Motorradreise China - Entlang der Seidenstraße und durch die Taklamakan Wüste

Reisebericht

Motorradreise China - Entlang der Seidenstraße und durch die Taklamakan Wüste

Reisebericht: Motorradreise China - Entlang der Seidenstraße und durch die Taklamakan Wüste

Im Folgen berichte ich von unserer Motorradreise durch China. Entlang der berühmten Seidenstraße und durch die Wüste Taklamakan. Die Reise wurde von Asien Special Tours in Zusammenarbeit mit CTS Berlin organisiert. Angefürht wurde die Tour von Asien Special Tours Geschäftsführer Rüdiger Lutz.

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Ab in die Wüste...

TAKLAMAKAN - MUSTAGH ATA – PAMIR – RICHTHOFEN GEBIRGE – KUNLUN - TIANSHAN - TURFAN – KASHGAR - SVEN HEDIN...Namen mit magischem geheimnisvollen Klang, die sicherlich einigen von uns den Samen von Fernweh und Reisen eingeplanzt haben.

Nach vielen Jahren ist es endlich soweit. Wir sind 10 Personen, 2 Frauen und 8 Männer, und wir werden uns einen Traum erfüllen. Motorradfahren in einem Teil der Welt, der gefühlt noch viel weiter weg ist als geographisch.

Wir werden am Mustagh Ata am Fuße eines Gletschersees in Jurten übernachten, nachdem wir auf dem Sonntagsmarkt in Kashgar unser erstes chinesisches Geld ausgegeben haben. Ach ja, vorher haben wir in der ehemaligen russischen Botschaft in Kashgar übernachtet!

Die Seidenstrasse ist ein legendärer Handelsweg, seit Mitte der 80er auf der Nordseite der Taklamakan auch zunehmend touristisch vermarktet. Also ab auf die Südroute, der Grenze zwischen Tibet und Xinjiang! Berge, Steine und Sand, unterbrochen in immer größeren Abständen von kleinen Oasen. Und dann das highlight, die Durchquerung einer der mit 300.000 km² größten Sandwüste der Welt,
der Taklamakan, auf Deutsch Wüste ohne Wiederkehr. Aber das war
früher.

Wir fahren mit vielleicht zuverlässigen Geländemotorrädern japanischer oder chinesischer Produktion! So ist der Wunschplan, aber sicherlich werden die Maschinen in einem landestypischen Zustand sein, oder?

Ca. 600 km Sand quer durch die Wüste, Sand, Sand, das sollte doch an einem Tag zu schaffen sein, zumal es ja auf dieser Strecke NICHTS gibt, außer Sand. Wir werden das schaffen, das haben wir ja auch unseren Kindern, Ehepartnern und Freunden versichert.. Der restliche Weg ist dann fast Erholung: durchs Tarimbecken nach Turfan und Urumqi. Abschließend erliegen wir in Peking noch einige Tage dem
vorgezogenen Weihnachtsshopping – ich könnte mir Schlimmeres vorstellen!

Um es auf den kurzen Punkt zu bringen: ich freue mich! Ich freue mich, dass es heute möglich ist, in China derartige Reisen unternehmen zu können. 1986, als ich die erste deutsche Reisegruppe auf dem Landweg von China über den Khunjerab-Pass nach Pakistan begleitet habe, da kam mir Pakistan wie Freiheit vor. Ich hätte mir im Traum nicht vorstellen können, nur 24 Jahre später in Xinjiang so
reisen zu können, wie ich es mir manchmal wünschte.

SOWEIT DER PLAN, die Vorstellung im Vorfeld. Jetzt zur Realität!

DER REISEBERICHT

17.09. 1930 Uhr pünktlicher Abflug mit Hainan Airlines nach Peking. Der Flieger ist voll, die Sitzplätze bieten ausreichen Abstand, die Erwartungen sind hoch.

18.10. Pünktliche Ankunft um 1040 Uhr am Terminal II. Wir wandern 15 Minuten zu Terminal I. Hainan Airlines lässt sich überreden, das große Gepäck entgegenzunehmen, obwohl man wohl erst 2 Stunden vor Abflug einchecken kann. Und wir fliegen ja erst in 9 Stunden. So müssen wir die großen Koffer mit den schweren Motorradsachen nicht mitnehmen zum Stadtbummel. Wir fahren mit
einem Bus zum Yashou – Markt nach Chaoyang, tauschen Geld, kaufen Telefonkarten und viele schlechte Telefone wie Kopien des iphone G4 für ca. € 80,00, und trinken natürlich viel Capuccino draußen vor dem Cafe in der Sonne. Als es dann 1800 Uhr ist, können wir endlich zum Abendessen: Pekingente bis zum Abwinken!

Und dann schon wieder ein voller Flieger, aber jetzt nach Urumqi, der modernen Hauptstadt der Provinz Xinjiang.

