Sarawak/Borneo ... Land des Pfeffers und der Iban

Reisebericht

Sarawak/Borneo ... Land des Pfeffers und der Iban

Reisebericht: Sarawak/Borneo ... Land des Pfeffers und der Iban

Fortsetzung des Reiseberichts " Kuala Lumpur eine Weltstadt mit vielen Gesichtern "

Nach 4 Tagen Großstadtleben begann für uns am 18.04.2009 der zweite Teil unserer Reise .
Wir flogen mit Air Asia nach Kuching (Stadt der Katzen) auf die Insel Borneo um dort das Ursprüngliche Malaysia zu erleben.

Stadthotel Harbour View

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In der Hauptstadt Kuching hatten wir uns für 7 Tage ins HarbourView *** eingecheckt. Es handelt sich um ein einfaches und zentral gelegenes Stadthotel, welches zu unserer Zeit hauptsächlich von Asiaten besucht wurde. Das Frühstück könnte nach unserer Meinung etwas europäischer gestaltet werden, denn nicht jeder mag morgens schon Nudelsuppe oder Reis.



Shopping & Souvenirs

Seitengassen

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Kuching ist im Gegensatz zu Kuala Lumpur sehr übersichtlich. Mit seinen kleinen Gassen und den vielen Geschäften, die u.a. sehr viele Holzarbeiten aus der Region zu günstigen Preisen anbieten, luden sie zum bummeln ein.
Wer an solchen Dingen Interesse hat sollte sie unbedingt dort kaufen, da die Auswahl in Kuala Lumpur nicht so groß ist. Auch sind die Materialien die auf Borneo verwendet werden eher typisch für die Region.



Kuching und seine Sehenswürdigkeiten

Eine Stadtrundfahrt führte uns zu den interessantesten Punkten. Diese historische Stadt, an den Ufern des Sarawak Flußes, erinnert an die romantische Ära der weißen Rajahs, die dieses Königreich 100 Jahre lang regierten. Kolonialbauten, Hinterhöfe und Fassaden, Überreste einer englischen Renaissance, Moscheen, chinesische Tempel und elegante moderne Bauwerke prägen das heutige Stadtbild.
Höhepunkt unserer Tour waren, der älteste chinesische Tempel Sarawaks, der malayische Stadteil, die große Moschee, die alte Gewürzstraße mit den offenen Märkten für Fisch, Fleisch, Geflügel und Gemüse.
Das stimmungsvolle Museum von Sarawak zeigt ausgestopfte Tiere, die der Forscher Alfred Russell Wallace auf Expeditionen gesammelt hat. Auch Kultur und Kunst der Ureinwohner werden veranschaulicht. Wir verfolgten alles mit großem Interesse, da wir eine Nacht im Regenwald bei den Iban verbringen wollten.



Moschee von Kuching



Waterfront Kuching

Sonnenuntergang

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Nach den ersten Eindrücken rundeten wir den Abend mit einem Spaziergang an der Waterfront ab. Dies ist die Fußgängerpromenade und Treffpunkt für jung und alt. Hier schaute man den Männern zu, die mit ihren kleinen hölzernen Sampans Passagiere von einen Ufer zum anderen befördern. Da es nur zwei Brücken in Kuching gibt die aber weit auseinander liegen, ist dies eine alternative Möglichkeit.



Besuch bei den Orang Utan

Ein weiteres Highlight von Borneo sind die Orang Utans.
Orang Utans bedeutet aus dem Malaiischen übersetzt, Waldmensch. Die Orang-Utans sind eine Primatengattung aus der Familie der Menschenaffen. Von den anderen Menschenaffen unterscheiden sie sich durch ihr rotbraunes Fell und durch ihren stärker an eine baumbewohnende Lebensweise angepassten Körperbau. Sie leben auf den südostasiatischen Inseln Sumatra und Borneo; die Bestände beider Inseln werden heute als zwei getrennte Arten, Borneo-Orang-Utan und Sumatra-Orang-Utan geführt. (http://de.wikipedia.org/wiki/Orang-Utans)
Etwa eine halbe Stunde von Kuching befindet sich das Orang-Utan- Rehabilitationszentrum von Semenggoh. In diesem Zentrum werden elternlose oder aus illegaler Gefangenschaft befreite Orang Utans aufgenommen, gepflegt, behandelt und auf ihre Freilassung und ihr Leben im Dschungel vorbereitet und trainiert. Bei unserem Besuch befanden die Station aus 24 Tiere, die man bei der Fütterung beobachten konnte. Die beste Zeit ist morgens. Wir hatten das Glück an diesem Morgen zwei Weibchen mit ihren Jungen zu sehen.
Es war ein fantastisches Erlebnis.



