Mal was ganz besonderes - unsere Reise durch den Iran (Persien) im Oktober 2011

Reisebericht

Mal was ganz besonderes - unsere Reise durch den Iran (Persien) im Oktober 2011

Reisebericht: Mal was ganz besonderes - unsere Reise durch den Iran (Persien) im Oktober 2011

Wie kommt man auf die Idee, in den Iran zu reisen?

Es gibt so viele schöne Länder auf unserer Erde, warum ausgerechnet dorthin? Diese Frage habe ich oft gehört, als ich Bekannten und Freunden erzählt habe, was ich vorhab.

29.10.2011

Iman Platz in Isfahan

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Dezember 2010 – die Urlaubsplanung stand an und meine Freundin und ich wollten mal wieder eine Reise zusammen unternehmen. Ich weiß nicht mehr, wer auf die Idee kam... jederfalls war irgendwann mal Persien im Gespräch. Bei Gebeco haben wir die Reise "Iran zum Kennenlernen" entdeckt und für Ende Oktober 2011 die Reise gebucht. Bis dahin hat man ja noch viel Zeit sich mit dem Reiseziel zu beschäftigen.

Natürlich prägen die Medien ein Bild vom Iran, was man nur schwer aus dem Kopf kriegt. Trotzdem mache ich mir gern ein eigenes Bild und bin offen für alles Neue. Ich arbeite selbst im Reisebüro und habe schon einiges gesehen auf der Welt, trotzdem gab es noch nie so einen großen Unterschied zwischen dem was ich erwartete und was ich tatsächlich zu sehen bekam. Kurzum: Es war eine meiner interessantesten Gruppenreisen, die ich je gemacht habe.

Ich möchte an dieser Stelle nicht auf das Politische eingehen, es geht mir nur darum, ein Bild vom Iran zu beschreiben, wie ich es erlebt habe. Man kann den Menschen im Iran nur wünschen, dass es in der nächsten Zeit politische Veränderungen geben wird und noch mehr Reisende den "Mut" finden, sich dieses schöne Land anzusehen.
Leider wird die uralte persiche Kultur von seitens der religiösen Führung nur sehr wenig geachtet, dafür bekennen sich immer mehr Iraner zu Ihrer Kultur, indem sie z.B. ihren Kindern Namen altpersicher Könige geben.

Natürlich hängt die Qualität einer Reise auch maßgeblich von der des Reiseleiters ab - und da hatten wir wirklich großes Glück. Ein Reiseleiter, der die Balance gefunden hat zwischen Vergangenheit und Gegenwart (von beiden nicht zu viel und nicht zu wenig), dem man gern zugehört hat und die Verbundenheit zu seinem Land mit jedem Wort gespürt hat.

Ebenso wie die Landschaft und die Kultur vielfältig sind, sind es auch die Menschen. Verschiedenste Völker (Perser, Türken, Kurden, Balutschen, Armenier usw.) und Religionen (Muslime, Juden, Christen) leben hier friedlich zusammen. Man begegnet stets sehr offenen und gastfreundlichen Menschen - auch das habe ich noch nirgendwo so intensiv erlebt. Die Iraner sind sehr kontaktfreudig, hilfsbereit und herzlich, sie freuen sich über jeden Gast, der sich das Land ansieht - und dann mit anderen Augen sieht.

Noch ein Wort zur Kleiderordnung: Ich habe von vielen gehört, die gesagt haben: "Ich setz mir doch kein Kopftuch auf - da würde ich niemals hinreisen". Das ist sicherlich eine persönliche Entscheidung. Fakt ist, Frauen müssen dort ein Kopftuch tragen und eine Oberbekleidung, die die weiblichen Formen nicht betont - ob uns das nun passt oder nicht. Diese Kleiderordnung gilt für die Öffentlichkeit. Ich habe mir einen Schal, den ich sonst um den Hals trug als Kopftuch umfunktioniert und ganz leger getragen - das geht schon mal 1 Woche lang :-) Auch viele jüngere, iranische Frauen scheinen sich damit arrangiert zu haben, man hat eher den Eindruck, das Kopftuch wird als modisches Beiwerk getragen - es rutscht immer weiter nach hinten und man zeigt viel Haar. Die Bekleidungsvorschriften für Frauen sind schon lockerer geworden.

