Ein Geschenk der Götter an die Thais

Reisebericht

Ein Geschenk der Götter an die Thais

Reisebericht: Ein Geschenk der Götter an die Thais

Für Naturfreunde sehr zu empfehlen. Organisierte Reisen gibt es von Phuket,
Ko Samui und Kao Lac. Hier können Sie auch in einem Baumhotel wohnen.

Bootstour auf dem Stausee in Kao Sok



Thailands Schatzkammer: Der älteste Regenwald der Erde

Thailands ältester immergrüner Regenwald heißt Khao Sok und ist der bunteste Dschungelwald Ostasiens. Von den 70 Nationalparks ist Khao Sok der größte im Königreich Thailand.

Früh am Morgen starteten wir zu der botanischen wie zoologischem Schatzkammer, nur drei Autostunden von Phuket entfernt.

Dunst lag noch über den höchsten Bergen von Phuket, als wir die vor uns liegende Strecke von 210 km antraten. Die Sonne kam langsam hervor, ging rotglühend auf unter der Sarasinbrücke, die Thailands größte und reichste Insel Phuket mit dem Festland verbinde; sie brach durch mit ihren wärmenden Strahlen. Dank Automatik und Klimaanlage wurde die Autofahrt jedoch zu einem äußerst angenehmen Reisevergnügen.

Die Bergwelt unterwegs von Phang Nga war wunderschön anzusehen und die gut ausgebauten Straßen erstaunten uns sehr. Auf einer Bergkuppe hinter der Einfahrt zum Rachabrapha-See liegt der Nationalpark Khao Sok. Auf einer Anhöhe gewannen wir einen ersten Eindruck von der Größe des Stausees und wurden hier gleichzeitig zur Kasse gebeten: 200 Baht Eintrittsgeld verlangte die Parkverwaltung für die Besichtigung.

Junge Zwischenhändler am Ufer des Sees, die kaum Englisch sprachen, boten uns für 3000 Baht (ca. 65 €) auf dem Rachabrapha-See eine Übernachtung im schwimmenden Hotel inklusive einer dreistündigen Bootsfahrt mit den traditionellen Longtail-Boot an. Wir entschieden uns nach kurzer Verhandlung nur für die Bootstour, die mit 1200 Baht berechnet wurde.

Rotblühende Feuerbäume, die in unterschiedlichen Rot- und Gelbtönen der Baumblätter hervorstechen, sind in Südostasien sehr selten zu sehen – sie bieten jedem Naturfreund einen Augenschmaus. Die Blütezeit der farbenprächtigen Bäume liegt in den Monaten Januar und Februar. Die riesigen bewachsenen Kalksteinberge im Park sind mit ihrer unterschiedlichen Pflanzenwelt einmalig in Thailand; der höchste Berg ist knapp eintausend Meter hoch. Erstaunt ist der Besucher über die Tatsache, wie ohne viel Erde, eigentlich nur aus gelb-weißem Gestein, so eine vielfältige Vegetation entstehen kann. Man sieht die in ihren Dicken unterschiedlichen Baumwurzeln in den Kalksteinritzen nach Nahrung und Wasser suchen; manche Wurzeln kriechen in den See hinein und tilgen dort ihr feuchtes Verlangen. Viele Baumarten am Seeufer benötigen zum Leben nur wenig Regenwasser, sie haben sich der steinigen Umgebung angepasst. Dazu gehört interessanterweise auch die hier heimische Palmenart Mayburretia-Furtadoana.

Die über hundert Inseln im See sind teils undurchdringlich bewachsen, obwohl hier kaum Erde zu sehen war. Doch für die stetig wachsende Vegetation gibt es eine einfache Erklärung: der Khao Sok Park wird sowohl vom Sommer- als auch vom Wintermonsun heimgesucht und die Regenzeit dauert von Mai bis November. Trocken ist es lediglich von Januar bis Ende April. In dieser Zeit wird der Besuch des Nationalparks auch von Phuket und Ko Samui aus angeboten.