Rehabilitationszentrum von Semenggoh



Bako Nationalpark

Der 4.Tag führte uns etwa 35 km von Kuching entfernt nach Bako-Dorf.
Dort bestiegen wir ein Boot und fuhren zum Bako-Nationalpark . Es handelt sich um ein Areal aus schönen Felsformationen, hohen Klippen und sandigen Stränden direkt an der Küste des Südchinesischen Meers. Es ist der älteste Nationalpark Sarawaks. Es gibt kilometerlange Wanderwege direkt durch den Regenwald führen, wo man die Tier und Pflanzenwelt bestaunen kann. Dort trifft man auch die bekannten Nasenaffen, wenn nicht eine Horde wilder Touris alle verscheucht.
Wir hatten leider nicht das Glück welche aus der Nähe zu sehen, trotzdem hat sich der Besuch gelohnt.



Anlegestelle zum Bako Nationalpark



Besuch bei den Kopfjägern

Nach so vielen Eindrücken stand uns nun das größte Abenteuer bevor. Ein Besuch im Regenwald bei den Iban (ehemalige Kopfjäger).

Die Iban sind die Ureinwohner Malaysias. Sie wohnen in Langhäusern die über 50 Familien beherbergen und mehrere hundert Meter lang sein können. Ihren Lebensunterhalt verdienen sie hauptsächlich durch Reis und Pfefferanbau und als natürliche Nahrungsquelle dient der Anbau einiger Nutzpflanzen und der Dschungel. Früher wurde der Fleischbedarf durch die Jagd gedeckt, als Waffe nutzte man hierfür das Blasrohr dessen Pfeile mit einem hochgiftigen Saft getränkt wurden.

Also fuhren wir am 5. Tag von unserem Hotel aus etwa 220 km Richtung Lemanak-Fluß ins Landesinnere (ca. 4 Stunden Fahrzeit). Wir hatten das Glück von Heidi Munan, Schweizer Honorarkonsulin von Ost-Malaysia und Autorin div. Büchern über Malaysia begleitet zu werden. Sie lebt seid 35 Jahren in Malaysia und ist mit einem Iban verheiratet. Mit Ihrem Wissen hat sie versucht uns Land, Leute und die Kultur näher zu bringen.
Die Fahrt führte uns durch vielfältige Landschaften vorbei an Pfeffer-und Palmölplantagen, Reisfeldern und Bauernhöfen. Bei der Besichtigung einer Pfefferplantage wurde uns der Anbau und die verarbeitung des Pfeffers erklärt. Von dort geht er an die Pfefferbörse nach Singapore, wo er anschließend in die ganze Welt exportiert wird. Selbstverständlich haben wir uns auch ein paar Beutel gekauft.




Pfefferplantage



Danach ging es nach Serian, wo wir einen kleinen Markt besuchten und gleichzeitig Lebensmittel und Geschenke für die Iban kauften. Es ist Sitte kleine Geschenke für die Familien mitzubringen, wobei Geld nicht erwünscht ist. Nach einer kleinen Erfrischung ging es weiter in Richtung Lachau, wo das Mittagessen auf uns wartete. Allein das zuschauen beim Kochen machte schon Appetit.

Nach dem Essen ging es weiter in Richtung Bootsanlegestelle. Unterwegs sah man am Straßenrand wildwachsende Orchideen und Kannenpflanzen, in einer Vielfalt die wir uns so nicht vorgestellt hatten.



Trockenfisch



Bei Ankunft wurde das Gepäck und der Proviant in Langboote verladen. Die Fahrt konnte beginnen. Vorbei an Langhäusern, riesigen Bäumen und dichtem Dschungel erreichten wir nach ca. 45 min. unser Ziel. Es war eine beeindruckende Bootsfahrt.
Empfangen wurden wir von den Frauen der Iban und 3 kleinen Kindern, mit Tee und Gebäck. Der Rest der Familien war noch auf den Feldern bei der Arbeit. Anschließend konnten wir uns im Langhaus einen Eindruck der täglich anfallenden Arbeiten machen (Reis mahlen,Pfeffer trocknen). Nachmittags und Abends waren die Frauen u.a. mit der Herstellung von Bambusmatten und Körbe beschäftigt, welche man auch käuflich erwerben konnte.



Flußfahrt...



