Hotel Occidental Grand, Fuerteventura

Reisebericht

Hotel Occidental Grand, Fuerteventura

Reisebericht: Hotel Occidental Grand, Fuerteventura

Hotel Occidental Grand, Fuerteventura
Erfahrungen eines Pauschaltouristen

Die Vorbereitung

Lange Planung liegt uns nicht und so kam es, dass wir erst in letzter Minute anfingen, im Internet zu recherchieren. Wir kannten die Insel schon so gut, dass wir genau wussten, wo wir nicht hin wollten. Wir waren schon öfter im Robinsonclub Esquinzo. Dort hatte es uns eigentlich immer gut gefallen. Diesmal interessierten wir uns für das Hotel Occidental Grand, das nahe am Strand, im Süden der Insel, zwischen dem Robinsonclub und dem Club Aldiana liegt.

Der ermittelte Preis sagte uns zu und so fragten wir erst zwei Tage vor der Abreise in unserem Reisebüro, was es dort kosten würde. Der Preis war der gleiche wie im Internet, wir wurden gut beraten und so buchten wir dort.

Das Zimmer mit direktem Meerblick sollte 80.00 EUR mehr kosten, was wir allerdings nicht akzeptierten. Dafür entschieden wir uns für all inclusive.



Haupt-Schwimmbecken

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Der Flug ging morgens um 5.30 Uhr. Wir flogen mit einem Airbus A 320. Während des Fluges war linker Hand ein sehr schöner Sonnenaufgang zu sehen, leider saßen wir rechts.
Ein Bus brachte uns mit mehreren Zwischenstops zum Hotel. Es ist eine weitläufige Anlage mit einer Reihe 2-3 stöckiger Gebäude und einem sehr schönen Park. Von unserem Zimmer hatten wir einen Blick auf den großen Pool und direkt dahinter das Meer. Noch mehr Meer geht gar nicht. Gut, dass wir nichts für Meerblick mehr bezahlt hatten. Ein freundlicher Neger, er war ca. 2,10 m groß, brachte unsere Koffer. Das Zimmer war sauber und ordentlich. Wir vermißten nur die bei uns üblichen Bettdecken. Als ich eine Schranktür öffnete, kam mir ein Schwall warmer Luft entgegen. Man hatte den Kühlschrank mit der Minibar im Schrank untergebracht. Deshalb liess ich dann die Tür des Schrankes fast immer etwas auf. Die Tresorbenutzung war im Preis inbegriffen, er war nur etwas umständlich zu bedienen. Deshalb wollte ich die Rezeption anrufen, aber das Telefon funktionierte nicht. Die Störung der Telefonanlage wurde übrigens während unseres gesamten Aufenthaltes nicht behoben. Man entschuldigte sich mit der Bemerkung, auf der Insel seien eben nicht alle Ersatzteile vorrätig.



Beim Einchecken bemerkte der Mann an der Rezeption nicht, dass ich gerade Geburtstag hatte, obwohl er hätte sehen können, dass es sogar ein runder war. Vor 10 Jahren im Club Aldiana hat man mir gratuliert und uns zum Abendessen an den Tisch des Clubchefs eingeladen. Nicht, dass ich Wert darauf gelegt hätte, aber es freut einen doch.

Nachdem wir uns von den vorwinterlichen Klamotten befreit hatten, gingen wir essen. Das größte Restaurant hat immerhin 550 Sitzplätze, es war aber bei weitem nicht voll. Das Büffet war reichhaltig und ein bisschen spanisch. Spanisch wurde vom Personal gut verstanden - von mir leider aber nicht gesprochen.

Nach dem Essen und etwas Ruhen machten wir erst einmal einen Rundgang und informierten uns, wo alles zu finden ist. Bei den Tennisplätzen und dem Fitness-Studio ist auch eine Sauna und ein Türkisches Bad. Wir tauschten 2 Kärtchen, die wir an der Rezeption erhalten hatten, gegen Handtücher und ich ging gleich einmal in die Sauna. Da war schon ein deutsches Pärchen und es kam auch noch ein spanisches Pärchen dazu. Die kamen jedoch mit Badehose und Bikini. Andere Länder - andere Sitten. Am nächsten Tag gingen wir in den FKK-Bereich, wo auch noch 2 Saunen und ein schöner kleiner Pool sind. Hier konnte man sich schön windgeschützt sonnen und der Pool war auch schön warm.

