Betrügereien

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Betrügereien: 4 Sterne bei 2 Bewertungen
Touristen-Nepp

Die schlimmsten Abzock-Fallen – und wie man sich schützt und wehrt

Das erlebten unsere Mitglieder

  • Betrügereien: noch nicht bewertet
    ToR1103 17.01.08

    Vor 500 Jahren Hauptstadt des Heiligen Römischen Reiches, noch immer die „Goldene Stadt“, „Stadt der hundert Türme“, Weltkulturerbe – und jedes Jahr Ziel von Millionen Touristen aus aller Welt. Das ist Prag. Die meisten Gäste bleiben nur zwei, drei Tage, das reicht auch vollkommen, um sich im meist dichten Gedränge durch die engen Gassen der Altstadt, über die historische Karlsbrücke und schließlich hinauf auf die Burg zu schieben.

    Das reicht aber oft auch vollkommen, um dieser wunderschönen Stadt für immer den Rücken zu kehren. Nepper, Schlepper und Betrüger können die schönsten, die stimmungsvollsten Urlaubstage nachhaltig vermiesen. Ich sah, als langjähriger Prag-Bewohner, viele Opfer, ich wurde selbst Opfer. Und oft dachte ich: Warum warnt keiner vor den krassesten Auswüchsen tschechischer Ungastlichkeit, vor den Taschendieben, Geldwechslern, Taxifahrern, Kellnern (letztere beileibe nicht alle, aber ganz schön viele, vor allem in der Altstadt)?

    Na gut, dann mache ich eben den Anfang: Worauf man unbedingt achten sollte, wie man sich schützen und wehren kann.

    Taschendiebe: Man sieht’s ihnen nicht an, was sie vorhaben. Sie sehen ganz normal und vor allem völlig harmlos aus. Manchmal ist es sogar eine Frau, die einen Kinderwagen schiebt (mit einem echten Baby drin, natürlich). Hilfe suchend schaut sie sich um – wer darauf reinfällt, hat schon verloren...
    Sie kommen garantiert nie allein, sondern stets in Grüppchen. Aber das erkennt man nicht. Drei, vier Leute, perfekt eingespielte Teams, die sich wirklich blind verstehen. Ihre Beute geben sie staffelartig weiter, blitzschnell. Wird der Dieb mal gestellt, schreit er empört: Er? Ein Dieb? Unglaubliche Unterstellung! Man kann ihn durchsuchen, tatsächlich – er hat nichts! Die Beute ist schon längst verschwunden....
    Die Diebe kesseln ihr Opfer ein. Beliebter Ort: der Eingang zu einer U-Bahn,wo sich leicht Engpässe schaffen lassen. Oder die Straßenbahn, wo fast immer Gedränge herrscht, da kann man sich ganz eng ans Opfer drücken – es ahnt nichts Böses und merkt schon gar nicht, wie seine Tasche geleert wird...
    Der Fußgänger, der im Stadtplan nachschaut – garantiert kein Prager, sondern ein Tourist, der in diesem Augeblick abgelenkt ist; ein kleiner Rempler, schon er die Geldbörse los. Die älteren Herrschaften, die eine wunderschöne Häuserfassade bestaunen – die merken sowieso nichts...
    Auch ein beliebter Ort, wo man gut Urlauber plündern kann: der Hauptbahnhof Praha hl.n. bzw. die Bahnstation Praha-Holosovice. Wenn der Zug hält, drängen sich die Menschen herein. Stress-Momente, die Diebe lieben. Wenn’s hier nicht klappt, dann spätestens im Zug: wenn sich die Fahrgäste durch den Zug schieben (auf der Suche nach einem Sitzplatz) bleibt ein Täter (der sich als Fahrgast gibt) plötzlich abrupt stehen (tut zum Beispiel so, als wolle er umkehren). Der folgende Fahrgast läuft garantiert auf ihn auf, der nächste ebenfalls – das ist schon der Dieb, der beim Schubsen blitzschnell in die (fremde) Tasche greift.
    Richtigen Schutz? Gibt’s nicht. Die Täter sind einfach zu clever. Nur Vorsichtsmaßnahmen: Wertsachen im Hotel lassen (Safe!). Brustbeutel benutzen. Und immer, immer wieder drauf achten: Gedränge meiden! Im Zweifelsfall: Wertsachen fest umklammern.
    Wenn’s dennoch passiert ist: Diebstahl melden, unbedingt. Es hilft zwar nichts, aber zumindest kriegt man einen Beleg für die Versicherung.