Unsere Reisegruppe war recht übersichtlich mit 17 Personen, vor allem viele Einzelreisende. Man kann die Reise auch als Privatreise ab 2 Personen buchen. Für diese Reise empfehle ich als beste Reisezeit Mitte März / April / Mai und den September / Oktober - die Sommermonate können sehr heiß werden. Ab Oktober auch für abends etwas wärmere Kleidung ist sicher von Vorteil.

Was ich ganz faszinierend fand: Man lebt dort nach dem iranischen Sonnenkalender. Die Zeitrechnung begann mit dem Auszug des Propheten Mohammed aus Mekka nach Medina. Das neue Jahr beginnt mit dem 21.03. (nach gregor. Kalender). Mein Geburtstag wäre der 06.07.1349 :-))

Noch ein Tipp vorweg: Ich empfehle das Buch „Der Iran – Die verschleierte Hochkultur“ von Andrea Claudia Hoffmann. Besser kann man den Iran nicht beschreiben – es gibt einen wunderbaren Einblick in die Geschichte und die Gegenwart des Landes und zeigt natürlich auch die Probleme auf, die dieses Land zweifelsohne hat. Ich habe das Buch vor und noch mal nach der Reise gelesen.

Ein wunderbares Video von wunderbaren Menschen im Iran: http://www.youtube.com/watch?v=Vo4ujlYzxB8&feature=youtu.be

Die Menschen im Iran sind es wirklich wert, dass man anders über sie berichtet und denkt. Leider sind die Berichte in den Medien so einseitig, dass zwangsläufig ein falsches Bild von der Menschen entstehen muss. Ich habe die Menschen als sehr gebildet, freundlich, trotzdem zurückhaltend erlebt - zurückhaltend z.B. in Bezug auf, dass man nicht versucht, einen etwas "aufzuschwatzen" wenn man mal in Ruhe durch den Basar schlendern will - wie das doch oftmals in arabischen Ländern der Fall ist.

Ich hoffe, meine Einleitung hält keinen vom eigentlichen Reisebericht ab :-)



29.10.2011

29.10.11 Anreise

Unser Flug mit Iran Air ab Frankfurt war für nachmittags geplant, beim Einchecken erfuhren wir, dass es einen Zwischenstopp in Barcelona zum Auftanken geben wird (ursprünglich war der für Budapest vorgesehen). Der Flug war ruhig und angenehm, sehr freundliches Personal, viel Beinfreiheit, gute Landung - was will man mehr.

Kurz vor der Landung setzten die iranischen Frauen ihre Kopftücher auf und zogen ihre Mäntel an. Wir haben das dann natürlich auch machen müssen- mit ziemlich Gekicher - auch die Iranerinnen hatten ihren Spaß :-)

Angekommen in der Nacht zum Sonntag wurden wir von der RL am Flughafen abgeholt und nach ca. 45 Minuten waren wir in unserem ersten Hotel Ferdowsi****. Das Hotel hat sicherlich schon bessere Tage gesehen, aber es liegt sehr zentral, sodass man die Sehenswürdigkeiten bzw. Museen gut zu Fuß erreichen kann.



30.10.2011

30.10.11 Teheran - Shiraz

Azadi Turm in Teheran

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Nach einer recht kurzen Nacht und einem guten Frühstück ging es dann gleich auf Besichtigungstour. Leider hat es etwas geregnet und die Berge rund um Teheran sind in Wolken gehüllt.
Wir haben uns das Nationalmuseum angesehen, welches das bedeutendste und älteste Museum des Landes ist, es wurde 1937 eröffnet. Einige Objekte reichen bis zur Steinzeit zurück, andere stammen aus der Achämeniden-, Sassaniden- und islamischen Zeit.
Weiter ging es dann zum Glasmuseum, dessen Exponate in fünf Ausstellungsräumen untergebracht sind.
Nach dem Mittagessen sind wir selbst noch mal los und haben uns etwas umgesehen, die größte Herausforderung ist eher unbeschadet von einer zur anderen Straßenseite zu kommen. Die Gruppe hat sich dann noch das Goldmuseum angesehen. Überall sieht man Porträts von Khomeini und / oder Khamenei.