Der im Jahre 1982 gebaute Staudamm veränderte das biologische Gleichgewicht am Ufer, so dass der Wasserspiegel inzwischen zwanzig Meter höher ist. Zahllose abgestorbene Baumstämme ragen wie Totempfähle aus dem Wasser heraus; einige sind sogar weiß angestrichen.

Im klaren Seewasser sind einige Fischarten zu entdecken, zum Beispiel die Rotflossen-Barsche, die ganz wild auf getrockneten Mais sind. In der Mitte des 165 qkm großen Rachabrapha-Sees wurde eine Tiefe von über dreihundert Meter gemessen. Die am Ufer und im See liegenden Bambushotels bestehen nur aus einfachen Matratzen und einem Moskitonetz bzw. einem Fenster mit Moskitodraht, doch auch auf dem See hatten wir keine Moskitoprobleme.

Das schwimmende Nang Pai Hotel (4 € die Übernachtung) ist nur mit einer dreistündigen Bootsfahrt erreichbar; durch den aus Bambusrohren gefertigten und deshalb wackeligen Fußboden sah und hörte man das Seewasser. Die Dusche fand durch Sprung in das warme, saubere Süßwasser des Sees statt. Der frische Seefisch mit Knoblauch ist sehr zu empfehlen; er schmeckte köstlich und kostete 3 €.

Der zweite Parkeingang liegt 60 km näher zu Phuket, jedoch 7 km vom See entfernt. Hier ist der Zugang zur eigentlichen botanischen und zoologischen Schatzkammer des mit 160 Millionen Jahren ältesten Regenwaldes der Erde. Vereinzelt streichen hier Leoparden, Gibbons und sogar Tiger durch das teilweise undurchdringliche Dickicht. Doch hier muss geduldig gewartet werden bis sich die scheuen Tiere in die Nähe eines Tarnzeltes trauen; oft sind mehrere Tage erforderlich. Obendrein gibt es Horden kleinerer Tiere mit guten Tarnfarben, wie Reptilien Echsen und Schlangen, die - weil sie zu langsam sind - auf ihrem Platz bleiben und auf ihre Tarnfarbe vertrauen. Vor diesem Parkeingang befinden sich mehrere Hotelanlagen unterschiedlicher Größe, darunter kleine sehr schön eingerichtete Zimmer, die in den Bäumen gebaut wurden > info@seacanoe.net< (8-10 €/ Nacht, Stand Januar 2007). Doch die modernste und auch schönste Hotelanlage liegt versteckt an einem Fluss (von der Hauptstasse kurz vor dem Schlagbaum rechts abbiegen). Hier ist es möglich, zwischen hungrigen, frechen und lauten Affen zu Baden. Die Affen haben keine Probleme mit vokaler Schüchternheit und es gibt regelmäßig etwas worüber geschrieen werden muss, wenn man ein Affe ist.

Es gibt Trekkingtouren auf Elefanten sowie Wandertouren zu einigen Wasserfällen; z.B. sind es zu dem Sip-et-Chan-Wasserfall ca. 4 Stunden zu Fuß. Die Feuchtigkeit ist sehr hoch, umso erfrischender ist ein Bad unter dem Wasserfall. Unterwegs weisen Schilder den Weg zur größten rotblühenden Blüte der Welt, der ' Rafflesia ', einer Lianenblüte, die nur in der Regenzeit im Juni/Juli blüht und einen Durchmesser von 80 cm erreichen kann.

Der erste Parkeingang zum Dschungel befindet sich 50 km vor der Küste des Andamanenmeer entfernt und wird auch von Kao Lac angeboten.

Text und Fotos Manfred Sobottka Copyright by: sobomann@web.de
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BU`s

Auf dem See im National Park gibt es über hundert kleine und große Inseln.Viele Pflanzenarten erreichen hier gigantische Ausmasse.

Um ein solches Foto von einem Tiger anzufertigen muss man in einem Tarnzelt im Dschungel mehrere Tage mit Hilfe eines Köders warten.


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Kommentare

  • INTERTOURIST

    Was für eine Landschaft!
    Was für ein Tipp!
    Das ist wohl einer der letzten "hidden places", die man unbedingt mal gesehen haben sollte.

    vg Jörg

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Ein Geschenk der Götter an die Thais 4.07 14

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