Nordspanien: Paradores, gutes Leben und Promenadologie

Reisebericht

Nordspanien: Paradores, gutes Leben und Promenadologie

Reisebericht: Nordspanien: Paradores, gutes Leben und Promenadologie

Nordspanien? Letztes Jahr noch Südafrika, davor Australien und jetzt Nordspanien? Unser reisefreudiger Freundeskreis staunte nicht schlecht, als wir Nordspanien ankündigten. Warum? Das kann man im Folgenden lesen… und natürlich auch was Promenadologie ist.

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Bilbao, mehr als Guggenheim

Bilbao hat nicht nur das Guggenheim Museum sondern neben anderen schönen Museen eine zum bummeln einladende Altstadt, die neben den in Spanien üblichen Bausünden eine Menge schöner Kneipen aufweist. Einen Cortado (Espresso mit einem Schuss Milch) in der Bar und ein Cana (kleines gezapftes Bier) auf dem schönen Plaza Nueva, schon kommt das richtige Urlaubsgefühl auf. Der Rio Nervión zieht sich durch die inneren Stadtteile. Seine Ufer sind als Promenade zwischen Altstadt und Guggenheim Museum hervorragend geeignet. Kaum angekommen, machen wir es den Spaniern am frühen Abend nach und übten uns in die Promenadologie, in dem wir eingehakt entlang der Ufer promenierten, ein Gläschen Wein tranken und im Park der Jazzband zuhörten bis es Zeit für das Abendessen wurde.



Promenadologie

Logrono, Rioja, Nordspanien

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Die Promenadologie (auch Spaziergangswissenschaft oder englisch Strollology genannt) ist eine junge Wissenschaft, die seltsamerweise nicht von einem Spanier sondern dem deutschen Soziologen Lucius Burckhardt und seiner Frau Annemarie entwickelt wurde. Sie beschäftigt sich mit der Erfassung der Umwelt durch Spazierengehen. „Hierbei dient der Spaziergang sowohl als Instrument zur Erforschung unserer Lebensumwelt, als auch zur Vermittlung von Inhalten und Wissen. Der Spaziergang ist insbesondere geeignet, Raumeindrücke … unmittelbar zu vermitteln, da Raum letztlich nur durch die eigene körperliche Bewegung … erfahrbar ist.“ (Wikipedia, Promenadologie, 7.10.08). In Spanien wird die Promenadologie jeden Abend von breiten Bevölkerungsschichten praktiziert und zwar in der gesteigerten Form der gemeinsamen körperlichen Bewegung. Ab ca. 19:00 Uhr promenieren Massen eingehakter Paare, Familien, Freundeskreise und Gruppen von Jugendlichen in schmalen Altstadtgassen oder auf breiten Strandpromenaden. Man erforscht seine Lebensumwelt (was ist gibt’s Neues) und vermittelt selbst Inhalte und Wissen bzw. bekommt sie vermittelt (vulgär Tratsch). Ein faszinierendes Phänomen. Wer beispielsweise abends in A Coruna an der Strandpromenade von Riazor oder in der Altstadt von Logrono in der Calle de Portales entlang läuft, wird sich in einem Strom praktizierender Promenadologen bewegen, die den Raum bis ca. 22:00 Uhr erfahren, um sich dann dem Abendessen hinzugeben.



Speisekarte Restaurant...

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Doch zurück nach Bilbao. Wir hatten uns für den ersten Abend einen Platz im Guggenheim Restaurant reserviert. Um 21:00 Uhr waren wir natürlich für spanische Verhältnisse viel zu früh. Was zuerst angenehm auffiel, war der Tisch. Wer in Deutschland oder Frankreich die handtuchgroßen Zweiertische kennt, der wird die großen quadratischen Tische schätzen lernen, an denen in diesem Restaurant gegessen wird. Das Degustinationsmenü war Spitze (siehe Speisekarte), der empfohlene lokale Wein (Txakoli) hervorragend, der Service schnell, freundlich und sprach gut englisch. Der Abend war ein gelungener Anfang in Nordspanien



