Italien 2008 - 3. Teil

Reisebericht

Italien 2008 - 3. Teil

Reisebericht: Italien 2008 - 3. Teil

Unterwegs nach Volterra und in der Crete

Crete



Italien 2008 - 3. Teil

24.04.2008

Ans Meer, ans Meer – heute geht es ans Mittelmeer!!! Beim letzten Besuch der Toskana hat-ten wir ebenfalls einen Abstecher ans Meer gemacht und sind durch die Badeorte Forte die Marmi, Pietrasanta und Viareggio gefahren. Heute wollen wir mal bis nach Cecina ans Ligu-rische Meer durchfahren. Auf dem Weg dahin kämen wir dann noch an Volterra vorbei.

Heute ist der Himmel etwas bedeckt mit sonnigen Abschnitten, sodass wir vom zauberhaften Ausblick aus dem Frühstücksraum nicht zu lange gefesselt waren.

Über Colle di Val d’Elsa fuhren wir auf der Straße No. 68 in Richtung Volterra. Die Straße ist gut asphaltiert aber nur zweispurig ausgebaut. In sanften Biegungen schwingt sich die Stre-cke über Hügel und Berge, sodass es eine Lust ist mit dem Auto zu bummeln und die Land-schaft zu genießen. Trotz recht hohem Verkehrsaufkommen kamen wir zügig voran und wa-ren bald in der Nähe von Volterra.

Und dann lag die Stadt vor uns. „Volaterrae – die über das Land Dahinfliegende“ wurde sie früher auch genannt und da hatte man durchaus recht. Langgestreckt auf einen Hügel gele-gen sieht es wirklich danach aus. Diese Stadt liegt noch 200 Meter höher als San Gimigna-no, was sich durchaus bemerkbar macht. Außerdem ist die Stadt noch von einem gewaltigen Mauerring aus der Antike umschlossen. Düster, verschlossen, schwermütig – dies sind die Attribute des Reiseführers. Wir können es nur bestätigen.

An der Porta Fiorentina fanden wir einen Parkplatz nahe des Teatro Romano – einer einge-zäunten Ausgrabungsstätte eines römischen Theaters und eines Badehauses. Von hier aus machten wir uns auf den Weg in die Stadt und landeten natürlich auf dem Rathaus-Platz und vor dem Dom. Die Hügellage macht sich hier sehr stark bemerkbar, denn es waren doch ei-nige Aufstiege zu bewältigen. Die Straßen und Gassen sind recht eng und düster. Desglei-chen der Rathaus-Platz und auch der Dom, der recht wenig zum Verweilen einlädt. Nach ei-nem kurzen Blick nahmen wir unseren Rundgang wieder auf bis zur Porta all’Arco. Dieses mächtige Stadttor überdauerte noch aus der etruskischen Zeit und trotze allen Eroberungs-versuchen. Wunderbare Blicke über die Landschaft entschädigen beim Rundgang an der Stadtmauer.

Von dort aus stiegen wir weiter bergan zum Parco Archeologico und dem Fortezza Medicea. Das Fortezza Medicea ist nicht zu besichtigen. In den alten Mauern (die größte Festung der italienischen Renaissance – gebaut durch die Medici nach der Eroberung Volterras) ist heute noch eine Hochsicherheitsgefängnis untergebracht. Auf dem Gelände nebenan hat man die Akropolis der Etrusker entdeckt und nach Beendigung der Arbeiten einen archäologischen Park eingerichtet. Leider sind nur noch Grundmauern erkennbar und für den Laien schwer zu deuten. Auf dem Weg dorthin stutzten wir an einer Straßenecke, denn wir betraten die „Viale Wunsiedel“. Volterra ist in Städtepartnerschaft mit der deutschen Stadt Wunsiedel verbun-den. Wir waren erstaunt und ein wenig belustigt.