19.10. Wir landen um 0120 Uhr und schlafen ganz wenige Stunden nach einigen Bier in der Lobby im Tianyu Flughafenhotel. Um 0630 Uhr gibt es ein kurzes gutes Frühstück, und schon wieder geht es zum Flughafen. Um 0900 Uhr startet die Maschine nach Kashgar, natürlich voll besetzt. Die dicke Wolkendecke lässt kein optimales Kradwetter vermuten.. Wir landen um 1030 Uhr bei leichtem Nieselregen.
Verrückte Welt, wo das Wetter auch nicht mehr das ist, was es mal war. Rüdiger hatte uns mindesten 34 ° C versprochen!

Unser Reiseleiter „Oliver“ Wang Xiaogang, mit dem wir die nächsten 2 Wochen verbringen werden, erwartet uns. Voller Euphorie fahren wir zuerst durch nasse Strassen mit großen Pfützen zu einem Hinterhof dritter Ordnung, wo in einem Raum, der sehr entfernt an eine Garage erinnert, unsere Kräder warten, eine Kawasaki, eine Qingqi 200 cc, eine Yamaha XT 600 TT und der Rest XT 400. Eigentlich sollen alle Motorräder fahrfertig sein, aber so richtig kann man es nicht glauben:
von den 9 Maschinen sind 4 soweit ok, den Rest könnten wir abends abholen. Wir brauchen u.a. 3 neue Reifen, einen neuen Bremssattel und noch ein paar Kleinigkeiten. Schau’n wir mal. Wir fahren zum Hotel Seman, duschen endlich und lange. Dann trinken wir in John's Cafe viel Capuccino. Abendessen gibt es auf der anderen Straßenseite im Tianfu, allerdings nicht ganz so lecker wie im Tianfu in der Uhlandstraße. Das Essen kostet es € 6,00 (für 10 Leute!). Um 2100 Uhr fahren wir zur Werkstatt und holen die restlichen Kräder. Mit meinem Pony schaffe ich
4 (!) km, dann ist die Vorderradbremse hin, das Rad ist so fest, dass sich das Krad nicht mal mehr schieben lässt. Wir lassen es stehen und fahren mit dem Bus zum Hotel. Die XT 600 hat einen sauber laufenden Motor und einen noch besseren Sound, nur der Rest ist abgelutscht. Im John's noch einen Capuccino, bei dem Oliver verspricht, dass morgen ALLE Kräder fahrbereit sind! Schauen wir mal....

20.09. Ein etwas spartanisches, uigurisch-chinesisches Frühstück um 0800 Uhr. Die Servicekräfte im Seman Hotel sind einzigartig! Die bringt nichts aus der Ruhe!! Eine Stunde später bewegen wir uns gestriegelt und gesattelt zu den Mopeds. Um 0900 Uhr wollen wir eigentlich losfahren, aber nur 9 Kräder sind fahrbereit, meins hat immer noch eine festgegangene Vorderbremse. Der Mechaniker Mr Zhao erzählt
mir, er hätte den Bremssattel auseinandergebaut, gängig gemacht und für funktionsfähig befunden. Ich kriege die Krise! Aber ich will ja nicht
den Aufstand proben, mache feste Männchen und akzeptiere dann eine
schröttelige Ersatzmaschine, eine Suzuki 200 cc. Ein guter Fahrer kann ja auch mit einer alten schlechten hässlichen Kiste schnell fahren..
blöder Spruch, aber los geht's bei leichtem Regen und vielen Wolken.

Ein geiles Gefühl, endlich auf zwei Rädern ohne zu treten durch die
westlichste chinesische Stadt nach Westen zu fahren! Nach 120 km ist
Schluss. Eine Straßensperre der Polizei hindert uns an der Weiterfahrt.
Aus Kashgar müssen fehlende Papiere nachgeliefert werden, sonst
dürfen wir nicht passieren. Ein übliches Machtspielchen zwischen Polizei
und normalen Menschen. Nach 2 Stunden Warten bei strahlender
Sonne ist alles geklärt, und wir fahren bei schönstem Wetter auf einer
atemberaubenden Strecke in den Pamir. Am Rande eines großen
Sumpfgeländes mit vielen Jaks halten wir an einer langen Reihe
Baucontainern, in denen schöne Steine und Kristalle verkauft werden.
Shopping geht! Nach insgesamt ca. 230 km erreichen wir den Karakul-
See auf über 3500 m Höhe. Dahinter glänzt der Mustag Ata, die Mutter
der Schneeberge in der untergehenden Sonne. Panorama vom
feinsten, toll toll, toll! Man ist nicht nur dem Himmel näher, man fühlt
sich auch so! Auf der Terrasse des Seerestaurants gibt es ein spätes
Mittag- bzw. ein frühes Abendessen. Vor dem Schlafen haben wir noch
etwas Zeit, mit den Krädern am Ufer zu spielen, wobei einem schnell
die Luft wegbleibt; die Höhe ist halt spürbar.. Um 2100 Uhr wird es
schnell dunkel und saukalt. Unser Schlafplatz ist eine (1!) Jurte für
alle. Decken gibt es ausreichend, trotzdem will keiner so recht aus
seinen Mopedsachen. Es ist kalt! Die Nacht ist lang, alle schlafen
schlecht, einige leiden sehr unter der Höhe. Als ich nachts gegen 0400
Uhr austreten muss, streckt jemand seinen Kopf aus der Nachbar-Jurte
und kotzt. Doch das mindert nicht den Eindruck, den der Bergriese bei
grau-blau-kaltem Vollmondlicht und unzähligen Sternen bietet.

