Motorroller - ein atemberaubendes Abenteuer in Saigon

Reisebericht

Motorroller - ein atemberaubendes Abenteuer in Saigon

Reisebericht: Motorroller - ein atemberaubendes Abenteuer in Saigon

Beobachtungen eines Asienneulings im Saigoner Verkehr

30.03.2008

der Motorroller - ein Universaltransportmittel

Myriaden von Motorrollern

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Das erste, was einen unerfahrenen Asienreisenden überwältigt, ist der atemberaubende Verkehr, im wahrsten Sinne des Wortes. Die Luft ist geschwängert mit den Abgasen der Myriaden von Mopeds, die in gleichförmigem Strom knatternd und hupend die komplette Breite der Straßen einnehmen. Wenn man meint, ein Moped böte nur Platz für maximal zwei Menschen, der wird hier eines besseren belehrt. Ganze Familien, Vater vorn, zwei bis drei Kinder in der Mitte, Mama hinten, haben darauf Platz. Es gibt kaum etwas, was nicht mit diesem Verkehrsmittel transportiert wird: riesige Obst- und Gemüsekörbe, Getränkekisten, gigantische Blumengebinde (man sieht den Fahrer darunter verschwinden), Fensterflügel und Fensterscheiben, Kisten und Kasten, Tonnen und Rohre, Gasflaschen, Matratzen und Teppiche, Mehlsäcke und Zement.
Jeder muss einen Helm tragen, es gibt hier Geschäfte, die nur Motorradhelme verkaufen. Von Marke umgebauter Stahlhelm bis hin zu gestyltem Designerhelm mit diversen Mustern für die modebewusste Frau ist alles zu haben. Vom Jugendlichen bis zum Greis, im modernen schicken schwarzen Anzug, im Kostüm, mit Hackenschuhen oder traditionell mit Reisstrohhut, Gummischlappen und Flatterhose, es gibt kein Outfit, was nicht auf dem Motorrad getragen wird. Vor allem Frauen tragen oft einen Mundschutz, aber nicht nur zur Abgasfilterung, sondern, weil sie sich nicht der Sonne aussetzen wollen. Bleich ist schick!
Mopeds und Roller beherrschen das Straßenbild. Die Bürgersteige sind selbstverständlich damit zugeparkt oder man benutzt sie als Überholspur, wenn es mal nicht schnell genug vorangeht. So muss man als Fußgänger besonders an Kreisverkehren aufpassen, dass man der Phalanx aus Mopeds auf dem Bürgersteig nicht in die Quere kommt, aber das hat man schnell raus. Die Leute parken Mopeds vor und in ihren Läden, schließlich stellen sie einen gewissen Wohlstand dar, den man nicht aus den Augen verlieren sollte, es gibt extra bewachte Motorradtiefgaragen, viel machen ihr Nickerchen rücklings auf dem Roller liegend. Man kauft auch schnell mal auf dem Roller etwas im Vorüberfahren von einer kleinen Garküche, Uwe nennt das "vietnamese drive-in". Es gibt Motorradtaxis, und Leute, die nur damit beschäftigt sind, Motorradsättel zu reparieren und Unmengen von Rollergeschäften, wie hierzulande die Autosalons. Privatautos gibt es kaum, dafür jede Menge klimatisierte Taxis, mit denen man sich wirklich billig durch die Stadt kutschieren lassen kann, wenn einen die Hitze zu sehr drückt.
Eine Straße zu überqueren, wenn einem Geschwader aus tausenden von Rollern permanent den Weg versperren, scheint für den Ampel und Zebrastreifen verwöhnten Mitteleuropäer zunächst als unlösbare Aufgabe, aber es gibt eine einfache Regel: Einfach auf die Straße gehen, langsam, gemächlich und gleichmäßig, nur keine Angst! Die Leute berechnen in Bruchteilen von Sekunden ihre Geschwindigkeit und passen sie sofort an, wehe wenn man läuft, oder, einem aufgeregten Huhn gleich, mal schnell oder langsam geht, dann verwirrt man diese geübten Rollerfahrer. Natürlich muss man das ein wenig üben, aber man lernt es schnell. Hinter diesem scheinbaren Chaos auf der Straße herrscht eine eigene Ordnung, sie besteht aus großer Gelassenheit, Freundlichkeit und Rücksichtnahme. Wir haben keinen Unfall gesehen.



Familienroller


Teilen auf

Mein Interessenprofil

Bitte melden Sie sich an, um Reiseziele zu Ihrem Interessenprofil hinzuzufügen.

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Motorroller - ein atemberaubendes Abenteuer in Saigon 4.38 8

Beliebte Community-Inhalte: AustralienNorwegenThailandVietnamItalienBarcelonaIndien ReiseführerIndien Tipps