Expedition Norwegen rund Spitzbergen

Reisebericht

Expedition Norwegen rund Spitzbergen

Reisebericht: Expedition Norwegen rund Spitzbergen

- von Hamburg nach Tromsø vom 29.06. - 15.07.2011 - Eine Reisebeschreibung wie ein Abenteuerroman: Tosende Wasserfälle, tiefe Fjorde, glitzernde Gletscher - die Natur zeigt sich atemberaubend schön auf dem Weg von Norwegen über den Nordpolarkreis bis hinauf zur Eisgrenze. Wale und Robben begrüßen Sie und mit viel Glück hebt sich plötzlich das Weiß eines Eisbären von einer Eisscholle ab.

An der Pier



Von Hamburg nach Norwegen

Tag 1 - Mi 29.06.2011 - Hamburg Abfahrt 18.00 Uhr - Kurs Bergen/ Norwegen
Gegen 14.30 h werden wir nach Hamburg zum Pier gefahren, wie wir feststellen nicht zu früh, da rings um das Kreuzfahrtterminal Baustellen sind und in der Nähe eine Bombenentschärfung stattfinden soll. Ich bin gespannt auf die neuen Gewänder meiner Hanse, die vor 4 Wochen in der Weft war. Im Terminal treffen wir einige der Crewmitglieder, die uns nach unserem 4 - wöchigen Landurlaub fragen. Die Wartezeit bis zum Einschiffen verbringen wir beim Kaffeetrinken in der Sonne und lernen eine Passagierin kennen, die einige von meinen Bekannten an Bord ebenfalls kennt. Man ist hier eben eine große Familie. Dann geht es endlich los, wir besichtigen die Neuerungen an Bord unter anderem die alte Columbus Lounge, die in Bistro Lemaire umbenannt wurde. Auch der Fitness - und Saunabereich erstrahlt in neuem Glanz. Ich bin begeistert von der Umsetzung der neuen Farben und Materialien in den Kabinen und im Bistro. Um 17.30 h findet die Seenot - Rettungsübung statt und auch der letzte Aufruf zum Verlassen des Schiffes für alle Gäste. Punkt 18.00 h legt die Hanse mit Hanseatic-Hymne von der Pier ab. Die Hanseatic nimmt Kurs auf Bergen - Entfernung 519 sm. Um 18.00 h beginnt die Sail Away Party auf dem Pooldeck, die leider durch einsetzenden Starkregen beeinträchtigt wird. Zwischen den Events haben wir uns bereits wieder häuslich eingerichtet. Nach dem Abendessen gehe ich in die Explorer Lounge, in der abends immer die Band spielt. Die Band nennt sich jetzt Festival Band und wird von der Sängerin Lorena Mazuera unterstützt, ich freue mich, daß der Saxophonist noch dabei ist.

Tag 2 - Do 30.06.2011 - Seetag - Kurs Bergen
9.00 h Durchsage unseres Kapitäns Thilo Natke: Position 55°36.470'N 6°00.690'O, Wassertemperatur 14°, Wind NW 5-6, , 1019 hPa steigend, 25 m vor der dänischen Küste auf Höhe Esbjerg. Um 24.00 h hat uns der Elblotse verlassen und um 6.00 h heute morgen haben wir den neuen an Bord genommen. Unser Kurs 334°, 14 Knoten, Wellenhöhe 2 m, Wassertiefe 50m, 126 sm bis jetzt, Restdistanz bis Bergen 284 sm. 10.30 h - es werden die Reiseleitung, die Lektoren und Konzessionäre der Reise vorgestellt. Ich freue mich sehr, daß Sylvia Stevens sowie Dr. Arne Kertelhein, diesmal auch in der Rolle des Expeditionsleiters, wieder an Bord sind. Arne hält gleich um 11.30 h seinen ersten Vortrag "Fjorde, Trolle und Multebeeren - Norwegens Geschichte und Kultur". Heute ist bereits der Welcome Abend, an dem Stammkapitän Thilo Natke einige Informationen über diese Reise an uns weitergibt und uns seine leitenden Angestellten dieser Reise vorstellt. Es geht in Richtung Hansestadt Bergen bis hoch nach Hammerfest mit seinem Eisbärenclub und weiter zum Nordkap mit seinem Hauptort Honningsvåg. Unsere gesamte Strecke beträgt 3652 sm - ungefähr 6700 km. Wir werden 2 - 3 Zodiacanlandungen pro Tag machen, das nördlichste Hotel sehen - das legendäre Lloyds Hotel, haben die Möglichkeit Post im nördlichsten Postamt aufzugeben. Das Eiserlebnis im Packeis geniessen durch die höchste Eisklasse, die ja die MS Hanseatic hat. Allerdings sei die Sicherheit zur Umrungung Spitzbergens noch offen. Wir werden ungefähr eine Flugstunde vom Nordpol entfernt sein. Die Tierwelt Spitzbergens - es gibt Robben, Walrösser, Seevögel und den König der Arktis. Perfekt denke ich und wir erheben die Gläser auf eine erfolgreiche Expeditionstour. 12.00 h - 14°, 14,5°, 1018 hPa, 80%, NW6, bewölkt, SA 4:20 h, SU 22:35 h.

Tag 3 - Fr 01.07.2011 - Bergen/Norwegen 8 - 20 (Pier)
Gegen 6.00 h kommt unser Lotse an Bord und pünktlich um 8.00 h legt die Hanse an der Pier am Skoltegrunnskaien an - (Position 60°24,11'N 5°18,55'O). Die Passagiere werden für ihre Touren ausgeschifft, wir gehen auf eigene Kappe in Richtung Aquarium, das wirklich schön und kinderfreundlich angelegt ist. Von dort marschieren wir in Richtung Fischmarkt über den Hafen zum Mittagessen an Bord. Nach einer kleinen Siesta gehen wir ein 2. Mal in die Stadt, wir kennen Bergen schon von unserem Hurtigruten Trip 2007. Trotzdem ist es immer wieder sehenswert mit dem Hanseviertel Bryggen. Nach dem Abendessen um Punkt 20.00 h legt der Kapitän von der Pier ab und nimmt Kurs auf Gudvangen im Nærøyfjord - Entfernung 136 sm. 12.00 h - 13°, 13°, 1013,5 hPa, 82%, NW6, bedeckt, SA 4:15 h, SU 23:09 h. 4

Tag 4 - Sa 02.07.2011 - Gudvangen/Nærøyfjord, von 8 - 9.30 (Anker), Flåm/Aurlandsfjord 11 - 18 (Anker)
Es ist 6.30 h, ich verfolge die Einfahrt in den Fjord. Zuerst geht es in den Sognefjord, dieser Fjord im Distrikt Sogn im norwegischen Fylke Sogn og Fjordane Fjord ist der längste (mit 204 Kilometer) und gleichzeitig der tiefste (1.308 Meter) Europas. Von dort geht es in seinen Seitenarm, den Nærøyfjord, der als schmalster Fjord Europas gilt. Vor Gudvangen machen wir einen technischen Stopp, um die Passagiere für ihre Ganztagesausflüge auszubooten, danach nimmt die Hanse Kurs auf Flåm im Aurlandsfjord - Entfernung 20 sm. 11.00 h Ankunft Flåm, dort liegt die Oriana, die 1995 in der Meyer Werft gebaut wurde. Sie kann 1.975 (2108) Passagiere aufnehmen und hat ca. 750 Crewmitglieder, das ist mir echt wieder zu groß, da denke ich nur wieder an einen Schraubenkasten.
Nach dem Mittagessen geht es dann auch auf unseren Ausflug "Landschaftsfahrt mit der Flåmsbahn nach Vatnahalsen". Um 13.00 h beginnt die Ausbootung, die Bahn fährt pünktlich um 13.35 h ab, da sollte sich die Deutsche Bundesbahn einmal ein Beispiel daran nehmen. Es werden einige Fotostopps eingelegt unter anderem am berühmten Kjosfossen Wasserfall. In Vatnahalsen haben wir eine Kaffeepause, dann geht es per Bahn zurück. Gegen 17.00 h sind wir wieder in Flåm, da um 17.45 h unser nächstes Ziel Geiranger angesteuert wird - Entfernung 291 sm. Heute gibt es im Bistro Lemaire Spezialitäten aus Norwegen, die wir uns nicht entgehen lassen. Ich freue mich, da es endlich einmal ein wenig Seegang gibt. 12.00 h - 16°, 10°, 1015 hPa, windstill, schön, SA 4:17 h, SU 23:07 h.



Pinguin im Aquarium Bergen

Keine Bildinformationen verfügbar


Die wundervolle Landschaft Norwegens

Tag 5 - So 03.07.2011 - Fahrt durch die Fjordwelt, Geiranger/Geirangerfjord 14 - 22 (Anker)
Die 9.00 h Durchsage des Kapitäns: Position 62°29'N 50°56'O, wir befinden uns im Storfjord, 11 sm von Ålesund, weiter geht es dann durch den Sunnylvsfjord und den Geirangerfjord nach Geiranger. Wir hatten Windstärke 6 mit 2,5 m hohen Wellen. Jetziger Kurs 68°, Geschwindigkeit 10 Knoten, seit Flåm 66 sm zurückgelegt. Unsere Restdistanz beträgt 195 sm, die Wassertiefe beträgt 60 m. 10°, 9°, 1010 hPa, NO 4-5, 1,5 - 2 m Wellen, Liquid sunshine - die Sonne kommt in flüssiger Form vom Himmel.
Ich finde, das ist eigentlich ein Grund im Bett zu bleiben, aber durch den Nebel und die tiefliegenden Wolken wirkt diese Gegend fast mystisch. Zum Mittag wir der Barbecue Grill an Deck aufgebaut. Wir haben geniessen die Fahrt durch den Fjord und die sehenswürdigkeiten. Der Wasserfall die "Sieben Schwestern" sind neben dem auf der gegenüberliegenden Fjordseite befindlichen Wasserfall der "Freier" (norw. Friaren) eine der Attraktionen im Geirangerfjord. In der Sage wird erzählt, daß der Freier eine der 7 Schwestern heiraten wollte, aber alle ablehnten. So griff der Bedauernwerte zur Flasche und wurde Alkoholiker. Um 14.00 h erreichen wir Geiranger, die Ausbootung beginnt um 14.30 h. Ich bleibe an Bord und sehe das das Postschiff der Hurtigrute MS Trollfjord einläuft und in kurzer Zeit den Passagierwechsel macht. Das hat mich schon bei unserem Trip 2007 beeindruckt. Ich schreibe weiter an meinem Reisebericht und sortiere die ersten Fotos. Um 22.00 h nimmt die Hanse Kurs auf Molde - Entfernung 100 sm. 12. 00 h - 14°, 14°, 1011 hPa, ONO1, neblig und Sprühregen - wie der Kapitän so schön sagt - liquid sunshine, SA 4:19h, SU 23:06 h.

Tag 6 - Mo 04.07.2011 - Molde/ Moldefjord 7 -12 (Pier)
Pünktlich um 7.00 h legt der Kapitän an der Pier von Molde an. Die Ausflüge gehen um 8.00 h und 8.30 h los, wir frühstücken spät und spazieren ganz relaxt durch Molde. Um 12.00 h legt die Hanse ab - Kurs Hammerfest - Entfernung 665 sm. Kaum haben wir die Abdeckung der Fjorde verlassen, schwankt es zu meiner Freude wieder ein wenig. Ich geniesse das leichte Schaukeln während einer kurzen Siesta, bis Sylvia Stevens den Vortrag "Seevögel - ständige Begleiter im Wind" in der Darwin Hall hält. Am Abend spielt unser Pianist Uwe Künstler Werke von Frédéric Chopin und Edvard Grieg. Auf der Suche nach einer Website fand ich den Hinweis, daß er im Januar 2012 in Monheim ein Konzert gibt. Während des Konzertes blicke ich immer wieder auf das zur Zeit ruhige Meer und freue mich auf den morgigen Seetag. 14°, 12,5°, 1016 hPa, 80%, W4, bedeckt, SA 4:19 h, SU 23:07 h.


Tag 7 - Di 05.07.2011 - Seetag
9.00 h der Kapitän: Wir haben um 7.16 h den nördlichen Polarkreis überquert. Position 67°27'N 11°37'O. Wir befinden uns 6 sm vor den Lofoten - der südlichsten Insel - der Vogelinsel, unser Kurs 12°, 15 Knoten, 130 m unter dem Kiel. Seit Molde 322 sm, Restdistanz 342 sm. Wir werden Hammerfest um 9.00 h erreichen. 12°, 11°, 1016 hPa, NO5, 1,5 - 2 m Wellen. Um 12.00 h ist die Polartaufe - alle Passagiere sind erwünscht! Das geht richtig gut ab, unser Kreuzfahrtdirektor Matthias ist Neptun persönlich und unser Expeditionsleiter Dr. Arne Kertelhein mimt seine vollbusige Gattin Thetis, die unseren Kapitän ja so süß findet. Herrlich welch tolle und farbenfrohe Kostüme!
Als ich endlich zur Taufe schreite, brüllt Neptun "Was, die schon wieder, die ist schon das dritte Mal hier, will ja bloß umsonst Wodka saufen." Großes Gelächter, Spaß muß sein, danach geht es zum Tapasbüffet. Ohne besondere weitere Vorkommnisse geht ein schöner Seetag zu Ende. 12.000 h - 9°, 10°, 1017 hPa, NNO6, bewölkt und trocken, SA 1:40 h - ab jetzt kein Sonnenuntergang mehr!

