Ein klimafester, naturnaher Garten kombiniert robuste, standortgerechte Pflanzen, lebendigen Boden und möglichst wenig Versiegelung. Damit schützt er die Artenvielfalt, kühlt seine Umgebung und speichert CO₂. Versiegelte Flächen wie Pflastersteine oder Schotterwege schädigen dagegen unser Mikroklima und dadurch auch unsere Gesundheit.
Was heißt klimafest gärtnern?
Beim klimafesten Gärtnern wird der Garten auf verschiedene Faktoren vorbereitet, zum Beispiel auf Hitze oder Starkregen. Dafür sollten robuste und standortgerechte Pflanzen gewählt werden. Außerdem kann humusreicher Boden Wasser aufnehmen und CO₂ speichern. Mulch und Kompost helfen dabei, Humus aufzubauen und den Boden kühl und feucht zu halten. Die Verwendung von torffreier Erde schützt zudem Moore als CO₂-Speicher, und der Verzicht auf synthetischen Dünger reduziert den Energieaufwand und die Lachgasemissionen. Wer Regenwasser sammelt und sparsam gießt, spart Trinkwasser und fördert tiefwurzelnde, widerstandsfähige Pflanzen.
City=Neuss
Ein Beispiel sind Mischbeete mit heimischen Stauden, einer Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Laub und einer Bewässerung mit Regenwasser, die Hitzesommer deutlich besser überstehen als kurzgeschorener Rasen mit Exoten im Schotterbeet.
Was sind naturnahe Gärten?
Ein naturnaher Garten ist ein gestalteter, aber lebendiger Garten. Hier wird mit natürlichen Prozessen zusammengearbeitet statt gegen sie. Dadurch entsteht ein widerstandsfähiger Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen. Die Grundidee ist, dass der Garten sich wie ein kleines Ökosystem entwickeln darf, in dem der Mensch eher moderiert als kontrolliert.
Vielfalt statt Monokultur: Es werden heimische Arten kombiniert, die das ganze Jahr über Nahrung und Struktur bieten. Natürlichen Dynamiken wie Blattfall, Totholz oder Selbstaussaat wird bewusst Raum gelassen. Eingegriffen wird nur, um die Nutzbarkeit des Gartens zu gewährleisten – also um zu regulieren.
Zu den Elementen eines naturnahen Gartens zählen heimische Wildpflanzen, strukturreiche Bereiche wie Hecken, Steinmauern oder Wasserstellen sowie Nist- und Rückzugsorte. Darüber hinaus kommen natürliche Materialien wie Holz, Naturstein oder Sand zum Einsatz.
Praktische Maßnahmen für den Klimaschutz in Stadt und Land
Je vielfältiger die Strukturen sind, desto stabiler wird das kleine Ökosystem. Daher sollte eine Strukturvielfalt aus beispielsweise Bäumen, Stauden, Wiesen oder Steinhaufen geschaffen werden. Blumenwiesen sind besser als Intensivrasen, denn sie sind hitzeresistenter, speichern mehr Wasser und bieten Nahrung für Insekten. Durch Begrünung von Dächern, Höfen oder Fassaden können die Luftqualität verbessert, Gebäude gekühlt und Kanalisationen entlastet werden. Zuletzt hilft die Reduktion versiegelter Flächen, sodass der Boden besser atmen kann.
Was das mit unserem Klima macht
Der Einfluss einer klimafesten Begrünung ist groß: Jeder Quadratmeter verfügt über einen natürlichen Kohlenstoffspeicher von rund 19,6 Kilogramm. Welche Rolle Hobbyforschende oder Naturfreundinnen und -freunde beim Artenschutz spielen können und welchen Einfluss Versiegelung auf unsere Gesundheit hat, seht ihr im Video.