Abwasser Warum Feucht- und Kosmetiktücher nicht in die Toilette gehören

Reißfeste Feucht- und Reinigungstücher werden immer beliebter. Und richten in der Kanalisation immer größere Schäden an
Taschentuch

Beliebt, aber störend im Abwasser: reißfeste Tücher

Seit etwa zwanzig Jahren erobern sie Küche und Bad: Feuchttücher und reißfeste Tücher zum Putzen oder für die Körperpflege. Weit mehr als 200 Millionen Packungen wandern allein in Deutschland jedes Jahr über die Supermarkt-Fließbänder. Doch genau das, was sie so praktisch macht, lässt sie auch zum Problem werden: ihr Kunstfaser-Anteil nämlich.

Während reine Cellulose-Produkte wie herkömmliches (Recycling-)Toilettenpapier im Abwasser schnell zerkleinert werden und zügig zur Kläranlage gelangen, sind Tücher mit Kunststofffasern aus Polymeren, Polypropylen, Polyethylen oder Polyester beständig. Sie lassen sich in der Toilette zwar wegspülen, verquirlen sich aber auf dem Weg durch die Abwasserpumpen – und verstopfen sie schlimmstenfalls. Kostspielige Wartungsarbeiten sind die Folge. Und wenn die Tücher doch bis zum Klärwerk gelangen, müssen sie dort aufwendig aus dem Abwasser geharkt und anschließend verbrannt werden.

Klärwerksbetreiber weisen schon seit Jahren darauf hin, dass reißfeste Tücher nicht in die Toilette gehören – und plädieren für eine einheitliche Kennzeichnung.

Denn die ist zurzeit nicht verpflichtend. Die Folge: Teilweise fehlen Hinweise zu richtigen Entsorgung ganz, teilweise sind sie irreführend. So werden von Herstellern unterschiedliche Zahlen angegeben, wie viele Tücher maximal gleichzeitig weggespült werden dürfen. Bei manchen Reinigungstüchern mit desinfizierenden Chemikalien wird sogar explizit dazu geraten, das Tuch über die Toilettenspülung zu entsorgen – obwohl die Inhaltsstoffe langfristig schädliche Wirkungen auf Wasserorganismen haben.

Feuchttücher gehören in den Restmüll

Für Feuchttücher gilt darum, wie auch für reißfeste Kosmetik-Tücher, Tampons, Slipeinlagen, Wattestäbchen, Verbände, Kondome, Zigarettenkippen: Sie gehören nicht in die Toilette, sondern in den Restmüll, Essensreste und Küchenabfälle in den Biomüll. Das Wasserhaushalts- und das Kreislaufwirtschaftsgesetz verbieten es sogar, solche Abfälle mit dem Abwasser zu entsorgen.

Zwar gibt es keine offiziellen Zahlen, doch geht das Umweltbundesamt von Kosten in Millionenhöhe für die Wartung von verstopften Pumpen und die separate Entsorgung aus. Kosten übrigens, die über den Umweg der Abwassergebühren an die Haushalte zurückgegeben werden.

So sieht es aus, wenn Millionen Feuchttücher aus dem Abwasser gefischt werden: