Vietnam - per Rad, Boot, Bus und Flieger

Reisebericht

Vietnam - per Rad, Boot, Bus und Flieger

Reisebericht: Vietnam - per Rad, Boot, Bus  und Flieger

SaiGon und 5 Tage Radeln im Mekong Delta. Schwimmende Märkte in CanTho.
In MuiNe am Meer.
Flug von NaTrang nach DaNang. HoiAn - Tempelfeld MySon und Marmorberge.
Flug von DaNang nach HaNoi. Zauberhafte Inselwelt der HaLong Bucht.

2 Wochen Vietnam per Rad, Bus, Flieger, Boot .. ein Traum!

Unsere Gruppe: ein Arztehepaar und ein junger Zahnarzt, eine Richterin und ich (Anwältin) - alle reiseerfahren, abenteuerlustig und wissbegierig.
Mit Singapore-Airlines von Frankfurt nach Saigon, dort wurden wir von unserem deutschen Reiseleiter und dem jungen vietnamesischen Führer in Empfang genommen - von der ersten bis zur letzten Minute ein Superteam!
HoChiMinh City - SaiGon: wir wohnen im legendären Hotel Continental.
Graham Greene war zwar nicht mehr da, aber der koloniale Geist ist spürbar.
Das Gewusele in allen Straßen, Gehupe, freundliche Gesichter überall.
Wenn du über die Straße gehst - es gleicht einem Wunder wie du mit der Woge mitgeschwemmt wirst. Nicht stehenbleiben, nicht schneller werden, sonst bringst du die hunderte Mopedfahrer aus dem Rhytmus. Sehr eindrucksvoll.
Wunderschöne Häuser aus dem 19.Jh, verblichener und wieder auferstandener Glanz.
Gegessen wird an der Straße rund um die Uhr, keine Angst: es bekommt auch unserem Magen und schmeckt herrlich frisch nach vielerlei Kräutern, vor allem Koriander.
Wir wurden mit dem Cyclo stundenlang zu allem Wichtigen geradelt - das ist zwar völlig unzeitgemäß, aber super und sicher, so durch das Verkehrschaos chauffiert zu werden. Ergreifend und beschämend zugleich ist das Kriegsmuseum.
.



Keine Bildinformationen verfügbar

Die zauberhaften Pagoden und Tempel, die Undurchschaubarkeit, wer hier zu was betet. Der Ahnenkult ist zentral wichtig. Und QuanAm, die Göttin der Gnade begleitet dich. Eine große Räucherspirale ließen wir anzünden für das Gelingen unserer Reise



Keine Bildinformationen verfügbar


Die Radtour beginnt....

Am 3. Tag beginnt unser Abenteuer im MekongDelta, diesem Netz von Flüssen und Kanälen. Hier fahren wir an den folgenden 5 Tagen in schwüler Hitze mit Fahrrädern
( der Fahrtwind kühlt so schön...) durch Reisfelder, besuchen die fröhlich zwitschernden Frauen in einer Cashew-Kern-Knack-Halle, wurden von allen(!) großen und kleinen Kindern mit 'hallo-hallo where do you come from' begrüßt.



Keine Bildinformationen verfügbar


Keine Bildinformationen verfügbar

Im Vorbeiradeln Händchen-Patschen und LACHEN. Eine so fröhliche glückliche Tour habe ich noch nie zuvor gemacht! Die hübschen, zierlichen Schulmädels in der traditionellen Bekleidung in weiß: der ao-dai fliegt wie Schmetterlingsflügel beim radeln. Zauberhaft anmutig.



Keine Bildinformationen verfügbar


Keine Bildinformationen verfügbar


Wir baden im Golf von Thailand, überrascht von der Badewasser-Temperatur und beglückt vom Sonnenuntergang.
Der rote Lehmboden ist durch sintflutartige Regengüsse wadentiefer Matsch- das Radeln ist schwierig, die Hitze trocknet uns bald.
Eine Dorfschule hat gerade Pause, wir finanzieren mit 2 Dollar die Schulspeisung und freuen uns an den adretten Jungs und Mädels in Schulkleidung mit ihrem freundlichen strahlenden Wesen.







Traurig sind wir alle, als unsere Räder endgültig im Lastwagen verschwinden. Aber die nächsten Tage werden auch spannend und schön!.
Der Bus bringt uns nach CanTho, der größten Stadt im MekongDelta. Ungewohnt, plötzlich wieder in städtischer Umgebung zu sein.



Keine Bildinformationen verfügbar


Diverse Bootstouren runden die vielen Eindrücke in dieser Märchenlandschaft ab, die schwimmenden Märkte, bei denen alles von Boot zu Boot verkauft und gehandelt wird, das Tuckern der unendlich vielen Boote und großen Lastkähne. Die Geräuschkulisse ist unvergesslich,
schade, dass sie im Fotoalbum nicht einzufangen ist.