21.09. 0730 Uhr: Endlich ist die Nacht vorbei. Bis auf die beiden
Mädels, die vor lauter Kopfschmerzen nicht aufstehen wollen, hält es
keinen mehr in der Jurte. Wir schleichen zum nahen Restaurant, wo ein
heißer Tee auf uns wartet. Und dann erreichen die ersten
Sonnenstrahlen unsere kalten Körper, ein herrliches Gefühl von Wärme
und Glück. Wir warten noch 30 Minuten, bis die Sonne das Eis auf der
Straße und auf den Motorrädern in Wassertropen umgewandelt hat,
und dann geht es bergab. Da wird die kleine Suzuki doch schnell wie
Schmidt's Katze. Blauer Himmel, Sonne und schneebedeckte
Bergriesen bieten ein unvergessliches Panorama. Sogar die gestern so
strenge Polizeikontrolle passieren wir heute problemlos. Dass wir die
letzten 80 km zurück nach Kashgar in strömendem Regen fahren,
mindert das Erlebte in keiner Weise.

Gegen 1600 Uhr sind wir wieder im Seman Hotel. Das Abendessen gibt es nochmal im Tianfu, da wissen wir, was wir kriegen, und das haben ja alle überlebt. Der Mechaniker schraubt noch bis kurz nach Mitternacht. Mein Pony bekommt einen
nicht ganz passenden, aber neuen Bremssattel. Immerhin dreht sich
jetzt das Vorderrad und die Bremsleistung von 10 % ist landestypisch.
Was soll's, ich akzeptiere und werde morgen also XT 600 ohne
Vorderradbremse fahren, aber mit tollem Auspuffsound!!

22.09. Heute können wir es etwas langsamer angehen lassen. Die
Etappe führt über ca. 220 km nach Shache, einer „kleineren“ Stadt
südlich der Taklamakan. Eigentlich wollten wir in Yechang rasten, was
uns aber nicht genehmigt wurde. In diesem strategisch wichtigen Ort
beginnt einer der 3 großen Landwege nach Tibet. Und um den 1.
Oktober, dem Gründungstag der VR China, muss die
Volksbefreiungsarmee natürlich gerade an solchen Orten große
Manöver durchführen und Präsenz zeigen.

Wir verlassen Kashgar im Regen und freuen uns wie Kinder an einer langen, chaotischen Baustelle mit vielen großen Pfützen, von denen wir keine auslassen,
damit unsere teuere offroad-Schutzkleidung auch endlich einmal so
richtig gebraucht aussieht. Dreck aus Sprühdosen ist hier definitiv
überflüssig. Nach einigen schönen Kilometern und einem freundlichen
Tee in einer kleinen schmutzigen Kreisstadt wird der Regen weniger
und eine Steinwüste mit weitem Horizont beginnt: Vollgas! Mein Pony
säuft, die Reserve reicht für 15 schlappe Kilometer. Das Ergebnis: ich
bleibe in the middle of nowhere ohne Benzin stehen. Aber das ist nicht
schlimm, denn der Lumpensammler mit den Reservekannistern folgt
ja. Härter trifft es den Gerd; seine Steuerkette reißt. Das Krad wird in
den Bus gewuchtet, Gerd auf den Beifahrersitz, und weiter zieht der
Tross. Beim Einchecken im Hotel schauen uns die Damen sehr
skeptisch an. Sie befürchten, dass wir, glücklich und dreckig wie wir
sind, die angeblich neuen Teppiche auf den Zimmern ruinieren. Unser
Angebot, uns in der Lobby zu entkleiden, wird allerdings kichernd
abgelehnt. Wir einigen uns darauf, die Stiefel vor der Zimmertür zu
lassen! Der Mechaniker treibt eine neue Steuerkette auf und kann
Gerds Moped in der Nacht reparieren, während wir uns nach einem
langen Spaziergang durch eine langweilige neue Stadt mit dem
Grundriss einer Rittersport mit einem köstlichen Feuertopf für künftige
Aufgaben stärken.

