Rund ums Schwarze Meer mit dem Allrad-Lkw - Teil 2 mit Georgien, Russland und die Ukraine (Krim)

Reisebericht

Rund ums Schwarze Meer mit dem Allrad-Lkw - Teil 2 mit Georgien, Russland und die Ukraine (Krim)

Reisebericht: Rund ums Schwarze Meer mit dem Allrad-Lkw - Teil 2 mit Georgien, Russland und die Ukraine (Krim)

Insgesamt hatten wir 100 Tage on Tour. Zum Ende des ersten Teils, der uns von Odessa durch Rumänien, Bulgarien und den größten Teil der Türkei führte, hatten wir endlich die Ursache für die Probleme unseres Wohnmobils gefunden. Eine winzige Menge „Schmodder“ im zusätzlich eingebauten Öl-Wasser-Abscheider der Luftdruckanlage hat den Ausgang zum Druckregler verstopft. Also suchte sich der Luftdruck

Ost-Türkei mit dem bergischen Hinterland und ruhige Tage in Arhavi

Türkei - Kackar-Gebirge

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Wir wandern einige Tage im Kackar-Gebirge nahe der Schwarzmeer-Küste. Gletscher und Schnee in den höheren Lagen sind auch im Sommer zu sehen. Der höchste Punkt liegt fast vier 4.000 Meter hoch. Das Dorf Ayder ist Ausgangspunkt für die Touren. Bis hierhin gibt es eine Asphaltstraße. An Sonntagen ist der Ort ein beliebter Ausflugsort. Die große Bergwiese ist voller Menschen, die sitzen, tanzen und natürlich grillen. Aber auch oberhalb von Ayder wird jede Möglichkeit am Rand des steilen, nicht mehr asphaltierten Weges genutzt, um zu picknicken. Wir finden direkt am Gebirgsfluss ein traumhaftes Plätzchen und sind schnell von Wolken umhüllt, aber am Morgen weckt uns strahlender Sonnenschein. Wanderschuhe an. Vier Tage sieht unser Programm wie folgt aus: Wir laufen die Piste weiter hoch, genießen die Landschaft und suchen uns am Ende unseres Trips zu Fuß einen Platz, wo wir später mit dem Wohnmobil übernachten. Am nächsten Tag starten wir von weiter oben. Am letzten Tag laufen wir zu einem Bergsee hoch. Auf 2.700 Metern Höhe ist ein sehr klarer, aber auch sehr kalter See. Das Kackar-Gebirge überzeugt uns durch schöne Aussichten auf die schneebedeckten Berge und in die Täler, das Rauschen der vielen Gebirgsbäche begleitet uns stetig und die farbenfrohe Flora deckt beinahe die gesamte Farbpalette ab. Entspannung für die müden Muskeln kann man anschließend in den heißen Quellen von Ayder finden.
Und dann bleiben wir wirklich mal an einem Ort hängen – so wie wir es uns schon während unserer Afrika-Reise gewünscht hatten. Wir suchen einen Übernachtungsplatz für eine Nacht und bleiben schließlich vier Tage auf der kleinen Mole im Fischereihafen von Arhavi. Die alten Fischerhäuser werden als Ferienhäuser genutzt. Dort, wo früher die Boote lagerten, ist heute die Küche, im ersten Stock gibt es einen weiteren Wohn- und Schlafplatz. Ein türkisches Paar, das über 20 Jahre in der Schweiz gelebt hat, erlaubt uns, uns auf die Mole zu stellen. Aus einer Nacht werden vier. Der Platz ist einfach schön. Wir genießen den Blick auf die Fischerhäuser, den Hafen und die Berge. Dazu sind die Menschen sehr nett und wir sind bald ins Gemeinschaftsleben integriert. Wir schauen gemeinsam Fußball-WM, fahren Boot und unterhalten uns bei vielen Tees und manchem Bier auf Deutsch und Englisch.