Am Abend meines Geburtstags gingen wir ins Theater. Eine Chinesische Truppe zeigte Akrobatik vom Feinsten. Auch andere Shows in den nächsten Tagen waren sehenswert, jedoch nicht alle. Aber man kann ja gehen, wenn einem der Klamauk zu toll wird.



Treppe zum Strand

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Täglich sind wir auch an den Strand gegangen, welcher über eine Treppe erreichbar war. Die letzten drei Stufen am unteren Ende fehlten. Dafür wollte das Hotel offenbar keine Verantwortung übernehmen und stellte lieber ein Warnschild auf.



Sport

Im Winterkatalog von Thomas Cook bot das Hotel Occidental Grand unter der Rubrik „Sport & Fitness“ unter vielem Anderem auch Bogenschießen an. Aus den Robinsonclubs Kyllini und Daidalos in Griechenland hatte ich sehr schöne Bogenschießanlagen in Erinnerung und so war ich sehr gespannt, was mich hier erwarten würde.

Jeden zweiten Tag sollte direkt hinter der Info um 12 Uhr Bogenschießen stattfinden. Wir gingen erwartungsvoll hin. In einem kleinen Hinterhof direkt neben den Tennisplätzen hing an einer Wand eine Scheibe mit einer großen total zerfledderten Auflage. Davor in ca. 5 m Abstand stand ein Tisch. Und schon kam ein gut gelaunter Animateur um die Ecke mit einem Bogen in der Hand. Er begrüßte uns und noch ein paar weitere Gäste auf spanisch. Außer seinem offenbar einzigen Bogen hatte er noch ein paar Pfeile und zwei Armschutze dabei. Beim näheren Betrachten stellte ich fest, dass dem Bogen das Visier sowie der Nockpunkt auf der Sehne fehlten. Jeder Gast durfte pro Durchgang 3 Pfeile schießen, jedoch durfte die Sehne wegen des geringen Abstandes zur Scheibe nur halb gespannt werden, was ein vernünftiges Zielen zur Farce werden ließ. Die Nocks der Pfeile waren so aufgebogen, dass sie auf der Sehne nicht klemmten und festgehalten werden mussten. Nach jedem Schuss, auch wenn nur die Wand getroffen wurde, animierte der fröhliche Kerl die Anwesenden zum Beifall. Als es dann auch noch zu regnen anfing, übrigens das einzigste Mal während unseres Aufenthaltes, sind wir vorzeitig gegangen.

Am Abend, vor der Show, überreichte der gutaufgelegte Animateur dem stolzen Sieger im Bogenschießen eine Urkunde. Ich habe selten so gelacht.

Zwei Tage vor unserer Abreise wurden wir um eine schriftliche Bewertung des Hotels gebeten. Ich habe empfohlen, in Zukunft Bogenschießen besser nicht mehr im Katalog zu erwähnen.

Das Preis-Leistungsverhältnis hat gestimmt und es hat uns alles in allem ganz gut gefallen
deshalb flogen wir ein Jahr später wieder hin.



Der schöne Sandstrand, den wir von früheren Besuchen in Erinnerung hatten, hatte bei einem Unwetter erheblich auf die Ohren bekommen. Nur bei Ebbe kann man heute noch in jeder Richtung lange Wanderungen machen. Bei Flut muss man über Steine klettern, was nicht jedermanns Sache ist. Es war zeitweise recht windig und es waren hohe Wellen am Strand. Es war recht schwierig, über die strandnahen Wellen hinwegzukommen, sie warfen einem immer wieder an Land.

Die, vom Scheitel bis zur Sohle, braungebrannten deutschen Rentner, die dort offenbar überwintern, wenn sie nicht überhaupt ständig dort wohnen, sind noch immer da. Sie sind eine Augenweide für jeden gewinnorintierten Dermatologen. Wir haben sie zuweilen als Elefantenherde bezeichnet. Sie stehen oft zusammen am Strand herum, als ob der Gemeinderat tagen würde. Auch die Ringwälle aus Steinen zum Windschutz sind noch da. Wir haben aber keine Schilder mehr gesehen mit: Belegt bis .... oder Reserviert für... bis... . Das war auch wirklich wenig schön und hat uns schon immer gestört.