Guggenheim Museum Bilbao

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Am nächsten Morgen natürlich ins Guggenheim Museum. Neben den Ausstellungen ist das Museum selbst eine Attraktion. Mit dem Kopfhörer, der im Eintrittpreis inbegriffen ist, wird ausführlich das vom Architekten Frank Gehry gestaltete Chaos interpretiert. Allein die Eingangshalle erfordert zur Besichtigung eine halbe Stunde. Die Stahlkonstruktionen des Amerikaners Frank Serra erschlagen. Zwei Ausstellungen waren zu sehen. Juan Munoz mit seinen Skulpturen und Installationen zeigte Nachdenkenswertes, die Surrealistenausstellung phantasievolles.

Auch bei einem Spaziergang in der Umgebung erfuhren wir als Promenadologen weitere Kunstgenüsse. Die über den Rio Nervión führende Brücke, die Spinne an der Flussseite, das Hündchen aus Blumen vor dem Eingang des Museums, alles gelungene, kurzweilige Kunst.

Untergebracht waren wir im Grand Hotel Domine, direkt gegenüber dem Guggenheim Museum. Das Hotel konnte natürlich nicht hinter dem dort gesetzten Standard fallen. Very stylish. Das Design ließ denn auch über die kleinen Funktionsmängel problemlos hinwegsehen. Lediglich der penetrante Geruch nach Bergamotte, der der Klimaanlage entströmte störte. Frau Lisa erholte sich von ihrer Übelkeit im schönen nahe liegenden Park. Glücklicherweise schloss das Fenster im Zimmer nicht richtig, so dass der Geruch nach Abschalten der Klimaanlage schnell verflog. Der Service war toll; der Haushandwerker reparierte das Fenster danach prompt.



Kantabrien zwischen Stränden und Hochgebirge

Nach einem schönen zweiten Abend in Bilbao holten wir am nächsten Morgen das Mietauto und ab ging es nach Kantabrien. Castro-Uridales ist ein schönes Städtchen mit einer langen Strandpromenade und einer alterwürdigen Kirche neben einer Burg, die beide den Hafen überragen. Viele Mariscos (Meeresfrüchte) werden angeboten. Wir belassen es bei einem Cortado und einem Stück Kuchen, um uns dann Richtung Laredo abzusetzen.

Laredo ist das Westerland von Kantabrien. Rummel am riesigen Strand, viele misslungene Neubauten, die die kleine Altstadt erdrücken. Allerdings führte uns das Schicksal in das sehr gute Restaurant Plaza, in dem wir leckere Anchoas (Sardellen) und einen Salat aßen.

Dann Santander, in dem wir 1,5 Stunden lang das Hotel Palacio del Mar suchten. Wir hatten abgesehen von den Paradores und den Hotels in Bilbao und Logrono nur noch dies eine Hotel fest gebucht. Grund dafür: da es nahe des Stadtstrands El Sardinero lag, dachte ich an ein schönes Strandhotel. Es lag aber in einem Hochhausviertel, zwar nahe zum Strand, aber die Stadt war eine halbe Stunde durch einen Tunnel entfernt. Also blieben wir nach einem langen Spaziergang an der Promenade des El Sardinero abends im Hotel, das ansonsten OK war.
Gut, dass wir dort blieben, denn abends setzte ein fürchterliches Gewitter ein und auch am nächsten Morgen regnete es noch in Strömen. Also fuhren wir weiter, ohne uns Santander wirklich angesehen zu haben.



Santilliana del Mar, Nordspanien

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Ziel war Santilla del Mar. Wie im Mittelalter kamen wir uns vor, als wir über Pflasterstraßen an Palästen und Kirchen aus dem 13. Jahrhundert vorbei bummelten. Die Balkone bogen sich unter den Geranienkübeln. Katzen räkelten sich in der inzwischen brennenden Sonne. Ein Großteil der bildhübschen alten Häuser enthielt Andenkenläden und die Größe der Parkplätze deutete auf einen erheblichen Touristenrummel hin, doch dem Charme der Stadt konnte dies keinen Abbruch tun.