Tag 8 - Mi 06.07. Hammerfest/ Nordnorwegen 9 - 14 (Pier), Honningsvåg/ Nordkappinsel Mageroy 19 - 24 (Pier)
Wie angekündigt legen wir pünktlich um 9.00 h in Hammerfest an der Pier an - Position 70°39.9'N 23°40.83'O. Nachdem das Schiff freigegeben ist, gehen wir schnurstracks in den Eisbärenclub (Isbjørnklubben), um dort Mitglied zu werden. Eine gute Sache, da ein Teil der Mitgliedsbeiträge (seit 2010) in die Forschung um die WWF-Projekte der Arktis fließt (einmaliger Mitgliedsbeitrag 10,00 NOK/Person). Ich kaufe uns noch ein paar Souvenirs und T-Shirts, als Mitglied bekommt man sogar Rabatt. Dann gehe ich an Bord, um mich weiter unseren Bilder zu widmen. Dabei sehe ich, wie die MS Nordlys einläuft, mit der wir 2007 die Hurtigrutentour Bergen-Kirkenes-Trondheim gemacht haben. Um 14.00 h legen wir ab in Richtung Honningsvåg - Entfernung 67 sm. Arne hält am Nachmittag den Vortrag "Der bequeme Weg - im Flug zum Nordpol". Um 17.00 h treffen wir passieren wir die Clipper Adventurer - ein amerikanisches Expeditionskreuzfahrtschiff. Wir erreichen Honningsvåg früher, haben heute ein frühes Abendessen, es gibt 2 Ausflüge, einer davon geht zum Nordkap, aber wir ziehen es ja lieber vor auf eigene Kappe zu erkunden. Wir besuchen die ARTICO Ice Bar, die ebenfalls bei Facebook zu finden ist. Gegen 22.00 h sind wir wieder an Bord und gehen in die Explorer Bar. Es ist taghell. Um 24.00 h legt der Kapitän ab - Kurs auf die Bäreninsel und Spitzbergen - Entfernung 427 sm. Von 1.30 - 2.00 passieren wir das Nordkap in einer Entfernung von 6 sm. 12.00 h - 9°, 8,5°, 1018 hPa, 76%, windstill, bedeckt, die Sonne scheint bei Tag und Nacht.



Wasserfall der "Freier" (norw. Friaren)



Zum ersten Mal nach Spitzbergen - auch Svalbard („Kühle Küste“) genannt

Tag 9 - Do 07.07.2011 - Passage Bäreninsel - Kurs Spitzbergen
9.00 h - pünktlich weckt mich der Kapitän mit seiner Durchsage: 1.30 h passieren des Nordkaps, Position 72°45'N 22°41'O, Kurs 328°, 15 Knoten, 400 Meter Wasser unter dem Kiel, Erreichen der Bäreninsel um ca. 16.30 h. Es sind 112 sm bis zur südlichsten Spitze der Insel. 8°, 8°, 1013 hPa, NW 4-5 von vorne, 1,5 - 2 m Wellen. Um 10.00 h Zodiaceinweisung mit unserem Ltd. Offizier und anschließend die Verhaltensregeln für Spitzbergen mit Arne. 11.30 h hält Gerit Birnbaum einen Vortrag über die Gletscherwelt Svalbards. Nach dem Fischbüffet gehe ich auf die Brücke, um nach Walen Ausschau zu halten, dort treffe ich Sylvia. Sylvia, die wie immer, wenn sie Reisen in Arktis und Antarktis begleitet, Ihren Platz auf der Brücke einnimmt. Mit Erfolg - wir sehen Delphine unter etwas später Buckelwale. Um 15.00 h erreichen wir die Bäreninsel. Zu unserer Freude machen wir dort eine Zodiacrundtour, um uns die Vogelwelt aus der Nähe anzuschauen, welch ein Erlebnis. Wir können nicht genug bekommen, es gibt Papageientaucher, Trottel - und Ringellummen, Scubas und Dreizehenmöven. Wir erfahren, daß die Bäreninsel aus Karbon - Kalksandstein mit dem stolzen Alter von 300 Mio Jahren besteht. Nach dieser tollen Tour geht es zurück an Bord. Am heuitgen Abend findet das französische Abendessen statt. Als alle Passagiere wieder an Bord sind, nehmen wir Kurs auf Spitzbergen. Ein weiteres Highlight gibt es heute - die Festival Band und Lorena haben heute folgendes Motto: Von Bach bis Piazolla - Klassik einmal anders. 12.00 h - 8°, 7°, 1013 hPa, 84%, NNW5, bedeckt mit Regenschauern, ohne Wolken hätten wir den ganzen Tag Sonnenschein gehabt!