Bereits am zweiten Morgen unseres Aufenthaltes gingen wir vor dem Frühstück in den größten Pool schwimmen. Das Wasser war sehr erfrischend, draußen war es recht windig und wir hatten dann nasse Badesachen an. Deshalb sind wir nur zweimal morgens dort gewesen. Außerdem war es ratsam, nicht zu spät zum Frühstück zu erscheinen. In Stoßzeiten kam es zu Engpässen. Nicht, dass die Plätze nicht gereicht hätten, doch plötzlich war das Brot alle. Das Personal war völlig überfordert. An den Kaffeeautomaten war guter Rat teuer, man hatte nämlich nicht mehr alle Tassen im Schrank. Ich klappte ein Gitter hoch und füllte meinen Kaffee in ein Weinglas. Das Beispiel machte Schule und die Weingläser wurden rar.

Aber sonst können wir uns nicht beschweren, das Frühstück und überhaupt das Essen war gut und reichhaltig. Nirgends war eine Personenwaage zu finden und so brachten wir jeweils ein Kilo mehr mit nach Hause.

Wir hätten noch viel mehr zunehmen können, wenn wir alles in Anspruch genommen hätten, wozu unser rotes Bändchen am Handgelenk berechtigte. Die Gäste bekamen nämlich bei der Ankunft verschiedenfarbige Bändchen am Handgelenk befestigt, die zur Inanspruchnahme unterschiedlicher Leistungen berechtigten. Mit unseren roten Bändchen hätten wir alle Spezialitätenrestaurants besuchen und uns an allen Bars täglich voll laufen lassen können.



Zweiter Aufenthalt

Freitag, 3. November 2006

Die Maschine sollte um 4:00 starten und startete mit Verspätung. Der Pilot erzählte später, es mache wenig Sinn, früher zu starten, da er in Puerto del Rosario so früh noch nicht landen dürfe. Warum man die Abflugzeit nicht später ansetzt, konnte er scheinbar auch nicht erklären.

Wir landeten als erste Maschine dieses Tages und wurden mit einem kleinen Bus, der bei uns nicht durch den TÜV gekommen wäre, zum Hotel gebracht. Um diese Zeit waren erwartungsgemäß die Zimmer noch nicht fertig, aber immerhin wurden wir auf 12:00 vertröstet. Wir bekamen ein weißes Bändchen um den Arm, im letzten Jahr war es ein rotes und einen Umschlag von FTI, unserer Reisegesellschaft, mit der wir noch keine Erfahrung hatten.

Was machen an so einem schönen warmen Tag mit Winterklamotten an und die Badesachen unerreichbar im Koffer? Macht nichts, wir kannten uns ja schon aus und gingen zur FKK-Zone, um erst einmal die warmen Sachen los zu werden und eine erste Runde zu schwimmen. Ich freute mich auf dem Weg dorthin schon auf einen Kaffee. Die Enttäuschung war groß, die Kaffeemaschine, die ich im letzten Jahr zu schätzen gelernt hatte, gab es nicht mehr. Auch später im Restaurant waren die Kaffeemaschinen beim Mittag- und Abendessen zugehängt. Na ja, so viel Kaffee ist ohnehin ungesund. Sicher ist das die spanische Version der Gesundheitsreform.

Nach dem Mittagessen bekamen wir unser Schlüsselkärtchen, die Hausdame musste erst noch unser Zimmer abnehmen. Wir fühlten uns gleich wie zu Hause, denn wir hatten das gewünschte Zimmer bekommen, wo wir uns im letzten Jahr recht wohl gefühlt hatten. Die Minibar war gut gefüllt und ich genehmigte mir gleich einmal ein kühles Bier daraus. Dass im Bad zwei von drei Lampen nicht brannten, trübte unsere Urlaubsstimmung nicht. Ich rief die Rezeption an und bat um Austausch der Lampen. Man bedankte sich höflich für den Hinweis. Nachdem ich am nächsten Tag zur Rezeption gegangen war und erneut reklamierte, wurde der Fehler innerhalb kurzer Zeit behoben. Es geht doch! Dafür fanden wir eine leere Minibar vor und reklamierten unverzüglich. Man verwies uns auf den Inhalt des Umschlags von FTI, welchen wir bei der Ankunft erhalten und natürlich noch nicht gelesen hatten. Darin wurde uns ein erweitertes All-Inclusiv-Programm für 10 € pro Person und Tag angeboten, was das Auffüllen der Minibar, einmal wöchentlich ein Abendessen in einem der Spezialitätenrestaurants sowie kostenlose Bedienung in der Eisdiele und an der Bierbar beinhaltete.