Angesichts des nun schönen Wetters reizte uns der Strand von Comillas. Der Reiseführer empfahl das Hotel Comillas nicht zu unrecht. Zwar wechselten wir dreimal das Zimmer (Nichtraucherzimmer haben sich noch nicht überall in Spanien eingebürgert), doch dann konnten wir unsere Badesachen packen und uns an den wunderschönen feinsandigen Strand und in das glasklare Wasser begeben. Im Schatten verbrachten wir einen rundherum gemütlichen Nachmittag.



El Caprico, Commilas, Nordspanien

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Der Weg vom Hotel in den Ort ging durch den Park des Palacio de Marquès, der neben dem Palast auch noch das Geburtstagsgeschenk des Marquès an seine Tochter enthielt: das von Antoni Gaudi gebaute El Capricho. Wer Barcelona kennt, wird den Gaudi-Bau sofort erkennen. Aber neben den architektonischen Schätzen ist der Hauptplatz von Comillas eine Attraktion. Dort versammelt man sich abends zum „Chocolate y Churroz“. Was für den abhängigen Alkoholiker eine Flasche besten Bourbon Whisky sein mag oder für den Aficionados die kubanische Cohiba, ist für diese vielen bedauernswerten schokoladeabhängigen Menschen „Chocolate y Churros“, dickflüssige Schokolade mit einem Spritzgebäck, das man hinein tunkt. Man verdreht genüsslich die Augen, wenn man sich der Schokolade im Aggregatzustand eines flüssigen Puddings hingibt und hat hinterher dieses leichte Lächeln um die Lippen, das den höchsten Grad der Befriedigung ausdrückt.

Beim Besuch der Touristeninformation sprach uns eine etwa 70jährige deutsche Dame an und erzählte, dass sie seit 40 Jahren hierhin kommt, die letzten drei Jahre allein ohne ihren verstorbenen Mann. Ich verstand: Chocolate y Churros.

Der blaue Himmel am nächsten Morgen lies die letzten Bedenken einer Überquerung der Picos de Europa verschwinden. Circa. 30 km vom Strand entfernt geht es bis 2.000 Meter hoch. Wir hatten uns für die südliche Umfahrung der Picos entschieden. Der erste Ort Potes, im schönen Liébanatal gelegen, fällt in erster Linie durch seine Hauptstraße auf, durch die sich eine dichte Schlange von Autos und Touristen wälzt. Der weitere Verlauf entlang der N621 wurde steiniger und alpiner. Bis 1600 Meter hoch ging es zum Puerto de San Glorio an der Grenze zu Kastilien-León. Zwischendurch gab es einige überwältigende Aussichtspunkte aber auch Kurven, die bei Höhenempfindlichen (wie mich) feuchte Hände erzeugten. Danach führte die Straße wieder bergab und hinter jeder zweiten Kurve lauerte eine Kuhherde, die auf lautes Hupen nur sehr verzögert reagierte.



Riano, Picos de Europa, Nordspanien



Riano ist ein Schmuckstück. Ein modernem Ort mit Blick auf die piotresken Berge der Picos und (weitgehend leere) Stauseen, die Embalsa de Riano. Im Restaurante Presa genossen wir diesen Blick bei einem kleinen Almuerzo (Mittagessen). Weiter durch tiefe Schluchten, enge Serpentinen und über steile Pässe ging es am Hauptort der Picos Cangas de Onis vorbei wieder an die Küste.

Es ist müßig aufzuzählen, was wir nicht gesehen haben. Die Bergseen, die Wallfahrtstätte Covadonga, Fuente Dé mit der Seilbahn, die Schlucht Garganta de Cares und und und. Es ist eine Entscheidungs- und Zeitfrage: will man hier einige Tage wandern – was sich sicherlich lohnt - oder weiterfahren ins schöne Asturien.



Ein Frankfurter in Asturien: Ist Sidra der bessere Apfelwein?

