Namibia

Reisebericht

Namibia

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Aufbruch

Christuskirche in Windhoek

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Mit „Namibia“ waren wir uns schnell sicher, aber die Auswahl der verschiedenen Anbieter und Infos aus dem Internet, das dauerte dann noch bis Ende Januar 2004. Die Hotels und Lodgen buchten wir über das First-Reisebüro in Monheim bei TUI und DER. Flug und Auto über Iwanowski in Dormagen. Die Restcamps im Etosha buchten wir direkt im Internet.

Wir fahren im ICE nach Frankfurt und sind pünktlich am Flughafen. Die Schlange am Checkin der Air Namibia scheint endlos, es geht aber dann doch recht fix voran.

Nach genauer Personenkontrolle und kurzer Wartezeit ist die B747 um kurz nach zehn zum Einstieg bereit. Der eigentliche Abflug dauert dann noch bis nach 23 Uhr. Der Flug ist ruhig, wir werden mit vielen Getränken verwöhnt. Das Essen ist „Flugzeugtypisch“. Kurz nach ein Uhr wird das Licht in der Kabine gelöscht, meine Frau schläft schnell ein und fast auch durch, ich habe etwas mehr Probleme mit dem ausgelutschtem Sitz.

Mittwoch, 07. Juli 2004
(Tageskilometer: 50 km; Gesamt: 50 km)

Um 5 Uhr (Ortszeit) gibt es Frühstück. Beim Sonnenaufgang über Afrika landet unser Flugzeug um kurz nach sieben in Windhoek. Die Passkontrolle ist schnell erledigt und unser grüner Koffer kommt untypisch früh vom Band. Für Autovermietung und Geldwechsel teilen wir uns. Das Auto steht schon bereit, ein weißer Toyota Condor, fast 20 000 km und sehr gepflegt. Beim Geldwechsel dauert es etwas länger, weil die Scheine etliche Male gezählt werden bis die Summe akzeptiert wird. Bei der Übergabe des Wagens bekommen wir noch eine schnelle Einweisung in das Reifenwechseln und die wichtigsten Teile im Motorraum.

Den Weg von Flughafen nach Windhoek finden wir schnell, es gibt auch nichts anderes. Linksverkehr und Rechtslenker sind aufregend, besonders Blinker und Scheibenwischer muss neu gelernt werden und das Abbiegen ist eine Herausforderung. Die Schaltung des Condor ist hackelig, der dritte Gang braucht Manneskraft. Auf dem Weg zur Stadt sehen wir die ersten Tiere am Straßenrand, Paviane. Zuerst geht es zu „Budget“ in der City um den zweiten Ersatzreifen zu holen, problemlos.

Schwieriger ist die Suche unseres Hotels. „Links aus Budget und dann immer gerade aus ...“, nach einigen Kilometern kommen uns dann Zweifel – fahren ein Stück zurück – schauen noch einmal in die Karte, aber der Weg stimmte.
Unser Zimmer im „Safari Court Hotel“ ist bezugsfertig, wir legen uns in das Bett und schlafen bis 12 Uhr. Die Zimmer im „Safari Court Hotel“ sind guter Standard, groß und gepflegt.

Der Busshuttle bringt uns dann am frühen Nachmittag nach Windhoek zur Kreuzung „Fidel Castro / Indepedence Av.“ am Taxistand und dem afrikanischem Markt. Wir gehen zur Christus Kirche und zur „Alten Feste“, besuchen das Museum, Eintritt ist frei. Am Museum ist das Restaurant „Afrika“, zuerst trinken wir nur Kaffee, und dann gibt es doch ein Essen (Geli: „Namibische Fischsuppe“). Auf dem Rückweg geht es noch in den Supermarkt, Wasser, Kekse, Bier und den „Adapter Stecker“ für Namibia. Dabei machen wir die erste Bekanntschaft mit Sicherheitsbeamten, „Fotorucksack bitte nach vorne!“. Am Kiosk warten wir dann auf die Rückfahrt.

Ach ja! Geli hat noch ein „Rhino“ aus Ebenholz (oder so etwas) auf dem Markt gekauft, mit Handeln. Abends gehen wir im Hotel essen, Buffet für 98 N$ / Person (so etwa 14 Euro) mit Austern und Wild, da gibt es nichts zu Klagen.