Nach einem vorzüglichen Abendessen, welches unser Guide zubereitete (Hähnchen im Bambusrohr gegart, gebratene Bananen, Dschungelfarn, Bohnen usw.) lud uns der Häuptling zu einem Drink ein. Es gab selbst hergestellten Reisschnaps. Im Anschluß demonstrierten die Iban ihre alten Kriegstänze, gekleidet in traditionellen Gewändern. Zwischendurch wurden wir aufgefordert mitzumachen, das war vielleicht ein Spaß! Und dann kam das wo alle schon drauf gewartet hatten, die mitgebrachten Gastgeschenke wurden unter allen Familien gerecht verteilt. Den Rest des Abends verbrachte man in kleinen Gruppen bei Denkspielen.
Gegen 22 Uhr gingen im Langhaus die Lichter aus, denn hier beginnt der Arbeitstag schon um ca. 6 Uhr. Auch wir legten uns bald darauf auf die bereitgestellten Matratzen (mit Moskitonetz), bis uns um 4 Uhr morgens der erste Kampfhahn weckte. Danach war schlafen nur noch eingeschränkt möglich.
Nach dem Frühstück hatte wir die Möglichkeit uns im Umgang mit dem Blasrohr zu üben. Anschließend machten wir mit einigen Iban eine kurze Wanderung durch den Regenwald und sie erklärten uns verschiedene Pflanzen und Heilkräuter. Ebenfalls wurden uns verschiedene Fallen zum Jagen von Wild erklärt, die aber heute nicht mehr verwendet werden. Danach ging es zur Anlegestelle und zurück nach Kuching. Der Besuch im Langhaus hat uns sehr beeindruckt. Es ist unvorstellbar das es Menschen gibt die diese einfache und primitive Lebensart der Zivilisation vorziehen, denn immer häufiger kommen Iban die eine Schulausbildung abgeschlossen haben zurück zu ihren Wurzeln.
Die Ortsangabe des Langhauses konnte ich nicht genauer angeben das dieses auf der Karte nicht eingezeichnet ist.

Fazit:
Die Reise nach Borneo wird für uns unvergesslich bleiben. Es ist eine ganz andere Seite von Malaysia aber wunderschön. Die Menschen sind alle aufgeschlossen und freundlich. Selbst im Regenwald braucht man keine Angst zu haben, es ist völlig ungefährlich. Also unser Tip, wer sich ein Bild von Borneo und den Iban machen möchte und kein Problem hat auf „Luxus“ zu verzichten, sollte die Möglichkeit nutzen und eine Nacht im Langhaus verbringen.

Weitere Info´s und Bilder findet Ihr wie immer auf meiner HP. Bei Fragen einfach melden.



Souvenirs


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Kommentare

  • kawasakipower

    Ach ich errinnere mich gerne an die Zeit bei den Iban,es war sehr eindrucksvoll und wir haben viel von ihnen gelernt.

  • Blula

    Ein Fleckchen Erde, dass ich noch nicht besucht habe. Du hast es in diesem sehr schönen und lebendigen Bericht wunderbar beschrieben und viele persönliche Eindrücke wiedergeben. Auch die Fotos sind sehr eindrucksvoll.
    LG Ursula

  • karinchen

    Unbedingt besuchen!!!!!Ja die Iban, sehr nette Menschen die ich wohl niemals vergessen werde! Du hast mich mit diesem super Bericht in meinen erst kürzlich erlebten Urlaub zurück gebiemt. Danke.
    LG Karinchen.

  • vabels

    Lang ist es her,

    eine tolle Zeit in Sarawak. Meine "Iban" hießen Kelabit. Außerdem besuchte ich Punan.

    Es waren einmalige Erlebnisse.

    Im Nachbarland Kalimantan, war es dann allerdings noch ursprünglicher. Die ganze Reise war zeitweise eine Expedition.

    Gruß
    volker

  • Sternensilber

    Sooooo schön! Wir waren gleich zwei Nächte bei den Iban, was einfach herrlich war. So nette Menschen und das viele leckere Essen, mit dem sie einen verwöhnen. Tolles Erlebnis. Auch im Bako Nationalpark haben wir übernachtet. Da hat man dann auch das Problem nicht mit den verscheuchten Nasenaffen und kann sie, wenn die meisten Tagestouris wieder weg sind, toll von Nahem beobachten. Allerdings lassen die Unterkünfte zu wünschen übrig. Da haben wir uns bei den Iban trotz Bodenmatratze wohler gefühlt.
    Viele Grüße
    Anne

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