Kurzer Ausflug nach Georgien

Batumi - Uferpromenade

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Von Arhavi fahren wir weiter nach Georgien. Wir wollen herauszufinden, ob es eine Fähre von Batumi oder Poti nach Sotschi in Russland gibt. Denn eine Überschreitung der Landgrenze zwischen Russland und Georgien ist aufgrund des Abchasien- und Südossetien-Konfliktes für Ausländer derzeit nicht möglich. Nach den Internetrecherchen sind wir nicht zu optimistisch, aber wir wollen es selbst vor Ort erkunden und wenigstens einen kleinen Eindruck von Georgien bekommen.
Die Stadt Batumi mit dem größten Hafen Georgiens enttäuscht bis schockiert uns zunächst. Es gibt zahlreiche Wechselstuben, Spielhallen und bettelnde Menschen. Die laut Reiseführer nette Altstadt wirkt aufgrund ihrer rudimentären Straßen ohne Gehwege, aber mit riesigen Pfützen alles andere als einladend. Auffallend ist die hohe Zahl teurer Autos im Kontrast zum sonst eher ärmlichen Eindruck. Später stellen wir fest, dass hier umfangreiche Arbeiten im Gange sind und entdecken beim Bummel nette Plätzchen und wieder schön hergerichtete Straßenzüge auch an der Strandpromenade.
Eine Schiffsverbindung von Batumi nach Sotschi für Fahrzeuge gibt es nicht. Wir erkundigen uns auch noch im nächsten Hafenort Poti. Hier gibt es zwar eine Frachtfähre, die uns aber weder von den Zeiten noch vom Zielort Novorossijsk passt. Also beenden wir unseren Georgien-Aufenthalt wieder. Zwar gibt es durchaus interessante Ziele im Kleinen wie Großen Kaukasus, aber dann würde uns diese Zeit für Russland und die Krim fehlen. Schließlich ist die Umrundung des Schwarzen Meeres unser Ziel.



Noch kurz wieder in der Türkei, dann Schiffspassage nach Russland

Schiffspassage von der Türkei...

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Wir reisen wieder in die Türkei ein und verbringen bis zur Gültigkeit unseres Russland-Visums noch einige Tage in den Soganli-Bergen. Der Lonely Planet verspricht für den Ort Uzungöl „Swiss-style forested mountains“. So sieht es in der Tat aus, nur dass es neben den vielen Holzhäusern auch eine Moschee gibt und auffallend viele voll verschleierte Frauen herumlaufen. Die Gegend ist nämlich ein beliebtes Reiseziel für Menschen aus den Golf-Staaten.
Zwei Tage vor unserem Wunsch-Abfahrtstermin mit der Fähre sind wir wieder in Trabzon und buchen direkt bei einer Reiseagentur am Hafen die Fährpassage. Die Formalitäten bei der Ausreise halten sich in Grenzen und sind nicht mit dem Aufwand bei der Verschiffung über den Nasser-Stausee oder über das Mittelmeer vergleichbar. Mit großer Freude vernehmen wir, dass GeU nicht im dunklen, muffigen Frachtraum der „Lider Avrasya“ geparkt werden muss, sondern über die Rampe auf das Oberdeck fahren kann. Das ermöglicht uns das Schlafen und Essen in unserem Auto – ist doch angenehmer. Nach den schwül-warmen Tagen in Trabzon genießen wir bei der Fährfahrt die frische Seeluft, auch wenn es warm bleibt. Kühler als 28 Grad wird es auch nicht in der Nacht an Deck.
Unsere Einreise nach Russland erfolgt auch unkomplizierter als gedacht. Beim Ausfüllen der zahlreichen Formulare ist uns ein Russe behilflich, der passables Englisch spricht. So recht erfahren wir nicht, woher er kommt, vermuten aber, dass die Schiffsagentur bzw. die Reederei ihn beauftragt hat. Von uns will keiner Geld – nach Afrika eine neue Erfahrung. Als Arthur GeU vom Schiff fährt, sorgt das bei den Mitarbeitern der Grenzstation für Begeisterung. „IFA – very good“ und „We love it”, erklärt mir der Zöllner. Der ostdeutsche IFA ist in Russland bekannt. Die Fahrzeugkontrolle ist kurz und wird mehr aus Neugierde gemacht.



