Hochburgen des italienischen Carnevals

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Hochburgen des italienischen Carnevals

Hochburgen des italienischen Carnevals: 4 Sterne bei 1 Bewertung

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  • mosaik (RP) 03.02.12

    ... und wie feiert man in Italien den Fasching?

    Die närrische Zeit hat begonnen und in zahlreichen Orten Italiens wird in diesen Tagen auf eigene, traditionelle Weise gefeiert. Ich möchte hier einige Städte vorstellen, die über ihre Grenzen hinaus für ihre Faschingsbräuche bekannt sind.

    Phantasievolle und bunte Festwagen auf Sizilien

    Das traditionsreichste Karnevalsfest Siziliens feiert man in Acireale. Seinen Ursprung hat das farbenfrohe Fest im 17. Jahrhundert, als Acireale unter spanische Herrschaft fiel. Im 18. Jahrhundert war der Karneval vorwiegend von dialektalen Darbietungen, die Ereignisse des zurückliegenden Jahres aufs Korn nahmen, geprägt. Heute ist Acireale vor allem für seine phantasievollen und bunten Festwagen bekannt, die ihren Ursprung im 19. Jahrhundert haben. Rund zehn Werkstätten sind mit dem Entwurf und der Dekoration der Festwagen beschäftigt. Eine Jury zeichnet am letzten Tag des Karnevals die schönsten Wagen aus. In der Karnevalszeit vom 4. bis 21. Februar finden zudem zahlreiche Feste mit Tanz und Musik auf den malerischen Plätzen des Städtchens statt. Weitere Informationen: www.carnevalediacireale.it

    Zum Schutz eines Heiligen entstand ein Carneval

    Der Karneval in Putignano im südlichen Apulien wurde erstmals im Jahr 1394 erwähnt. Am 26. Dezember dieses Jahres wurden die Reliquien des Heiligen Stefan zum Schutz vor türkischen Einfällen aus dem Küstenort Molfetta in das sichere Putignano überführt. Die feierliche Prozession wurde begleitet von Bauern, die sich dem Zug spontan anschlossen und durch lautes und ausgelassenes Treiben von der Bedeutung der kostbaren Fracht ablenkten. Im Laufe der Jahrhunderte hat der Karneval seine ursprünglich religiöse Bedeutung verloren und vielmehr einen satirischen Charakter erhalten. Beginn des Karnevals ist auch heute noch der 26. Dezember, wenn bunte Gruppen durch die Straßen des Ortes zur Piazza Plebiscito ziehen. Am 5., 12., 19. und 21. Februar finden die sehenswerten Umzüge mit aufwendig geschmückten Wagen und phantasievoll maskierten Narren statt. Weitere Informationen: www.carnevalediputignano.it

    Venedig im Taumel des Carnevals

    Jedes Jahr im Februar zieht der legendäre Karneval in Venedig tausende von Besuchern aus der ganzen Welt an. Historische Kostüme und Masken bestimmen dann das Stadtbild Venedigs und tauchen die Lagunenstadt in ein einzigartiges Flair. Vom 11. bis zum 21. Februar 2012 werden die Plätze der Serenissima wieder zur Bühne und die malerischen Gassen zum Laufsteg für Harlekine, Colombine und Casanovas, ganz gemäß dem diesjährigen Motto „La vita è teatro. Tutti in maschera“ ("Das Leben ist Theater. Verkleiden wir uns.").

    Den offiziellen Beginn des närrischen Treibens markiert am 11. Februar der "Volo dell’Angelo", der "Flug des Engels", bei dem ein prominenter Gast der Stadt an einem Seil vom Campanile zum Markusplatz hinunter schwebt. Es folgen zahlreiche Veranstaltungen auf den großen und kleinen Plätzen sowie in den Theatern und Palazzi. Unangefochtenes Zentrum ist der Markusplatz mit seiner Freilichtbühne Gran Teatro, auf der ein abwechslungsreiches Programm zu sehen sein wird.

    Tickets sowie den kompletten Veranstaltungskalender erhalten Sie unter: www.carnevale.venezia.it
    Weitere Auskünfte erteilt: Venezia Marketing Eventi, Tel. 0039-041 2412988, info@turismovenezia.it

    Riesenfiguren aus Pappmaché in der Toskana

    Satirische Motivwagen mit Riesenfiguren aus Pappmaché kennzeichnen den Karneval des toskanischen Städtchens Viareggio. Eingeläutet wird das närrische Treiben am 4. Februar mit einem großen Feuerwerk. Am 5. Februar findet der erste von sechs Umzügen statt. Bis zum Ende der Karnevalszeit am 3. März, ziehen jeden Sonntag geschmückte Wagen, Musikkapellen und bunt maskierte Fußtruppen die zwei Kilometer lange Promenade des mondänen Badeortes entlang. Maskenbälle und Stadtteilfeste ergänzen das Programm. Weitere Informationen: www.viareggio.ilcarnevale.com

    Dort, wo die Orangen fliegen (nicht blühen...)

    In der piemontesischen Stadt Ivrea bewerfen sich alljährlich drei Tage lang die Menschen mit Orangen. Besucher erhalten bereits an den Stadteingängen Jakobinermützen zum Schutz gegen allzuschwere Verletzungen, vor denen man aber trotzdem nie gefeit ist. Ist einmal die Schlacht im Gange, waten Zuschauer wie Aktivisten durch den duftenden Orangenmatsch von einem (Schlacht)Platz zum nächsten.

    Die Ursprünge dieses Faschingsbrauches sollen, so die Legende, im Mittelalter liegen. Wie es damals der Brauch gewesen war, wollte der Ortstyrannen die erste Nacht anstelle des Bräutigams mit der Müllerstochter Vezzosa Mugnaia verbringen. Was aber nicht auf Gegenliebe bei dieser stieß und sie dem Tyrannen kurzerhand den Kopf abschnitt. Was wiederum das Volk zu einer Freudensfeier hingerissen haben soll. So sei dann der Kopf des Tyrannen Orangen gleichgesetzt worden, wenngleich Historiker meinen, anfangs hätte man sich mit Bohnen beworfen. Dies wurde belegt mit der Tatsache, dass dieser ungeliebte Herrscher zwei Mal jährlich Bohnen unter den Armen verteilen hatte lassen, die ihm die Leute aber augenblicklich um die Ohren warfen. Der Brauch, Orangen zu werfen, soll dann im 19. Jahrhundert entstanden sein. Genauer gesagt warfen die Menschen von ihren Balkonen Orangen auf die Faschingswagen. Wohl aber mehr als "Homage" an die jungen Mädchen, also um "anzubandeln". Die heutigen Schlachten bildeten sich erst später aus diesem Brauch. Mehr darüber (auf Italienisch) www.storicocarnevaleivrea.it

    Bilder von mosaik zu Hochburgen des italienischen Carnevals

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