Botswana Camp Safari 2007

Reisebericht

Botswana Camp Safari 2007

Reisebericht: Botswana Camp Safari 2007

Natur pur erleben: 3 Wochen Abenteuerurlaub in Botswana

Am 8. Februar 2007 startete ich endlich in den lange vorher geplanten Urlaub. Das Ziel: Botswana. Zusammen mit meiner Freundin hatten wir uns dieses Land ausgesucht, da man dort noch das natürliche, ursprüngliche Afrika erleben kann. Im Gegensatz zu Südafrika ist es weniger von Touristen überlaufen und nicht so westlich geprägt wie sein Nachbar im Süden.

Da wir uns als Mädels nicht allein durchschlagen wollten, suchten wir uns einen Anbieter für geführte Touren. Unsere Wahl fiel auf Drifters, ein Unternehmen, das 2008 sein 25. Jubiläum feiert und auf das südliche Afrika spezialisiert ist. Die angebotenen Abenteuerreisen sind für Leute zwischen 18 und 55 Jahren gedacht, wobei von jedem Teilnehmer eine aktive Beteiligung an der Tour als Grundlage für das Gelingen erwartet wird. Das heißt soviel wie tägliches Kochen, Abwaschen, Zelte aufbauen, Holz fürs Lagerfeuer suchen und dergleichen.

Bevor wir in Leipzig starten konnten, musste unser Flugzeug erst enteist werden. Mit Air France flogen wir über Paris nach Johannesburg, Südafrika. Nach einer unbequemen, schlaflosen Nacht im Flugzeug, tauchte unter uns endlich Afrika, ein für uns geheimnisvoller Kontinent, auf.

Auf dem Flughafen wurden wir von einem Mitarbeiter von Drifters empfangen, der uns zu der Pension brachte, in der wir die nächste Nacht verbringen würden. Auf uns warteten ein schönes Zimmer mit Balkon und ein Garten mit Pool. Endlich im Sommer angekommen, hieß es den Rest des Tages relaxen. Außerdem lernten wir die restlichen Teilnehmer der Reise kennen: ein frisch verheiratetes Ehepaar aus Neuseeland auf Hochzeitsreise und eine Französin. Eine Italienerin sollte einige Tage später noch zu uns stoßen.

Am nächsten Morgen ging es zeitig los nach Botswana. Die Fahrt im Kleinbus zu unserer nächsten Unterkunft dauerte ganze 11 Stunden. Die Straßen sind zwar fast alle geteert, aber mit denen in Deutschland nicht zu vergleichen. Als wir am Abend ankamen, lernten wir unseren Guide kennen. Einen 27-jährigen Südafrikaner, der schon 8 Jahre für Drifters unterwegs ist.




Nata Bird Sanctuary

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Nachdem wir am darauffolgenden Tag das Nata Bird Sanctuary, ein riesiges Vogelparadies, erkundet hatten, ging es weiter Richtung Makgadikgadi-Pans. Dort haben wir die erste Nacht wild gezeltet. Wo einst ein großer Binnensee das Land bedeckte, findet man heute mit einer Oberfläche von 12.000 km² die größten Salzpfannen der Welt. Die karge, lebensfeindliche Umgebung hat uns eine herrliche Kulisse für den Sonnenuntergang geboten.



Sonnenuntergang in den Makgadikgadi Pans



Elefanten im Chobe Nationalpark

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Auf der Weiterfahrt nach Maun, der drittgrößten Stadt Botswanas, sahen wir die ersten Elefanten. Das war zu diesem Zeitpunkt etwas ganz besonderes. Später sind uns noch viele dieser Tiere begegnet. Das nächste Camp lag idyllisch abseits der Stadt am Boteti Fluss. Hier konnten wir den Rest des Tages entspannen und abends eine Grillparty in gemütlicher Atmosphäre genießen.



Sonnenuntergang im Okavangodelta

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Das nächste Ziel unserer Reise war das Okavangodelta im Norden Botswanas. Das größte Binnendelta der Welt wird vom Okavango gespeist, der im angolanischen Hochland entspringt. Statt ins Meer zu münden, versickert das Wasser des Flusses im Sand der Kalahari. Mit dem Flugzeug wurden wir von Maun aus ins Delta geflogen. Das abgelegene Buschcamp war nur mit dem Mokoro zu erreichen. Diese circa 4 m langen Boote sind aus einem Baumstamm gefertigt und dienen als das traditionelle Fortbewegungsmittel der Region. Mit ihnen erkundeten wir 4 Tage lang die einzigartige Pflanzen- und Tierwelt des Deltas. Sich im Boot zurücklehnen, die Ruhe genießen, der Natur lauschen.

Wenn man sich dann abends zum Schlafen ins Zelt begibt, knackt und raschelt es überall um einen herum. Da erscheint plötzlich der Weg zur Buschtoilette viel zu weit, so dass man sich lieber alles verkneift und bis zum nächsten Morgen wartet.



Nachdem wir Bekanntschaft mit einem Krokodil und zahlreichen Nilpferden gemacht hatten, ging es mit dem Flugzeug zurück nach Maun, von wo aus wir ins Moremi Wildreservat starteten. Dort haben wir 2 Nächte in unterschiedlichen Camps verbracht. Und endlich sind wir den ersten Löwen begegnet. Bisher konnten wir immer nur die Spuren der Tiere verfolgen, doch jetzt lagen sie faul vor uns auf dem Weg. Da Löwen die meiste Zeit des Tages verschlafen, muss man schon ganz genau hinschauen, wo sie sich versteckt halten.