Teheran ist meiner Meinung nach keine Stadt, in der man sich länger aufhalten müsste. Am wichtigsten ist es das Nationalmuseum zu sehen, um schon mal einen Einblick in die Kultur zu bekommen.

Langsam haben wir uns dann auf den Weg zum Flughafen gemacht, da in den Abendstunden der Flug nach Shiraz anstand. Unterwegs haben wir am Azadi Turm, dem Wahrzeichen des modernen Teheran, halt gemacht. Der Turm wurde 1971 unter dem Namen Shahyad-Turm erbaut und 1979 nach der iranischen Revolution in Azadi Turm umbenannt.

Um 21.50 Uhr ging unser Flieger nach Shiraz mit der Mahan Air. Kurz vor Mitternacht kamen wir an und fuhren zum Hotel Parsse***.



Verkehr in Teheran



31.10.2011

31.10.11 Shiraz: Persepolis

UNESCO Weltkulturerbe...

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Heute besichtigten wir das eigentliche "Highlight" dieser Reise:
Das Weltkulturerbe Persepolis! Persepolis war eine der Hauptstädte des antiken Perserreichs und wurde im Süden des heutigen Iran in der Region Persis gegründet. Es war ein wunderschöner, warmer und sonniger Tag und schon die Tatsache, an einen solchen geschichtsträchtigen Ort zu stehen war etwas ganz Besonderes. Nach der ca. 2stündigen Besichtigungstour mit Führung, hatten wir Gelegenheit, uns selbst etwas umzuschauen und Fotos zu machen. Auch hier wurde man immer wieder angesprochen: "Schön, dass Sie hier sind" - "Wie gefällt Ihnen unser Land" usw.

Anschließend sind wir zur "Tafel des Rostam" gefahren. Hier befinden sich vier Gräber achämenidischer Großkönige sowie eine Reihe Felsreliefs. Leider blieb nicht viel Zeit weil ein Sandsturm aufzog und wir froh waren, wieder im Bus zu sitzen.

Wieder angekommen in Shiraz passierten wir das "Koran Tor" am Eingang der Stadt, ein beliebtes Ausflugsziel. Beim Hindurchlaufen wird man durch den Koran gesegnet.

Weiter ging es dann zur Zitadelle des ehemaligen Herrschers Karim Khan, bekannt wurde es durch den schiefen Turm und anschließend besuchten wir den Wakil-Basar. Ich hätte stundenlang in dem Basar zubringen können, mir in aller Ruhe die Geschäfte ansehen, an den Gewürzen riechen und das Obst probieren - leider hatten wir nicht viel Zeit, da uns der Reiseleiter noch etwas ganz Besonderes versprochen hatte:

Imamzade Ali ibn Hamza (siehe Bild)

Die Innenflächen des Schreins sind mit Spiegelmosaiken ausgeschmückt. Leider kann man es nicht immer besichtigen, daher steht es auch nicht im offiziellen Reiseprogramm. Es ist einfach wunderbar, so etwas Schönes zu sehen!

So langsam wurde es dämmrig und auf dem Programm standen noch das Saadi Mausoleum und das Hafez Mausoleum. Saadi und Hafez sind persische Poeten und sehr beliebt bei der Bevölkerung. Das Hafez Mausoleum ist auch ein beliebter Treffpunkt der iranischen Jugend. Die Iraner berühren den Stein mit den Fingerspitzen, einige lassen sich dabei fotografieren. Vor dem Park picken Wellensittiche Hafez-Zitate aus Kästchen als Wahrsagerei.

Im Volksmund wird Shiraz auch als Stadt der Liebe, der Rosen und der Nachtigallen genannt.