Sotchi - Urlaubs- und Kurort an der russischen Schwarzmeer-Küste

Sotchi

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Wir sind somit im Zentrum von Sotschi, dem Urlaubs- und Kurort an der russischen Schwarzmeer-Küste. Die Stadt zieht seit jeher aufgrund der vielen Sonnenstunden und des subtropischen Klimas zahlreiche Urlauber an. Es gibt zwar viele Hotels in Sotschi, aber laut Reiseführer keine Campingplätze. Nach drei Tagen glauben wir es: Wer in Sotschi Urlaub macht, zeltet nicht. So suchen wir uns Abend für Abend südlich der Stadt auf Seitenstraßen Übernachtungsplätze und erzeugen keine Aufmerksamkeit.
Wir sind nur unsicher, ob wir uns registrieren müssen. So steht es in allen Reiseführern, auch wenn der Zöllner meint, nun sei alles erledigt. Wir recherchieren im Internet, um keine Probleme zu bekommen, wenn unsere bei der Einreise erhaltene Karte keine Registrierstempel enthält. Was wir herausfinden, ist die Verpflichtung der Gastgeber, alleine oder mit den Gästen zu einem Postamt zu gehen. Da wir nicht vorhaben, Gastgeber zu haben, sondern „wilde“ Übernachtungsplätze vorziehen, ist das Thema für uns durch. Bei der Ausreise werden wir in der Tat auf die Registrierstempel angesprochen. Nachdem ein Englisch sprechender Immigrationsbeamter herbeigerufen worden ist, erzählen wir ihm unsere Sicht der Dinge. Es ist in Ordnung.
Doch zurück zu Sotschi: Die Orientierung ist alles andere als einfach. Die Straßen sind für den massiven Verkehr nicht mehr gerüstet. Wir stehen viel im Stau. Dazu gibt es diverse Einbahnstraßen, für uns willkürlich erscheinende polizeiliche Umleitungen und eine Beschilderung, die für uns nicht immer verständlich ist, was nicht nur an der kyrillischen Schrift liegt. So irren wir immer wieder ein wenig umher und nennen das nun positiv „Erweiterung unserer Ortskenntnisse“. Unser Track im GPS sieht entsprechend beeindruckend aus. Wir bummeln durch die Stadt und an der Strandpromenade, genießen das Dendrarium, einen botanischen Garten, und wandern in den Ausläufern des Kaukasus.