Um hier keinen ideologischen Grundsatzstreit vom Zaun zu brechen: beide Apfelweine haben ihre Berechtigung und ihre Eigenarten. Man kann sich eigentlich nicht vorstellen, wie in Frankfurt-Sachsenhausen in einer voll besetzten Apfelweinkneipe der Kellner das Gerippte (Glas) mit der rechten Hand kurz über den Boden hält, den Bembel in der Linken über seinen Kopf und dann versucht, den Äppelwoi vom Bembel in das Glas zu gießen. In Asturien ist dagegen dieses Prozedere üblich. Damit die Gäste nicht nass werden, geht der Kellner mit Flasche und Glas auch auf gehörigen Abstand. Dazu sind Frankfurter Äppelwoikneipen viel zu eng.



Ribadesella

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In Ribadesella war die schöne Indiano-Villa (Erklärung siehe unten) Rosario leider ausgebucht, doch wenige Meter weiter lag das Don Pepe, ein gutes Mittelklassehotel mit direktem Zugang zum Strand.

Nach dem Joggen am Strand begann ein typischer promenadologisch geprägter Abend in Nordspanien: Wir ziehen uns um, verlassen das Hotel gegen 19:00 Uhr, haken uns ein und spazieren entlang der Strandpromenade. Uns kommen viele Paare entgegen, bummelnd, untergehakt, die langsam untergehende Sonne genießend. Familien mit kleinen Kindern ziehen vorbei. In einem kleine Cafe an der Promenade ein kleines Cana (Bier) gegen den Durst und weiter in die Stadt. Wir schauen uns die Plätze an und lassen uns am Marktplatz in einem Cafe nieder. Frau Lisa geht noch kurz in die Kirche gegenüber, spendet eine Kerze und betet darum, dass der Wirt ein paar Oliven mit auf den Tisch stellt. Ich bestelle ein Gläschen Weißwein und da keine Oliven kommen, schaue ich drinnen, welche Tapas auf der Theke stehen. Ein paar Anchoas (Anchovis, Sardellen), Chorizo (Paprikawurst), Jamon (Schinken) und natürlich frage ich nach Oliven. Wir schauen uns beim Essen das Treiben auf dem Platz an, promenieren noch ein Stück und finden gegen 21:00 Uhr das Restaurante Rompeolas. Viel zu früh, denn vor 22:00 Uhr geht man eigentlich nicht essen. Wir bestellen 4 bis 5 Rationes wie Patatas bravas (Kartoffeln in scharfer Tomatensoße), Gambas al Ajillo (Gambas in Knoblauch in heißem Olivenöl), Boquerones (Sardinen), Piementos (Paprika aus dem Ofen) und Mejillones (Muscheln). Die Gerichte kommen hintereinander und man isst sie gemeinsam. Dazu eine Flasche Weißwein (Albarino oder Ribeiro) und in Asturien eine Flasche Sidra. Postre (Nachtisch) gibt es je nach Stimmung und dann kommt die Rechnung: meist keine 40 Euro.

Es regnet am Tage darauf kräftig. Zeit auszuschlafen, ein ausgiebiges Frühstück im Hotel und dann Richtung Gijon. Die alte Hafenstadt, die stark unter den Folgen des spanischen Bürgerkrieges zu leiden hatte, erweist sich als nett mit ihren vielen schönen Geschäften in einer munteren Altstadt und einer langen Strandpromenade. Wir lassen uns Zeit und fahren gemütlich Richtung Luarca.



Villa Argentina Cambados...

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Luarca, beschreibt der Reiseführer „als eine der reizvollsten Siedlungen an der Costa Verde“. Die Relativierung würde ich unterstreichen, denn reizvoll ist der Ort im Vergleich zu anderen sicherlich weniger. Sehr wohl lässt sich auch hier nett entlang des Hafens und am schwarzen Fluss Rio Negro spazieren. Reizvoll war allerdings das Hotel Villa la Argentina, eine sogen. Indiano-Villa. In einem gepflegten Park lag das alte Herrenhaus oberhalb der Stadt. Diese Villen gehörten nach Südamerika ausgewanderten Spaniern, die reich in ihre Heimatorte zurückkehrten und ihren Reichtum in Form dieser wunderschönen Villen zeigten. Heute sind sie vielfach zu komfortablen Hotels umgebaut. Wir kamen in eine imposante Empfangshalle, hohe Buntglasfenster schmücken die Treppenaufgänge, gefrühstückt wurde im stilvollen Wintergarten mit Blick in den Park. Unser geräumiges Zimmer mit Himmelbett war in hellblau gehalten, was genau der Farbe meines Poloshirts entsprach. Das ich das noch erleben durfte.