Persepolis



01.11.2011

01.11.11 Shiraz - Yazd

Amir Chakmak Moschee

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Heute geht es sehr früh los, denn wir fahren ca. 400 km bis nach Yazd. Die Straßen sind übrigens gut ausgebaut und relativ wenig befahren (zumindest außerhalb der Städte).
Ein besonderes Erlebnis ist die Fahrt über die weiten Hochflächen des Iran, man bekommt einen guten Eindruck von den Dimensionen Zentralasiens. Die Fahrt über einige Gebirgspässe ist sehr schön und abwechslungsreich.

Unterwegs besichtigen wir die achämenidische Königsresidenz Pasargadae mit den Palästen und dem Grab Kyros des Großen. Die altpersische Residenzstadt liegt in 1900 m Höhe im Zagrosgebirge, etwa 130 km nordöstlich von Shiraz.

Die Mittagspause machten wir in einem kleinen, einfachen Lokal mit typisch persischer Küche. Als Vorspeise gab es Fladenbrot, welches man mit frischen Kräutern und Schafskäse belegen kann. Danach gab es für mich Hühnchen mit einer Granatapfelsoße und Reis – hmm daran könnte ich mich sicherlich gewöhnen. Die persische Küche ist sehr gut und abwechslungsreich.

Weiter geht’s nach Abarkuh, dort steht eine angeblich 4000 Jahre alte Zypresse – vielleicht 4000 Jahre alt!

Es ist bereits dunkel und wir kommen in der Wüstenstadt Yazd an und fuhren zuerst zur Amir Chakmak Moschee. Sie stammt aus dem 15. Jahrhundert und gehört zu den ältesten Bauwerken. Es ist ein Komplex aus Koranschule, Herberge für Derwische und Kawanserei. Sie ist in den Abendstunden wunderschön mit verschieden Farben beleuchtet – sieht sehr romantisch aus.

Den Abend ließen wir in einem schönen, traditionellen Lokal mit typisch persischer Küche ausklingen. Heute übernachteten wir im Hotel Safaiyeh, ein sehr schönes, gepflegtes Hotel.



Landschaft zwischen Shiraz und Yazd



02.11.2011

02.11.11 Yazd - Isfahan

Windfangtürme in Yazd

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Es ist 6:30 Uhr und der Wecker klingelt mal wieder viel zu früh. Bevor wir uns auf die lange Busfahrt nach Isfahan machen, steht noch die Besichtigung von Yazd an. Yazd gilt als Zentrum der Zarathustra-Anhänger im Iran und ist von zahlreichen Salzseen umgeben.

Zuerst fuhren wir zum Turm des Schweigens, dort wurde eine besondere Art der Bestattung von den Zoroastriern bis 1970 praktiziert. Dort war erst mal „Frühsport“ angesagt, per Fuß hoch auf den Turm des Schweigens. Die Aussicht auf Yazd und die Umgebung hat aber mehr als entschädigt. Weiter geht’s zum Feuertempel, ein typisches Beispiel für die Hinterlassenschaften der Zoroastrier. Der Erzählung nach brennt dort das Feuer seit 1500 Jahren. Man kann das heilige Feuer von einem Fenster im Vorraum aus beobachten.

Bei der Amir Chakmak Moschee stoppten wir noch mal kurz, bei Tageslicht sieht sie nicht mehr ganz so spektakulär aus. Weiter stand noch der Besuch der Freitagsmosche im Programm, die sich inmitten der Altstadt befindet. Die Freitagsmoschee von Yazd gilt als das bedeutendste Bauwerk der Stadt, die Minarette gelten als die höchsten des Landes. Wunderschöne Verzierungen und Deckenkonstruktionen prägen das Bild dieser Moschee.
Ein Bummel durch die verwinkelte Altstadt (Weltkulturerbe) von Yazd rundet das Bild ab. Im Straßenbild begegneten uns immer wieder Frauengruppen mit dem traditionellen Tschador. Wir besuchten eine Handwerksstube für Seiden- und Brokatweberei. Auffällig sind die hohen Windfangtürme, die in der ganzen Stadt auf Wohnhäusern und über Zisternen stehen. In den Zisternen dienen sie der Wasserkühlung und in den Häusern machen sie das Leben bei großer Hitze erträglich. Im Fahadan Great Hotel konnten wir uns davon überzeugen.