23.09. Frühstück und back on the road again – Bei strömendem
Regen! Eigentlich sollte es total trocken sein und mindestens 38° C bei
strahlend blauem Himmel haben, hat Rüdiger versprochen. Das kriegt
er jetzt öfter zu hören. Lichtschutzfaktor 50 – da perlt der Regen selbst
von unrasierten Männerwangen. Egal, heute ist das Ziel Hetian, von
Ausländern und Uiguren auch Khotan genannt. Die 350 km
versprechen wieder viel weites Land, wenn man es denn bei dem
Regen und dem Matsch durch die verschmierten Visiere sieht. Wir
tanken an der Stadtgrenze. Herr X hat einen platten Reifen, der von
unserem Mechaniker mit den Zauberhänden in kurzer Zeit repariert
wird. Wir sollen schon mal vorfahren, sagt Oliver. Der Begleitbus will
Mr X und Mr Y auf den richtigen Weg bringen. Also ab mit Vollgas. Viel
Verkehr, viel Regen, viele Baustellen, viel Spass. Dann waren doch
einige Wasserlöcher zu tief. Mein Motor geht aus und will nicht mehr
starten. Wie durch Zauberhand taucht ein Yamaha-Werkstattwagen
auf. Es ist der lokale Yamaha-Händler! Und der weiß gleich, was zu tun
ist. Er zieht seine weißen Handschuhe an, kürzt das Zündkabel, pustet
in den Stecker und weiter geht es. Gegen Mittag machen wir uns
Sorgen, weil wir trotz langer Pause die beiden aus dem sonnigen
Süden nicht sehen. Am Telefon erfahren wir von Oliver, dass sie falsch
abgebogen sind und das erst nach vielen Kilometern gemerkt haben.
Der Begleitbus hat sie aber wieder eingefangen. Wir fahren also
beruhigt weiter in Richtung Hetian. Selten war Geradeaus-Fahren
schöner... An einer Kreuzung hat ein motorisierter Dreiradfahrer leider
einen LKW übersehen. Böse Sache! Wir können nichts machen, die
Unachtsamkeit hat ihm das Leben gekostet. 15 km vor dem Ziel reißt
dann meine Kette und sägt ein Löchlein ins Motorgehäuse. Dirk hat ein
Seil, auch Kräder können abgeschleppt werden, und so erreichen wir
gegen 1800 Uhr das Hotel. Heute muss der Mechaniker viel reparieren.
Rüdiger hat 8 Speiche verloren, Mr Y hat mehr Öl auf den Stiefeln als
im Motor, Christian bremst ohne Beläge, und dann ist da ja auch noch
mein Pony... Um 2400 Uhr wird immer noch geschraubt, während wir
im Hotel mehr als köstlich speisen durften!!

24.09. Wir treffen uns um 0630 Uhr in der Lobby. In China ist die
offizielle Zeit die Peking-Zeit. Peking liegt aber einige tausend
Kilometer östlich. Die Xinjiang-Zeit (lokale Zeit) ist Peking – 2
Stunden! In den Augen der lokalen Menschen ist das also erst 0430
Uhr, zu früh für das Frühstücksrestaurant. Wir kochen uns also in der
Hotelloby selber einen Tee mit dem Heisswasserkocher der Dame von
der Rezeption und essen Mantou (gedämpfte Weizenmehlklöse). Wir
wollen um 0700 Uhr losfahren, aber mein Motor ölt stark. Das Gehäuse
hat immer noch ein Loch, eingefräst von der gerissenen Kette. Der
Mechaniker hat es in der Nacht übersehen. Macht nichts, sagt der
Mechaniker, holt den Zwei-Komponenten-Kleber und schmiert das Loch
zu. Das hält locker 2000 km, sagt der Mechaniker. Jetzt soll es aber
losgehen, doch unser Bus schwächelt und springt nicht an!! Eine
andere Batterie mit Überbrückungskabel bringt’s auch nicht. Dann wird
die Benzinpumpe überprüft – scheint zu funktionieren. Als der
Mechaniker nach 30 Minuten fragt, ob die Benzinuhr defekt ist, wird
allen blitzartig klar, dass man hätte tanken sollen. Der Reservekanister
ist noch voll, wird in den Tank des Busses gekippt und los geht's – um
0800 Uhr, eine Stunde später als geplant, natürlich im Regen. An der
letzten Tankstelle vor dem großen Sand füllen wir alle Tanks, Flaschen
und Gefäße randvoll, es muss ja die nächsten 450 km reichen. Und los
geht's. Die Büsche und Bäume werden weniger, der Sand mehr, die
Dünen höher. Die neue Strasse besteht aus einem recht breiten
Teerband, die Ränder links und rechts sind im Durchschnitt 100 m tief
gegen Verwehungen mit kastenförmig in den pulverfeinen Sand
gesteckten Reet befestigt. Wir fahren und fahren und fahren.. Der
Regen hat aufgehört, und die Sonne lässt sich etwas blicken. Nach 150
km haben wir den ersten Tankstopp und füllen Benzin aus dem
Begleitbus in die Motorräder. Und weiter geht's. Gegenwind mit viel
Sand hat Sonne und Regen ersetzt. Die Motorräder verbrauchen viel,
sind aber langsam. Christian erwischt es als Ersten, der Tank ist leer.
Und wieder kommt Dirks Abschleppseil zum Einsatz. Nach 420 km
Sand sind fast alle Kräder mit den letzten Tropfen unterwegs und wir
stoppen an einem der vielen Funkmasten, die einerseits das
Telefonieren ermöglichen, aber andererseits den Empfang der
Deutschen Welle und Co verhindern! Unser Bus taucht dann auch
irgendwann auf, mit glücklich grinsenden Insassen. Man hat einem
Tankwagenfahrer Benzin zu einem guten Preis abkaufen können. Wofür
braucht es da Tankstellen!? Wir verlassen langsam den Sand und
fahren durch dank ausgeklügelter Bewässerung intensiv genutzte
Felder (Baumwolle usw.) in Richtung Aksu. Diverse Defekte konnten
uns glücklicherweise nicht hindern, die zweitgrößte Sandwüste der
Welt zu durchqueren. Gerd's Zündkerze, Mr Y’s Ölpumpe, Christian
ohne Öl, Rüdiger mit fehlenden Speichen und zwei platten Reifen, alles
war kein entscheidendes Hindernis! Die Motorräder mögen wenig
gepflegt sein, die Organisation mag eher auf spontane
Problemlösungen setzen als auf vorbeugende Maßnahmen zur
Problemvermeidung, aber mit etwas gutem Karma und viel
Improvisation geht es doch immer irgendwie. Da lässt sich schon was
lernen.. 60 km vor Aksu machen wir noch einen etwas
außergewöhnlichen Stop. Der Mechaniker und seine Eltern
bewirtschaften ein kleines Stück Land. Damit die Familie nicht immer
fahren muss, hat sie in der Nähe der Felder eine Zweitwohnung. Dort
sind wir eingeladen. Der Tisch biegt sich unter Weintrauben und
Melonen.

