Südafrika: Kapstadt/Cape Town/Kap der Guten Hoffnung

Reisebericht

Südafrika: Kapstadt/Cape Town/Kap der Guten Hoffnung

Reisebericht: Südafrika: Kapstadt/Cape Town/Kap der Guten Hoffnung

Kapstadt - eine multikulturelle Stadt am Fusse des Tafelberges.
Kap der Guten Hoffnung - ein Muss

Weitere Bilder und Berichte unter www.rboeschenstein.de

Kap der Guten Hoffnung/Kapstadt

Die ca. 40 km von Stellenbosch bis Kapstadt fuhren wir auf der R 44 zurück bis zur N2, auf dieser Strasse dann bis in die Stadt. Und hier haben wir uns verfahren – die M 3 in der falschen Richtung genommen. Als die Häuser immer einfacher wurden und auch schon die ersten Hütten zu sehen waren drehten wir um. Auf dem Pannenstreifen studierten wir noch einmal die Karte, als ein Lieferwagen neben uns anhielt und ein fast zahnloser Schwarzer sich nach unseren Problemen erkundigte. „Ja wir wären hier völlig in der falschen Gegend, wir sollten jetzt einfach hinter ihm herfahren“. Der gute Mann lotste uns während 15 Minuten bis vor unser Gästehaus in der „Oranjezicht“. Eine solche Hilfsbereitschaft – und doch reden die Medien immer nur von der Kriminalität.

Unser Gästehaus, THE TAFELBERG GUEST HOUSE liegt direkt am Fuße des Tafelberges mit einer Aussicht über Kapstadt. Das Haus wird von einem holländischen Ehepaar geführt.

Obschon strahlender Sonnenschein – heftiger Südostwind, der „Cape Doctor“, verunmöglichte eine Fahrt auf den Tafelberg. Dafür konnten wir zwischendurch das bekannt „Tischtuch“ – ein Wolkenspiel über den Tafelberg sehen.

Einen „Sundowner“ auf der Terrasse, erleben wie die Stadt in der untergehenden Abendsonne leuchten und mit dem Taxi (ZAR 75.--) zum Nachtessen an die „WATERFRONT“. Da aber mussten wir lange für einen freien Platz suchen. Ohne Vorbestellung hat man kaum Chancen. Wir fanden schlussendlich in einem Jazz Lokal eine letzte Möglichkeit. Die Musik war Top – das Essen leider weniger.

Pünktlich um 09.00 Uhr wurden wir am nächsten Morgen von Gudrun abgeholt. Bestellt als Privat-Guide für zwei Tage. Da immer noch starker Wind blies, entschlossen wir uns erst für die Fahrt zum Kap. Wieder mit dem Mercedes Bus, nur meine Gattin und ich, fuhren wir über „Kloof Nek“ zum Victoria Drive. Auf der einen Seite die „Twelve Apostles“, ein Ausläufer des Tafelberges, auf der andern Seite das Meer. Weiter führt die Strasse, auch schon mal vorbei an armseligen Hütten, nach „Hout Bay“. Einer der schönsten Strecken-Abschnitte ist zweifellos der CHAPMAN’S PEAK DRIVE. 1915 wurde diese Strasse 150 m über Meer in den Fels gesprengt. Nach Noordhoek verlässt die Strasse kurz die Küste, führt über Sunnydale, bis sie bei Kommetjie wieder dem Meer entlang läuft. In Scarborough sahen wir die Resultate einer frevlerischen Tat. Noch konnte man den Brandgeruch riechen. Riesig sind die Schäden an der Natur und an Sachwerten. Trotz drakonischen Strafen – bis 20 Jahre Gefängnis! – begegnet man immer wieder solch böswilligen Brandstiftungen. In diesem Falle sitzt der Täter bereits ein.

Durch den 7750 ha großen Naturpark CAPE OF GOOD HOPE NATURE RESERVE mit einer reichen, grünen Busch-Vegetation, den „Fynbos“. Mit einigem Glück sind Zebras, Antilopen, Strauße und andere Wildtiere zu sehen. Acht geben muss man auf die recht frechen Paviane. Nach dem Buffelsfontein Visitor Centre führte die Tour zum Kreuz von Vasco da Gama. Leider nicht das Original, dieses ist etwas kleiner und befindet sich in einem Museum. Bis jetzt begegneten wir sehr wenigen Touristen, was sich aber am obligatorischen Besucher-Magnet CAPE OF GOOD HOPE und dem etwas westlicher liegenden CAPE POINT – oder auch CAPE DIAZ genannt – merklich änderte.