Unsere Mittagspause verbrachten wir in Nain, einer Oasenstadt im Zentraliran in einer Karawanserei und besuchten dort die Freitagsmoschee.

In Isfahan angekommen war es schon dunkel, nach dem Essen bummelten wir noch zur Allahverdi-Khan-Brücke. Über 33 Bögen verfügt diese Brücke, sie verbindet Isfahan mit dem armenischen Viertel Jolfa. Auf Grund des geplanten U-Bahn-Baus führt leider der Fluss kein Wasser – hätte dann sicherlich noch romantischer ausgesehen.

Übernachtet haben wir im Hotel Ali Qapu, einem gemütlichen 4 Sterne Hotel.



Turm des Schweigens



03.11.2011

03.11.11 Isfahan

Imam Platz am Abend

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"Isfahan ist die Hälfte der Welt“

Kennt Ihr das?
Man sieht etwas und möchte einfach die Zeit anhalten. Einfach nur dasitzen, Leute beobachten, nichts denken, einfach die Atmosphäre eines Ortes genießen! Hoffentlich geht der Moment nicht so schnell vorbei.

Das Gefühl hatte ich, als wir morgens am Imam Platz angekommen sind. Es war sonnig, aber kühl, ein paar Leute waren unterwegs, es war sehr ruhig – eine ganz tolle Atmosphäre. Wir hatten leider nicht viel Zeit!

Zuerst besichtigten wir die Imam Moschee. Vor der Islamischen Revolution hieß sie Schah-Moschee, sie gehört ebenfalls zum UNESCO Weltkulturerbe. Eine Besonderheit ist, dass der Vorbau zum Hauptbau hin abgewinkelt ist.

Nach der Besichtigung konnten wir uns selbst noch ein bisschen umsehen und gingen dann anschließend zur Scheich-Lutfullah-Moschee – es soll die schönste Moschee Isfahans sein. Egal - für mich sind die alle schön und einzigartig. Sie benötigt kein Minarett, da sie von den Herrschern als Privatmoschee genutzt wurde.

Auf den Palast der 40 Säulen (Gartenpalast Tschehel-Sotoon) habe ich mich schon besonders gefreut. Seine 20 hölzernen Säulen spiegeln sich im Wasser – so verdoppelt sich die Zahl auf 40. Als wir den Park betraten, war grade eine Gruppe von jungen Studenten dabei, Fotos zu machen. Sehr schöne Wandgemälde ziehen den Innenraum des Palastes.

Weiter ging es zum Ali-Qapu-Palast, sehr eindrucksvoll ist die Aussichtsplattform, dessen Dach von 18 Holzsäulen getragen wird. Man hat einen schönen Blick über den Imam Platz, vom oberen Stockwerk aus kann man über ganz Isfahan schauen. Ein unterirdischer Gang verbindet den Palast mit der Scheich-Lutfullah-Moschee. Der Palast krönt die Westseite des Imam-Platzes. Kein Gebäude der Stadt darf höher sein als der Ali-Qapu-Palast.

Es ist Mittag und langsam haben wir alle Hunger und so machten wir uns auf den Weg zu einem Teppichhändler, wo es ein kleines Mittagessen gab, natürlich in Verbindung mit einem „Teppichverkauf“.

Anschließend bummelten wir zum Imam Platz zurück. Einst wurde der Platz als Polofeld benutzt, heute breitet er seine Schönheit in allen Richtungen aus. Er zählt heute zu den größten, öffentlichen Plätzen der Welt. Die Arkaden verbinden die einzelnen Gebäude des Platzes und sind Zugang zu den dahinter liegenden Läden. In den Abendstunden herrscht wieder eine ganz andere Stimmung. Es ist viel mehr Gewusel und viel lauter - aber trotzdem schön... Die Gebäude werden in einem warmen Licht angestrahlt und alles wird ziemlich romantisch.