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Kommentare

  • Jazzmin

    Wunderbar. Da möchte ich doch gleich meine Koffer packen und auch ein Gläschen von dem Rioja vor Ort probieren oder vielleicht doch lieber einen Albarino. Der Paradoro-Bewertung kann ich nur zustimmen. Gleiche Erfahrungen sammelten wir in Andalusien. Tolle Häuser, doch die Restaurants ließen häufig einiges zu wünschen übrig.

  • emhaeu

    Schöner Bericht, macht Spass, von Nordspanien zu lesen .... ! Nur stört mich, wenn ich dann doch mal was meckern darf, dass einige geographische Bezeichnungen falsch geschrieben sind, z. B. die Cares-Schlucht und Kastilien ....

  • tfk78

    Sehr schöner Bericht. Leider habt ihr Santander etwas vernachlässigt ;) Ich habe ein Semester dort gelebt und es gibt außer den Stränden noch einiges anderes, was es in dieser Stadt zu sehen gibt. Vielleicht bei der nächsten Reise?
    Aber ansonsten sehr schön zu sehen, dass nicht nur ich mich in den schroffen Norden Spaniens verliebt habe ;)

  • mimare

    Der Bericht hat mich richtig neugierig gemacht.

  • acasadaeira (RP)

    Hallo Toni und alle anderen Geo-reisecommunity-Mitglieder. Toni deutet in seinem Artikel die Wandermöglichkeiten in der Umgebung der Abtei von Santo Estevo de Ribas de Sil an (auch Parador) und da kann ich ihm nur zustimmen. Wir wohnen ca. 6km von der Abtei entfernt am höheren Teil des Sil Canyons und die ganze Gegend ist wirklich toll zum Wandern. Hier trifft der englische Ausdruck "hill walking" bestens zu; die Region ist zwar sehr bergig aber alles nur leichte Erhebungen (max ca. 1000m). Dazu das Relief des Sil Canyons, weitläufige Täler, romanische Bauwerke und viel Grün soweit das Auge reicht. Allerdings darf man sich nicht täuschen, das galicische Binneland steht weit weniger unter dem Antlantik-Einfluss als die Küste und im Hochsommer kann das Thermometer ganz schön ansteigen; Juli und August sind hier also nicht gerade die besten Wandermonate. Wer mehr Interesse zum Wandern in der Ribeira Sacra hat, kann gerne auf mich zurück kommen für Tips und Track-downloads.