Zur Erinnerung müssen viele viele Fotos gemacht werden. Mit
dem Vater, mit der Frau, mit der Tochter, mit allen! Dann geht es
weiter im strömenden Regen nach Aksu. Mein Pony schwächelt nach
jeder großen Pfütze. 10 Minuten warten und weiter geht's! Mr X’s Krad
bricht ganz zusammen und wird auf einem Pickup zu der Werkstatt
gebracht, die der Mechaniker in Aksu betreibt. Rüdiger soll mal wieder
viele neue Speichen bekommen, der Rest lebt soweit so gut. Im Hotel
trinken wir noch einen Kaffee. Das scheinen nicht so viele Gäste zu
tun, denn die Zubereitung dauert über eine Stunde!! Abendessen gibt
es in einem kleinen Restaurant nicht weit vom Hotel, gut wie immer.
Um 2400 Uhr geht es ins Bett, müde und glücklich! Wir haben die
Taklamakan durchquert!!

25.09. Frühstück um 0900 Uhr, Abfahrt um 1000 Uhr. Klappt aber
nicht, weil wir auf die Motorräder von Mr X und Rüdiger warten
müssen. Die Wartezeit nutzt Mr Y für seinen längst fälligen breakdown.
Die liebevoll mit Kunstteppich bezogenen Sitzbänke sind ihm u.a.
schon länger ein Dorn im Auge. Bei Sonne wie von Rüdiger
angekündigt schützen sie wunderbar vor einem warmen Hintern, bei
Regen speichern sie allerdings die Feuchtigkeit. Also zückt er sein
Messer und schlitzt den Bezug auf und reißt ihn ab. Ein derartig
infantiles Dampfablassen kann ich nicht akzeptieren. Wir haben doch
einen Mechaniker, der sich professionel um Umbauten kümmern kann,
wenn es denn gewünscht wird. Außerdem ist ein derart destruktives
Verhalten für eine Gruppe kontraproduktiv. Ich frage Mr Y, ob er
weiterfahren oder die Reise abbrechen möchte im Bewustsein der
jeweiligen Konsequenzen. Er entschuldigt sich für die Form, aber nicht
für den Inhalt (?) und entscheidet sich für eine Weiterfahrt, natürlich
wie immer im Regen. Die beiden fehlenden Motorräder werden
gebracht und los geht's. Nach 80 km Baustellen, Schlamm und Regen
halten wir in einem kleinen Ort zum Tee. So stelle ich mir Alaska im
Goldrausch vor, nur das die LKW's die Pferde ersetzt haben. Mr X’s
Ölpumpe hat trotz Reparatur nicht durchgehalten Es wird in kurzer Zeit
eine Ersatzmaschine Suzuki 250 aus Aksu geliefert. Das dauert gut 2
Stunden. Wir trinken viel Tee in einem uigurischen Restaurant mit
einem geschwätzigen Chef. Ob ich ihm einen Santana liefern könnte? Usw... Zum Tee sind wir eingeladen.

Per Telefon bekomme ich von Oliver mitgeteilt, dass die
Ersatzmaschine geliefert wurde. Weiter geht’s! Wenige Kilometer
weiter hinter einem kleinen Pass biegen wir ab auf die 307 in Richtung
Berge, in Richtung Grotten von Kyzil. Es folgt eine traumhafte
Landschaft, der Regen hat aufgehört, die Stimmung ist high spirit.
Nach 100 km stoppt uns eine Straßensperre. Die Polizei notiert alle
Passnummern, dafür verzichtet sie auf die Kontrolle der
Nummernschilder und der Führerscheine. Der Chef ist ein kleiner dicker
Uigure, der teuere Zigaretten verteilt und sich sehr jovial gibt. 30
Minuten später dürfen wir passieren. Im nächsten Ort kaufen wir Brot
und stoppen an einer Teebude. Hier warten wir auf Mr X und Mr Y, die
dann auch kurze Zeit später eintreffen. Zum Tee sind wir wieder
einmal eingeladen, fast peinlich angesichts der ärmlichen Verhältnisse.