Lange blieben wir nicht mehr in Volterra. Mir war noch ein Hinweis auf Nekropolen aufgefal-len und dahin führte uns nun unser Weg. Vorbei ging es an einen typischen italienischen Friedhof mit hohen Mauern, in die man Urnen und Särge verbrachte. Eine Bushaltestelle da-vor und - wie in einem Film – typische italienische Frauen auf dem Weg zu den Verstorbe-nen. Kurze Zeit später waren wir am Ziel und konnten zwei Nekropolen besichtigen. In die Felsen gehauene runde Höhlen mit einer tragenden Säule in der Mitte. Rundum laufend eine Stufe, auf der die Toten abgelegt wurden. Dahinter eine weitere Stufe auf der vermutlich die Aschenurnen Platz fanden. Die Höhle wies keine weiteren Ausschmückungen auf.

Nach diesem doch recht kurzen Besuch ging es wieder auf die Piste. Ich muss gestehen, dass mir das Autofahren auf den italienischen Straßen sehr gut gefällt. Das wäre ein absolut guter Kultur-Import nach Deutschland. Am Ufer des Cecina fuhren wir in Richtung der gleichnamigen Stadt. Das Flussbett war sehr ausgedehnt. Es müssen in antiken Zeiten er-hebliche Wassermengen geflossen sein oder die Flüsse schwellen nach der Tauperiode sehr an.

Cecina ist eine kleinere Stadt, die ganz auf die Sommerfrische baut. Es wird sehr viel Raum zum Flanieren geboten. Kleine Geschäfte und Cafés säumen die Strassen. Touristisch war noch nicht viel los, die Saison stand erst kurz bevor. Nach einem kleinen Rundgang machten wir uns auf zum Meer. Das heißt, wir fuhren nach Marina di Cecina – der dazugehörige Ba-deort. Der Hauptort ist nicht unbedingt ein Ausbund von Schönheit, aber sehr idyllisch von ausgedehnten Pinien-Wäldern gesäumt. Ein offenes Strand-Café lud uns erstmal zum Ver-schnaufen ein und versorgte uns mit Café und Panini. Beobachten konnten wir recht gut die wenigen anwesenden Touristen. Es gibt nichts Schöneres.

Früh waren wir schon wieder auf dem Weg zurück und machten – einer Laune folgend - ei-nen kurzen Abstecher nach Riparbella. Eine kleine Stadt links die Berge rauf. Und natürlich viele, viele Serpentinen, was mir doch wieder ein großes Vergnügen war. Axel war etwas einsilbig auf dieser Fahrt. Oben angekommen fanden wir auch gleich eine Parkmöglichkeit und machten uns auf den Weg zu einem kurzen Rundgang. Die Stadt zieht sich rund um ei-nen Taleinschnitt auf der Berghöhe hin und bietet wahrhaft tolle Aussichten. Wer Ruhe fin-den will ist hier bestimmt richtig. Die Einwohnerzahl wird mit etwas mehr als 1.400 Einwoh-ner angegeben. Berühmt wäre der Ort für die Wildschwein- und Pilzgerichte. Leider ist die offizielle Web-Seite von Riparbella nur in Italienisch gehalten. Andere Web-Seiten befassen sich nur mit Unterkünfte und Ferienwohnungen (es werden sehr viele Unterkünfte angebo-ten) aber weniger mit der Geschichte des Ortes.

Wer raufkommt muss auch wieder runter – hilft alles nichts, also los ging’s und schon waren wir wohlbehalten wieder unten angekommen und bummelten zurück nach Volterra. Von dort aus nahmen wir einen anderen Weg, der uns direkt nach San Gimignano führen sollte.

Obwohl man nicht sehr schnell fährt, sind die Distanzen nie so groß, dass man lange Zeit un-terwegs wäre. Die Toskana ist einfach nicht so riesig, wie man annehmen könnte.

In San Gimignano folgten wir einer Empfehlung von Heidi und versuchten unser Glück im Restaurant „Le Vecchie Mura“. Es ist halt noch Vorsaison, da brauchte man nicht zu reser-vieren und wir waren auch sehr früh dran.