    Taxifahrer: Noch vor wenigen Jahren war’s ganz schlimm. Da konnte man von Glück reden, wenn man einen Fahrer fand, dessen Taxameter korrekt eingestellt war. Inzwischen sind betrügerische Taxifahrer seltener – aus einfachem Grund: Es haben sich große Taxi-Verbände gebildet, die darauf achten, dass ihre Mitglieder ordentlich abrechnen. Wer hier beim Betrügen erwischt wird, fliegt garantiert. Für Fahrgäste sind die Fahrzeuge leicht erkennbar: Sie sind deutlich mit dem „Firmennamen“ gekennzeichnet – „AAA“ oder „277 277 277“ oder „14014“. An zentralen Plätzen und auf großen Straßen haben diese Funktaxis gekennzeichnete Taxistände. Man kann getrost einsteigen.

    Wenn aber keine Kennung auf dem Fahrzeug zu sehen ist, wird man betrogen – garantiert. Die unverschämtesten Abzocker stehen in der Altstadt sowie an den Bahnhöfen. Sie ködern Touristen mit Festpreisen", die Mondpreise sind, ihre Taxameter zeigen oft das Vielfache des Normalen an.

    Als Faustformel kann gelten: eine normale Fahrt im Innenstadtbereich kostet maximal 150 bis 200 Kronen. Die Fahrt von der Innenstadt zum (weit draußen liegenden) Flughafen kostet zwischen 400 und 500 Kronen, je nach Uhrzeit, Stau etc. Alle Preise, die weit davon abweichen, sind nicht korrekt.

    Wichtig: Jeder Fahrgast hat Anspruch auf eine Quittung, die der Fahrer vom fest installierten Taxameter ausdrucken lassen muss! In vorgegebene Felder muss (!) der Fahrer die Wegstrecke eintragen sowie unterschreiben. Alle anderen Daten wie Datum, Uhrzeit, gefahrene Kilometer etc. sind vom Bordcomputer genau notiert.
    Weigert sich der Fahrer, dem Fahrgast diesen Ausdruck zu übergeben, muss der Kunde nicht bezahlen! Er sollte sich auch keinesfalls abspeisen lassen mit einer handschriftlichen Quittung (Begründung des Fahrers: Drucker defekt); nein: entweder Quittung – oder aussteigen und nicht bezahlen! Der Fahrer kann ja die Polizei rufen – aber dort müsste er sich auch als Betrüger outen, verlöre seine Lizenz. Das wird er nicht wagen!

    Kellner: Okay, dass die Tschechen nicht als Service-Personal glänzen (Ausnahmen bestätigen die Regel), wird jeder Prag-Tourist schnell merken. Er sollte allerdings auch wissen: Verkäuferinnen zum Beispiel, die in unnachahmlicher Weise jeden Kunden mit mieser Laune abstrafen, verdienen so wenig, dass man ein Lächeln nicht von ihnen verlangen darf. Freundlichkeit ist im Preis nicht drin!

    Mit den dreisten Abzocktricks einiger Kellner in den Tourismus-Restaurants der Altstadt aber sollte es kein Erbarmen geben. Beliebte Methode, den Gästen in die Tasche zu packen: Auf die Rechnung wird – handschriftlich – zehn Prozent Trickgeld draufgeschlagen. Bitte nicht zahlen! Das ist nur einfach nur frech. Es gibt keine Trinkgeld-Vorschrift, und in Prag sollte man Trinkgeld nur dann zahlen, wenn die Leistung stimmt. Ansonsten: keine müde Krone!

    Daneben gibt’s noch kleine Nickeligkeiten, die man sich auch nicht gefallen lassen sollte, weil sie einfach unverschämt sind: das Glas Bier wird nur zu Zweidrittel gefüllt, der Rest – wenn überhaupt – ist Schaum. Zurückgeben! Oder – selbst erlebt am Altstädter Ring, als wir zu dritt einkehrten – ein Kellner schlug eine "Bring-Pauschale" drauf: Das schlecht gefüllte Bierglas, mit 70 Kronen fast dreimal so teuer wie in einem normalen tschechischen Restaurant, sollte beim Bezahlen 90 kosten – pro Glas, bittschön. Insgesamt 60 Kronen dafür, dass er einmal Bier an den Tisch gebracht hatte. Proteste beantwortete der Mann mit Schulterzucken: Plötzlich verstand er weder deutsch noch englisch. Erst nach der Drohung, die Polizei zu holen, lenkte er ein.