Tag 10 - Fr 08.07.2011 - Longyearbyen/ Svalvard (Hauptstadt Spitzbergens) 14 - 19 (Pier)
9.00 h Durchsage des Kapitäns: die Südspitze Spitzbergens passierten wir um 6.00 h heute Morgen. Gegen 11.00 h erreichen wir größten Fjord der Westküste, den Eisfjord und gegen 14.00 h dann die Stadt. Unsere jetzige Position 77°29'N 13°18'O. Wir haben bereits 210 sm hinter uns gebracht, Restdistanz sind 70 sm. Wir steuern weiter nördlichen Kurs 353', 16,5 Knoten, 166 m unter dem Kiel. 5', 4', 1017 hPa steigend, SO 4-5, 1,5 m Wellenhöhe. 10.00 h - Sylvia mit einem meiner Lieblingsbeiträgen "Bären, Bären, Bären". 11.30 h - Heike mit "Erdgeschichte Spitzbergens". Punkt 14.00 h erreichen wir Spitzbergens Hauptstadt Longyearbyen. An der Pier stehen Pendelbusse zur Verfügung, aber wie einige andere Passagiere gehen wir zur Fuß in die Stadt. Wir besuchen das Museum und erstehen Postkarten und ein paar Souvenirs. In den Ort gibt es ein 40 km langes Straßennetz, das aber keinerlei Anbindung zu andern Orten hat. Um 18.30 h nehmen wir Kurs auf Ny Ålesund - Entfernung 122 sm. Um 20.00 h passieren wir die Siedlung Barentsburg. 12.00 h - 5°, 4°, 1017 hPa, 75%, SO2, bedeckt. Die Sonne geht nicht mehr unter...

Tag 11 - Sa 09.07.2011 -Ny Alesund/ Westspitzbergen 8 -12, Blomstrandhamn 13 - 16 (Anker), Möllerhamn 20 - 24 (Anker)
Ankunft in Ny Ålesund/ Westspitzbergen, wir können an der Pier anlegen. Ny Ålesund ist eine arktische Siedlung mit Forschungsstation verschiedener Nationalitäten. Als Sehenswürdigkeiten gibt es dort ein Amundsendenkmal, den Luftschiffmast der Luftschiffe Norge und der Italia, sowie die alte Grubenbahn aus der Zeit, als hier noch Kohle abgebaut wurde. Im Ort nisten etliche Küstenseeschwalben, die ihr Gelege sehr aggressiv verteidigen. Wir geben unsere Postkarten mit dem örtlichen Stempel in dem nördlichsten Postamt der Welt ab und sehen ein Rentier und einige Weißwangengänse mit Jungtieren. Um 12.00 h nehmen wir Kurs auf Blomstrandhamn - Entfernung 4 sm. Nach dem frühen Mittagessen geht es auf eine Zodiactour entlang der Küste und des Blomstrandgletschers.

16.00 h Kurs in Richtung Lilljehöökfjord und Möllerhamn, wir kreuzen im Krossfjord und im Lilljehöökfjord und setzen vor Lloyds Hotel die Hotelcrew per Zodiacs ab. Um 17.30 h haben wir Recap: Gerit hält einen Vortrag über die Forscher von Ny Ålesund, deren Spezialgebiete sind die Meeresforschung und Ozeanübersäuerung. Arne klärt uns über die Namensgebung von Longyearbyen auf - der Amerikaner Longyear - Gründer der Stadt - war ein Bergbaumagnat, Holzbaron, Bankdirektor und Bürgermeister. Nach dem frühen Abendessen geht es dann um 20.30 h an Land, dort erwartet uns die Küchencrew - wir feiern Svalbard Party an der nördlichsten Bar bei Lloyds Hotel auf 81°17'N - welch eine krosche Party! 12.00 h - 9°, 5°, 1023 hPa, 75%, W2, sonnig.

