Von Göteborg nach Stockholm durch den Götakanal - Impressionen

Reisebericht

Von Göteborg nach Stockholm durch den Götakanal - Impressionen

Reisebericht: Von Göteborg nach Stockholm durch den Götakanal - Impressionen

Diese Idee spukte schon länger in unseren Köpfen, war aber nie Wirklichkeit geworden: Mit einem alten Dampfer insgesamt 590 km quer durch Südschweden zu tuckern.

10.07.2010

Reiseverlauf

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Von Göteborg nach Stockholm dauert die Reise 6 Tage, es geht durch drei Kanäle, über drei Binnenseen, man kreuzt quer durch die Schären der Ostsee, überwindet dabei 66 Schleusen und 2x100 Höhenmeter (jeweils auf- und abwärts) und das mit einer Höchstgeschwindigkeit von 5 Knoten = 9 Km/h im Kanal.





Ankern in der Schleuse

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Unser Dampfer war der älteste der Flotte: Die Juno. 1874 als Dampfschiff fertiggestellt, 1956 umgebaut. Die zwei Dieselmotoren erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 10 Knoten = 18,52 km/h, um über Vänern-, Vättern-, und Mälarsee zu fliegen. Die Fender sind übrigens aus Holz und wurden während der Fahrt wegen Verschleiß ersetzt oder gegen dünnere ausgetauscht, damit das Schiff in die Schleuse passt.
Die 29 Kabinen sind wahrhaft spartanisch eingerichtet und durchaus mit einem Schlafwagenabteil vergleichbar. 2 Klappbetten mit 185 Länge übereinander, ein Waschtisch, 9 Kleiderhaken und eine Spiegeltür mit Haken für 2 Kleiderbügel, damit man Jacketts aufhängen kann, Schränke: Fehlanzeige. Gemeinschaftsdusche und -toilette sind auf dem Gang, aber es gab nie längere Wartezeiten.



Sesam öffne Dich

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Brücken und Straßen sind keine Hindernisse. Sie werden, gedreht, gehoben, weggeklappt oder der Kanal wird als Aquädukt darüber hinweg geführt.



passt genau

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Der Hauptgrund für eine Reise auf dem Götakanal sind die Schleusen: über 100 Tore öffnen und schließen sich, wenn die Juno von Göteborg nach Stockholm fährt. 2 der Schleusen sind noch handbetrieben. Bis zu 20 Schleusen betreut ein Wärter. Überhaupt ist der Kanal, der nur von Mai bis September geöffnet ist, ein Garant für Ferienjobs. Nicht nur die Wärter, auch das Bootspersonal hat Sommerverträge. Stewardessen und Matrosen sind Studenten, die immer gut drauf sind und jede Menge Badespaß haben, wenn die Passagiere auf Landausflug sind.



schwedische Spezialitäten

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Die Jobmaschine Götakanal macht nicht vor den Getränken halt. Die Privatbrauerei Millingstorp vertreibt ein Bier, das mit Whiskymalz gebraut wird. Dies als Hommage an Baltzar von Platen , der den Bau des Götakanals politisch durchsetzte und seinen schottischen Ingenieur Thomas Telford.



Romantik pur



Treideln

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Am höchsten Punkt der Fahrt – 91,50 Höhenmeter – wird es ganz schön eng und romantisch. Durch den Nationalpark Tiveden muss die Juno so langsam fahren, dass sie wegen des geringen Drucks auf das Ruderblatt kaum aus eigener Kraft um die Kurven kommt. Denn ist Hand- und Teamarbeit gefragt, denn hier und da muss ein Tau um die Poller auf dem Treideldamm geschlungen und an Bord mit Gefühl ab- und zugegeben werden.



Volldampf voraus

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Interessant ist das Schleusensystem von Berg. Hier geht es auf kurzer Strecke 40 Meter hinunter zum See Roxen. 15 Schleusen liegen nah bei einander und zu Fuß ist man schneller als das Schiff. Die Zeit reicht sogar für einen Abstecher zum Kloster Vreda, dem ersten Nonnenkloster Schwedens. Spätestens bei der Carl-Johan-Schleusentreppe mit sieben zusammenhängenden Schleusen holt man die Juno wieder ein. Anschließend fliegt siemit sagenhaften 10 Knoten, Junos Höchstgeschwindigkeit über den Roxensee.





Schöne Aussicht

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Die Schlossruine Stegeborg liegt landschaftlich reizvoll auf einer kleinen Insel in einer Ostseebucht. Von der einst bedeutenden Festung ist nicht mehr viel zu sehen, aber vom Bergfried hat man eine schöne Aussicht. Mein Tipp: Der Hafenkrog bietet gutes Essen in entspannter Atmosphäre auf der Terrasse.



Wikingerboote im Museumshafen

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Auf der Fahrt nach Stockholm durchqueren wir den drittgrößten See Schwedens, den Mälarsee. Zwischendurch legt die Juno in Birka, einer Wikingerstadt, an. Ein gut aufgelegter und erstaunlich gut deutsch sprechender Führer führt uns mit launigen Erläuterungen durch das Gelände und bringt so die kahlen Hügel zum Leben. Ergänzt wird das Ganze durch ein Museum und einer lebenden Werkstatt. Mein Tipp: Erkundigen Sie sich vor dem Besuch nach einer Führung, man sieht definitiv mehr.




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Kommentare

  • Blula

    Hallo Liebilein!
    Nachdem ich ja schon vor ein paar Tagen auf Deine schönen Fotos von Eurer Dampferfahrt gestoßen bin, habe ich nun eben Deinen Bericht dazu entdeckt. Ganz prima! Macht Lust, es Euch nachzumachen.
    So eine beschauliche Reise auf einem alten Dampfer quer durch Südschweden... das könnte mir auch gefallen. Vielen Dank für diesen schönen Bericht.
    LG Ursula

  • agezur

    Danke für diesen schönen Reisebericht! Ich bin gerne "mitgefahren"!
    LG Christina

  • Petterson

    Hallo,

    ein schöner Reisebericht, der Lust auf den Götakanal macht. Trollhättan mit seinen alten Schleusen und den Tiveden kenne ich sehr gut. Eine Reise, die auch ich gerne gemacht hätte.

    Vielen Dank

    Liebe Grüße
    Brigitte

  • Raudi

    Danke das du uns auf deine Reise mitgenommen hast. Die Reise würde ich auch gerne einmal machen ! LG Hans

  • chefkochpaule (RP)

    Da bin ich auch durch, und freue mich schon allein deshalb an Deinem Reisebericht, weil Erinnerungen wach werden. Deine Fotos gefallen mir auch sehr. Die Stimmung wird mit Blick auf das (noch) stille Fahrwasser voraus gut deutlich. Dein Tipp mit der Speisemöglichkeit in Museen ist Gold wert - die Preise sind nämlich andererorts meist ordentlich gepfeffert ;-)
    LG Doris

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