Weiter geht’s zu einem der größten und ältesten Basare Irans aus dem 17. Jahrhundert. Der Basar ist eine 2 km lange Straße zwischen der alten und der neuen Stadt. Wir bummelten durch die Gänge, feilschten ein bisschen, deckten uns mit Gewürzen, Tee, Schmuck und Kissen ein, um dann vollbepackt in einem kleinen schnuckligen Lokal zum Essen zu gehen.



morgendliche Stimmung am Imam Platz



04.11.2011

04.11.11 Isfahan - Teheran

Brücke Pol-e-Khadjou

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Heute ist Freitag, unser letzter Tag. Zuerst fahren wir zur Freitagsmoschee von Isfahan. Wie der Name schon sagt, hier versammeln sich die Gläubigen am Freitag, dem wichtigsten Tag der Woche für Muslime, um ihre Gebete zu verrichten. Die Moschee liegt am anderen Ende des weitläufigen Bazars und hat schon eine lange Baugeschichte hinter sich und zählt zu einer der ältesten Moscheen Persiens. Sie spiegelt die unterschiedlichen Stilepochen islamischer Baukunst wider. Wunderschön anzusehen ist der mit beeindruckender Stuckarbeit verzierte Mihrab aus dem Jahr 1310. Vor der Moschee herrscht reges Treiben, Geschäfte öffnen und Leute treffen sich.

Jenseits des Flusses Zayandeh entstand ein eigenes armenisches Viertel – Jolfa. Die Armenier behielten ihren christlichen Glauben und ihnen wurde ein gutes Leben als Handwerker und Händler ermöglicht. Von den Einflüssen zeugt noch heute die Vank-Kathedrale.

Eine der schönsten Brücken von Isfahan nennt sich Pol-e-Khadjou. Sie liegt etwas flussabwärts und wurde vom Schah Abbas II errichtet. Mit 23 Bögen überspannt die Brücke den Fluss, der leider kein Wasser führt, da es wegen eines U-Bahn-Baus flussaufwärts gestaut wird.

Es ist mittags und wir müssen uns langsam wieder Richtung Teheran auf den Weg machen. Vorbei an dem alten schiitischen Wallfahrtsort Qom fahren wir zurück. Unterwegs machten wir noch einen Stopp in einer Raststätte, um dann gegen 20 Uhr wieder im Hotel Ferdowsi zu sein.



Freitagsmoschee Isfahan



05.11.2011

05.11.11 Abreise

Wasserquelle in der Altstadt...

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Nachts wurden wir zum Flughafen gefahren, gegen 6 Uhr sollte unser Flug mit Iran Air los gehen. Einchecken - natürlich Männer und Frauen getrennt… Irgendwann – ich weiß nicht mehr genau gegen 10 / 11 Uhr ging dann endlich der Flug. Viele Iranerinnen waren die ersten, die im Flieger Ihre Kopftücher abgesetzt haben.
Nach einem Zwischenstopp in Wien sind wir am späten Nachmittag wieder in Frankfurt gelandet.

Was soll man zum Abreisetag noch schreiben? Natürlich war ich traurig, dass die Reise schon wieder vorbei ist, freute mich aber schon wieder ein bisschen auf zuhause – im Kopf schon wieder Ideen für den nächsten Urlaub.


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Kommentare

  • Christa60

    Hoffentlich werden durch diesen guten Bericht andere ermuntert, den Iran zu bereisen. Wenn man die Politik außen vor läßt, ein einmalig schönes Land. Christa

  • claudili (RP)

    Vielen Dank für den netten Kommentar... genau das möchte ich damit erreichen :-) Sie waren schon mal im Iran? Liebe Grüße Claudia

  • Christa60

    Ja, vor vielen Jahren! LG Christa

  • edwingrub (RP)

    Hallo Claudia,
    wir waren 2008 im Iran. Genau zur Neujahrszeit, in der unheimlich viel Bewegung im Land war. Noch nie wurden wir so oft angesprochen, wie es uns im Iran gefällt. Die Leute waren sehr aufgeschlossen und freundlich. Abgesehen vom kulturellen Reichtum dieses Landes, sind die Menschen allein einen Besuch wert. Es ist keineswegs ein Land voll von Finsterlingen, wie es manche Medien weis machen wollen.

