Bei den Tschammysterien im Kloster Phiyang

Reisebericht

Bei den Tschammysterien im Kloster Phiyang

Reisebericht: Bei den Tschammysterien im Kloster Phiyang

Alljährlich finden in vielen lamaistischen Klöstern Ladakhs Mysterienspiele statt, die so genannten Tschammysterien.

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Das Kloster Phiyang liegt 20 km westlich der Hauptstadt Leh auf 3585 m Höhe in einem Seitental des Industals. Früh am Morgen keuchen wir in der frischen, aber dünnen Luft den Klosterberg hinauf, um ein besonderes Ereignis mitzuerleben: Die Tscham-Mysterienspiele, die jedes Jahr von den etwa 70 Mönchen des Klosters zelebriert werden.
Es sind Mönche der Kargyüpa-Sekte, die zu den Rotmützenorden zählt.

Mit "Tscham" werden religiöse mimische Tänze bezeichnet, die reine Pantomimen oder auch mystische Dramen sein können. Begleitet werden sie meist von Musik, manchmal auch von Mantra-Rezitationen.



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Derartige Feste werden zwar von den meisten Klöstern einmal im Jahr gefeiert, gleichwohl stellen sie immer ein besonderes Ereignis dar, das die einheimische Bevölkerung, aber auch Pilger aus nah und fern anzieht. Nicht nur das Spektakel, die Tänzer, bunten Kleider, die Masken und die Musik sind der Grund. Nein, die Teilnahme am Fest bewirkt nach ihrem Glauben eine Verbesserung ihres Karmas, der Voraussetzung für eine bessere Wiedergeburt.
Nicht zuletzt stellen solche Feste eine der wenigen Abwechslungen im einförmigen, mühevollen Leben hier in der kargen Landschaft des oberen Industals. Feiern tun die Menschen überall gerne.

Und so befinden wir uns in zahlreicher Gesellschaft, als wir an Manimauern und Tschörten entlang auf das Kloster zu steigen.



Eingangstschörten Kloster Phiyang

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Als wir die Eingangstschörten des Klosters passiert haben und uns dem Hof nähern, auf dem das Schauspiel stattfinden soll, ....



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....herrscht bereits drangvolle Enge. Die Tribüne scheint schon überfüllt. Buddha sei Dank sind unsere reservierten Plätze wider Erwarten noch frei



Mit den Tschamtänzen wird das Geburtsfest des tantrischen Lehrers Padmasambhava, des "Lotosgeborenen" gefeiert. Er hat im 8. Jahrhundert den Buddhismus im Himalaya verbreitet. Davor waren die Tschamtänze Rituale der alten animistischen Bön-Religion, das Siegesfest des Frühlings und der Fruchtbarkeit. Die dunklen Mächte des Winters wurden vertrieben, begleitet von Dämonenaustreibungen, Tier- und Menschenopfern. Die neue Religion, der Buddhismus in der Form des Lamaismus siegte in Gestalt des Padmasambhava und seiner acht sogenannten Manifestationen über den alten Volksglauben. Wie so oft wurden dabei Gebräuche und Riten der Ur-Religion übernommen und adaptiert.





Seither dienen die Mysterienspiele der religiösen Belehrung und Erbauung. Sie weisen auf die Vergänglichkeit des Daseins hin und mahnen zur Vorbereitung auf Tod und Wiedergeburt. Sie handeln vom Sieg des Guten über das Böse, des Lichts über die Finsternis, des Lebens über den Tod, alles vereint im Mythos des Sieges Padmasambhavas über die alten Götter und Dämonen.



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Kommentare

  • RdF54

    Schade, dass es schon zu Ende ist - wäre gerne noch länger mit Dir auf der Tribüne gesessen, um mich diesem bunten, fesselnden und sehr eindrucksvollen Fest hinzugeben ....
    Sehr schön beschrieben und mit tollen Fotos untermalt!!

    LG Robert

  • astrid

    Was für ein tolles Erlebnis und welch farbenprächtige Fotos!
    Gruß Astrid

  • yunnanfoto

    Super spannender Bericht, garniert mit erstklassigen Fotos. Ich bin begeistert !
    LG, Herbert

  • Hage

    Das war sicher ein einmaliges Erlebnis. Toller Bericht und klasse Fotos!
    Gruß Hans-Georg

  • freyabe

    Ich liebe Feste.... Sehr informativ, tolle Bilder und fast zu kurz.
    Gruß Friederike

  • trollbaby

    Das muss ein Erlebnis gewesen sein, dort dabei sein zu dürfen! Sehr interessanter Bericht mit eindrucksvollen Fotos!
    LG
    Susi

  • Blula

    Was für ein Augen- und Ohrenschmaus das für Dich gewesen sein muss...
    LG Ursula

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  • Thomas12

    Padmasambhava in Phyang ?

    Wie wäre es denn mit Mahakala, Heruka oder Pehar Gyalpo ?

    Thomas

  • mamaildi

    Es ist dir sehr gut gelungen, die Atmosphäre des Festes zu uns rüberzubringen. Ein Highlight! Liebe Grüße - Ildiko

  • Segelfilmer.de

    Mir gefallen die Fotos mit den Gesichtern der Menschen dieser Gegend am allerbesten. Das der Bericht so kurz erscheint - das spricht für ihn und das Interesse, welches er in uns Lesern weckt. Viel mehr kann ein Bericht doch kaum erreichen, oder?
    Liebe Grüße - Thomas

  • brandriba

    Nachdem ich Deinen gut geschriebenen Bericht gelesen habe und die starken Bilder im Kopf nachwirken lasse, ertönen die Instrumente.... Danke für den schönen Einblick in die faszinierende Kultur! LG DAni

  • reisefreudig

    Servus, Dieter, sorry, habs jetzt erst "ausgegraben", ist auch eines meiner Lieblingsdestinationen der "Ring of Monastary" in Ladakh, auch das HEMIS - Fest, lade dich ein, schau rüber zu mir.
    lg harald

  • Schriddels

    Diesen Reisebericht habe ich genossen, einfach klasse.
    LG Wolfgang Schriddels

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  • widix

    Lieber Dieter,
    ein wunderbarer Reisebericht: gut geschrieben und wunderschöne Bilder. Du hast das Fest sehr anschaulich beschrieben und ich wäre sehr gerne mit dabei gewesen.
    Vielen Dank!
    LG Sabine

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