In 75 Tagen um die Welt - Teil III

Reisebericht

In 75 Tagen um die Welt - Teil III

Reisebericht: In 75 Tagen um die Welt - Teil III

Aus dem Reisetagebuch eines Backpacker-Oldies (39 Jahre), der mit einem Round-the-World-Flugticket vor allem Neuseeland bereist.

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Was bisher geschah

Ich flog über London, Bangkok und Sydney nach Auckland, nahm mir dort einen Mietwagen und fuhr damit ganz in den Süden der Südinsel. Im Abel Tasman Nationalpark wanderte ich vier Tage entlang der Küste, auf einem Gletscher der neuseeländischen Alpen kraxelte ich mit Anderen, und im Fjordland Nationalpark wanderte ich wiederum vier Tage lang den berühmten Milford Track.

Viel Spaß beim Lesen der Auszüge aus meinem Reisetagebuch. Der zehnteilige Bericht ist deswegen recht persönlich und ausführlich.



Kapitel 8 - Te Anau II

Seelöwe im Milford Sound

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In Te Anau checke ich wieder im Te Anau Backpackers ein. Ich genieße die angenehmen Seiten der Zivilisation. Ich dusche erstmals wieder und kaufe Essen und Bier ein. Für morgen ist eine Kajaktour gebucht, doch heute ist Erholung angesagt und ich setze mich auf den Rasen am See (Lake Te Anau) und schreibe Postkarten. Ich habe etwas Muskelkater in Oberschenkel und Waden. Heute ist Waitangi Day (6. Februar), der Nationalfeiertag der Neuseeländer. Später buche ich telefonisch für übermorgen einen Flug zu Stewart Island und bekomme mit meiner Backpacker-Karte 25 Euro Ermäßigung. (48 statt 73€).

Am nächsten Tag holt mich der Kleinbus von „Fjordland Wilderness Experiences“ ab, wir laden fünf weitere Gäste ein und fahren Richtung Milford Sound. Das Wetter dort ist wesentlich schlechter als vorgestern. Die Wolken hängen tief, die Spitze des Mitre Peaks und andere Gipfel sind nicht zu sehen. Wir sind insgesamt 16 Personen und werden in zwei Gruppen eingeteilt. Da es nur Zweierkajaks gibt, teile ich mir das Kajak mit Evelyn aus der Schweiz. Wir bekommen eine kurze Einweisung und ziehen Kajak-Klamotten an.

Dann geht es los. Wir paddeln auf den großen Milford Sound hinaus. Ich sitze hinten im Kajak und bediene das Ruder. Von Anna, unserem Guide lernen wir Vorwärts- und Rückwärtsdrehungen und wie man mit hohen Wellen umgeht. Wir paddeln auch zum Mitre Peak, doch die Wolken hängen immer noch tief, so dass der Gipfel nicht zu sehen ist. Wir haben trotzdem viel Spaß. Auf einem Felsen entdecken wir eine Pelzrobbe. Wir machen auch immer wieder Pausen, wo wir alle Kajaks zusammen halten und Anna uns dann was zum Fjord, der Landschaft und der Geschichte erzählt. Gegen Mittag paddeln wir auf ein flaches Ufer, ziehen die Kajaks an Land und verzehren unsere mitgebrachten Lunchpakete. Anschließend paddeln wir weiter. Nach fünf Stunden geht’s zurück zum Hafen. Wir verpacken die Kajaks und die Ausrüstung, ziehen uns im Freien um und fahren dann wieder mit dem Kleinbus zurück nach Te Anau. 59€ hat diese Tour all inclusive gekostet.



Kajak im Milford Sound



Kapitel 9 - Southland / Otago Penensula

Kiwi-Schild

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Als Tierliebhaber sieht meine Reiseplanung als nächstes vor, auf Stewart Island Kiwis (die Vögel, nicht die Früchte) zu beobachten und dann in den Catlins und auf der Otago Halbinsel Robben, Pinguine und Albatrosse anzusehen.

Nach dem Auschecken am Morgen in Te Anau mache ich mich mit meinem Mietwagen auf den Weg entlang der „Southern Scenic Route“ nach Invercargill (170 km), wo ich den vorab reservierten Flug nach Stewart Island nun fest buche. Da ich noch Zeit habe, fahre ich zurück in die Stadt und gehe in die angeblich südlichste McDonalds-Filiale der Welt. Ich esse einen „Kiwi-Burger“ (keine Sorge, der Nationalvogel Neuseelands wird hier nicht in die Pfanne gehauen). Dann rufe ich auf Stewart Island an und erfahre, dass meine geplante Kiwi-Spotting-Tour und meine beiden ausgesuchten Hostels ausgebucht sind. Der Flug zur Insel ist aber nun schon bezahlt. Also fahre ich wieder zum Flughafen, parke meinen Wagen dort und warte auf den Abflug. In der Maschine haben nur 8 Passagiere Platz. Ich sitze direkt hinter dem Piloten. Toller Flug! Nach 20 Minuten sind wir schon da.