Am Kap der guten Hoffnung hat es mächtig geblasen. Mit bis zu 8 bft. fegte der Wind über das Wasser und die Gischt flog uns richtig ins Gesicht.

Das Cape Point, ein riesiger Fels, erhebt sich fast senkrecht 238 m aus dem Meer. Vom Parkplatz fährt ein Schräg-Aufzug bis knapp unterhalb des Leuchturmes. Das letzte Stück führt über einen steilen Weg mit einigen Treppen, hinauf zum Leuchtfeuer. Dieses ist jedoch wegen falscher Position nicht mehr in Betrieb. Auch wenn es uns fast weg blies, die Aussicht hier oben war überwältigend.

Eine amüsante Affen-Geschichte: Bei der Anfahrt zum Parkplatz beobachteten wir bereits ein Pavian-Männchen – ein seltener Einzelgänger – das ebenfalls in unserer Richtung lief. Oben sahen wir dann wie dieser Pavian zielgerichtet über den Parkplatz auf den offen stehenden Kiosk zusteuerte. Hinein und keine 30 Sekunden später flüchtete er, den Mund und eine Hand voll geklauter Brötchen, Eiscreams und anderer Süßigkeiten. Als der Kiosk-Inhaber reagierte, war es schon zu spät. Den Pavian sahen wir dann in einem Busch seine Beute genüsslich verzehren.

Wieder zurück durch den Natur Park nach Smitswinkel. Ab hier windet sich die Strasse wieder entlang der Küste. Dieses mal auf der Seite der FALSE BAY. In THE BOLDERS besuchten wir die PENGUIN COLONY.

Um 1910 gab es von diesen niedlichen Tieren noch eine Population von ca. 1,5 Millionen. Heute sind es noch etwa 10% davon. Unkontrollierter Eierraub – die gehörten in vielen Familien zum Speiseplan, dazu die Jagd der natürlichen Feinde, Haie, Orcas und Robben, aber auch Katzen und Hunde dezimierten die Kolonie dieser Schwimmvögel. 1982 siedelte man in „The Bolders“ ein Pärchen der bedrohten Tiere an, bis heute vermehrten sie sich in dem geschützten Revier auf über 3000 Exemplare.

Die Pinguine sind scheinbar den Rummel um sie gewohnt und verhalten sich ohne Scheu. Auf Holzstegen kommt man bis auf wenige Zentimeter an die Tiere heran. (Achtung – mit ihren starken Schnäbeln können sie scherzhafte Bisse austeilen). An diesem Tag passierten wir die Stege rückwärts gehend, der starke Wind blies uns den Sand wie ein Sandstrahlgebläse ins Gesicht.

Nur knapp einen Kilometer sind es bis SIMONS TOWN, dem Marinestützpunkt am Kap. Einen kurzen Besuch in der „Quayside“, einer kleinen Einkaufsmeile. Das Straßenbild der kleinen Stadt prägen Häuser im viktorianischen Baustil. Ein gemütlicher Ort und es hatte zudem wenig Touristen. Leider sahen wir hier bereits wieder Lösch-Helikopter fliegen, was abermals einen Waldbrand bedeutete.

An der Shelley Beach legten wir den etwas verspäteten Lunchstopp ein. Im windgeschützten Restaurantgarten, direkt am Wasser, genossen wir Austern und ein gutes Glas Savignon-Blanc. Nach dem Essen noch ein Besuch in einer kleinen Schmuckfabrik, bevor es dann, an Muizenberg vorbei, Richtung unserem Gästehaus ging. Um 18.00 Uhr waren wir wieder zu Hause. Eine gut 9 stündige erlebnisreiche Excursion! Niemals hätten wir das so mit einem Touristenbus erleben können. Diesen wundervollen Tag schlossen wir mit einem ebenso wundervollen Dinner im Restaurant ROZENHOF an der Kloof Street.



Kapstadt


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