Extremreise mit dem Motorrad auf das Dach der Welt

Reisebericht

Extremreise mit dem Motorrad auf das Dach der Welt

Reisebericht: Extremreise mit dem Motorrad auf das Dach der Welt

Im Sommer Jahres 2011 hatte ich die Gelegenheit, für den Reiseveranstalter Wheel of India GmbH zwei Motorradgruppen durch den höchsten Norden Indiens zu begleiten. Von Neu Delhi aus ging die Reise auf klassischen Royal Enfield Bullets durch Himachal Pradesh, Lahaul und Ladakh bis Kaschmir. Dieser Bericht basiert auf Eintragungen in mein Reisetagebuch.

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12. Juli 2011

Der entscheidende Moment rückt näher. Während im Hof die Mechaniker letzte Hand anlegen, und Tank und Sitzbank vom nächtlichen Staub befreien, sitzen wir vor unserem Hotel und warten auf die Ankunft des Gepäckfahrzeugs. Dann "dürfen" alle nach hinten und sich eine Maschine aussuchen. 14 Royal Enfield Bullets 500ccm warten auf ihre Fahrer. Die Auswahl ist nicht schwer, da alle Bikes bis auf unbedeutende Kleinigkeiten identisch sind, sieht man davon ab, dass jede Enfield ihre eigene Seele hat.

Dann geht es los. Abdul, mein indischer Partner, vorne weg und alle hinter her, das Begleitfahrtzeug und ich als Schlusslicht. Wie sehr das Servicefahrzeug und die Mechaniker, die sich darin befinden, gebraucht werden, zeigt sich schon nach wenigen Kilometern. Ein Moped bleibt einfach stehen und ist durch nichts dazu zu bewegen, sich wieder in Bewegung zu setzen. Selbst der Mechaniker scheint zunächst ratlos, bis er in die Ersatzteilkiste greift und eine neue Zündverteilerplatte hervorzaubert und einbaut. Enfields sind pflegeintensiv und unsere Mechaniker zum Glück gute Pfleger.



Abgestaubt



Der Verkehr macht allen zunächst zu schaffen. So wie in Indien fährt man sonst nirgends auf der Welt. Nichts ist vorhersehbar, außer, dass alles möglich und wahrscheinlich ist. Das fordert höchste Konzentration. Deshalb sind regelmäßige Pausen auch auf kurzen Distanzen ein Muss. In den kleinen Restaurants am Straßenrand kann man nicht nur erfrischende Getränke erstehen, sondern auch leckere Snacks, wie z.B. Alu Parantha, ein dünnes, mit würzigen Kartoffeln gefülltes Fladenbrot.

Obwohl die Wettervorhersage nichts Gutes hat erwarten lassen, sind wir den ganzen Tag bei angenehmen Temperaturen und Sonnenschein gefahren. Nur kurz vor Shimla hat es uns erwischt, da begann es plötzlich in Zentimeter dicken Tropfen zu regnen, und wir mussten uns in unsere Regenkombis flüchten. In Shimla, der ehemaligen Sommerresidenz der britisch-indischen Regierungselite, nutzen wir die Zeit zu einem ausgedehnten Spaziergang über "The Mall" und durch die vielen, verwinkelten, kleinen Geschäftsstraßen.



Shimla - bei Tag


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Kommentare

  • Christa60

    Hallo Günter, ich frage mich, wie es möglich ist, dass bei fast 30.000 Mitgliedern nur so wenige Menschen diesen Bericht lesen. Toll gemacht. LG Christa60

  • guesim (RP)

    Hallo Christa,

    vielen Dank :-) Ich glaube, der Bericht ist einfach zu lang. So viel liest man heute nicht mehr. Da muss alles kurz und knackig sein. Mir hat das Schreiben Spaß gemacht und mir die Gelegenheit gegeben, alles noch mal zu erleben, und das reicht. ;-)

    Lieben Gruß,
    Günter

  • Anton99

    Hallo Günter,
    ein super Reisebericht mit ausgezeichneten Bildern. Da ich im Juli 2013 eine ähnliche Tour fahren werde, hat mich der Bericht besonders begeistert. Dass es zur Monsunzeit regnet ist schon klar, aber ich dachte nach einer Stunde ist alles vorbei. Ich habe gelesen, dass in Ladakh die durchschnittliche Niederschlagsmenge nur bei ca. 35 mm liegen soll. Stimmt das nicht?

    LG
    Anton

  • mychaosland

    Hallo Günter, nachdem ich gestern auf eines deiner Berichte gestoßen war, musste ich heute gleich den hier lesen . Wieder ein sehr spannender Bericht. Tolle Reise. Motorradreisen sind zwar nicht ganz meine Welt, trotzdem oder um so mehr habe ich diesen Bericht mit Interesse bis zum Ende gelesen. Ladakh steht bei mir auch noch irgendwann im Visier, aber dann eher als Trekkingreise.
    Mehr von solch spannenden Berichten
    Gruss
    Alex

  • Blula

    Ich bin beim Stöbern, was ich hier Gsd öfters tue, heute auf diesen Wahnsinnsbericht von Dir gestossen. Er verdient von mir 5 Sterne, habe ihn sogleich verschlingen müssen. Du hast es geschafft, mich, die ich erst einmal in meinem Leben auf einem Motorrad gesessen habe, auf diese gleichermaßen atemberaubende wie auch abenteuerliche Tour 'mitzunehmen'.
    Danke dafür. Ich bin einfach begeistert.
    LG Ursula

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