Wie in Lönneberga – Urlaub in Westschweden

Reisebericht

Wie in Lönneberga – Urlaub in Westschweden

Reisebericht: Wie in Lönneberga – Urlaub in Westschweden

Urlaub in einem typisch schwedischen Holzhaus auf der Insel Tjörn im westschwedischen Schären-Gebiet ca. 70km nördlich von Göteborg.

Die Helden unserer Kindheit

Ferien im Fjord

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Wer kennt sie nicht die Helden der Kindergeschichten von Astrid Lindgren: Michel aus Lönneberga und die Melchersons auf Saltkrokan, der fiktiven Schäreninsel. Und wer würde nicht gerne dort Urlaub machen zwischen den rot gestrichenen Häusern, wo Michel seine Streiche ausheckt und zwischen den Inseln, wo die Kinder mit dem Berhardiener Bootsmann spielen? Also haben wir ein Ferienhaus auf der Insel Tjörn, ca. 70 km nördlich von Göteborg gebucht – mitten im westschwedischen Schärenland Bohuslän.



Komme gleich wieder

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Die Anreise mit dem Auto war ein bisschen strapaziös, da wir in einem Rutsch von Süddeutschland durchgefahren sind. Aber ab der Fähre Puttgarden-Rödby war alles Neuland für uns und somit abwechslungsreich; vor allem die große Brücke von Kopenhagen nach Malmö – einfach atemberaubend. Und kaum hatten wir schwedischen Boden unter den Rädern begann der Urlaub. Gemütlicher Straßenverkehr ohne Hubraum-Brunft, auch auf der Autobahn. Überall die typisch roten und gelben Holzhäuser mit den netten blau-gelben Wimpeln, die im Wind flattern. Und wenn man anhält, trifft man auf freundliche Leute, in deren Wortschatz das Wort „Hektik“ keinen Platz hat. Hilfsbereitschaft dagegen wird großgeschrieben.



Am Steg

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Nach Göteborg zweigten wir dann auf „unsere Insel“ Tjörn ab. Als wir über die große Hängebrücke fuhren, wuchs die Spannung. So müssen sich Kinder fühlen. Wenn sie an Weihnachten die Verpackung ihrer Geschenke aufreißen. Wir staunten über malerische Buchten mit Segelbooten, unheimlich viele Pferdekoppeln und dazwischen lagen überall verstreut wie versteinerte Walfische glattgeschliffene Granitfelsen, die Birkenstämme leuchteten im Licht der untergehenden Sonne. Und dann kam der Höhepunkt: unser Haus in Djupvik auf der Ostseite der Insel, zwischen Weiden am Waldrand gelegen mit Blick aufs Meer. Fast so wie in den Inga-Lindström-Verfilmungen des ZDF – aber real.



Das rote Haus

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Unser erster Ausflug führte uns zum Hauptort der Insel, nach Skärhamn. Hier erwartete uns nicht nur der immer geöffnete (al dagar öppet) Supermarkt, sondern vor allem Schären-Idylle pur: Segelboote, Möwen, frische Krabbenbrötchen. Am Badeplatz direkt hinter dem modern gestalteten Kunstmuseum genossen wir erst mal die einzigartige Szenerie: Segel gleiten lautlos durch den Schärengarten, Möwen schweben über den Badegästen, immer auf der Lauer, ob nicht ein Stück vom Brot abfällt. Die mit Erika überwucherten Felsen laden zur Erkundung von Felsbuckel zu Felsbuckel ein. Da keine Vegetation die Sicht behindert, verliert man nie die Orientierung und braucht auch keine Wege – einfach der Nase lang. Wer sich auf die Attraktionen der Gegend einlässt, der vergisst die Zeit: die Maserungen und Einschlüsse in den Granitfelsen sind prähistorischen Felszeichnungen ähnlich, dann erregt wieder eine Möwe unsere Aufmerksamkeit, die einen Krebs jagt, und von der nächsten Anhöhe haben wir wieder einen ganz anderen Blick auf die Schärenlandschaft – gut dass der große Speicherchip in der Kamera ist. Den Rückweg versuchen wir komplett auf den Felsen zurückzulegen, ohne das unsere Füße die Erde berühren. Wie viele Strafpunkte wir uns eingefangen hatten, wusste am Ende niemand, aber der Spaß war riesig.