Weiter geht es bei schönstem Wetter zu den Grotten von Kyzil. Die
Landschaft verschlägt einem den Atem. Die Berge leuchten in allen
Farben, und dort, wo Wasser ist, durchziehen grüne Bänder die
endlose Weite.

Die Grotten selber liegen idyllisch in einem Berghang
und zählen zu den frühen Artefakten des Buddhismus in China. Hier
wird auch ein einfaches Gästehaus betrieben, in dem man das nächste
Mal übernachten sollte.

Gegen 1700 Uhr fahren wir in Richtung Kuqa
und durchqueren einen bizarren Salzsee auf einer schnurrgeraden
Strasse, die sich im Horizont verliert. Grandios, Dead Valley, mir fehlen
die Worte!! 15 km vor der Stadt reißt die Kette von Mr X und wird
geflickt. Karma? Die letzten 10 Kilometer fahren wir im Dunkeln. Wer
ein funktionierendes Rücklicht hat, fährt hinten, ein brennendes
Frontlicht sichert vordere Plätze, und ohne Licht ist man in der Mitte
gut aufgehoben. In Kuqa herrscht Baustellenchaos. Die Straße wird
modernisiert, die Autos werden auf den Bürgersteig geleitet und die
Fußgänger können sehen, wo sie bleiben. Und wir auf den Zweirädern
überholen alle! Jedenfalls solange, bis mich ein offener Gully ohne
Deckel heftig abbremst!! Ich hänge mit den Oberschenkeln am Lenker,
hole mir einige blaue Flecken. Einige freundliche Fußgänger ziehen
mich wieder zurück auf den Bürgersteig und weiter geht's.

Um 2130 Uhr erreichen wir unser Hotel – wieder einen Tag gut geschafft. Das
Hotel ist ziemlich groß, hat ca. 9 Gebäude und eine Riesengewächshaus im Zentrum, in dem sich auch das Restaurant befindet. Aber wer will schon in einem Gewächshaus essen. Vorm Hotel links gab es akzeptables chinesisches Essen! Kurz nach Mitternacht sind wir abefüllt und abgeflascht und gehen ab ins Bett!

26.09. 0800 Frühstück mit Gewächshausgeruch und
Gewächshausgeschmack. Um 0900 Uhr wollen wir los, aber dem
Rüdiger fehlen schon wieder zu viele Speichen. Wir setzten uns vors
Hotel, trinken Tee und lauschen einer lokalen Zweimannband, die zur
Eröffnung eines Drogeriemarktes mit entsprechender Musik versucht
Kunden zu überzeugen, Nahrungsergänzungsmittel mit dubiosen
Substanzen und entsprechender Wirkungen zu kaufen.

Um 1030 Uhr ist es dann soweit, den Tee müssen wir mal wieder nicht zahlen, und
los geht's. Heute haben wir die Auswahl. Die alte Schotterstraße gibt
es noch, dann ist da die aktuelle zweispurige Teerstraße, und
dazwischen und schon fertig, aber noch nicht dem Verkehr
freigegeben, die neue vierspurige Autobahn. Wir fahren natürlich auf
der Schotterpiste, bis mir nach 70 km die Kette reißt! Zu meiner
Schande muss ich gestehen, dass das mein Fehler war. Ich hatte einen
Putzlappen auf dem Gepäckträger, der dann auf der Schotterpiste
runterrutschte und zwischen Kette und Ritzel geriet. Das überlebt eben
keine Kette... Aber wo Schatten ist, ist auch Licht: in der Nähe der
Pannenstelle gab es ein ganz tolles offroad-Gelände, Salz, Sand und
Hügel, weich und hart! Die Reparatur dauerte 1 Stunde, und die Jungs
hatten Zeit zum Spielen!!

Wir durchqueren Luntai bei heftigem Sandsturm, die Sichtweite ist ganz gering. Die Stadt erinnert an Mad Max.. Hier beginnt die „alte“ Straße durch die Taklamakan, vorbei an riesigen Ölfeldern. Kurz hinter Luntai legt sich der Wind und wir essen
Nudelsuppe in einem kleinen muslimischen Restaurant. Kaum sind wir
fertig, brennt die Küche! Wir flüchten ins Freie. Die Bewohner können
unter großer Mühe das Feuer löschen, kurz bevor das ganze Haus
abbrennt. Wir zahlen und fahren weiter. Auf der neuen, noch
gesperrten Autobahn lassen wir die Pferdchen galoppieren. Niemand
stoppt uns oder regt sich auf! 40 km vor Korla reißt meine Kette
wieder, 10 Minuten später ist sie wieder drauf – der Mechaniker hat
echte Zauberhände! 1830 Uhr erreichen wir Korla aus eigener Kraft.
Wir verabreden uns um 2000 Uhr zum gemeinsamen Abendessen.
Oliver hat uns eine Tiefgarage mit gutem Essen (?) in der Nähe
empfohlen.. Bis auf Mr X und Mr Y stehen alle um 2000 Uhr hungrig
vor dem Hotel. Wir warten und warten. Als wir 20 Minuten später
losgehen wollen, kommen die beiden um die Ecke. Sie hätten nichts
gehört!? Tja, man sollte sich halt nicht immer abseits stellen! Und
dann finden wir wirklich eine Tiefgarage mit vielen Restaurants –
herrlich und in Deutschland undenkbar! Wir stürmen ein Hunan –
Restaurant und essen köstlichst. Es war nur unwesentlich schärfer als
Sichuan – Küche normalerweise so ist. Auf dem Rückweg werden wir
am Garagenausgang zu frischem Saft und Bier eingeladen in einen
recht schicken Club, dessen Besitzer auf Harley schimpft: Technik aus
den 70ern! Es ist mittlerweile 2300 Uhr. Wir machen noch einen
kleinen Spaziergang. Christian sieht ein gelbkariertes Hemd in einem
geschlossenen Geschäft. Der Besitzer des Geschäfts hat zwar schon
abgeschlossen und ist im Schlafanzug, aber für einen potenziellen
Kunden wird natürlich wieder geöffnet. Christian kauft und bekommt
noch 10 % Rabat, weil er der erste ausländische Kunde in diesem vor
2 Monaten geöffneten Geschäft ist. Wir ziehen dann noch in die völlig
leere roof bar unseres Hotels, um Christians Beute zu begießen.