Tag 12 - So 10.07.2011 -Trinityhavn/ Magdalenenfjord/ Nordspitzbergen 8 - 10, Amsterdamøya/ Smeerenburgfjord/ Nordspitzbergen
Ankunft an unserem Ankerplatz im Magdalenenfjord, ich nehme an der frühen Ausbootung nicht teil. Es geht auf eine sandige Halbinsel namens Gravneset (Gräberhalbinsel). Dort sind noch über hundert Steinhaufen zu sehen und Reste der Öfen, in dem die Walfänger den Walspeck ausgekocht haben. Um 10.30 h war eigentlich Kurs Amsterdamøya geplant, aber der Kapitän nimmt Kurs auf die offene See, in der Hoffnung Satellitenverbindung für Datenaustausch zu bekommen. Danach geht es auf den geplanten Kurs. Um 11.45 h ist Recap: Arne klärt uns über die Namensgebung des Prins Karls Forland auf, benannt nach Charles I, König von Gottes Gnaden. Der Kapitän erklärt uns die Eiskarten und die verschiedenen Abstufungen (1/10) der Eisstärke. Die Eiskarten holt er sich über das Internet von dem Meteorologischen Institut. Außerdem erzählt er uns, daß schon vor 100 Jahren das Kreuzfahrtschiff Deutscher Kurfürst der Norddeutschen Lloyd bereits diese Gegend bereiste. Sylvias Thema ist heute die Pflanzenwelt Spitzbergens - Steinbrech: roter, nickender und stengelloses Leimkraut. Um 15.30 h kommen wir in Amsterdamøya/ Smeerenburgfjord an - Position 79°44.22'N 11°02.240O. Dort liegt ein Schiff der AECO - Association of Arctic Expedition Cruise Operators. Zur Anmerkung: Hapag-Lloyd Kreuzfahrten engagiert sich als Mitbegründerin der AECO und langjähriges Mitglied der IAATO - International Association of Antarctica Tour Operators seit Jahrzehnten für einen respektvollen Umgang mit Flora und Fauna. Damit wir die Natur auch in Zukunft so erleben können, wie sie ist. Gegen 00.15 h haben wir dann die Packeisgrenze erreicht auf 81°6'N, von hier ist nur noch eine Flugstunde bis zum Nordpol. Wußten Sie, daß mit Verschiebung des Erdmagnetfeldes sich die Lage des arktischen Magnetpols und des arktischen geomagnetischen Pols ändert ? Das ist im Lauf der Erdgeschichte bereits mehrmals vorgekommen. 12.00 h - 8°, 7°, 1012 hPa, 82%, SO 1-2, bedeckt, kein Sonnenuntergang mehr ....

Tag 13 - Mo 11.07.2011 -Monacogletscher/ Lifdefjord 8 -11 (Anker), Kreuzen vor Insel Moffen 14 -14.30, Sorgfjord/ Nordspitzbergen 17 - 20 (Anker)
Um 8.00 erreichen wir den Monacogletscher, der nach Albert I. von Monaco benannt wurde. Vor der gewaltigen Kulisse des Gletschers gehen wir heute auf Zodiactour. Mich faszinieren diese zerklüfteten Eismassen seit jeher und wie viele andere wünschte ich mir nichts anderes, als daß endlich einmal ein richtig großes Stück abbrechen würde. Im sicheren Abstand fahren wir am Gletscher entlang, der mit der Höhe von 40 m sehr imposant wirkt. Dann kalbt der Gletscher direkt vor uns gleich zweimal, endlich habe ich es einmal auf Foto gebannt. Ich sage nur laut:"Laß doch einmal ein richtig großes Stück abbrechen!" Als ich die Fotos kurz checke, erschreckt mich ein Aufschrei einer Dame im Zodiac: "Mein Gott, jetzt kommt die ganze Wand herunter!" Mein Mann ruft nur: "Runter ins Boot!" Er sah Eisbrocken auf uns zufliegen, ein halbes Hochhaus stürzt mit lautem Getöse hinab. Ich schütze die Kamera vor den Spritzern und denke nur - Schade eigentlich! Was soll's hast ja schon viel gesehen.
Aber Glück gehabt, die Brocken fliegen ca. 30 m hinter uns ins Wasser und dann kommen die Wellen. Richtige Tsunamis. Ich hatte nicht mehr den Mut zu fotografieren, ich zitterte am ganzen Leib und habe meine Bootsnachbarin im Zodiac getröstet. Ein Bekannter hat aber kurz von dem Abbruch auf Video umgesattelt. Super Filmmaterial, Hut ab mein Lieber!! Ich habe etwas gelernt, ich überlege mir jetzt immer ganz genau, was ich mir wünsche! Nachdem auch die zweite Zodiacgruppe ihre Tour gemacht hat, diesmal aber mit noch mehr Sicherheitsabstand, nehmen wir Kurs auf die Insel Moffen - Entfernung 39 sm. Heute Mittag ist Pølserparty, da haben so einige - auch ich - ihren "Geburtstag" gefeiert. Vor der Insel Moffen kreuzen wir in einigen hundert Metern Sicherheitsabstand, da die Insel Naturschutzgebiet ist. Im Nebel sehen wir wie bestellt eine große Gruppe Walrösser liegen. Um 17.00 h ankern wir im Sorgfjord, dort werden per Zodiac ausgebootet. Die Wanderung auf den kleinen Gipfel zu den Gräbern scheitert, weil ein possierliches Walroß im Weg liegt. Dort bleibt es so lange liegen, bis alle fotografiert haben. Nach der Ausbootung nehmen wir Kurs auf den Lomfjord/ Hinlopenstraße - Entfernung 42 sm.

