Kolumbien, ein Land wird neu entdeckt

Reisebericht

Kolumbien, ein Land wird neu entdeckt

Reisebericht: Kolumbien, ein Land wird neu entdeckt

Tripps nach Kolumbien werden von den Reiseveranstaltern wieder vermehrt angeboten, seit sich die Sicherheitslage im Land erheblich verbessert hat. Wir, d.h. mein Mann und ich, nutzten die Gelegenheit zu einer Rundreise. Beginnend in der Hauptstadt Bogotá besuchten wir die Kaffeezone, den Nationalpark Cocorá, die archäologischen Funde bei Sand Agustin und schließlich Cartagena

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Die Reaktion von Freunden und Verwandten war unterschiedlich, als sie von unserer bevorstehenden Urlaubsreise nach Kolumbien erfuhren. Von „Müsst ihr unbedingt dahin?“ bis zu „Nehmt euch bloß vor der Drogenmafia in Acht,“ war alles vertreten.
Wir versuchten, Überzeugungsarbeit zu leisten und erklärten, dass die jahrelange Reisewarnung des Auswärtigen Amtes aufgehoben sei und die Reiseveranstalter Tripps nach Kolumbien wieder in ihr Angebot aufgenommen haben. Ob wir Erfolg hatten? Na ja .... Wir dagegen traten unsere Reise nun doch mit leichtem Bauchgrimmen an und mit dem Gedanken: Da müssen wir jetzt halt durch.

Viel zu früh kamen wir am Flughafen an, noch ehe der Iberia-Schalter öffnete, wurden aber für unsere Geduld mit Fensterplätzen auf beiden Flügen (Ffm-Madrid und Madrid-Bogotá) belohnt. Durch den großzügigen Sitzabstand wurde auch der Langstreckenflug erträglich. Trotzdem kamen wir ziemlich gerädert in Bogotá an, wo uns Reiseleiterin Emma empfing und zu unserem Hotel brachte.
„Wer bremst, der verliert,“ scheint das Motto der Verkehrsteilnehmer Bogotás zu sein. Fußgänger warten keinesfalls, bis die Straße frei wird, gefahren wird rasant und mit ausgiebigem Hupen. Es ist ein Chaos, das auch Kolumbianer aus kleineren Städten stressig finden, sagte uns Emma. Sie selbst schreckte vor keinem noch so großen Vehikel und keiner scharfen Kurve zurück.

Unser Hotel de la Opera liegt in der kolonialen Altstadt Bogotás im Viertel Candelaria schräg gegenüber dem historischen Palacio de San Carlos. Hier befindet sich u.a. die Universität, in der die Studenten in zwei Schichten betreut werden, tagsüber und, wichtig für Berufstätige, auch abends. Es sind vorwiegend junge Leute, die die mittelalterlichen Straßen bevölkern. Direkt neben dem Hotel ist das Teatro Colon, das z.Zt. renoviert wird und nicht besichtigt werden konnte.



Stadtbesichtigung Bogotá

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Der erste Rundreisetag begann für uns mit einer kleinen Explosion. Wie immer hatte ich für den ersten Kaffee am Morgen ein Glas Nescafé eingepackt und freute mich schon auf den Muntermacher. Das Kaffeepulver aber hatte den Aufenthalt im Flugzeug übelgenommen, oder es war der veränderte Luftdruck, da Bogotá in 2.700 m Höhe liegt. Jedenfalls, als ich vorsichtig die Papierversiegelung am Kaffeeglas entfernen wollte, gab es ein dumpfes Geräusch und ich saß plötzlich in einem Regen aus Kaffeepulver.

Als Entschädigung schein dann die Sonne bei unserem Ausflug auf den 3.150 Meter hohen Santuario Monserrate mit seiner Wallfahrtskirche. Mit der Teleferico oder dem Funicular fährt man im Abstand von 15 Minuten bis zum Gipfel. Man hat während der Fahrt einen fantastischen Ausblick auf die Stadt. Die Anlage Monserrate ist sehr malerisch gestaltet mit Blumenbeeten, weißen Statuen und Brunnen, und immer wieder hat man spektakuläre Ausblicke auf Bogotá. Die zahlreichen noch verbleibenden Stufen bis zur Wallfahrtskirche schafft man dann trotz der Höhe ganz mühelos. Heute, an einem Freitag, war Monserrate fast menschenleer, während es an Sonn- und Feiertagen eng wird. Es führt auch ein Weg mit vielen Stufen von der Stadt hinauf zur Wallfahrtskirche, und während der Semana Santa legen Gläubige diesen Kreuzweg nicht selten auf Knien zurück.




Das Einlösen eines Reiseschecks dagegen wurde in Bogotá zum Problem. Das, so sagte man uns, sei nur am Flughafen möglich. Wir waren daher am ersten Reisetag ohne Kolumbianische Währung. Sollen wir verraten, dass wir für einen kleinen Einkauf sogar unsere Reiseleiterin angepumpt haben?


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Kommentare

  • 238EWT

    Ein interessanter Bericht, der noch einige Fotos mehr von der Landschaft und den Menschen verdient hätte. Du sprichst im letzten Satz von den zu erwartenden negativen Auswirkungen bei zunehmendem Tourismus. Ich habe allerdings in Deinem Bericht Hinweise gefunden, dass sich Kolumbien längst darauf eingestellt hat.
    LG Eberhard

  • wamaheco

    eine staatl. Post gibt es z:B. im Shoppingcenter Hazienda Santa Barbara. Postkarten dauern aber 6-8 Wochen bis Deutschland.
    Postkarten gibt es fast nicht. Jedoch z.b. bei Panamericana-Buchhandlung
    Geld: in Supermaerkten und Geschaeften kann man mit der deutschen EC-karte bezahlen, "debito ahorro" mit PIN -Eingabe. Auch bekommt man damit Geld an den Geldautomaten. Kreditkarte ist immer gut. Kolombianer bezahlen Betraege von 3 Euro bereits mit Kreditkarte. Ueberall in der Stadt sind Wechselstuben, speziell in Shopping-Centern. Dort kann man Euro in Peso wechseln. Guenstiger ist jedoch mit Ec-Karte, da hier der TRM-Kurs gilt. Jedoch verlangen die dt. Banken eine Wechselgebuehr. Also immer gleich mehr abheben.

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