Am 12. Tag der Reise ging es weiter Richtung Nordosten in den Chobe Nationalpark. Das mit 11.698 km² drittgrößte Schutzgebiet Botswanas ist bekannt für seine riesigen Elefantenherden. Natürlich begegnet man dort auch Giraffen, Gnus, Zebras, Löwen, Pavianen, Impalas und zahlreichen anderen Tieren. In der letzten von den beiden Nächten im Nationalpark sind sogar Hyänen durch unser Camp gestreift. Sie vergreifen sich gern an Essensresten und an vor dem Zelt stehen gelassenen Schuhen. Allerdings sind sie bei uns nicht fündig geworden.

Ein letztes Mal brachen wir unsere Zelte am frühen Morgen ab und fuhren Richtung Kasane. Dort haben wir Einkäufe getätigt und Geld am Schalter in der Bank abgehoben, da die Automaten nicht funktionierten. Letzteres hat über eine halbe Stunde gedauert. In Afrika ticken die Uhren eben anders als in Deutschland. Die Leute nehmen sich für alles, was sie tun, viel mehr Zeit. Sie kennen keine Hektik und keinen Stress. So auch an der Grenze zu Zimbabwe. Mit viel Humor und einem kleinen Plausch nebenbei wurden wir von den Beamten abgefertigt.

Unsere letzte Etappe der Tour, die Viktoriafälle, erreichten wir am Nachmittag. Im Ort Vic-Falls angekommen, sahen wir schon von weitem die Gischt der Wasserfälle. Die nächsten drei Nächte haben wir in einer Pension gewohnt. Nach einer Woche in der Wildnis tat es gut, mal wieder ein richtiges Bett sowie Dusche und WC zu haben. Der kleine Ort ist komplett auf den Tourismus ausgerichtet. Man kann dort zahlreiche Aktivitäten buchen. Von Elefantenreiten über Bootstouren auf dem Sambesi oder Rundflüge über die Wasserfälle bis hin zum Bungee-Springen ist alles möglich.



Victoriafälle

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Die Viktoriafälle sind mit 108 Metern Falltiefe der größte einheitlich hinabstürzende Wasserfall der Welt. 1855 wurden sie von dem Missionar David Livingstone entdeckt, der sie nach Königin Victoria benannte. In der Sprache der Einheimischen werden sie Mosi-oa-Tunya genannt, was so viel wie „Donnernder Rauch“ bedeutet. Mit einem imposanten Naturschauspiel ging unsere Tour langsam dem Ende entgegen. Wir verabschiedeten uns von der Hälfte der Gruppe, was uns sehr schwer fiel, da uns die Leute in den letzten Wochen ans Herz gewachsen waren.



Die letzten Tage waren wir fast ausschließlich im Auto unterwegs. Auf der Rückreise haben wir noch einmal in Nata haltgemacht und dort die letzte Nacht in Botswana verbracht. Bevor es zurück nach Johannesburg ging, verabschiedeten wir uns von unserem Guide, dessen Wissen und Kompetenz beeindruckend waren.

Am letzten Tag blieb uns noch Zeit, eine Tour durch das ehemalige Township Soweto zu unternehmen. Der Vorort im Südwesten Johannesburgs zählt circa 3 Millionen Einwohner. Neben den Häusern von Nelson Mandela und Desmond Tutu, ist die Stadt bekannt durch den Aufstand von 1976. Schulkinder protestierten damals friedlich gegen die Einführung des Afrikaans als Unterrichtssprache und wurden von der Polizei gnadenlos niedergeschossen. Das und noch viel mehr Wissenswertes wurde uns von einem Bewohner Sowetos erzählt.

Mit zahlreichen Eindrücken und neuen Erfahrungen machten wir uns am 27. Februar 2007 schließlich auf den Heimweg nach Deutschland.

Botswana ist ein wahres Natur- und Tierparadies. Ich habe mich oft wie in einem riesengroßen Zoo gefühlt, mit dem Unterschied, dass die Tiere dort in freier Wildbahn leben. Besonders gut haben mir die perfekte Organisation und der reibungslose Ablauf der Reise gefallen. Dass man dabei auf Bequemlichkeit und Luxus verzichten muss, macht meiner Meinung nach erst den Reiz einer solchen Reise aus. Es wird bestimmt nicht mein letzter Urlaub in Afrika gewesen sein.


Teilen auf

Mein Interessenprofil

Bitte melden Sie sich an, um Reiseziele zu Ihrem Interessenprofil hinzuzufügen.

Kommentare

  • reisekatze

    Das würde mir auch gefallen, nur nähere ich mich langsam der oberen Altersgrenze des Veranstalters, aber sonst klingt das ganz toll. Der fehlende Luxus stört bei so einer Reise nicht, um so dichter ist man dran an Natur und Leuten

  • antbear

    Die Altersangabe ist mehr oder weniger relativ. Solange man sich selbst fit genug fühlt, kann man da ohne Probleme dran teilnehmen.

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Botswana Camp Safari 2007 3.14 7

Beliebte Community-Inhalte: AustralienNorwegenThailandVietnamItalienBarcelonaIndien ReiseführerIndien Tipps