  • claudili (RP)

    Hallo Edwin,
    es ist schon erstaunlich, wie beeinflussbar man ist - mir ging es kurz vor der Reise nicht anders. Aber man soll manchmal Vorurteile über Bord werfen - und einfach mit eigenen Augen schauen - das war die Erkenntnis, die ich von der Reise mitgenommen habe. Ich wünsche Ihnen noch viele schöne Reisen :-)
    Viele Grüße Claudia

  • Blula

    Ich danke Dir, dass Du mir mit diesem faszinierenden Bericht dieses Land um ein Vielfaches nähergebracht hast.
    LG Ursula

  • trollbaby

    Hallo Claudia!
    Ein wunderbarer Bericht! In den Iran möchte ich ja schon lange einmal, so sauge ich derzeit auf, was ich über das Land in touristischer Hinsicht so alles erfahren kann. Ich hoffe nur, die Lage in dieser Region bleibt ruhig, sodass ich auch wirklich einmal dorthin reisen kann! Dein Bericht hat jedenfalls den Gusto erhöht! Vielen Dank!
    LG Susi

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  • Schili

    Sehr schöner Reisebericht. Erinnert mich an die Kommentare und ungläubigen Blicke von Freunden und Bekannten, als wir vor einigen Jahren Urlaub im Libanon machten...;-) Zum Thema Frauen und Verhüllung/Verschleierung: sicher, es ist ein Zeichen der Unterdrückung.Und es ist sicherlich lästig. Und JA - wir Männer haben da gut reden....Fakt ist: praktiziert man/frau diese von dir ebenfalls verwendete Art, sich einen Schal um den Kopf zu winden, ist frau in muslimischen Ländern absolut! vor Belästigung geschützt. Meine Frau praktiziert das ebenfalls höchst erfolgreich. Dazu schere ich mir noch meine obligatorische Urlaubsglatze, böse Sonnenbrille aufgesetzt -voila...während Shorts- und Spaghettihemdchen-tragende junge Damen in islamischen Ländern schier zu Tode belästigt werden(von der Pietätlosigkeit des Auftretens mal abgesehen...), werden wir - und speziell meine Frau - stets mit Höflichkeit und Respekt behandelt.Dabei kann es so einfach sein, befolgt man/frau ein paar einfache Spielregeln...;-) Um auf deinen tollen Bericht zurückzukommen: sobald sich die politische Situation im Iran ein klein wenig ändern sollte, bin ich fest entschlossen, dieses hochinteressante Land zu bereisen. Am liebsten individuell. Aber DAS scheint nicht ganz so einfach zu sein...aber schaun mer mal... Gruß aus Köln.

  • globetrotter

    Hat mich an unsere Iranreise im April 2008 mit Marco Polo erinnert :) Danke für die schönen Erinnerungen daran!
    Auch ich habe die Menschen dort als aufgeschlossen und gastfreundlich empfunden:)
    Ich habe das auch in meinem Reisebericht hier wiederzugeben versucht :)
    LG Ute

  • traveltime

    Hallo Claudia,
    ich hatte heut Zeit diesen schönen invormativen Bericht in Ruhe zu lesen.
    Ein Land was mich auch reizen würde, wie die gesamte Region des mittl. Ostens.
    z.Z. habe ich Angst wegen eines israelischen Erstschlags (Atomproblematik).
    Aber aufgeschoben ist ja nicht aufhoben und ich hoffe auf bessere Zeiten.
    Danke nochmal für diesen Bericht.
    LG Rolf

  • claudili (RP)

    Dankeschön ihr 3, freut mich sehr, dass euch der Bericht gefallen hat.

