Bromo – Land des Feuergottes

Reisebericht

Bromo – Land des Feuergottes

Reisebericht: Bromo – Land des Feuergottes

…so lautet die Titel-Übersetzung eines englischsprachigen Bildbandes

Bromo im Nationalpark Bromo-Tengger-Semeru

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Wenn man an Indonesien denkt, so drängt sich gleich das tropische Urlaubsparadies Bali in den Vordergrund. Doch diese Trauminsel ist nur ein relativ kleines wunderschönes Fleckchen im riesigen über 17500 Inseln umfassenden größten Inselstaat der Erde, der sich in einer Länge von über 5000 km über den äquatorialen Bereich erstreckt.

Bei diesem viertgrößten Staat –auf die Bevölkerungsdichte bezogen- wird die Erinnerung an den Tsunami wach, der Weihnachten 2004 auf Sumatra 170000 Menschenleben forderte. Zwei Jahre später gab es einen kleineren vor Java, außerdem bebte die Erde in der Region Yogyakarta, kurz darauf schoss heißer Schlamm in der Nähe von Surabaya in die Höhe, so dass einige Dörfer komplett evakuiert werden mussten, dann spie der Vulkan Merapi Asche und Lava und damit nicht genug, es folgten weitere Beben auf Sumatra, Sulawesi und West-Papua. Ursache dieser Katastrophen ist das Aneinanderstoßen der australisch-indischen Erdkrustenplatte mit der riesigen eurasischen Platte. So kommt es immer wieder zu Erdbeben und Vulkanausbrüchen.

Trotz dieser für die Menschheit so unheilvollen Auswirkungen, die von diesen geologischen und geografischen Gegebenheiten ausgehen, haben diese z.B. in Form der Vulkane auch etwas Faszinierendes, ja, sogar eine magische Bedeutung in alten Religionen. Des Weiteren verlocken sie aufgrund der fruchtbaren Böden an den Hängen die Landbevölkerung dazu hier ihre Felder zu bewirtschaften entgegen aller stets lauernder Ausbruchgefahren.

Für Vulkanologen und interessierte Laien ist Indonesien geradezu ein Paradies mit seinen allein 150 aktiven Vulkanen, die auch Trekking-Fans herausfordern können. Einer dieser Krater ist der Bromo, auf Java in der Nähe von Surabaya gelegen, der zweitgrößten Stadt des Landes, genauer gesagt im Nationalpark Bromo-Tengger-Semeru. Man spricht vom Tengger-Massiv, aber Tengger, das sind auch javanesische Hindus, die sich in unwirtliche Gegenden verzogen haben um vor der Islamisierung zu flüchten. Die Berge sind ihnen heilig und inmitten der Caldera, am Fuße des Bromo, haben sie ein Kloster errichtet.



Hindu-Kloster am Fuße des Bromo

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Am besten fliegt man von Jakarta, Yogyakarta oder Denpasar aus nach Surabaya, wo man sehr gut und nicht teuer im Novotel übernachten kann. Wer Zeit hat, besteigt in Jakarta den Zug, der den Blick auf eine zauberhafte Landschaft ermöglichen soll. Die Zugfahrt von Yogyakarta aus ist dagegen wenig spektakulär. Vorher sollte man in einem der Dörfer in der Nähe des Bromo ein Quartier ausgemacht haben, denn dann kann man abgeholt werden. Natürlich kann man sich auch einer Busreisegruppe anschließen oder einen Leihwagen mieten. Zeitlich günstig ist es, wenn man sich gegen frühen Mittag auf den Weg macht, weil man dann sein Ziel am Nachmittag vor Einbruch der Dunkelheit erreichen kann.

Bei der Übernachtung in den Hotels in diesem Gebiet müssen einige Abstriche gemacht werden, insbesondere im Hinblick auf Sauberkeit, die selbst sogenannte und für indonesische Verhältnisse teure Luxuszimmer vermissen lassen. Sicherheitshalber sollte man sich einmal frische Betttücher geben lassen. Angeblich soll das Duschwasser warm sein; wenn man Geduld hat, ist es das auch irgendwann, aber es kann sein, dass man beim Abbrausvergnügen zugleich das kleine Bad komplett mit unter Wasser setzt. Auch bei der Speisenzubereitung sollte man nicht hinter die Kulissen schauen, denn es ist bestimmt nicht gut nach der langen Anreise und der fehlenden Nachtruhe -aufgrund der gewonnenen abendlichen Kücheneinblicke- mit vollkommen leerem Magen um 3.00 Uhr aufzustehen. Das ist nämlich die Zeit, in der man geweckt wird um sich in den Jeep zu schwingen –die Tour ist zu Viert billiger, aber man sollte sich aufgrund der äußerst unbequemen Sitzplätze, der Enge und der extrem holprigen Fahrt einen Jeep zu Zweit gönnen.



Engelstrompeten vor dem Hotel Cemara Indah im N...