Tag 14 - Die 12.07.2011 - Hinlopenstraße / Nordspitzbergen
Nachdem es in der Nacht immer wieder durch die Eislage bedingt rumpelte, kommen wir in den frühen Morgenstunden dann in richtig dickes Packeis. Ich gehe um kurz vor 6.00 h auf die Brück. Die wachhabenden Offiziere erzählen, daß sie erst seit kurzer Zeit wieder einigermaßen Sicht haben. Selbst die Durchsage des Kapitäns hören wir erst mit 35 Minuten Verspätung: Position 78°42.00’N 23°05.08’O, wir befinden uns vor dem südlichen Teil der Hinlopenstraße, 30 sm vor dem Freemannsund. Der SO Wind hat das Packeis vor den Sund getrieben, so daß für uns eine Durchfahrt nicht möglich ist, es ist eine Routenänderung nötig. Neuer Kurs SO, östlich von Edgeøya. Wir haben ein 50 sm breites Eisfeld vor uns mit 7/10 Eisbedeckung, geplante Geschwindigkeit 4-6 Knoten, geschätzte Dauer 8-10 Stunden. Nachdem der Nebel sich jetzt gelichtet hat, haben wir 4°, -0,5°, 1010 hPa, NW 2-3, bewölkt, 115 m Wassertiefe. (Zur Information: Der Freemannsund liegt zwischen der Insel Barentsøya und Edgeøya). Um 10.00 h Gerit erklärt uns, daß wir durch 1-jähriges Eis fahren aus dem letzten Winter. Gegen 15.00 h nehmen wir östlichen Kurs, um das Eisfeld zu umfahren. 18.15 h haben wir Recap, Kapitän Natke erläutert uns unsere neue Route - es geht in den Hornsund im Westen von Spitzbergen - Anmerkung von mir: Er ist passenderweise auf der obigen Karte eingezeichnet. Somit haben wir Spitzbergen umrundet und unser Ziel erreicht. Dank Arne wissen wir nun auch, warum die Olgastraße (nach Olga Nikolajewna Romanowa) und der Magdalenensund (nach Maria Magdalena) ihre Namen tragen. Arne zeigt uns sein tolles Foto vom Gletscherabbruch, das ich in meinem Blog verwenden durfte, nochmals danke Arne!

Tag 15 – Die 13.07.2011 – Kreuzen im Hornsund/ Süd Spitzbergen
9.00 h Kapitän Natke: Wir haben das Südkap gegen 6.20 h umrundet, bis zum Hornsund sind es noch 14 sm. Wegen der Eislage liegen wir unserem Plan hinterher, vor dem Sund liegt ein großes Eisfeld. Position 78°47‘N 14°45’O, nördöstlich vom Hornsund. Geschwindigkeit 15,5 Knoten, seit der Olgastreet 207 sm, 250 m Wassertiefe, 4,5°, 1°, 1007 hPa, O2, 0,5 m hohe Wellen, bedeckt. Unser Pool hat bereits 25° C. 10.50 h Arne von der Brücke: Wir wühlen uns seit Stunden durch das Eis, vor uns sehen sie den Hans Gletscher, die Bucht vor uns heißt Isbjørnhamna - Eisbärenbucht und wir haben gute Sicht. 11.20 h Sylvia weißt uns auf die Alkenkolonien hin, die Krabbentaucher sind die kleinsten Alken. 11.33 h 76°54.7’N 15°17.9’O im Hornsund – um uns herum Eis ohne Ende, aber keine Eisbären. Wir können wenigstens eine Robbe fotografieren. 12.12 h Eingang Hornsund – wir sehen die polnische Forschungsstation links vom Hans Gletscher, Fahrt nur noch 1 Knoten. Ein Scoutboot wird klargemacht, da wir anlanden wollen, aber es ist hier leider wegen großer Steine vor der Küste nicht möglich. Statt dessen machen wir eine Zodiactour durch das Eis, das im Sonnenlicht schöne Motive für die Kamera bietet. Um 17.00 h nehmen wir Kurs Tromsø. 18.30 h – der Farewell Cocktail findet ohne den Kapitän statt. Er läßt sich entschuldigen, da wir ja aus dem Sund durch das ganze Packeis auch wieder herausmüssen. Am Abend zum Singen des Mannschafts -Shanty - Chores ist er wieder da. 12.00 h – 4,5°, 0°, 1011 hPa, 79%, O2, bedeckt.