Wir hatten unseren Nachbarn zu Hause dieses Hotel wärmstens empfohlen und die waren einen Tag vor uns angereist. Sie hatten rote Bändchen um den Arm, hatten jedoch bei TUI gebucht. Als wir unsere Reise am 22. September bei unserem Reisebüro buchten, waren der gewünscht Abflugtermin und Ort nur bei FTI verfügbar. Wir buchten nach Katalog und wurden nicht auf irgendwelche Einschränkungen bei All-Inclusiv hingewiesen. Mit unseren weißen Bändchen fühlten wir uns wie Gäste zweiter Klasse. Wir erfuhren, dass das Hotel diese Neuerung erst am 1. November eingeführt hatte. Was wir davon hielten, steht auf einem anderen Blatt.


Am Montag, dem 6. November hatte die Reiseleiterin von FTI um 11:45 zur Begrüßung ins Theater eingeladen. In der nächsten halben Stunde wurde das arme Mädchen ihres Lebens nicht mehr froh. Sie sah sich heftigen Vorwürfen von bestimmt über hundert Gästen ausgesetzt und wehrte sich mit Händen und Füßen und beteuerte ihre persönliche Unschuld. Sie versprach jedem, der es haben wollte, eine schriftliche Bestätigung über die erfolgte Reklamation. Diese Bestätigung wollte ich natürlich auch und schrieb einen Zettel mit unserem Namen, Zimmernummer, An- und Abreisetag und der Bitte um schriftliche Bestätigung meiner Reklamation. Diesen Zettel gab ich unserer Nachbarin, die in der langen Schlange weiter vorne stand, um diesen an die Reiseleiterin weiterzureichen. Diese schriftliche Bestätigung habe ich bis heute nicht.

Das Leerräumen der Minibar wurde von vielen Gästen als ungeschickt und kleinlich empfunden, zumal der Arbeitsaufwand in keinem Verhältnis zum Wert des Inhalts stand. Aber das muss sich das Hotel-Management auf die Fahne schreiben.

Am Tag unserer Abreise wurden wir schon morgens um 4:35 von einem großen Bus abgeholt und vermuteten, dass noch viele Hotels angefahren würden. Es saßen schon 2 Gäste im Bus, als wir beiden einstiegen. Dann stiegen am Hotel Paraiso Playa noch 2 weitere Gäste zu. Das war es dann auch, der Bus fuhr, mit nur 6 Fahrgästen, ohne weiteren Stop direkt zum Flughafen. Entsprechend früh waren wir da und hatten dort Gelegenheit, in Ruhe auf unsere Kosten zu frühstücken.

Unsere Nachbarn flogen am Vortag mit der gleichen Maschine nach Hause. Sie wurden aber erst eine Stunde später vom Hotel abgeholt, und da das Restaurant im Hotel um 5:00 Uhr öffnet, bekamen sie ihr Frühstück noch dort.

Zugegeben, unsere Reise war billiger als die unserer Nachbarn, die bei TUI gebucht hatten, aber das ist noch lange kein Grund, Mängel zu verschweigen. Für Gesprächsstoff war jedenfalls gesorgt.



Jeep-Tour

Jeep Tour

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Von diesen kleinen Begebenheiten einmal abgesehen, hatten wir einen schönen Urlaub. Unsere Nachbarn trafen wir nur gelegentlich. Außer bei einer Jeeptour, die wir gemeinsam fuhren. Wir fuhren allerdings in getrennten Fahrzeugen, ich hatte ihnen geraten, unbedingt selbst zu fahren. Auf den harten Sitzbänken auf der Ladefläche mitzufahren war sicher ein zweifelhaftes Vergnügen. Wir wurden vom Hotel in einem Geländewagen abgeholt. Nach einer kurzen Fahrt bekamen wir unsere Fahrzeuge, die einfach irgendwo am Straßenrand geparkt waren. Unser „Animateur“, ich will ihn mal so nennen, holte die Schlüssel unter der Fußmatte der offenen Wagen hervor und ließ uns losfahren, ohne überhaupt zu fragen, ob wir einen Führerschein haben. Nach kurzer Fahrt stiegen in jeden Wagen noch sechs Fahrgäste zu. Ich hatte sechs französisch-sprachige Gäste auf meiner Ladefläche. Sie saßen dort recht beengt, rutschten aber auf Grund ihrer Körperfülle wenigstens nicht bei jedem Schlagloch auf der Sitzbank hin und her. Einer bat mich, den Beifahrersitz doch etwas nach vorne zu schieben, der war jedoch festgeschweißt. Die Fahrzeuge hatten schon bessere Zeiten gesehen, jedoch offenbar schon lange keine Waschhalle mehr. Auf unbefestigten Wegen ging es zunächst nach Cofete, einem kleinen Dorf mit nur etwa 16 Einwohnern, aber einer Kneipe. Dann ging es zur Villa Winter, deren wahre Geschichte bestimmt recht interessant ist, da sie im Krieg eine große Rolle spielte. Leider lässt sich diese aus den Gerüchten nicht mit Sicherheit herausfiltern. Das Gebäude ist leider in einem desolaten Zustand und wird von zwei alten Personen notdürftig bewohnt. Immerhin konnten wir diesmal wenigstens einige Räume gegen ein kleines Bakschisch von innen sehen. Bei früheren Besuchen kamen wir nicht ins Haus.