    @Schili - ja es stimmt, man muss einfach die Spielregeln einhalten, wenn man gern in diesen Ländern unterwegs ist, das mit den Kleidervorschriften wäre für mich auch nie ein Grund, ein Land nicht zu bereisen. Im Grunde genommen kann man den Iran auch individuell bereisen, wir haben unterwegs immer mal wieder ausländische Touristen gesehen, die allein unterwegs waren, man hat sowieso im Land selbst ein anderes Gefühl, als wenn man das so von außen betrachtet. Die Straßenverhältnisse sind ausgesprochen gut und die Schilder in Farsi und englisch geschrieben. Ich denke, es braucht einiges mehr an Vorbereitung, aber unmöglich ist das nicht. Wenn du Namibia "überlebt" hat, dann schaffst du das auch :-)) Es gibt übrigens auch Privattouren mit RL.

    @globetrotter - deinen Bericht hatte ich mir damals schon angesehen, wirklich wunderbar geschrieben, vieles habe ich ebenso empfunden, leider wurde Qom gestrichen - zu unruhig! Ich denke immer noch sehr gern an die Reise zurück.

    @traveltime - ich bin mir sicher, dass das nicht passieren wird. Im Grunde genommen mögen sich die Menschen beider Nationen und sind gegen einen Krieg. Bei facebook gibts z.B. ne Seite "Iran-Loves-Israel", wirklich gut gemacht. Es sind halt immer die Regierungen, die ihre Macht spielen lassen.

    Euch eine gute Nacht
    Claudi

  • netjuggler

    Vielen Dank für diesen spannenden, interessanten und schön bebilderten Bericht, den ich als grosse Ermunterung auffasse, dieses Land endlich zu bereisen. Das möchte ich eigentlich schon seit vielen Jahren, leider bessert sich die Lage für die Menschen dort seit ebenso vielen Jahren nicht, so dass man darauf vielleicht nicht warten kann und trotzdem fahren sollte :).

    Herzliche Grüsse,
    netjuggler

  • reisefreudig

    Guten Abend Claudia,

    ..da kommt gleich die Erinnerung auf, dieser Bericht ist Dir toll gelungen, die Bilder fantastisch.
    ..eine zweite Reise ( war alles schon fertig geplant ) mussten wir wegen der "Umstände" leider absagen.

    ..zu Persepolis, so denke ich, dürften wir der gleichen Meinung sein, hier

    „Das Leben wird nicht gemessen
    an der Zahl unserer Atemzüge,
    sondern an den Orten und Momenten,
    die uns den Atem rauben“

    lg aus Wien, Harald

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  • nomade

    Ein gelungener Bericht.
    Hat unsere Erfahrungen von 2005 voll bestätigt.

    Das iranische Bild in der Öffentlichkeit ist das Eine, die Realität das Andere.
    Es gibt auch so ganz verschiedene Ansichten von westlichen Demokratien, die einfach Alles dürfen oder meinen zu dürfen, und das Weltbild selbst kräftig beeinflussen(dicke Filter vor der Presse/Linse....).
    Auch wir, meine Frau und ich wünschen dem iranischen Volk baldmöglichst eine Politik die es verdient.

    LG aus Nordbayern. Christoph

  • RELDATS

    Sehr interessante Geschichte. Schöne Fotos!
    Nette Grüße von Josef

  • marluebb

    Hallo,

    ein wunderbarer Bericht und tolle Bilder.

    Ich kann es nur bestätigen, dass wir leider sehr von den Medien geprägt werden.

    Ich bin Deutscher und habe eine Perserin über das Internet kennengelernt und lieben gelernt. Nun sind wir seit über 2 Jahren verheiratet. Im September 2011 war ich das erste Mal alleine im Iran, um sie kennenzulernen. Im Oktober 2012 sind wir zusammen in den Iran geflogen, um ihre Familie zu besuchen. Liebenswerte offene Personen.

    Meine Erlebnisse im Iran waren sehr beeindruckend und war immer sehr traurig als ich/wir wieder abreisen musste/n.

    Gruß,
    Mark

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