Vergängliche Farbenpracht Warum werden im Herbst die Blätter bunt?

Wenn im Herbst die Tage kürzer und die Temperaturen niedriger werden, lassen uns Eiche, Ahorn, Kastanie zu Zeugen eines wundersamen Farbenspiels werden. Warum eigentlich?
Herbstwanderung

Wer im herbstlichen Laubwald spazieren geht, watet durch eine rot-braune Farbenpracht. Aber warum eigentlich?

Zum einen hat es damit zu tun, dass die meisten Laubbäume ihren Wasserverbrauch minimieren, indem sie im Herbst ihre Blätter fallen lassen. Davor aber müssen noch wichtige Nährstoffe aus den Blättern in die Wurzeln und Stämme verlagert werden.

Dazu gehört auch der im grünen Blattfarbstoff enthaltene Stickstoff. Um an ihn heranzukommen, wird das grüne Chlorophyll abgebaut. Mit schwindendem Grün kommt das sonst ebenfalls vorhandene, aber durch das Chlorophyll im Sommer nur überlagerte Gelb oder Orange der Carotinoide zum Vorschein: goldener Herbst!

Die rote Farbe ist ein Schutzmechanismus

Anders verhält es sich mit der roten Färbung des Blattwerks. Hier vermutete man lange, dass diese Farbe Schädlinge abhalte, die sonst die im Winter anfälligen Bäume befallen würden. Diese Theorie wurde aber verworfen. Vielmehr ist die rote Färbung wohl ein Schutzmechanismus, der die Pflanze während des Chlorophyllabbaus vor zu starkem Lichteinfall bewahrt.

Weil die eintreffende Lichtenergie im Blattinneren nicht mehr richtig kanalisiert und verarbeitet werden kann, droht die Entstehung sogenannter freier Radikale, die die Zellstruktur zerstören würden. Um dies zu verhindern, produzieren Blätter rötlich-blaue Anthocyane, die als Sonnenschutz fungieren. Seine bräunliche Färbung erhält Herbstlaub schließlich durch Oxidationsprozesse beim Absterben der Blätter.