Wir entschieden uns für einen Tisch auf der Panorama-Terrasse, die direkt an der Stadt-mauer gelegen war. Ein ummauertes Gartenstück durch eine kleine Strasse vom Haupthaus und Restaurant getrennt, aber der absolute Hit bei allen Gästen. Unser Tisch stand auch di-rekt an der Mauer und wir hatten einen wunderbaren Überblick über die Umgebung der Stadt. Gleich versuchten wir unsere Mühle zu finden. Man kann das Haus nicht direkt sehen, aber der ansteigende Hügel, den man vom Frühstückraum betrachtet fiel sofort ins Auge uns zeigte uns die Richtung an. Die Sonne schien noch, die Farben waren prächtig und das Gras sah von hier oben so saftig aus, man wäre gern dort unten gewesen und hätte angefangen zu Grasen.

Ich probierte an diesem Abend ein Glas Brunello, der mir sehr mundete und Axel entschied sich für einen nicht weniger genialen Chianti. Mit Antipasti begannen wir und ließen danach ein Süppchen und ein exzellentes Fleischgericht folgen. Tiramisu und Espresso bildeten den Abschluss dieses gelungenen Dinners für insgesamt EUR 85,--. Durchaus angemessen für Qualität und Service. Und natürlich für die Aussicht.

Bei Heidi bedankten wir uns für den Restaurant-Tipp und berichteten kurz über unseren Tag am Meer. Mit einer Flasche Rotwein zogen wir uns dann zuerst auf die Terrasse und schließ-lich auf unser Zimmer zurück.

25.04.2008

Der frühe Vogel fängt den Wurm… Immer wieder gern genommenes Sprichwort.
Wir fallen abends todmüde ins Bett, sind aber am nächsten Morgen gut ausgeschlafen und fit für neue Taten. Heute wollen wir über Siena hinaus in die Crete.

Genauer gesagt in die Crete Senesi, ein regenarmes durch Erosion geprägtes Gebiet südlich von Siena. Die Bilder aus diesem Bereich prägen im Allgemeinen unser Toskana-Bild. Sanf-te Hügel, Zypressen gesäumte Wege, eher trockene niedrige Vegetation. Und genauso sieht es dort auch aus.

Wieder machten wir uns auf den Weg nach Siena und fuhren dann eine Nebenstrecke in Richtung Asciano. An einer besonders schönen Stelle mussten wir unbedingt abbiegen. Auf eine sanfte Hügelkette führte ein von Zypressen gesäumter Weg zu einem Gutshof oder ähnlichem hinauf. Es handelte sich um das Castello di Leonina. Eine kleine Festung aus dem 13. Jahrhundert. Errichtet von der Familie Chigi. Diente später dem Papst Alexander VII. als Sommer-Residenz. Auch er ein Mitglied dieser Adelsfamilie. Heute ist es eines der besseren Hotels der Toskana. Schöne Anlage, ruhig gelegen mit einem wunderbaren Weit-blick über die Crete. Wir sahen die Crete ergrünt im Frühjahr. Fast alle Photos wurden aber im Spätsommer/Frühherbst aufgenommen mit goldgelben Getreidefeldern.

Weiter ging der Weg nach Asciano – nach Reiseführer die kleine Hauptstadt der Crete. Klein ist der Ort, das können wir bestätigen. Und hat auch seinen ganz speziellen Charme. Touris-ten verirren sich eher selten hierher. Trotzdem machten wir einen kleinen Rundgang durch den Ort bis zur Stiftskirche Sant’Agata im romanischen Stil erbaut. Haben wir aber nicht reingeschaut. Heute sollte eher die Landschaft auf uns wirken.

Anschließend hielten wir uns in Richtung Küste und steuerten den Monte Oliveto Maggiore hinauf. Der Berg wird gekrönt von einer berühmten Abtei, was auch bedeutet, dass sehr viele Reisebusse Touristen ausspucken. Wir fuhren weiter. Es war bestes Wetter. Sonnig mit ein paar kleinen Wolken. Schöne Ausblicke auf die Landschaft. Wir waren glücklich und steuer-ten Buonconvento an.

Von dort aus ein kleines Stück zurück in Richtung Siena und wieder nach links auf die nächsten Hügel zu Richtung Meer. Campriano war der nächste Ort in dem wir anhielten und einen kleinen Rundgang einlegten. Das machten wir noch einige Male, denn jeder kleine Ort hat seine Schönheiten, man muss sie nur entdecken.