    Deshalb: Jede Rechnung genau studieren! Im Zweifelsfall nachfragen. Brot, das vorm Essen auf den Tisch gestellt wird, wird in der Regel berechnet. Ansonsten gelten die normalen Geschäftsregeln: Was nicht bestellt bzw. verzehrt wurde, muss auch nicht bezahlt werden.

    Wechselstuben: Die Reklame lockt. „0% Commission“. Oder „Best rates of town“. Vergessen Sie’s! Irgendwie müssen die Leute ja Geld verdienen; ärgerlich nur, dass sie falschen Anschein erwecken, Kunden mit falschen Versprechungen locken – und man sich am Ende nur noch ärgert.

    Der Trick: Das Angebot, im kleingedruckten näher beschrieben, bezieht sich nur auf den „Kauf“ ausländischer Währung, nicht aber auf den Tausch. Wer tauschen will, muss zahlen – wieviel, dafür gibt es eben keine Regel. Jede Wechselstube hat andere Preise, selbst innerhalb einer Kette gibt es unterschiedliche Gebühren. Teuer ist es vor allem in der Altstadt: Die dreistesten Wechselstuben kassieren über zehn Prozent Provision!

    Korrekterweise muss man auch sagen, dass es Wechselstuben geben soll, die sehr günstig sind – mit Gebühren von unter einem Prozent sind sie billiger als Banken.

    Wird man beim Tausch jedoch geplündert und merkt es erst, wenn er das Geld gewechselt ist, ist’s zu spät: Ein Rück-Umtausch wird in der Regel abgelehnt. Die Polizei alarmieren? Das bringt überhaupt nichts, die ist nicht zuständig. Theoretisch bleibt die zivilrechtliche Strafanzeige, aber wer macht das schon? Bleibt Ärger und Frust...

    Den kann man sich nur ersparen, indem man entweder grundsätzlich bei einer Bank tauscht (mit ec-Karte an jedem Bankautomaten, völlig problemlos). Oder in der Wechselstube vorher (!) fragt: Was bekomme ich für meine 50 oder 100 oder 200 Euro? Konkret, wieviel Kronen? Da weiß man vorher, was man kriegt – und nur dann kann man vergleichen.


  • Betrügereien: Bewertet mit 5 Sternen
    Lulila 18.01.08

    Parkgebühren contra Autodiebstahl

    Ja, da ist viel Wahres an diesem Artikel. Ich möchte ihn noch ergänzen zu dem Thema:
    Horrende Parkgebühren in Hotelparkhäusern. Wir entschieden uns vor zwei Jahren im sehr schön gelegenen Mövenpick Hotel abzusteigen, in einem ruhigen Stadtteil von Prag, die Stadt vom Hügel aus überblickend. Da wir eine knappe Woche blieben, erschien uns die tägliche Gebühr von ca. 20 Euro für das hoteleigene Parkhaus zu hoch, und wir parkten unseren Ford, ein nicht allzu aktuelles, eher schrabbeliges Model, gleich in der angrenzenden Strasse, der Mozartstrasse, zwischen etlichen anderen sehr viel schickeren Wagen, knapp vor dem Mozarthaus. Am nächsten Tag war der Wagen, bis auf ein paar Glassplitter, verschwunden. So kamen wir in den Genuß einer Belehrung des Hotelmanagers, dass man grundsätzlich nie auf freier Strasse nachts in Prag mit einem ausländischen Wagen parken soll, und eines kompletten Vormittags in einer altertümlich anmutenden Polizeidienststelle, in der wir versuchten, einem Beamten auf englisch zu erklären, dass wir eine Diebstahlsanzeige aufgeben wollten.
    Wenn es nicht so teuer gewesen wäre, eine wirklich interessante Erfahrung;-)

  • Betrügereien: Bewertet mit 4 Sternen
    ReoRicker 03.05.16

    Taxifahrer

    Die Abzocke der Taxifahrer habe ich dort auch schon erlebt, auch wenn es schon einige Jahre her ist. Meine Konsequenz: Ich fahre da nie wieder hin, egal wie schön es dort ist.

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