Die russische Schwarzmeerküste mit diversen Offraod-Aktivitäten

Lkw im Sache-Tal

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Die Küstenstraße mit ihren zwei Spuren und ihren vielen Kurven in den Hügeln der Kaukasus-Ausläufer ist dem Verkehrsaufkommen auch nicht mehr gewachsen. Umgehungsstraßen gibt es nicht, wir fahren durch jeden Küstenort. Entsprechend mühselig ist das Vorankommen. Die gesamte russische Schwarzmeer-Küste ist von Badegästen bevölkert. Ort an Ort reiht sich aneinander und wenn es unbesiedelte Uferbereiche gibt, dann haben Camper mit Zelten die Flächen für sich eingenommen. Die Strände sind ebenfalls mehr als voll.
Als wir im Reiseführer die Infos über das Sache-Tal gelesen haben, wo ein geländegängiges Fahrzeug benötigt wird, ist klar: Da müssen wir hin. Hauptattraktion sollen die 33 Wasserfälle sein, die zur Hauptreisezeit im Juli und August vor Andrang kaum zu sehen sein sollen und kaum Wasser führen. Dennoch werden sie massenhaft besucht. Uns reizt vor allem die Fahrt ins Tal – wie so viele. Wir verlassen beim Ort Golovinka die Hauptstraße, fahren noch etliche Kilometer, bis die Straße endet. Offroad geht es weiter.
Alte russische Lkws und Jeeps machen es uns vor und bringen die Touristen zu den Wasserfällen. Die Gäste sitzen eng gequetscht auf den drei Sitzbänken auf der Lkw-Ladefläche. Mit zügigem Tempo geht es durch das Flussbett. Die Menschen quietschen, das Wasser spritzt. Wir fahren, da wir den Untergrund und die Tiefe nicht kennen, vorsichtiger, haben aber auch unseren Spaß. Die Wassertiefe von etwas mehr als einem Meter macht GeU keine Probleme. Da wissen wir doch, warum wir ihn haben. Auf einem Stück Rasen mitten im ebenfalls sehr grünen Tal direkt am Flusslauf bleiben wir stehen, legen einen Pausentag ein und beobachten und filmen die Offroadfahrer.
In Nebug stellen wir uns auf einen Campingplatz und erzeugen auch hier erstaunlich wenig Aufmerksamkeit. Beim abendlichen Grillen werden wir jedoch mehrfach von Russen angesprochen, die ihren Militärdienst in der DDR verbracht haben und somit auch den IFA kennen. Für ein Mehr an Kommunikation reichen leider die gegenseitigen Sprachkenntnisse nicht. Nur ein Paar spricht uns beim Bummel auf der Promenade an (übrigens das einzige Mal während unseres Russland-Aufenthaltes) und fragt mehr als erstaunt, warum wir in Russland Urlaub machen. Sie können unsere Wahl nicht verstehen.
In Nebug geht Arthur tauchen. Sein „Buddy“ ist Christina. Die Russin ist Padi-Tauchmasterin und will demnächst in Thailand unterrichten. Aus diesem Grund hat sie sich selbst Englisch und Tauch-Englisch beigebracht und ist hocherfreut, es mit Arthur auszuprobieren. Am Hafen von Tuapse tauchen sie zu einem Wrack.
Auf unserem weiteren Weg Richtung Nordwesten verändert sich die Landschaft relativ schnell. Die Ausläufer des Kaukasus-Gebirges enden. Die bergige Landschaft geht über in eine wellige Landschaft mit deutlich offenerer Vegetation mit Melonenfeldern, Obstbäume und Weinreben. Nördlich von Anapa gibt es wieder ein Gebiet mit vielen Haffs und Nehrungen. Auf der Nehrung des Kiziltashskiy-Haffes wollen wir vor dem Grenzübertritt in die Ukraine per Schiff einen Pausentag einlegen. Hinter dem Dorf Blagoveshchenskaya gibt es auf der Nehrung eine Art wilden Campingplatz. Es gibt zwar keine sanitären Einrichtungen, aber eine Müllentsorgung. Hier bleiben wir dann länger als erwartet – allerdings verlagern wir uns einmal um genau 643 Meter. Wir wollen ans Ende der Nehrung fahren. Der gut ausgefahrene Sandweg hat diverse „Wasserlöcher“. Die ersten umfahren wir. Aber mit unserem Allradfahrzeug könnten wir sie auch durchfahren, sie sind nicht tief. Doch dann rumst es plötzlich gewaltig und wir stehen schräg im Wasserloch. Ein Reifen ist tief im Wasserloch versunken. Wir kommen zwar ohne Probleme mit eigener Kraft aus dem Loch heraus. Dabei verlieren wir unsere vordere Stoßstange und überrollen sie. Wir steigen aus und retten zunächst unsere am Rande des Wasserlochs liegende Stoßstange. Erst danach bemerken wir unser eigentliches Problem. Aus dem Kühler läuft Wasser. Außerdem ist das Rohr aus Aludruckguss für das Kühlwasser am Motor abgerissen. Das ist alles gar nicht gut und beendet unsere Fahrt an Ort und Stelle. Wir rollen lediglich noch bis zum Wegesrand, um den Weg nicht dauerhaft mit unserem Ungetüm zu blockieren und stehen nun direkt am Haff.
Zunächst erkunden wir das Loch, das uns zum Verhängnis wurde. Mit unseren Wanderstöcken stochern wir im wirklich nicht tiefen Loch herum. Aber es gibt eine Ausnahme, die so breit wie unser Reifen ist und vor allem so tief, dass wir das Rad in dem knapp einen Meter tiefen Wasser versenken konnten. Das hat im gesamten Fahrzeug zu entsprechenden Kräften und Schäden geführt. Auch die hintere Stoßstange hat beim Rausfahren noch einen kräftigen Schlag bekommen.
Doch das Hauptproblem ist der ziemlich verbeulte und leckende Kühler sowie das abgerissene Rohr für den Kühlwasserkreislauf. Während Arthur noch die Schäden sichtet und die kaputten Teile ausbaut, haben hilfsbereite Russen einen Deutsch sprechenden Freund angerufen, der Arthur eine Werkstatt im 40 Kilometer entfernten Anapa nennt. Passend kommt ein Taxi vorbei, in das Arthur mit dem ausgebauten Kühler einsteigt.
Ich bleibe bei GeU und bekomme bald beste Unterhaltung, die GeUs Ehre rettet. Ein Landrover Defender will auch wie wir durch das Loch fahren. Die meisten fahren nämlich ganz vorsichtig am Rand vorbei, weil sie vielleicht am Eingang zu diesem Naturcampingplatz einen Tipp bekommen haben? Wir wissen es nicht! Jedenfalls trifft der Defender auch die tiefste Stelle. Da hängt er nun und kommt alleine nicht mehr heraus! Am Ende benötigt es eineinhalb Stunden und vier verschiedene Rettungsfahrzeuge mit vielen Rettungsanläufen, bis er wieder frei ist. Dazu sind Auto, Fahrer und Beifahrer fast komplett mit Schlamm bedeckt.
Arthurs Taxifahrer holt zunächst seine Oma dazu, denn die hat einige Jahre in Brandenburg gelebt und soll als Übersetzerin tätig werden. Sie sorgt auch dafür, dass ihr Enkel mehr als gut bezahlt wird. Aber mit ihr ist es in den Werkstätten einfacher. Über Nacht werden Kühler und das Aludruckgussteil repariert. Am nächsten Tag bauen wir alles wieder zusammen und weiter geht es. Erfahrungen dieser Art gehören auch dazu.