Sehr hübsch und ansehnlich ist Borgo di Torri. Ein kleiner Weiler mit einer Abtei. Natürlich – ihr werdet es schon ahnen – mal wieder auf einem Hügel gelegen. Eine atemberaubende Zufahrt bot sich uns. Durch das Stadttor ging es gleich scharf nach rechts und was wir sahen erweckte den Eindruck, wir würden sofort in der Kurve mit unserem Corsa stecken bleiben. Also ließ ich den Wagen zurückrollen und wollte weiter unten parken. Dann kam ein Alfa Romeo und nahm diese Kurve mit Schwung und war in der Stadt verschwunden.
Angespornt gab ich dem Corsa die Sporen und sauste hinterher. Böse Zungen behaupten, ich hätte die Augen zugemacht nach dem berühmten Sprichwort „Augen zu und durch“. Nein, ich habe alles gesehen und nach der Kurve war genug Platz für einen Mittelklasse-Wagen. Mehr aber auch nicht. So ging es dann reichlich kurvig durch den kleinen Ort bis hinauf zur Abtei. Das Tor war aber für moderne Autos zu klein. Also parkten wir davor und machten einen kurzen Rundgang. Abgeschlossen – kein Einlass. Wir sahen die Abteikirche leider nur von außen. Auf der anderen Seite des Ortes ging die Straße schnurstracks ohne Probleme wieder hinab in die Ebene und wir bummelten weiter grobe Richtung San Gimig-nano. Dabei mussten wir die Colline Metallifere überqueren. Das ist eine Gebirgsregion, die sich von Siena in Richtung Massa Marittima zieht. Seit etruskischen Zeiten wurde hier Erz abgebaut. Eher schwach besiedelt und ursprünglich. Für Wanderer bestimmt ein sehr reizvolles Gebiet.

Sovicille erreichten wir als nächsten Ort und machten einen kleinen Abstecher. Wir parken bei erstbester Gelegenheit und gingen direkt bis auf den Hügel hinauf. Es steht dort keine große Kirche. Das Zentrum wird beherrscht durch einige größere Gebäude um einen schön angelegten Platz. Netter kleiner Ort. Sollte man ruhig mal wieder vorbeischauen.

So langsam schritt die Zeit voran. Es war gerade 14.00 h geworden und wir machten uns jetzt auf den direkten Weg zu unserer kleinen Mühle. Die Landschaft änderte sich wieder – die Toskana ist ja so vielfältig. Durch das Val d’Elsa kamen wir gutgelaunt wieder zurück.

Nach einer kleinen Ruhepause am Pool (ich) und einem kurzen Rundgang in der Umgebung (Axel) überkam uns ein größeres Hungergefühl. Heidi hatte heute einen freien Tag, aber Ma-ria Grazia warf sich sofort ins Zeug und empfahl uns ein Restaurant an der Straße nach Col-le Val d’Elsa. Leider habe ich keine Quittung aufbewahrt und auch noch in bar bezahlt, also auch kein Vermerk auf den Mastercard Auszügen, so kann ich euch leider nicht den Namen verraten.

Es war ein typisches italienisches Restaurant. Ein neues Gebäude mit dem Charme einer Bahnhofshalle. Die Tische waren recht eng zusammengerückt, aber der Raum durch einige Raumteiler etwas strukturiert. Ein typisches Restaurant für Italiener halt.
Das Essen war köstlich – auch wenn ich nicht mehr sagen kann, was wir da gegessen ha-ben. Ich glaube, ich hatte eine Pizza, denn es gab einen Steinofen mit Holzbeschickung. Da kann nur eine gute Pizza rauskommen. Die Karte umfasste etwa eine Seite nur mit Vernac-cia. Das ist der Weißwein, der in der Umgebung von San Gimignano erzeugt wird.
Das mussten wir natürlich gleich mal probieren. Sehr schön ausdrucksstark. Kann man ruhi-gen Gewissens empfehlen. Ein krönender Abschluss des Tages.




verwunschener Garten


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