Auf dem Weg zum kleinsten Leuchtturm Europas, er soll nur ca 3,70 m hoch sein, befuhren wir ein Stück geteerte „Straße“, deren Schlaglöcher heimtückischer waren als die unbefestigten Wege. Die Wege waren überhaupt viel harmloser, als ich sie von früheren Jeeptouren mit Robinsons her kannte. Die hatten bestimmt schwierigere Strecken ausgesucht, um ihren meist jungen Gästen das Gefühl von Abenteuer zu bieten. Von Bandscheiben sprach früher keiner. Es hat mir aber auch diesmal wieder Spaß gemacht, obwohl wir die Wege nicht verlassen haben.

Jeden Morgen, vor dem Frühstück, gingen wir in einen der Pools schwimmen. Das Wasser war recht kühl und wir bekamen richtig Appetit. Ich holte mir Kaffee mit Milch, den man noch verbessern konnte, wenn man die Tasse schnell wegzog, bevor zum Schluss heißes Wasser kam, um die Leitung zu spülen. Eines Morgens kam nur noch Milch aus den Automaten, eine Frau gab mir den Tip, an den anderen Automaten zu gehen, dort gäbe es Kaffee, aber keine Milch. Als ich hinkam, gab es nur noch heißes Wasser. Es war weiters nicht schlimm. Milch schmeckt auch ganz gut, es wäre eh meine fünfte Tasse Kaffee gewesen. Kaffee kann man übrigens auch aus Suppentassen trinken, wenn die wieder einmal nicht alle Tassen im Schrank haben. Die lassen sich sogar zweihändig bedienen. Ich habe nie in der DDR gelebt, aber so stelle ich es mir vor.

Als das Bier zu Neige ging, zeigte mir ein Gast einen Trick, wie man doch noch zu einem vollen Glas kommt. Als ich mit meinem Bier auf dem Weg zurück an unseren Tisch war, gab es ein Gerumpel und ich stand inmitten von 20 Wasserflaschen. Ein Gast hatte die Kühlschranktür geöffnet, um sich eine Flasche Wasser zu holen, dabei kamen ihm die ganzen Flaschen entgegen und rollten auf dem Boden herum. Ich erzählte es immer noch lachend meiner Frau, ein Mann am Nachbartisch sagte. „Das passiert hier jeden Tag“. Manchmal erinnert die Anordnung der Flaschen im Schrank einer gestellten Mausefalle. Dann ist Vorsicht geboten beim Öffnen der Tür. Man sollte die Tür nur vorsichtig öffnen, ggf. sofort wieder schließen und warten bis der nächste Gast kommt, um ein Wasser zu holen. Dann herzhaft lachen.



Oasis Park

Zwei Wochen lang nur Strandwanderungen, sonnen und baden wird auch langweilig. Aber es gibt ja auch Ausflüge. Wir buchten einen in den Oasis-Park.

Ein neuer, moderner Scania-Bus holte uns vom Hotel ab. Auf der Fahrt bremste der Bus plötzlich ohne ersichtlichen Grund. Unser „Park-Animateur“ nennen wir ihn mal so, sagte auf englisch, der Fahrer könne nichts dafür, der Bus bremse automatisch, wenn er eine bestimmte Geschwindigkeit überschreite. Dann hat der Bus wohl automatisch zu viel Gas gegeben?

