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Reisebericht: Kaltes Eis und nette Menschen - Eine Winterreise nach Nordgrönland
Nordgrönland war unser großer Traum. Ein Jahr planten mein Mann und ich die Winterreise in den hohen Norden. Von Kangerlussuaq ging es über Ilulissat, Oqaatsut und Uummannaq nach Upernavik. Nicht nur an die grandiose Landschaft, das Eis und die raue Natur, sondern vor allen Dingen an die vielen freundlichen und hilfsbereiten Menschen denken wir immer wieder gern zurück. Hier die schönsten Stellen aus unserem Reisetagebuch:
- Leben im grönländischen Dorf
- Wir richten uns in Rodebay ein
- Der Supermarkt als Dorfmittelpunkt
- Fließend Wasser gibt es nicht
- Ökologisches Trocken-WC
- Bei unseren Nachbarn zu Besuch
- Immer noch in Rodebay
- Deutsche Namen in Rodebay
- Glaube und Namen
- Schule in Rodebay
- Kindergarten in Rodebay
- Eis bringt unsere Reisepläne durcheinander
- Uummannaq bedeutet Herz
- Zeltplatz auf dem Eis
- Uummannaq ist nur per Hubschrauber zu erreichen
- Royal Greenland
- Zäh und rauflustig: grönländische Schlittenhunde
- Hunde nur nördlich des Polarkreises erlaubt
- Polarspitz nicht Husky
- Abenteuer Hundeschlittenreise
- Kocher versagt bei Kälte
- Kälte und Sonne hinterlassen Spuren
- Fischfang im Eis
- Heilbuttfang durch`s Eisloch
- Fischen rund um die Uhr
- Morgen gehts zurück
- Zurück nach Uummannaq
- Und runter geht drunter und drüber
- Zurück in Uummannaq
- Upernavik bedeutet Frühlingsstelle
- Alte Jägerkultur in Upernavik noch intakt
- Tragischer Unfall auf dem Eis
- Kein Tourismus weit und breit
- Turbulenter Rückflug nach Ilulissat
- Wir kommen wieder
Leben im grönländischen Dorf
Seit einer Woche leben wir in dem kleinen Fischerort Oqaatsut (dän. Rodebay) mit knapp 50 Einwohner. Hier gibt es kein Auto und auch keine Straßenverbindung zur Außenwelt. Um in den nächsten Ort (Ilulissat) zu gelangen, muss man entweder mit dem Boot (wenn das Eis es zulässt) oder mit dem Schlitten (wenn genug Schnee liegt) fahren. Wenn beides nicht geht, muss man halt warten. Trotzdem lässt es sich hier angenehm leben.
Wir richten uns in Rodebay ein
Wir haben eine gemütliche, 22 Quadratmeter große Holzhütte gemietet. Alle Häuser werden hier mit Petroleum beheizt. Den Brennstoff gibt es am Hafen an der Tankstelle. Zehn Liter kosten rund einen Euro und reichen ungefähr einen Tag, um die Hütte mollig warm zu halten. Richtig lustig sieht das ständige Hin- und Herlaufen mit den verschiedenen Kanistern aus. Kein Mensch trägt die Plastikbehälter, jeder zieht sie an einem Band über den festgetretenen Schnee hinter sich her. 'Sie führen wieder ihre Dackel aus' schmunzelte mein Mann. Gleich am ersten Tag reihte er sich vergnügt in die Dackelparade ein. Viele Einwohner haben wir gleich näher kennen gelernt.
Der Supermarkt als Dorfmittelpunkt
Matthias, der den Lebensmittelladen betreut, ist auch zusätzlich Tankwart und sonntags fungiert er in der Kirche als Katechet. Der klitzekleine Supermarkt ist der Dorfmittelpunkt. Hier bekommt man alles, was man zum Leben braucht - auch ein bisschen Dorfklatsch und das obligatorische Schwätzchen mit der Nachbarin. Brot und Fleisch gibt es tiefgefroren. Heilbutt holt man mit der Angel aus dem Meer. Interessanterweise fängt man seit mehreren Jahren auch wieder Dorsch. Weitere Grundnahrungsmittel, wie Butter, Mehl, Gummistiefel und Angelhaken kann man natürlich auch kaufen.