Badewetter



Kirchberg von Rönnäng

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Den Aussichtsfelsen an der Südspitze der Insel bei Rönnäng besuchten wir zu allen Tageszeiten. Bei gutem Wetter kann man von hier aus auch Marstrand sehen, die Insel , an deren Anlegestelle auch gelegentlich die schwedische Königsfamilie ihre Yacht vertäut. Unterhalb des Kirchplatzes führt ein kurzer Weg über Treppen zum Aussichtspunkt, der sogar mit Picknicktischen ausgestattet ist. Auf dem Wasser unter uns sieht man die Muster, die die Boote in das Wasser zeichnen.



Die Fähre kommt....

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Am Horizont im Westen scheint es, als schwämmen die Häuser von Klädesholmen auf dem Wasserspiegel. Ob morgens, mittags oder abends, hier ist es immer schön, auch wenn der Wind mal stärker pfeift und Gewitterwolken heraufziehen; dann ist der Wechsel von Licht und Schatten besonders dramatisch.



Gleich kommt Pippi raus

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Und dann war es soweit: nachdem wir bisher nur immer den Segelschiffen nachgeschaut hatten, wagten wir Landratten uns auf die schwankenden Planken eines Ausflugsschiffes. Seal-Safari – Robben kucken – stand auf dem Programm. Von Ellös auf der Nachbarinsel Orust aus ging es mit einem Schnellboot raus zu den Sonnenbänken der Robben. Das Highlight war die Fahrt mit dem flotten Bötchen; die Robben unterscheiden sich beim Sonnenbad ehrlich gesagt nicht sehr vom felsigen Untergrund. Und – glücklicherweise für die Tiere – fahren die Schiffe auch nicht sehr nah an die Robben ran. Man hat’s gesehen, aber echte Erlebnisse sind was Anderes. Mehr als entschädigt wurden wir dann nach der Bootstour durch unseren Besuch des beschaulichen Fischerörtchens Fiskebäksil. Dieser Ort ist wie ein Museum für schwedische Holzhausarchitektur. Ein Häuschen netter als das andere, jeder Gartenzaun ist anders gestaltet, liebevoll bemalte Hauseingänge. Und in den Fenstern die Symbole für Beschaulichkeit dekoriert: Holzmöwen, Miniaturleuchttürme, Petroleumlampen.
Bei soviel Bilderbuch-Schweden könnte man fast glauben, dass man hinter der nächsten Ecke auf Pippi, Tom und Annika trifft. Der Höhepunkt ist die Gemeindekirche wie aus einem Seefahrer-Film: mit von der Decke hängendem Schiffsmodell und Schatztruhe, die die Kirchenchronik enthält.



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Eine weitere Schifffahrt in Göteborg war dagegen schon etwas außergewöhnlicher. In sogenannten Paddan-Booten schippert man als Touri durch die Altstadt und das Hafenbecken. Als die freundliche Dame nach der Abfahrt verkündet, dass im Moment leider Hochwasser sei und es vorkommen könne, dass man sich bei der Durchfahrt einiger Brücken deswegen auf den Boden setzten müsse, dachten wir noch an einen kleinen Scherz. Doch schon bei der zweiten Brücke, wussten wir, dass dieser Hinweis durchaus ernst gemeint war – mal was Anderes. Besonders beeindruckend war natürlich der ehemalige Windjammer, der mittlerweile als Hotelschiff dient und das Wahrzeichen von Göteborg, der weiß-rote „Lipstick“, ein Hochhaus am Hafen.



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Kommentare

  • Michael.Thaler

    Hallo - vor zwei Jahren (2006) verbrachten wir auf der Durchreise zwei wunderschöne tage auf Tjörn/Orust - als Tipp sei hier noch das Aquarellmuseum auch von innen erwähnt! Und nächstes Jahr (2009) werden wir im Sommer wieder nach Schweden fahren und etwas mehr Zeit für diese wunderschöne Gegend mitbringen. In diesem Bericht habe ich ein paar schöne Anregungen dafür gefunden. Vielen dank!

  • Zinni

    Ein toller Bericht über eine klasse Destination!

  • A1B2CC

    Ein hübscher Bericht. Du hast eine sehr gute Art zu schreiben. Die Bilder sind ebenfalls sehr schön. Weiter so:) LG Christian.

  • Bluesfreundin (RP)

    Hallo, Reinhold,
    ich schau mir immer die Inga Lindström-Filmchen an, weil ich auch eine Sehnsucht in mir drin habe nach dieser herrlichen Landschaft. Mal sehen, ob ich da auch noch hinkomme.Toller Bericht... LG Sigrid

  • Cuerva

    Sehr schöner Bericht, der einen gleich nach Schweden mitnimmt. Da bekommt man gerade Lust auch dorthin zu fahren :)
    lg Cuerva

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