Die letzten Tage in Russland mit Schlammvulkan sowie Einreise in die Ukraine

Schlammvulkan in Za Rodinu

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Letztes Ziel in Russland sind die Schlammvulkane im Ort Za Rodinu direkt am Asowschen Meer. Diese sind inzwischen erschlossener als im Reiseführer beschrieben. Statt der primitiven Kabinen gibt es große Umkleideräume mit Süßwasserduschen. Der Parkplatz ist vergrößert und der Eintritt inzwischen deutlich höher. In Badebekleidung gehen wir zum „Schlammloch“. Es hat einen Durchmesser von circa 15 Metern und ist von einem Steg umbaut, von dem man in den Schlamm hinunterklettert. Und dann hängt man im warmen, grauen Schlamm. Untergehen ist unmöglich. Ein beeindruckendes Erlebnis. Anschließend läuft man den kurzen Weg bis zum Asowschen Meer, um den Schlamm abzuwaschen. Die Haut ist nach der Schlammpackung sehr sauber und riecht etwas nach Schwefel. Dem Schlamm werden unterschiedliche Heilungskräfte nachgesagt.
„Das ist ja ein Haus!“ Mit diesen Worten werden wir nach einer halbstündigen Fährfahrt über die Straße von Kerch von einem ukrainischen Grenzbeamten begrüßt. Im Gegensatz zur ersten Einreise in die Ukraine kommen wir schnell und unproblematisch ins Land. Über das Papier, das bei der ersten Einreise unbedingt benötigt wurde, spricht hier keiner.