Fließend Wasser gibt es nicht
Fließend Wasser gibt es nicht im Ort. Eine moderne Meerwasserentsalzungsanlage bedient mehrere beheizte Wasserstellen wo sich alle mit Hilfe von Kanistern bedienen können. Ein öffentliches Waschhaus mit modernen Waschmaschinen und Duschen steht allen Einwohnern offen. Eine eigene 'Powerstation' sorgt für elektrische Energie in den Häusern. Trinkwasser wird meistens noch ganz traditionell gewonnen. Man haut sich ein Stück vom nächsten Eisberg ab und lässt es neben dem Ofen schmelzen. Das hat was, zum Abendbrot Wasser aus Jahrtausende altem Eis.
Ökologisches Trocken-WC
Verblüfft ist man in den meisten nordgrönländischen Ortschaften beim ersten Gang zum stillen Örtchen. Was es hier nicht gibt, sind Toiletten, wie wir sie kennen. Da Kanalisation und Wasserleitungen auf Grund der klimatischen Bedingungen nicht verlegt werden können, gibt es in den Dörfern eine hygienisch einwandfreie und verblüffend einfache Lösung für das 'menschliche Problem'. 'Ökologisches Trocken-WC' ist der Fachbegriff für den Eimer mit Plastiksack und Deckel, der von der Toilettenabfuhr alle zwei Tage zur Deponie gebracht oder gleich über die Kante an der Küste entsorgt wird.
Bei unseren Nachbarn zu Besuch
Heute Nachmittag waren wir bei unseren Nachbarn auf Zeit, Bertheline und Menassi, zum 'Kaffimik' eingeladen. Menassi ist ein großer Jäger und hat gerade einen Eisbären auf der Wäscheleine hängen. Bertheline zeigt mir alle traditionellen Arbeiten, ich darf auch alles fotografieren. Ein echter Glücksfall, solche Nachbarn. Wie man mit dem 'Ulo' (Frauenmesser) Seehundfelle bearbeitet und daraus Mukluks (Winterstiefel) näht, habe ich schon dokumentiert. Menassi hat natürlich darauf bestanden, dass Horst seine Mukluks anprobiert.
Immer noch in Rodebay
Immer noch in Rodebay. Das Eis hält uns fest. Durch den plötzlichen „Wärmeeinbruch“ mit südlichen Winden, treibt einerseits das Fjordeis aber auch die Eismassen des Kangia-Gletschers direkt vor unserer Haustür. Ich kann gar nicht beschreiben, welchen Krach Eisberge veranstalten. Fast hat man den Eindruck, zur Weinernte am Rhein zu sein. Die Böllerschüsse der Weinbauern hören sich ähnlich an
Es ist schon ein Spektakel der ganz besonderen Art, wenn 100 Meter vor der Hütte in der Mittagssonne Eisberge zusammen stoßen oder in mehrere Teile zerplatzen. Allerdings halten diese Riesen auch die Hafeneinfahrt besetzt. Obwohl die Küste ansonsten eisfrei ist, kommt zurzeit kein Schiff rein oder raus.
Bei einer Wintertour in arktischen Ländern benötigt man vor allen Dingen in Schnee- oder Gletschergebieten eine gute Sonnencreme. Leider sind unsere gängigen Marken hier in Deutschland nicht für Temperaturen unter -20° C geeignet. Um keine bösen Überraschungen vor Ort zu erleben, testen wir zuhause verschiedene Lotionen und Cremes in der Gefriertruhe. Anschließend fällt die Entscheidung für ein Produkt sehr leicht!!!
Persönliche Meinung von Ulich:
Gerade auf einer Schlittentour in Grönland ist es immens wichtig, das Gesicht komplett vor der Sonne zu schützen.
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Ich würde mich nie im Leben freiwillig in eine so kalte Gegend begeben, doch um so mehr bin ich begeistert von diesem tollen Bericht mit diesen klasse Bildern. Danke!
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Faszinierender Reisebericht! Muss einmalig gewesen sein....Würd mich auch reizen :)
Torsten -
Ich bin beeindruckt. Da würde ich auch gerne einmal hin. Nur - den Fäkaliensack einfach im Meer zu entsorgen, finde ich etwas befremdlich.