  • gesoehnchen

    Hallo ToniE,
    als begeisterter Nordspanien-Urlauber hat der Reisebericht viele positive Erinnerungen hervorgebracht. Selbstverständlich umfasst ein Reisebericht nie alle Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten, aber die Stimmungen und Eigenarten der Costa Verde wurden hervorragend beschrieben. Was wir (meine Frau und ich) noch besonders mögen, sind die wenigen deutschen Touristen in Nordspanien. Auch wir haben gute und weniger angenehme Erfahrungen mit den Paradores gemacht. Während meiner beruflich aktiven Zeit haben wir in mehreren Paradores, auch in Andalucia übernachtet. Zuletzt als Rentnerehepaar haben wir die meisten Paradores im Norden aufgesucht und in der Bar beim café con leche die Ausstrahlung der Nobelherbergen genossen.
    Urlaub in Hotels ist für uns wegen dem Hund "Socke" abgehakt. Dafür besuchen wir lieber die alten Markthallen und Supermärkte, um Fisch und Meeresfrüchte einzukaufen und dann im Ferienhaus lecker zubereiten zu können.
    Ferienhäuser in Asturien, Cantabrien, Baskenland und Katalonien zu mieten ist wie "ein zuhause" in abwechslungsreicher neuer Umgebung.
    Zum Schluss noch einige Orte, die Sie beim nächsten Spanien-Urlaub nicht vergessen sollten.
    Hondarribia an der französischen Grenze, mit dem gewaltigen und uralten Parador - den Altstadtbereich um den Parador herum - und den sagenhaften Platz mit ausgezeichnetem Restaurant vor dem Castillo de Carlos V - der Parador in Gemäuern aus dem 10.Jh.
    San Sebastian, das Weltbad der Belle Èpoche mit der exklusiven Promenade, den Jugendstil-Häusern und der pulsierenden Altstadt. Nicht zu vergessen der Hafen mit den Kneipen. San Sebastian alleine ist schon einen ganzen Urlaub wert.
    Weitere sehenswerte Orte sind Zumaia, Deba, Ondarroa und besonders
    Lekeitio. Diese Stadt - Verkehrs-Chaos inklusive - zwingt zum verweilen rund um den Hafen. Nie werden wir das Unwetter vergessen, das uns beim Abendessen überraschte. Urplötzlich stand der gesamte Innenhof knöcheltief unter Wasser. Mit Sommenschirmen wurden die Gäste, die unter Markisen verharrten ins Gasthaus abgeschleppt. Uns einzigsten Deutschen wurde von den freundliche Basken direkt ein Drink ausgegeben - und dann wurde mit dem Ehepaar stundenlang geplaudert - mit Händen und Füßen und meinem miserablen Spanisch. (Englisch konnte nur der 8-jährige Sohn)
    Laredo hatten Sie treffend beschrieben, aber Santona auf der anderen Seite der riesigen Bucht, ist völlig anders und ursprünglich.
    Schade, dass Sie Santander nicht kennen gelernt haben. Die Provinzhauptstadt bleibt Tag und Nacht unvergesslich für uns.
    Die schönsten Strände von Kantabrien liegen östlich - auf der anderen Seite der großen Bucht. Der Strand bei Somo und Loredo ist kilometerlang und wenig besucht. Die Strände von Langre und Galizano sind ein absoluter Geheimtipp.
    Ribadesella gehört zu unseren Lieblingsorten an der Küste. Etwa 5 km westlich davon liegt der Mini-Ort LaVega mit einer unverfälschten Badebucht, kleinen Restaurants, Mini-Campingplatz und vorbeiziehenden Pilgern nach Santiago de Compostella ( heiliger Apostel Jakob auf den Feld der Sterne).
    Anstatt Gijón hätten Sie sich lieber Oviedo angesehen - nicht zu vergleichen - die beiden Städte. Oviedo ist ein Traum.....
    Gerne sende ich Ihnen auch Fotos, oder einen Bericht über unseren Pyrenäen-Urlaub. Ein Ferienhaus am Embalse de Mediano bei Ainsa war 2009 unser Ziel.
    Freundliche Grüße von Gerhard S. & Barbara.

  • Bettina0204

    Lieber Toni, wir liebäugeln in diesem Jahr auch mit einer Spanien-Rundreise, danke für Deine Anregungen! Das Promenieren vor dem Abendessen ist auch so eine Angewohnheit in Italien :-)
    Liebe Grüße, Bettina

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  • Blula

    Ich freue mich, dass ich diesen wunderschönen Bericht von Dir heute auf der Titelleiste entdeckt habe. Hätte was versäumt, wenn ich ihn nicht gelesen hätte.
    Sehr gut!
    LG Ursula

  • matulr

    Vielen Dank für diesen schönen und informativen Einblick in die Welt der Paradores und herzlichen Glückwunsch zur Veröffentlichung auf der Titelleiste!
    LG ULI

  • Wilfried_S.

    Spanien, wie man es unbedingt kennenlernen sollte. Die vielen Touristen, die nur die Strände im Süden kennen und kaum einmal ins Hinterland kommen, sind richig zu bedauern.
    Deine Meinung zu den Paradores kann ich nur bestätigen. Eine Übernachtung in den (meist) historischen Gemäuern ist fast immer ein Erlebnis (das natürlich auch seinen Preis hat), das Essen bzw. das Preis-Leistungsverhältnis der Restaurants ist aber noch stark verbesserungswürdig.
    lg Wilfried

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