Wieder in SaiGon im vertrauten Hotel ( diesmal upgrade in Suiten), fühlen wir uns pudelwohl und haben das Gefühl schon lange hier zu sein.
Gegenüber vom Hotel Continental ist ein reizender kleiner Laden mit Seidenkleider eigener Konfektion - ich vertraue darauf, dass mir die geänderten gekauften und bezahlten Sachen nach HaNoi ins Hotel geschickt werden. Ja - es klappt alles bestens. Und dieser Chic war in den Massen-Straßen-Schneidereien nicht mehr an anderer Stelle zu finden!

Weiter geht es per Bus nach MuiNe, einem kleinen Badeort am südchinesischen Meer. Unser Hotel direkt am Strand bleibt zum Glück verschont von größeren Schäden einer Sturmnacht - aber den weißen Sandstrand hat es arg erwischt und alle einbetonierten Sonnenschirme werden zerstört. Es war aufwühlend und erinnert an die Bilder vom Tsunami aus dem vergangenen Jahr. Wir sind froh, dass unsere Bungalows 100 m vom Strand entfernt liegen.
In der Nähe gibt es rotgelbe Sanddünen, Kinder bieten ihre Dienste an, die Gäste auf Plastikschlitten rodeln zu lassen - ein kleines Vergnügen, die Kinder sind sehr nett und sprachgewandt, sie bessern damit ihr armes Dasein auf. Gebettelt wird nicht.

Von NaTrang in 1 1/2 Stunde fliegen wir nach DaNang und fahren mit dem Bus weiter in das alte Städtchen HoiAn. Im 18./19.Jh war hier das Zentrum des Seehandels- und nun steht es unter Schutz als Weltkulturerbe. Alles ziemlich touristisch aber trotzdem interessant. Die alten schmalen Häuser, bis zu 60 m lang gestreckt von der Flußseite bis zur Stadtseite. Jede Gelegenheit, alte handwerkliche Traditionen zu sehen. Viel Initiative, marktwirtschaftlich ausgerichtet, von Sozialismus ist hier nichts zu spüren.
Abends kochen wir gemeinsam mit einer vietnamesischen Dame und lernen allerlei Zubereitungskniffe .. es schmeckt hervorragend.
Natürlich haben wir uns auch hier ganz schnell entschlossen, unsere Ausflüge mit den Rädern des Hotels zu unternehmen. Abenteuerlich, so ohne Bremsen und ohne Licht, Achter im Rad und an den Pedalen, Teil des wuseligen Verkehrs zu sein...





Die halb verfallenen Tempel der riesigen Tempelanlage in MySon besuchen wir in eigenartigem Licht, es ist diesig und regnerisch. Genau passend zur Stimmung dieses ehrwürdigen Platzes der Cham im 'Urwald' aus dem 7. - 14. Jh.
Bis ins 20.Jh blieb alles erhalten - die Amerikaner haben in dem unseligen Krieg die hier vermuteten Vietcong gnadenlos bombardiert und die historischen Stätten nahezu vollständig zerstört. Von 70 Tempeln blieben noch 20 Ruinen.
Ein interessantes Museum erklärt und bewahrt vielerlei.

Die Berge der fünf Elemente - die Marmorberge - erklimmen wir und bestaunen verborgene Tempelhöhlen mit ihren Buddhas und Bodhisattwas, den verehrten Geistern geweihten Altäre. Viele andächtige junge Leute und immer wieder der Duft der Räucherstäbchen, deren Herstellung wir auf der Radtour gesehen haben.

Der Flug geht von DaNang nach HaNoi, d.h. vom Flughafen mit dem Bus durch absolut verrückten Verkehr direkt durch zur HaLong Bucht - die wir bei untergehender Sonne erreichen.
Mehr als 1000 Kalksteininseln in der 4.000 qm großen Bucht von Tonkin,
Hunderte von großen alten Holzbooten, eins schöner als das andere - und auf einem beziehen wir Quartier!
Im Dauerstakkato versuchen wir den schönsten Sonnenschein im besten Winkel mit den Schatten der Inselberge einzufangen.. Fotografenparadies!



Keine Bildinformationen verfügbar


Am nächsten Tag ersteigen wir die 325 Stufen auf dog-island und sind von den vielen Grautönen der Inselwelt gefangen. Unbeschreibbar schön. Ein kurzes Bad im Meer erfrischt.



Keine Bildinformationen verfügbar


Letzte Etappe: Hauptstadt HaNoi

Keine Bildinformationen verfügbar

2 1/2 Stunden Busfahrt über HaiPhong durch Reisfelder, an Fabriken vorbei über den Roten Fluss, immer wieder Staunen, was auf den Mopeds transportiert wird ( von ganzen Säuen bis 4 m lange Eisenstangen) zur letzten Etappe: HaNoi.