Im Park angekommen, gingen wir zuerst zu den Kamelen. Die lagen in Reihen hintereinandergekettet da und warteten auf ihre Reitgäste. Meine Frau und ich bestiegen das erste Mal in unserem Leben ein Kamel. Der Kameltreiber schloss die Sicherheitsgurte und packte auf der Seite meiner Frau noch einen schweren Stein dazu, weil er unsere Gewichtsdifferenz überschätzt hatte. Fortan befand ich mich in meinem Sitz deutlich höher als sie. Vielleicht war der Kameltreiber auch nur der Meinung, dass ein Mann auf seine Frau herabsehen müsse. Bereits beim Aufstehen der Tiere sahen wir den Nutzen der Sicherheitsgurte ein. Dass es schaukeln würde, sobald sich die Karawane in Bewegung setzt, hatten wir schon geahnt, aber dass es so holprig würde, haben wir nicht gedacht.


Geschäftstüchtig ist man hier schon. Während unseres halbstündigen Rittes wurde ein Videofilm gedreht, der nach dem Mittagessen fertig geschnitten angesehen und in Form einer DVD für 15 € gekauft werden konnte. Wir bekamen noch 3 Monate Garantie auf den Film, wahrscheinlich weil die Kopie nicht geprüft wurde. Dann gingen wir in den wunderschönen Tierpark mit verschiedenen Shows und anschließend in den Botanischen Garten mit einer Unmenge Kakteen und anderen interessanten Pflanzen.



Unseren Heimflug werden wir so schnell nicht vergessen. Hinter uns saßen Eltern mit zwei Kindern. Diese hauten abwechselnd mit den Händen auf die Tische, die an unseren Sitzen angebracht waren oder sie traten gegen unsere Rückenlehnen. Die Eltern freuten sich scheinbar, dass die lieben Kleinen beschäftigt waren. Ich sagte der Mutter später, dass ich gerne meinen Sitz mit ihr getauscht hätte. Sie lachte nur.

Mein persönliches Resümee dieser Reise ist durchaus positiv und ich würde durchaus auch wieder mit FTI verreisen. Ob unser Kühlschrank alle 2 Tage aufgefüllt wird oder ob wir unsere Getränke selbst aus dem Speisesaal mitbringen und im Kühlschrank verstauen, macht für uns keinen Unterschied. Wir trinken ohnehin fast nur Wasser. Die Spezialitätenrestaurants hatten wir auch nicht besucht, so viel besser als im Hauptrestaurant soll es dort auch nicht gewesen sein. Ganz im Gegenteil, wir haben mit Leuten gesprochen, die dort nicht zufrieden waren. Ich habe mir am Büfett nur immer kleine Mengen geholt und habe dann entschieden, was ich mir als Nächstes hole. Wenn es einmal nicht so gut geschmeckt hat, war ich selber schuld. Ich hatte mir dann halt das Falsche geholt. Auch die Streiterei mit der Reiseleitung hat mich eher amüsiert als aufgeregt, das hatte durchaus einen gewissen Unterhaltungswert. Ich schickte dem Reiseveranstalter FTI diesen Bericht. Man entschuldigte sich und schickte einen Scheck, obwohl ich garnichts gefordert hatte.



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Wie immer hat das Hotel um eine Bewertung ihrer Leistung auf einem Fragebogen gebeten. Ich habe ihnen angeboten, ihnen meine Meinung detailliert schriftlich zukommen zu lassen, wenn sie diese bei mir anfordern sollten. Sie wollten es scheinbar überhaupt nicht so genau wissen. Ich hätte ihnen jedenfalls Vorschläge machen können, wo sie etwas einsparen könnten, denn das haben sie offenbar nötig, sonst können sie bald den Strom für die Beleuchtung ihres vierten Sternes einsparen. Das Niveau der Gäste hat nach unserer Beobachtung gegenüber dem Vorjahr nachgelassen, wenn die nicht aufpassen, haben sie bald ein Publikum, das sie sicher nicht haben wollen. Ich würde auch ein drittes Mal im Occidental Grand Urlaub machen. Dort war es nie langweilig und es wäre interessant zu erfahren, ob man dort etwas dazugelernt hat. Der Strand ist noch immer wunderschön, obwohl er seit unseren früheren Besuchen sehr gelitten hat. Man findet noch immer ein ruhiges Plätzchen, wo man sich ungestört sonnen und baden kann.


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Kommentare

  • rosch

    Neger? Geht's noch?

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