27.09. Wir frühstücken zur gleichen Zeit wie immer und fahren dann 2
Stunden auf einer neuen, schnurgeraden Autobahn, die wir gegen
1200 Uhr verlassen, um an der alten Strecke in einem muslimischen
Restaurant Nudeln zu essen. 3 nette Xinjiang-Mongolen, die in der
Nähe in einer ehemaligen Kommune arbeiten, erkundigen sich
ausführlich nach unserer Route. Nach einer guten Stunde geht es
weiter.

Die Straße führt in langgezogenen Kurven bergab zu einer
endlosen Ebene. Mr X steht am Anfang der Ebene neben seiner
Suzuki, die Kette ist abgesprungen, das vordere Ritzel hat kaum
Zähne! Die Kette wird wieder aufgezogen und ganz stramm gespannt.
Mr X schaut sehr skeptisch, ich lasse also Fahrzeuge tauschen: Mr X
bekommt die XT 400 von Christian, die ja bisher problemlos lief,
Christian bekommt meine TT, was braucht ein so guter Fahrer
Bremsen, und ich fahre die Suzuki! Weiter geht's!! Wir passieren eine
60 km lange Schlucht, die man frühestens 2 Stunden nach Einfahrt
wieder verlassen darf. Auch eine Art der Geschwindigkeitskontrolle.
Wir machen etliche Stops, rauchen, trinken und spielen im Gelände.
Am Rande der Turfan-Senke, ca. 60 km vor Turfan ist mein Ritzel
dann völlig zahnlos und nur noch rund. Zuerst zieht mich Gerd mit der
Schulter, dann Lorenz mit dem Seil, das Dirk ja gut aufbewahrt hat.
Wir genießen einen fantastischen Sonnenuntergang an dem
zweittiefsten Punkt der Erde. Wir erreichen Turfan in gewohnter
Reihenfolge im Dunkeln und steuern neben dem herrlichen Turfan
Hotel zunächst John's Cafe an, um viele Capuccini zu trinken. Ein
gutes Abendessen finden wir auf einem nahen Nachtmarkt, zu dem
uns ein Eselskarren chauffiert. Ein langer, schöner Tag nähert sich
dem Ende..

28.09. Gegen 1000 Uhr fahren wir mit leichter Kleidung bei
herrlichem Wetter ca. 60 km nach Gaochang, Astana und den Grotten
von Bezeklik. Die Temperatur geht endlich in Richtung der von Rüdiger
angekündigten 38 ° C. Thekla sitz mit ihrem neuen Foto hinter mir,
um auch mal fahrende Mitfahrer zu fotografieren. Die Höhlen von
Bezeklik liegen landschaftlich fantastisch schön. Bevor man den Ort
selber erreicht, fährt man durch ein wunderschönes Tal, durch das ein
grünes Band meandert. Die Bergrücken bieten Braun-, Ocker und
Gelbtöne jeder Schattierung – die richtige Kulisse für ein Gruppenfoto.
In den Höhlen ist leider nicht mehr viel zu sehen, viele Freseken
wurden von Le Coq herausgesägt und sind heute im
Völkerkundemuseum in Dahlem ausgestellt. 2000 Kamele waren nötig,
um die Beute zu transportieren.

Auf dem Rückweg nach Turfan haben Rüdiger und ich jeweils 1 Loch im Reifen. Dadurch wird die Gruppe getrennt und wir treffen uns zum Capuccino in John's Cafe am Hotel.
Wir werden von unserer Mannschaft zum Abendessen eingeladen im
Park gegenüber vom Hotel. Es gibt viele Teigtaschen und viel Schnaps.
Nur gut, dass das Hotel nicht weit ist! In Turfan findet am kommenden
Wochenende eine dreitägige Crossveranstaltung teil. Unser Mechaniker
hat seine Maschine nach Turfan bringen lassen, eine 400er Crosser.
Bei dieser Maschine baut er das vordere Ritzel ab, damit ich mit der
Suzuki bis Urumqi dahren kann. Um 0100 Uhr ist er fertig. Die
Chancen stehen gut, dass wir aus eigener Kraft mit allen Ponies den
Endpunkt der Reise erreichen.

