Australien gewöhnt, doch die vergangene Saison brach nahezu alle Negativrekorde. Knapp sieben Monate loderte es in den Wäldern im Südosten des Landes. Mehr als elf Millionen Hektar Wald wurden vernichtet, knapp drei Milliarden Tiere verloren ihr Leben oder mussten fliehen.

Nun, ein Jahr nach den ersten Feuern der vergangenen Saison, beginnt die Wiederaufforstung. Und die soll nach Wunsch der Behörden und der Umweltschutzorganisation WWF innovativ ausfallen. "Das Ausmaß der Buschfeuerkrise erfordert, dass wir in einem Umfang reagieren, den es bisher noch nicht gegeben hat", sagte der australische WWF-Chef Dermot O’Gorman kürzlich gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Eine große Hilfe bei diesem Vorhaben könnten Spezial-Drohnen sein, die wie kleine Helikopter aussehen und Saatgut im großen Stil über schwer zu erreichenden Landstrichen abwerfen sollen. Sie werden derzeit vom WWF im Bundesstaat New South Wales getestet. Dazu werden kleine Behälter mit Eukalyptussamen an den Drohnen befestigt, die sich dann per Knopfdruck an vorab auserkorenen Stellen aussäen lassen. Bis zu 40.000 Samen pro Tag kann eine einzelne Drohne auf diesem Weg verteilen.

Nicht nur die Wälder auch die Koalas sollen sich erholen

"Der Einsatz der Drohnen verbessert nicht nur die Regeneration von Buschland, sondern bietet auch die Möglichkeit, unzugängliche Gebiete besser zu erreichen“, erklärt O'Gorman. Plan der Forscher ist es, mithilfe der Drohnen schnell grüne Korridore für Wildtiere schaffen zu können. Vor allem die Erholung der Koala-Population steht dabei im Fokus. Über 80 Prozent des natürlichen Lebensraums der Tiere wurde bei den Bränden zerstört oder stark beschädigt. Im Bundesstaat New South Wales wurden sogar Befürchtungen laut, dass Koalas bis 2050 in der Region aussterben könnten. Die Tiere verbringen den Großteil ihres Lebens in den Baumkronen des Eukalyptus und ernähren sich ausschließlich von den Blättern des Baumes. Der Einsatz der Saat-Drohnen könnte also eine Schlüsselrolle bei der Regeneration der Koala-Population spielen.

Eukalyptuswälder gelten als pflegeleicht und erholen sich in der Regel binnen kürzester Zeit von Bränden, die Teil des ökologischen Zyklus in Australien sind. Doch Intensität und Ausmaß der letzten Feuer lassen die Forscher zweifeln, ob eine schnelle natürliche Regeneration der Wälder auch dieses Mal möglich ist. Sie setzen viel Hoffnung in die innovative Hilfe aus der Luft. Denn die konventionelle Aufforstung ist sehr viel zeit- und arbeitsintensiver - und generell nur dort möglich, wo Straßen und Wege vorhanden sind.

Knapp 180 Millionen Euro möchte allein der WWF in das Drohnen-Projekt investieren. Sollte es Erfolg haben, so hoffen die Forscher, können sich die Wälder und mit ihnen die Bestände vieler Wildtiere schnell erholen. Gar eine Verdopplung der jetzigen Koala-Population wäre dann an der australischen Ostküste denkbar.