Keine Bildinformationen verfügbar

Unser Hotel Zephyr liegt zentral beim Hoan Kiem See, wir starten gleich wieder weiter zur Aufführung des traditionellen Wasserpuppentheaters. Es ist eine Art Marionettenspiel, bei dem an langen Bambusstangen unter Wasser, die 20 kg schweren bunt bemalten Tiere und Puppen bewegt werden. Dazu fremdartige Musik - das ist rührend und naiv schön zugleich, dank der Touristengelder kann es erhalten werden.
In der Nacht sind wir -ohne Angst- frei in der Großstadt unterwegs, die Menschen hier sind nett und höflich, wenn auch nicht so strahlend wie im Süden.
Viele der Kolonialbauten sind prachtvoll restauriert, das Geld der Hauptstadt fließt hier kräftiger, Finanzzentrum, Handel, Politik. Aber auch Ärmlichkeit ist präsent, die Leute hocken hier wie in Saigon oder HoiAn auf den Gehwegen auf kleinen bunten Plastikstühlchen, essen, arbeiten, verkaufen alles mögliche, spielen.....



Keine Bildinformationen verfügbar

Auch hier in der Millionenstadt laufen Frauen anmutig mit ihren schweren Lastkörben an langer Bambusstange über der Schulter traumsicher und unbeirrt durch den hupenden Verkehr.



Mit Cyclos werden wir wieder herrschaftlich durch die Prachtstraßen und kleinen Handwerkerviertel geradelt, besuchen den Wiedervereinigungspalast, den Präsidentenpalast und das bescheidene Wohn-und Arbeitshaus von HoChiMinh. Onkel Ho - ist überall. Dass man nicht respektiert hat, dass er verbrannt und in den heimatlichen Bergen bestattet werden wollte, erschüttert. Sein Leichnam ist balsamiert und wird in dem sozialistischen HCM Mausoleum zum Defilée bereitgestellt. Uns blieb die Ansicht erspart, weil immer im November er zur Aufarbeitung muss..
Die fast 1000 Jahre alte Einsäulen-Pagode, immer wieder buddhistische, hinduistische und andere Tempel, der Literaturtempel, das ethnologische Museum mit seinen Nachbauten der Hüttenarchitektur der vielen verschiedenen Volksgruppen Vietnams.
Ein highlight der besonderen Art: zum high tea im Hotel Sofitel Metropole, ein solches Schokoladenbuffet hab ich noch nie gesehen - und geschmeckt hat's vorzüglich!
( ..etwas Süßigkeiten - ausgehungert waren wir schon..)
Nach einem durchaus etwas vom Abschiedsschmerz getragenen letzten Abendessen zusammen, ein letzter Rundweg um den hübschen KiemSee mit dem Tempel des der Schildkröte zurückgegebenen Schwertes - ich fühlte mich wohl und geborgen in der Atmosphäre dieses Landes.



Keine Bildinformationen verfügbar


Fazit: Bald dieses Land besuchen, ehe der westlich-moderne Lebensstil durch den sprichwörtlichen Fleiß der Vietnamesen erreicht ist , die Städte in einem Verkehrschaos versinken werden und die Aufbruchstimmung einer Lähmung weicht.



Keine Bildinformationen verfügbar

Teilen auf

Mein Interessenprofil

Bitte melden Sie sich an, um Reiseziele zu Ihrem Interessenprofil hinzuzufügen.

Kommentare

  • Reisender_Lars

    Hallo Phantasie,

    ein sehr schöner Bericht, der Lust auf Nachahmung macht.
    Wir haben uns auch schon mit dem Gedanken an eine Rundreise befasst, das Land in Kombination von Dschunke, Fahrrad und Flieger zu bereisen - dies wird von einem Veranstalter angeboten, mit dem wir sehr gute Erfahrungen in Griechenland gesammelt haben. Abschrecken tut uns nur die Vielzahl der empfohlenen Impfungen - welche sind nach Deiner Erfahrung unbedingt für Vietnam notwendig ?

  • Phantasie

    Hallo Lars! Vielen Dank für deinen Kommentar.. ja das Land ist wunderschön und die Gefahr von irgendwelchen Krankheiten schien mir nicht erheblich. Hepatitis - Impfungen sind sicher immer wichtig und die (empfohlene) Malaria Prophylaxe haben wir alle nicht gemacht, sondern uns durch Nobite-Spray geschützt, das es auch für die Kleidung gibt(Apotheke). Um die gefürchtete Tollwut infektion zu vermeiden, genügt es doch, sich von allerlei Getier fernzuhalten und es nicht zu streicheln. Gegen irgendwelche Magenverrenkungen hilft immer wieder zuverlässig jeden Tag 1 Metifex Tablette..
    Unser Reiseveranstalter war "One World-Reisen mit Sinnen" in Verbindung mit "ZEIT Reisen". Unser Glück war sicher die Furcht mancher vor der Vogelgrippe, vielleicht waren wir deshalb nur zu fünft. Viel Spaß beim Planen, Viele Grüße von Erika

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Vietnam - per Rad, Boot, Bus und Flieger 3.50 4

Beliebte Community-Inhalte: AustralienNorwegenThailandVietnamItalienBarcelonaIndien ReiseführerIndien Tipps