Tag 16 – Mi 14.07.2011 – Seetag – Kurs Tromsø
Die letzte 9.00 h Durchsage dieser Reise: Position 73°51’N 17°30’O, wir befinden uns in der der Barents Sea. Die Bäreninsel haben wir bereits um 7.00 h im 30 sm Entfernung passiert. Unser Kurs beträgt 166°. Morgen früh um 6.00 h werden wir den Lotsen an Bord nehmen und Tromsö um 7.00 h erreichen. 14 Knoten, 300 m Wasser unter dem Kiel. Seit verlassen Spitzbergens haben wir 202 sm hinter uns gebracht, unsere Restdistanz beträgt 268 sm. 7°, 3°, 1000 hPa, achterlicher Wind N3, Dünung WSW + N, Wellenhöhe 2 m. Am Morgen laufen dann die Vorbereitungen für die Abreise. 11.30 h – Thomas mit dem Vortrag "Faszination am Ende der Welt – Lappland und Tromsö". Um 12.30 h ist dann wieder der traditionelle Frühschoppen mit Musikbegleitung der Festival Band. 16.00 h Position 72°10.660N 18°55.850 O. 16.45 h Sylvia mit "Wale und Walfang im Laufe der Zeit". Um 18.15 findet das Abschiedsrecap statt: Der Kapitän erzählt uns von den nördlichsten Siedlungen der Welt und sagt, daß diese Reise eine Superlative der nördlichsten Dinge gewesen sei. Gerit berichtet über Winter in Spitzbergen und die Polarlichter. Sylvia zeigt uns mit Hilfe eines Seils die verschiedenen Spannweiten der Vögel und Walbarten, sowie den Nachbau eines Orcazahnes. Arne erzählt uns über verschiedene Forscher, nach denen hier Orte, Inseln und Fjorde benannt wurden, z.B. Schweinfurth, Middeldorff, Moffen, Tijmen Hinlopen (Bruder von Jacob J. Hinlopen) und Nilo Thatke. Alles lacht, klingt ähnlich wie der Name unseres Kapitäns Thilo Natke. 12.00 h - 6,5°, 3°, 99,5 hPa, NNO 3-4, bedeckt.

Tag 17 – Fr 15.07.2011 – Tromsö
Früh aufstehen, da das Gepäck bis um 6.00 h vor der Tür stehen muß. Ich schaue mir das Anlegemanöver an. Nach dem Frühstück verabschieden wir uns von den ersten Crewmitgliedern. Um 8.45 h werden wir dann von dem Kapitän und dem Kreuzfahrtdirektor Matthias beim Verlassen von Bord verabschiedet. Für uns geht es auf eine Stadtrundfahrt mit Seilbahnfahrt und tollen Blick über die Stadt, die am schließlich Flughafen endet.

Fazit dieser Reise: Die Eisbären haben sich diesmal sehr rar gemacht, einen sahen wir ganz früh morgens und nur mit Fernglas auf der Steuerbordseite - leider dadurch nur wenige Passagiere. Das Eis ist immer ein Faktor bei den Expeditionsreisen in diese Gebiete. Ich habe in Zukunft sehr großen Respekt vor Gletschern. Man sollte sich doch immer vorher überlegen, was man sich wünscht.

Einen schönen Tag
© Constanze Hoffmann

PS: Den Orininalblog mit allen Links finden sie unter:
http://connysreiseblog.blogspot.de/2011/08/expedition-norwegen-rund-um-spitzbergen.html



Möwe am Peilen


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Kommentare

  • agezur

    Danke für den Einblick in dein Tagebuch. Ich staune, dass die Reise so kurzweilig verlaufen ist. Dachte immer es müsste manchmal ziemlich langweilig sein. Der Gletscherabbruch war sicher ein überwältigendes Erlebnis, die Tierbeobachtungen und die Fahrt durchs Eis ebenso!
    LG Christina

  • mustangconny

    Die Reise war wundervoll - unvergesslich und so abwechslungreich diese Eindrücke :)
    LG Conny

  • mamatembo

    Hallo Conny,
    auch wenn ich vielleicht keinen kalbenden Gletscher erleben werde ;-((
    danke ich Dir, dass Du mit Deinem Bericht und den Fotos meine Neugier und Vorfreude auf Spitzbergen noch gesteigert hast.
    LG Beate

  • Blula

    Ich, ein "Kind des Südens", war noch nicht mal annähernd so weit da oben, aber Dein Bericht hat zweifellos mein Interesse geweckt, doch endlich auch einmal in den hohen Norden zu reisen.
    Danke für's Mitnehmen. Dein Bericht in Tagebuchform hat mir sehr gefallen..... und die Bilder sowieso.
    LG Ursula

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Expedition Norwegen rund Spitzbergen 4.79 14

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