29.09. Auf zur letzten Etappe, 200 km nach Urumqi. Wir laden noch
den belgischen Radfahrer in den Bus; er hätte es mehr als schwer
gehabt, bis nach Urumqi zu kommen.. Zuerst werden alle Maschinen
getankt, dann fahren wir eine kurze Strecke zu einem Museum, in dem
das Karez-System gezeigt wird. Durch unterirdische Kanäle wird
Schmelzwasser auf wasserundurchlässigen Erdschichten aus dem
Tianshan in die Wüste geleitet zur Bewässerung der Oase. Von den
ehemals hunderten von Kanälen sind noch 2 funktionsfähig. Moderne
PVC-Rohre machen die gefährliche und mühsame Arbeit der Karez-
Bauern überflüssig. Nach einem kurzen Stop in einem
Touristenkaufhaus am Stadtrand geht es dann los in Richtung Norden.
Wir fahren durch eine riesige Steinwüste ohne jede Vegetation, sodass
man den starken Gegenwind nicht sieht, dafür aber um so deutlicher
spürt. Der 5te Gang wird überflüssig, mehr als 70 – 80 km/h ist nicht
drin. Nach ca. 80 km passieren wir einen gigantischen Windpark mit
über 700 Windrädern. Die ersten 20 sind von Vestas, der Rest ist aus
chinesischer Produktion... Es folgt unser letzter Tankstop mit Fertig-
Capuccino aus erwärmten Dosen. Die Landschaft ändert sich
zunehmend, je näher wir nach Urumqi kommen. Grasbewachsenes
Steppenland mit vereinzelten Salzseen kündigt die Dchungarei an. An
der Peripherie Urumqis erwarten uns die „Motorradverleiher“. Die
Stadt ist für Motorräder gesperrt, und so werden wir auf kleinen
Nebenstrassen zum Depot geführt. Wir geben die Ponies zurück mit
einem lachenden und einem weinenden Auge. 3000 km haben wir
ihnen nicht unbedingt zugetraut, aber es hat geklappt! Gut vorbereitet
waren sie nun wirklich nicht, aber der Mechaniker hat sie am Laufen
gehalten. Der Chinese denkt doch irgendwie anders. Probleme werden
nicht durch präventives Handeln versucht zu vermeiden, sondern
angegangen, wenn sie denn auftauchen und man sie nicht mehr
ignorieren kann. Geht ja auch irgendwie... Ein Bus wartet auf uns und
wir werden zu einem zentralen Hotel gebracht, zu dem wir mit den
Motorrädern nicht hätten fahren dürfen. Der 4-Sterne-Luxus hat uns
wieder, aber eigentlich hätten wir jetzt auch weiterfahren können bis
Peking, jetzt wo wir uns endgültig an die Motorräder und die
dazugehörige Mentalität gewöhnt haben. Es macht sich schon etwas
Wehmut breit. Egal, eine lange, heiße Dusche und ein kurzes
Nickerchen helfen wunderbar. Am Abend treffen wir uns zu einem
hervorragenden Essen in einem kleinen Chinarestaurant schräg
gegenüber unseres Hotel. Wir schlemmen an einem großen runden
Tisch ganz köstlich für kleines Geld. Und hier und jetzt ist die Reise
eigentlich beendet. Also gibt es noch einen Absacker um die Ecke und
ab ins Bett.

30.09. Nach einem späten Frühstück bekommen wir den Transfer zum
Flughafen, verabschieden uns tränenreich von unserem Reiseleiter
Oliver Xiao Gang und fliegen nach Peking in eine andere Welt. Im
nördlichen Teil der Stadt, der noch etwas vom alten Charme erhalten
konnte, verbringen wir zwei Tage im Bambus Hotel, ehemals
Privatresidenz des letzten Postministers der Qing-Dynastie. Und dann
fliegen wir wieder zurück nach Deutschland – der Alltag hat uns
wieder!

Ich habe mir einen lang gehegten Traum realisiert, andere Mitreisende
wussten gar nicht, worauf sie sich einlassen. Wir haben alles heil und
gesund überstanden, die 3 gebrochenen Rippen zählen ja nicht..
Fahrerisch war es nicht anspruchsvoll, oder wie sagte mein Bruder: Ich
konnte mir bisher nicht vorstellen, dass Geradeaus - Fahren so schön
sein kann! Viele Teilnehmer haben Neuland betreten, für einige haben
sich Türen geöffnet, und das freut mich persönlich sehr. Denn was
kann man von Reisen Schöneres mitbringen!

Vielen Dank an Heinrich Kriwet von CTS Berlin und Rüdiger Lutz von Asien Special Tours München. Details zur Reise findet man auch unter folgendem Link: http://www.china-reisen.de/china-motorradreise.php



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Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Motorradreise China - Entlang der Seidenstraße und durch die Taklamakan Wüste 4.40 5

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