Ein Kindheitstraum wird wahr und grün ist blau

Reisebericht

Ein Kindheitstraum wird wahr und grün ist blau

Reisebericht: Ein Kindheitstraum wird wahr und grün ist blau

Als Flashpackerin unterwegs durch den Norden von Laos.
Ein wirklich armes Land; freundliche, entspannte Menschen; wunderschöne Natur; viele Wasserläufe, viel sticky rice, Hängematten mit Blick auf den Sonnenuntergang am Fluss.
Ja, und die Verwirklichung eines Kindheitstraums, verbunden mit Abenteuer.

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Eine Radtour durch Dörfer und Reisfelder

pink banana

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Meine Nachbarin nimmt zärtlich aber bestimmt ihr Kind von der Brust. Endstation, der Bus hält in Chiang Kong. Nun trennt mich nur mehr der Mekong von Laos. Soviele Asien-Reisende hatten glänzende Augen bekommen, jetzt würde ich sie selber erfahren: die Freundlichkeit und Entspanntheit der Laoten.
Der Mekong ist viel schmäler, als ich mir erwartet habe und die Überfahrt mit dem langen schmalen Motorboot unspektakulär. An der Grenzstation fülle ich die Papiere fürs Visum aus und übergebe sie einer jungen Frau, die nur laotisch spricht. Sie gibt’s weiter an ihre Kollegin, die nun sorgsam zwei Zettelchen stempelt. Weiter gehen meine Unterlagen zu einem Mann, der die Zettel unterschreibt. Nun übernimmt ein weiterer Angestellter: er klebt einen Zettel in meinen Pass und verfasst eienn Eintrag in ein großes Buch. Der letzte Mann im Zimmer kassiert nun die 15.000 Bht (35 $) und gibt mir den Pass mit Visum, den ich nun an der Grenze herzeigen kann. Fünf Personen haben an dem Visum gearbeitet – und es erntet kein Interesse.

Die laotische Währung bekommt man nur im Land und der Bankomat spukt, wie von vielen beschrieben, tatsächlich eine Million aus. Kip, also rund € 100,-.

Mein Ziel ist nicht die zwei Tage lange Bootstour auf dem Mekong nach Luang Prabang sondern die Nationalparks und Städte des Nordens. Trekkingtouren, Hilltribes, faulenzen, Sonne, Wärme und Grün.

Der öffentliche Bus bringt mich durch eine hügelige bewaldete Gegend, vorbei an vielen einfachsten Dörfern, zu meinem ersten Ziel, Luang Namtha. Die Stadt hat ca. 18.000 Einwohner und ist eigentlich eine Ansammlung von mehreren Dörfern über mehr als 10 km Länge. Luang Namtha liegt in einem netten weiten Tal, in dem vor allem Reis angepflanzt wird, rundherum von Hügeln umkreist. Eine Radtour ist nicht wirklich anstrengend, weil man eigentlich immer eben dahinfährt. Ich hab keines der Mountainbikes genommen, sondern ein einfaches aus asiatischer Produktion, auf dem man relativ gerade sitzen kann. Gottseidank bin ich nicht sehr groß und hab eine Fahrradhose mit: Auch wenn der Breitarsch-Sitz Gemütlichkeit ausstrahlte, hat sich die Polsterung bezahlt gemacht.

Am nördlichen Ende der Stadt liegt das administrative Zentrum mit mehrstöckigen und tlw. fast pompösen Häusern. Etwas südlich davon gibt es zwei Blöcke mit Guesthouses, Lokalen und den Agencies, die vielversprechende Touren anbieten. Ich fahre an größeren Gemischtwarenhandlungen vorbei, mehreren Werkstätten, Schulen, einem großen Food market, und vielen kleinen Läden.

Die wichtigen Straßen sind asphaltiert, aber der Großteil sind doch eher Erdstraßen. Die Dörfer sind sehr einfach, die Häuser sind aus Holz und Bambus und stehen auf Pfählen. Die Geschäfte sind auch nur mehr Miniläden, die Chips, Eier, Batterien und Cremen anbieten. Industrie gibt es keine, es ist wirklich sehr ländlich. Eines der Dörfer ist berühmt für seine Seidenproduktion, aber gesehen hab ich sie leider nicht. Wie ich auch kein Flugzeug bemerken konnte, das auf dem Airstrip gelandet wäre.