Von Windhoek nach Mariental

Anib Lodge

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Donnerstag 08. Juli 2004
(Tageskilometer: 302 km; Gesamt 352 km)

Wir stehen um 7 Uhr auf und das Frühstücksbuffet ist englisch und gut. Über Reoboth erreichen wir nach ca. 3 Stunden Fahrt den „Hardap-Damm“ bei Mariental. Der Eintritt kostet 60 N$ für Menschen und Auto. Die Frau am Tor hat große Probleme uns den richtigen Rückgabebetrag auf 100 N$ auszurechnen. Später verstehen wir warum. Wir fahren zuerst an der Nordseite des Stausees zum Aussichtspunkt „Stengelskuppe“. Ist das erste Provement für Geländefahren. Das Wasser ist mit einem glitschigen Blau- und Grünalgengürtel umgeben, sieht nicht gut aus, es riecht nach fauligem Fisch. Wir fahren weiter zum Aussichtspunkt „Eagle View“ und wir sind nicht die Einzigen. Wir wandern bis zu der Spitze der Halbinsel über ein steiniges Feld, genießen dann die schöne Aussicht auf den Staudamm. Sehen das erste Mal auch Pelikane majestätisch durch die Luft fliegen.

Auf der Rückfahrt wollen wir noch die Flamingobucht an der Südseite des Sees besuchen, aber der Weg ist gesperrt. Dafür gab es die erste Herde mit Springböcken zu sehen. Wir fahren dann zuerst nach Mariental und tanken (35 l für ca. 135 N$). Das Wechseln auf 200 N$ ist wieder ein Problem, derweil betteln Kinder am Auto. Sie bekommen Kekse und ziehen glücklich ab.

Die „Anib Lodge“ ca. 35 km nördlich von Mariental finden wir schnell, schon auf der B2 sind große Schilder. Wir werden freundlich empfangen und bekommen gleich unser Zimmer (Nr. 4), das Auto kann vor dem Zimmer parken.

Die Sundowner-Tour über das Gelände der Lodge startet um 15 Uhr, wir ziehen uns eilig um – „alles was der Koffer hergibt anziehen“. In einem offenen Jeep (einem großen „Willy“) geht es durch die Dünen der Kalahari. Wir sehen viele Tiere, Oryx, Springböcke, Wüstenfüchse, Strauße und riesige Nester der „Sozialen Webervögel“. Die roten Sanddünen beeindrucken. Nach kurzweiligen 1 ½ Stunden wird auf einer höheren roten Sanddüne gehalten, es gibt Punsch als „Sundowner“. Die Sonne geht glühend am Horizont unter. Auf einer Düne unterhalten wir uns dabei mit einem jüngeren Ehepaar aus Berlin.

Danach wird es frisch. Wir sitzen auf der vordersten Bank im Fahrtwind. Es gibt dichte Decken, die halten uns einigermaßen warm. Das Abendessen ist ein 4-Gänge Menu, welches uns zuerst auf deutsch, englisch und nama (mit „Klicks“) angekündigt wird. Sehr gut, nur für Männer etwas wenig.

Wir unterhalten uns noch lange mit einem älteren, welterfahrenen Ehepaar aus Berlin. Im Nebenzimmer ist eine Party, wir schlafen aber trotzdem gut, auch weil der Raum durch einen kleinen Elektroofen erwärmt wird.



Von Mariental nach Keetmanshoop

Köcherbaum im Quivertreeforest

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Freitag, 09. Juli 2004
(Tageskilometer: 244 km; Gesamt: 596 km)

Morgens ist es sehr kalt. Frühstück mit „individuellem Ei“ ist gut. Danach brechen wir Richtung Süden auf, und fahren zuerst den „Brukkaros-Krater“ an. Nach der Abfahrt von der B2 machen wir auf der D98 erste Erfahrungen mit einem „Waschbrett-Pad“, der Wagen schlingert. Der Park kostet Eintritt und das letzte Stück zum Parkplatz auf einem Plateau ist nur für 4x4 Fahrzeuge zu empfehlen, wir schaffen es aber auch ohne. Vor uns sind Südafrikaner und wir gehen den gleichen Weg wie sie. Nach ca. ½ Stunde führt der Saumweg steil bergan, es ist der Weg zum Gipfel des „Brukkaros“. Wir kehren um, kurzes Picknick am Auto. Auf dem Rückweg bergab setzt der Condor auf einem großen Stein auf, aber kein Schaden.

Obwohl noch früh, beschließen wir zuerst zum Köcherbaumwald zu fahren. Wir zahlen an der Farm den Eintritt und fahren dann die 5 km weiter zum „Giant’s Playground“. Es erinnert uns ein bisschen an den „Torcal“ in Andalusien, nur in rot und kleiner. Aber den Besuch ist es wert, zumal die Ausblicke auf die unendlichen Reihen von Steinhaufen grandios sind.

Zurück zum „Quivertree forest“. Wir sind lange Zeit die Einzigen mit den „Klippschliefers“ welche sich beim abendlichen Sonnenbad nicht stören lassen, bis das jüngere Berliner Ehepaar auftaucht. Wir unterhalten uns eine ganze Weile, die Zeit zum Sonnenuntergang ist so kürzer. Das Wort „Wald“ ist für die ca. 200 Bäume kein deutscher Begriff. Aber die Aloen wirken in der Ansammlung bizarr und beim Sonnenuntergang romantisch. Mittlerweile sind auch viele Südafrikaner im Areal eingetroffen. Sie campen auf dem nahegelegenen Platz.