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Schade dass jemand mit einer schlechten Bewertung , wohl eher aus Neid, diesen tollen Bericht aus der Startseite gekippt hat.
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Klingt alles sehr "cool". Hoffe auch mal die Möglichkeit zu haben in solchen Gebieten zu reisen! Derzeitig scheint es mir etwas einfacher (und günstiger) zu sein in wärmeren Gebieten zu reisen. Man soll aber die Hoffnung nicht aufgeben! =)
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Ein toller Bericht, total beeindruckend!!!
Man kommt ins Träumen ... einen Schluss fände ich auch noch sehr schön, aber es muss nicht unbedingt sein. -
Völlig richtig, ein Schluss sollte sein. Ich habe mir zwischenzeitlich den Fußknöchel gebrochen und musste deswegen mitten im Schreiben pausieren. Jetzt ist der Reisebericht aber komplett.
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Ein wunderschöner Bericht mit tollen Bildern in zarten Blautönen, höchst unterhaltsam und lehrreich zu lesen! Schön, dass noch was dazugekommen ist.
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Der Bericht mat "Spaß". Dabei wurde mein Interesse geweckt. Mehr davon. Mal sehen, ob ich nicht auch irgendwann mal in die Region fahre. Bisher hat es mich immer nur im warme Regionen verschlagen.
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Eis und Schnee haben ihre eigene Faszination. Eure Bilder geben das gut wieder. Ich möchte auch gen Norden, vielleicht nächstes Jahr. Bisher hatte ich eher an ein Schiff gedacht. Nun fange ich mich an zu fragen, wie das wohl im Zelt ist. Wie kalt es wird im Schlafsack und was man so hört, wenn der Wind Nachts mal nicht pfeift.
Grüsse, Gabi
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Wunderschön - das möchte ich auch mal erleben !
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Da habt ihr meinen Traumurlaub ja schon hinter euch :)
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Eine sehr beeindruckende Tour und Nett vermittelt. Was wurde aus dem angefrorenen Finger?
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Was für eine fantastische Reise! Ein toller Reisebericht, bei dem man Eure Begeisterung für Grönland richtig gut nachempfinden kann.
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Vielen Dank für den tollen Bericht und die schönen Bilder. Er hat mich sehr an meine Zeit in Kanada erinnert. Zelten bei -30° C kommt mir sehr bekannt vor. Außerdem kann ich nur bestätigen, daß es wirklich so ist - wenn man den ganzen Tag draußen ist, gewöhnt man sich an die Temperaturen und hält es irgendwann in einem beheizten Haus kaum noch aus. Vielleicht schaffe ich es ja auch einmal, hinzukommen. Auf der Liste stehen Arktis/Antarktis schon lange.
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Sehr interessanter Bericht mit fantastischen Fotos! Dass einem jedoch nach einiger Zeit "die extremen Temperaturen nichts mehr ausmachen", das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.
LG Beate -
Natürlich fantastische Bilder und wieder ein toller Bericht aus dem wunderschönen, klaren Norden.
Danke und liebe Grüße aus Köln, Gudrun -
Habe dieses Bericht schon 2x gelesen. Jetzt war ich selbst in Spitzbergen und Ost Grönland, es war überwältigend diese Landschaften.
http://www.geo-reisecommunity.de/reisebericht/180046/1/Zum-ewigen-Eis-nach-Spitzbergen-und-auf-Expeditionskurs-nach-Ostgroenland
Liebe Grüße, Anneken
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Das muss ganz fantastisch gewesen sein.. . ebenso großartig ist Dein toller und informativer Erlebnisbericht. Vielen Dank !
LG Ursula -
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Vor vier Jahren habe ich schon einmal geschrieben und gerade - meine eigene Grönlandreise steht bevor (mit dem Schiff) - den Bericht nochmal fasziniert gelesen. Auch wenn es im Sommer wohl nicht ganz so kalt wird, ich bin gespannt auf das grüne Land in Eis und Schnee.
Wart ihr eigentlich mal wieder dort?
LG Gabi -
Ich muß erst noch meinen Mann überzeugen für eine Sommertour, der Polarstern sollte ein gutes Wort einlegen. Mal sehen, jedenfalls sehr informativ und gut geschrieben, Gruß oldi
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