Reizvoll ist die Landschaft rund um die Dörfer. Weil es vor allem Reisfelder sind, ist sie terassiert. Zwar liegen die Felder fast alle brach, aber einige wenige werden schon geflutet und bebaut. Entlang der vielen Wasserläufe und Bäche wiederum gibt es paradiesische Gärten – und am späten Nachmittag beobachte ich, wie die Einheimischen zu den Bächen gehen, um sich und die Wäsche zu waschen.

Ich radle in der Dämmerung wieder ins Zentrum, schlussendlich muss ich mich ja um meine Trekkingtour kümmern!


Tipp: Karten für die Umgebung schon zuhause ausdrucken! Die besten und liebevoll gezeichneten liefert hobomaps.com



Gärten am Fluss


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Kommentare

  • yunnanfoto

    Ein sehr schöner Bericht, garniert mit eindrucksvollen Fotos.
    Viele Erinnerungen tauchen auf an meine erste Reise durch Laos 1992, als Touristen noch nicht einreisen durften und ich auf Einladung des laotischen Aussenministeriums das Land besuchen und mich überall frei bewegen konnte. Da habe ich dieses Land und seine Bewohner lieben gelernt.

    Ich freue mich schon auf die Fortsetzung !
    LG, Herbert

  • Blula

    Ich bin schwer beeindruckt... zunächst auch mal von Deiner Leistung... als Flashpackerin durch Laos! Alle Achtung! Und Dein Bericht von dieser abenteuerlichen Reise ist fantastisch. Spannend zu lesen und dabei konnte ich so viel von Land und Leuten erfahren. Deine hervorragenden Fotografien habe ich ebenso bewundert. Danke für diesen tollen Reisebericht!
    LG Ursula

  • freeneck-farmer

    Dein Bericht und deine Bilder eigentlich die ganze Reise sehr beeindruckend. So ein Art vom Reisen liebe ich. Habe das in der frühe 90er Jahre auch gemacht. Jetzt reise ich etwas bequemer. Ich wußte nicht was Flaspacking war und habe das mal gegoogelt.

    "Flashpacker werden als „wohlhabenderere Backpacker“ bezeichnet, welche mehr Komfort brauchen und nutzen als ein „gewöhnlicher Backpacker“. Sie sind technisch gut ausgestattet und reisen mit Mobiltelefon, Laptop und Digitalkamera um die Welt. Statt in einem Hostel schlafen Sie lieber im Hotel und wenn es geht wird auf die teureren und schnelleren Verkehrsmittel zurückgegriffen"

    Ich finde das was du in dein Bericht beschreibst ist hört sich nicht nach Flashpacking an.
    ist Backpacking out?? Das wäre schade.
    LG Anneken
    PS ich bedenke gerade das wie ich jetzt Reise und was ich als bequemer einstufe, Flashpacking ist. :-))

  • gabi.weinert

    Liebe Anneken,
    ich habe mich tlw. doch als Flashpacker gefühlt. In Luang Namtha und in Muang Ngoy hatte ich Unterkünfte mit hot shower (und eigenem Badezimmer), auch das Quartier in Nong Khiaw war gehobene Klasse. Es gibt in Nordlaos wirklich viele sehr einfach Unterkünfte in einfachen Holzhäuschen mit grad einem überzogenen Bett und vereinzelten Haken an der Wand sowie Benutzung eines Gemeinschaftsbads; richtige Design- oder Boutiquehotels findet man nur in größeren Städten (Luang Prabang hat einige).
    Ja, und die von dir genannte technische Ausrüstung habe ich tatsächlich mit mir rumgeschleppt ;-)
    Freut mich, dass dir mein Bericht gefallen hat.

    An Luang Prabang mach ich mich am Wochenende! L G Gabi

  • freeneck-farmer

    Gabi, ich freu mich schon.
    LG Anneken

  • shootingstar

    @ Gabi: Wirklich sehr gute Bericht-und Bilderstattung. Ich war zwei mal dort und will auch wieder hin. Dein Bericht und die Bilder über die Menschen und die Natur sind beeindruckend!!
    LG Claudia

  • puppymaus

    Gratulation zu so einen spannenden und schönen Urlaub. Sehr gut und ausführlich wiedergegeben. Die herrlichen Bilder verleiten einem ja fast dazu auch mal dorthin zu fahren.
    L.G. Susi

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  • denise_engeler

    Dank schön für deinen schönen Bericht. Ich denke du hattest wirklich eine tolle Reise in Laos. Schön, weitere Berichte von Dir zu sehen.
    LG Denise

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