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Dann geht´s los vom Kraterrand aus, auf dem das letzte Dorf Cemoro Lawang, liegt, hinunter in die riesige Caldera und kilometerweit über tief ausgewaschene Pfade in Richtung Penanjakan, auf dem sich der 2775 Meter hohe Aussichtspunkt befindet, von wo aus das sagenhafte Sonnenaufgangsspektakel am besten zu sehen sein soll. Nach einer total durchrüttelnden Fahrt in absoluter Finsternis über halsbrecherisch angelegte Wege, vorbei an Felswänden, heruntergefallenen Brocken und teils unbefestigten Seitenrändern zur Tiefe hin ist man gegen 4.30 Uhr da und wundert sich selbst in der wärmsten Jahreszeit über den eisigen Wind und die tiefen Temperaturen.
Eine halbe Stunde später werden die ersten Umrisse des Bromo sichtbar. Die vielen eingemummelten Touristen, die sich mittlerweile auf ähnlich gefahrvolle Weise eingefunden haben, sind plötzlich still und suchen sich eine gute Position um den kreativen Himmelsmaler zu beobachten, wie er in zarten Blau-, Violett- und Rosatönen im Kontrast zum kräftig glühenden Goldorange- und Rot sein sich ständig veränderndes Werk gestaltet und es mit Vulkankegeln drapiert. Schnell klicken nun die Fotoapparate und surren die Filmkameras um dieses beeindruckende Schauspiel für immer bannen zu können. In der Ferne unten liegt er also, der Bromo und stößt seine schweflige Rauchfahne aus; im Hintergrund ist jetzt, wie ein großer Beschützer, auch der Mount Semeru auszumachen, der mit 3676 Metern höchste Gipfel Javas, und in dieser kargen Landschaft zeichnen sich weitere Kraterkegel ab. Die Szenerie ist zauberhaft und unwirklich, wie auf einem anderen Stern und sie drängt all die vorher erlebten Unzulänglichkeiten ins Reich der Vergessenheit.



Bromo im ersten Licht

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Danach wird zum Aufbruch geblasen, denn es wird Zeit sich zum Bromo zu begeben, wenn man ihn noch vor der großen Hitze besteigen möchte. Erst jetzt auf dem Rückweg offenbart sich bei Tageslicht das, was sich hier vermutlich Zufahrtsstraße nennt, voller Schrecken, denn nun kann man das Ausmaß der Gefahrenquellen erkennen und ist froh und dankbar irgendwann wieder in der Caldera zu sein, wo der Wagen wahrscheinlich in den Löchern nur noch umkippen kann anstatt in Schluchten zu stürzen. Man muss halt den Jonglierkünsten des Fahrers vertrauen, der bestimmt schon einige hundert Male sicher diesen Weg zurückgelegt hat.
Weit vor dem Hindu-Kloster wird der Jeep geparkt und man kann sich hier entscheiden, ob man sich von einem ponyähnlichen Pferdchen transportieren lassen möchte oder ob man sich den Weg auch zu Fuß zutraut. Er lässt sich ganz gut gehen, zumal man die letzte Steilstrecke über nicht enden wollende Treppenstufen ohnehin allein bewältigen muss. Mittlerweile wird es dabei recht warm und man schwitzt gewaltig in der winterlichen Kleidung, die man jedoch kurz zuvor noch so nötig brauchte. Unterwegs trifft man nicht nur auf Touristen, sondern man wird von vielen Einheimischen überholt, die geschickt mit ihren Plastikschläppchen voranschreiten. Für uns Europäer ist jedoch festes Schuhwerk angesagt.
Oben angekommen kann man in den gewaltigen Schlund schauen, aus dem unaufhörlich der Qualm emporzischt. Will man wie die Einheimischen Opfer darbringen, so werden zu diesem Zweck kleine Sträußchen aus „indonesischen Edelweiß“ -allerdings sind diese weinrot- verkauft, die zur Besänftigung der Götter in den Rachen geworfen werden sollen. Dort landen sie neben den Müll-Hinterlassenschaften der täglichen Besucher, ein Tribut an den Tourismus.
Aber dennoch ist auch von hier aus der Blick über die Steinwüste in die eigentlich schon 2000 m hohe Caldera, zum dort liegenden Hindukloster und zu den anderen Vulkanen bis hin zu dem Dorf am Kraterrand fantastisch.

Der Rückweg ist dann relativ leicht, abgesehen von der Last der Kleidung. Der Jeep hat gewartet und fährt seine Truppe wieder zurück zum Hotel. Das jetzt eingenommene Frühstück trägt trotz seiner Dürftigkeit zur Stärkung bei.

Auch wenn in puncto Sauberkeit einiges im Argen ist, so ist doch das Hotel Cemara Indah in Cemero Lawang zu empfehlen, denn es liegt direkt an der noch grünen Klippe eines alten Kraterrandes und bietet die absolute Superaussicht in die Caldera, das Meer aus dunklem Sand, sowie hinüber zum rauchspeienden Bromo und den anderen Vulkanen.



Der "Rachen" des Bromo

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Bricht man am späten Vormittag wieder auf, lässt sich Surabaya bis zum frühen Nachmittag gut erreichen. Unterwegs kann man sich die immer noch in die Höhe schießende Schlammfontäne einige Kilometer vor der Stadt ansehen -es muss ein kleiner Eintritt gezahlt werden, die umgesiedelten Menschen verdienen sich damit ein winziges Zubrot- und der Flughafen ist auch nicht mehr weit. Dann gibt es zum Beispiel noch zwei Flüge nach Bali um eventuell hier im wohltuenden üppigen Grün der tropisch paradiesischen Insel den Urlaub dort fortsetzen zu können.


Wir informieren bei Interesse gern noch ausführlicher. Die Kontaktdaten können dem Profil entnommen werden.



Ein letzter Blick zum Bromo

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Kommentare

  • Claus_Wagner

    Ein sehr interessanter Bericht. Der Ausflug wird detailgetreu und sehr informativ vorgestellt. Ein Tipp: Manchmal würde ich etwas kürzere Sätze wählen, denn als Leser musste ich dann und wann den Satz mehrfach lesen. Vorteil war dabei natürlich, dass man den bericht sehr konzentriert lesen musste...;-)
    Gruß
    Claus

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