Wir verabschieden uns von den Berlinern und fahren im Konvoi nach Keetmanshoop. Das „Canyon Hotel“ ist ein fürchterlicher Plattenbau und auch am Abend ohne jeden Charme. Der Service steht dazu im krassen Gegensatz – sehr freundlich und zuvorkommend. Bei unserem ersten Zimmer ( #53 ) lässt sich die Türe nicht von innen abschließen, kein Problem, bekommen sofort das #54. Die Zimmer aber sind verwohnt, der Teppich verschmutzt und die Betten leidlich sauber.

Zum Abendessen gehen wir in die empfohlene „Uschi’s Kaffestube“, zum Eintritt muss man klingeln. Wir essen eine Pizza und „Men’s Rumpsteak“, beides gut. Als wir das Lokal verlassen haben wir auch die erste Begegnung mit einem Car-Guide – ein Farbiger kommt aus der dunkelsten Ecke des Parkplatzes.

Wie immer auf unseren Reisen suchen wir etwas – diesmal die kleine DigiCam, findet sich wieder beim Suchen mit der Taschenlampe vor dem Fahrersitz. Die Nacht ist ruhig und kalt.





Brukkaros Krater



Von Keetmanshoop zum Fishriver Canyon

Canyon Lodge

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Samstag, 10. Juli 2004
(Tageskilometer: 344 km; Gesamt 940 km)

Wir stehen um 7 Uhr auf. Nach dem Frühstück fahren wir zuerst tanken, dann zum „Spar“ Supermarkt. Auf dem Weg organisiert eine Polizistin routiniert die Durchfahrt einer Arbeiterkolonne durch Keetmanshoop. Am Spar-Supermarkt warten farbige Kinder zur Autobewachung („ You have a nice car...!“). Neben Obst kaufen wir noch Süßigkeiten zur Belohnung.

Auf der B1, dann B4 geht es erst einmal Richtung Westen, dann auf der D545 nach Süden, Piste, aber gut befahrbar. Um 10 Uhr sind wir am „Naute Damm“ welcher den „Löwenfluss“ aufstaut. Wieder ein kleiner Eintritt (13 N$ für 2 Adults + Car). Die Pächterin des Kioskes gibt uns viele Tipps, was wir alles sehen können. Außer einem Ehepaar mit Kindern sind wir die einzigen Gäste, klettern am Ufer auf Felsen, beobachten Wasservögel und Klippschliefer. Am Kiosk bestellen wir dann Limonade und Kaffee. Ein Boy bringt ein herrliches Tablett mit Uromas Kaffeeservice.

Es geht weiter Richtung „Fishriver Canyon“, der Pad (erst D545, dann C12 nach Süden und die C37) ist wieder eine Staubstrasse. Am „Canyon Road House“ werden wir mit der Nachricht empfangen, dass wir auf die (bessere) „Canyon Lodge“ umgebucht wurden. Wir fahren die fast 50 km, werden wieder freundlich empfangen. Ein Boy bringt unser Gepäck zur Hütte, das sind gut und gerne 200 m vom Haupthaus. Die Hütte hat einen freien Blick auf die Halbwüste. Wir setzten uns auf die Terrasse des Häuschens, genießen den Ausblick.

Um 16:30 gehen wir zum Sundowner-Walk und werden auf einen Felsen hinter der Lodge geführt. Ein grandioser Blick über die Ebene und das Gebiet der Lodge. Es gibt dann einen Sundowner – ein Bierchen.

Zum Abendessen wird ein Starter serviert, dann Buffet, sehr, sehr gut – über Holzkohlen gegrilltes Lamm und Beefsteak. Nach dem Abendessen sitzen wir noch lange mit den Berlinern und einer weiteren deutschen Familie zusammen.


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Kommentare

  • daniel.olzien

    Schöner, sehr ausführlicher Bericht. Vor allem die Fotos haben mir gut gefallen!

  • Zypresse

    Danke für den schönen, sehr persönlichen Bericht. Ich möchte am liebsten gleich wieder los, auch die Fotos versetzen mich nach Namibia......

    Die Strasse ins Sossusvlei ist inzwischen übrigens asphaltiert und in einem blendenden Zustand (viel besser als viele deutsche Autobahnen), erst ab Parkplatz geht's wie früher mit ruckeligen Allradfahrzeugen weiter zum Dead - und Sossusvlei.

  • Tina_Torsten

    Ein sehr schöner und ausführlicher Bericht. Da will man sofort wieder nach Namibia. Die Fotos sind wirklich sehr gut.

  • RdF54

    Ich kann immer wieder über Namibia lesen!!
    Danke für das Zurückbeamen in die Erinnerungen!!

    LG Robert

  • pleuro

    Gut geschriebener interessanter mit guten Fotos!

  • pleuro

    ....Bericht...

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