Nachdem wir Passagiere mit einem Kleinbus in den Hauptort der Insel (Oban) gebracht werden, gehe ich zum Visitors Center. Dort erfahre ich, dass es keine weitere Kiwi-Tour für mich gibt. Und morgen am Sonntag finden keine Kiwi-Touren statt. Ich werde aber auf eine Warteliste gesetzt und soll um acht Uhr abends noch mal anrufen, ob jemand abgesprungen ist. Das Visitors Center telefoniert für mich einige Unterkünfte ab und findet schließlich noch Platz in „The View“. Ich gehe dann dort zu Fuß hin und muss dabei einen steilen Hang hinauf. The View ist kein richtiger Backpacker, sondern einfach nur ein großes Haus, das die Besitzerin auch an Backpacker vermietet (12,50€/N.).

Im Wohnzimmer treffe ich Beatriz, eine Englischlehrerin aus Madrid. Sie schlägt mir ein paar schöne Wanderwege der Insel vor und rät mir, noch schnell einzukaufen, bevor der einzige Laden der Insel schließt. Also kaufe ich rasch ein und mache dann eine etwa zweistündige Wanderung zwischen den verschiedenen Buchten der Insel und durch den Wald. Am Abend unterhalte ich mich lange mit Beatriz im Wohnzimmer. Sie sagt, für die Kiwi-Tour hätte ich sechs Monate im Voraus reservieren müssen. Ich hatte es aber gerade mal sechs Stunden vorher versucht.

Mit derselben kleinen Maschine wie gestern fliege ich dann zurück zum Festland nach Invercargill. Ich packe meinen Rucksack in den Mietwagen und fahre dann in die Catlins, eine dünn besiedelte zerklüftete Küstenlandschaft an der Südküste mit reicher Flora und Fauna. Hinter dem Örtchen Tokanui verlasse ich die geteerte Straße und fahre auf Schotterwegen zum Slope Point, dem südlichsten Punkt von Neuseelands Südinsel. Etwa 20 km weiter in der Porpoise Bay halte ich erneut, weil man dort manchmal Hector-Delphine von der Küste aus sehen kann, heute aber leider nicht. Dann fahre ich wieder auf die geteerte Straße und mache noch einen Abstecher zum Leuchtturm bei Nugget Point, wo ich in einiger Entfernung Seelöwen und Pelzrobben auf den Felsen sitzen sehe.



Slope Point



Kurz vor Dunedin biege ich auf die Otago Halbinsel ab und fahre in schönen Serpentinen am Wasser entlang zu dem Örtchen Portobello (insgesamt 250 km heute). Dort muss ich eine steile Stichstraße zu „McFarmers Backpackers“ (8€/N) hochfahren. John, der Besitzer und Farmer, hat eine Holzhütte zu einem urigen Backpacker umgebaut. Er gibt mit einen Tipp, wo man auf der Halbinsel Pinguine sehen kann. Ich mache mich sofort auf den Weg zur Sandfly Bay und gehe eine Düne steil abwärts zu einem herrlichen menschenleeren Strand. Leider ist es noch zu früh, die hier beheimateten Gelbaugenpinguine sind noch im Meer unterwegs. Also kraxle ich wieder die Düne rauf und fahre dann zum äußersten Ende der Halbinsel (Taiaroa Head), wo es Albatrosse, Pinguine und Robben gibt. Doch für Besichtigungen ist es schon zu spät. Ich hab heute einfach kein Glück. Also fahre ich zurück zur Farm und unterhalte mich mit den anderen Mitbewohnern.



Skyline von Dunedin



Eight-Wheel-Drive-All-Terrain-Ve...

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Am nächsten Morgen fahre ich wieder die tolle Küstenstraße nach Taiaroa Head. Heute habe ich mehr Glück. Im Royal Albatross Centre mache ich eine einstündige Führung (12€) mit, die bei einem Aussichtspunkt endet, an dem man brütende Albatrosse sehen kann. Gleich um die Ecke mache ich dann zusammen mit zwei Niederländern eine Tour in einem 8-Wheel-Drive-All-Terrain-Vehicle durch die Dünen mit (Natures Wonders, 15€). Der Grundstückseigentümer, ein Schaffarmer, zeigt uns weitere Tiere, die auf der Halbinsel leben: Kormorane und Pelzrobben. Wir gehen einen Steg entlang und sehen einen brütenden Blaupinguin ganz aus der Nähe durch eine Guckklappe. Die Klappen dienen als Sichtschutz für die Pinguine. Die in Neuseeland so beliebten Gelbaugenpinguine kriegen wir leider nicht zu sehen, weil die sich bei der heutigen Hitze in den schattigen Dünen verstecken bzw. sich zum Fressen im Meer aufhalten. Nachdem ich dann ein letztes Mal die tolle Küstenstraße entlang fahre, verlasse ich die Otago Halbinsel und komme nach 280 km in der Action-Metropole Queenstown an.



Strand auf der Otago-Halbinsel


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Kommentare

  • Schili

    Witzig. Das nahezu identische! Bild von dem Shotoverjet hab ich daheim an der Wand hängen....2002 geschossen...und da war ich auch 38 Jahre alt...:-)

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