Die Krim - viel zu sehen

Krim - Küste bei Feodosiya

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Wir sind auf der Halbinsel Krim und erstaunt, wie plötzlich sich die Krim erhebt. Von Kerch kommend ist die Landschaft zunächst weitgehend flach. Kurz hinter Feodosiya fangen die Hügel an, die bis zu 1.500 Meter hoch werden, aber auch nur maximal 50 Kilometer ins Land gehen. Der nördliche Teil der Krim besteht dann wieder aus weitgehend flacher Steppe. Im Gegensatz zur russischen Schwarzmeer-Küste ist das Klima hier trockener, die Vegetation spärlicher. Dazu kommt der Weinanbau, der allerdings künstlich bewässert wird. An manchen Stellen, vor allem wenn Zypressen am Wegesrand stehen, erinnert uns die Landschaft an die Toskana.
Aus Russland kennen wir schon „übervölkerte“ Strände und glauben kaum an eine Steigerungsmöglichkeit. Die Badegäste auf der Krim treten den Gegenbeweis an. In Feodosiya, im ersten der vielen von uns besuchten Strandbäder, ist der Strand brachial voll. Die Menschen liegen so dicht aneinander, dass man keinen Fuß zwischen den ausgebreiteten Badehandtüchern setzen kann. Dabei ist der Strand mit seinen großen Kieselsteinen unserer Meinung nach gar nicht so einladend.
Die Krim hat touristisch ausgesprochen viel zu bieten. Dazu gehören Festungen und Paläste aus unterschiedlichen Zeiten, die U-Boot-Bunker in Balaklava und zahlreiche Weingüter mit Verkostungsmöglichkeiten (Am besten direkt mit dem Wohnmobil davor parken!). Es gibt interessante kleine Orte und die Städte Jalta und Sevastopol mit dem Heimathafen der russischen Schwarzmeerflotte. Das Krim-Gebirge bietet sich ebenso wie die Gebiete um die Felsenstädte für Wanderungen an. Allerdings ist es im August ziemlich heiß auf der Krim. Wir zockeln zwei Wochen gemütlich der Küstenstraße entlang, besichtigen tagsüber das eine oder andere und ziehen uns dann an den Abenden in die ruhigen Weinberge zurück, wo meist noch ein etwas kühlerer Wind weht. Hier treffen wir kaum auf Menschen und sind froh, dass wir dafür unseren GeU dabei haben. Aufgrund der guten Straßen hätten wir ihn auch auf der Krim nicht gebraucht.



Und wieder nach Odessa mit anschließender Heimreise

Oper in Odessa

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Unser Ziel ist Odessa, um die Umrundung des Schwarzen Meeres zu vollenden. Auch wenn die Straßen zeitweilig eher schlecht sind, wir gut durchgeschüttelt werden und das Thermometer im Fahrerhaus auf knapp 40 Grad Celsius steigt, kommen wir gut voran. Schneller als erwartet erreichen wir 78 Tage nach unserem ersten Besuch und nach circa. 5.700 Kilometern Odessa.
Unsere Umrundung des Schwarzen Meeres wollen wir gebührend feiern. Wir erstehen die teuersten Karten in der bekannten Oper - in einer Loge im ersten Rang für 15 Euro pro Person – und erleben im angenehm gekühlten Opernhaus eine klassische, italienische Oper mit ukrainischen Untertiteln. Anschließend stoßen wir mit einer Flasche Krimsekt aus Novyi Svit auf unsere Schwarzmeer-Umrundung an. Welcher Ort als die Potemkinsche Treppe sollte geeigneter sein, auch wenn GeU somit leider nicht mit auf das Foto kommt. Der nicht ganz kalte Sekt (unser Kühlschrank kommt gegen die Wärme im Wohnmobil nicht mehr an) „geht sofort in den Kopf“.
Die Freude, es um das Schwarze Meer geschafft zu haben, ist groß. Zwischenzeitlich hatten wir nicht mehr daran geglaubt. Dazu war GeU zu „zickig“ gewesen. Aber am Ende konnten wir unseren Plan umsetzen. Die Nacht verbringen wir in Odessa direkt an der Potemkinschen Treppe. Es ist laut und heiß und damit wenig erholsam. Kälter als 33 Grad wird es nicht im Wohnmobil. Trotzdem hat uns die Aktion auf der Treppe Spaß gemacht. Meilensteine auf einer Reise müssen zelebriert werden. Anschließend geht es zurück nach Berlin.
Keine Frage: auf dieser Reise lief nicht alles so, wie gedacht. Aber am Ende rücken die schönen Erlebnisse in den Vordergrund, die wir zwischen Osteuropa und Vorderasien hatten. Auch wenn wir in vielen Ländern nur wenig gesehen haben, haben alle Länder Lust auf mehr gemacht. Wir haben die Wege abseits der klassischen Touristenrouten genossen, wir haben aber auch die touristisch überlaufenen Orte in Russland und der Ukraine mit Interesse besucht. Gerade die Krim hatte viel zu bieten. Wir fanden auch die Unterschiede zwischen den Ländern spannend, gerade zwischen der Türkei mit ihren freundlichen und zurückhaltenden Menschen und Russland mit ihren unternehmenslustigen, manchmal schon draufgängerischen Einwohnern. Schön war es auch, ein Meer zu umrunden und fast immer in Ufernähe zu sein. Die vielen Nächte direkt am Schwarzen Meer haben wir genossen.


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