Naturpark Aukrug: Vier Hütten im Wald

Reisebericht

Naturpark Aukrug: Vier Hütten im Wald

Reisebericht: Naturpark Aukrug: Vier Hütten im Wald

Fünf Freundinnen, ein Wochenende, eine fremde Stadt. Das war der Plan. Daraus wurde eine Reise aufs Land in Heimatnähe und die Erkenntnis, dass die erholsamsten Reiseziele nicht immer in fernen Ländern liegen

Waldhütte

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Eigentlich wollten wir nach Krakau, Riga oder Prag. In eine dieser osteuropäischen Städte, die man so bequem per Billigflieger erreicht. Freitag hin, Sonntag zurück, dazwischen verwunschene Schlösser besichtigen, durch die Gassen der Altstadt bummeln und reichlich Landestypisches essen. Fünf Freundinnen, ein Wochenende, eine fremde Stadt. Das war der Plan.

Für eine von uns sollte diese Reise das Geburtstagsgeschenk sein. Ein Überraschungswochenende, von dem sie noch lange erzählen würde. Weil es aber der Organisation eines G8-Gipfels gleichkam, einen Termin zu finden, an dem tatsächlich alle konnten, fanden wir erst nach einem Jahr das passende Wochenende. Jetzt boten allerdings die Billigflieger keine billigen Flüge mehr. Eine Alternative in Deutschland musste her. Nachdem wir sämtliche Unterkünfte nahe gelegener Inseln ohne Erfolg abtelefoniert hatten, erzählte ein Freund beiläufig von Waldhütten. Das sei ein kleiner Ort, nein – Ort sei eigentlich schon übertrieben. Vier Häuser seien es lediglich, die mitten im Wald im Naturpark Aukrug stünden, umgeben von über vierzig Teichen und altem Baumbestand. Auf dem Rückweg von der Arbeit in Itzehoe habe er mal einen Schlenker gemacht und die vier ehemaligen Waldarbeiterhäuser entdeckt.



So kamen wir nach Waldhütten. An einen Ort ohne verwunschenes Schloss und Altstadtgassen. Landestypisch waren hier nicht mal die Schafe, eine Züchtung aus Shropshire in England.
Das Geburtstagskind verzog ein wenig das Gesicht ob der Landluft, der urtypisch-schlichten Behausung mit Namen „Försterhaus“ und der geringen Shoppingmöglichkeiten. Nach einem Einkauf beim Discounter im Nachbarort besänftigten wir es mit Schokolade und verkrochen uns bei leichtem Nieselregen mit einem Stapel DVDs in unser Häuschen.
Am nächsten Tag schien die Sonne. Wir machten lange Spaziergänge durch den Wald, vorbei an Seen und Koppeln, spielten Federball oder Karten auf der Wiese vorm Haus und waren froh, keine Nachbarn zu haben, die wir mit Musik und Grillgeruch bis tief in die Nacht hätten stören können.
„Im Sommer“, erzählte uns Bauer Ebeling, „können Sie in einigen Seen baden oder nach einem Waldausritt mit unseren Norwegerpferden ins Wasser reiten.“ Weil der Sommer aber noch ein bisschen auf sich warten ließ, nutzten wir lieber die gemütliche Sauna, die in einem kleinen Häuschen hinter unserem Försterhaus untergebracht war. Wir kühlten uns auf der Wiese vorm Haus ab und bewunderten die Sternbilder am tiefschwarzen Himmel. Und nach drei Tagen an der frischen Luft war das Geburtstagskind so glücklich und erholt wie lange nicht mehr. In Krakau, Riga oder Prag sind wir bis heute nicht gewesen.


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