Einmal um die ganze Welt - Teil 3 - Neu England

Reisebericht

Einmal um die ganze Welt - Teil 3 - Neu England

Reisebericht: Einmal um die ganze Welt - Teil 3 - Neu England

New Hampshire und Maine. Im Dritten Teil der Weltreise gings mit dem Campingbus durch neu England. Seen, Wälder, Nebel, Küste und Meeresfrüchte, so könnte man diesen Reiseabschnitt zusammenfassen...

Keine Bildinformationen verfügbar

Von Boston aus ging die Reise durch Massachusetts, New Hampshire und Maine in Richtung der kanadischen Ostküste. Die Natur unterwegs ist, je weiter man Richtung Norden kommt, umso saftiger und grüner, mit endlosen Wäldern, Seen und Wasser überall. Die Küste New Hampshires ist im Vergleich zu der von Maine relativ kurz und geradlinig, dafür scheint sie ein einziger Strand zu sein. Die Menschen aus Boston und auch von weiter südlich nutzen diesen Sandstreifen gerne für etwas kühlere Urlaubstage während der Sommerferien. Entsprechend gibt es eine Vielzahl von Unterkünften, Campingplätzen und jeder Menge Restaurants und Imbissbuden. Hier durfte ich sogar einen richtigen Sonnentag erleben. Obwohl mir das Wasser zum Baden zu kalt war habe ich trotzdem die Kühle des Meeres genossen, das hier auch im Sommer kaum über 20 Grad Celsius warm wird. Labradorstrom heißt die Meeresströmung, die dafür verantwortlich ist. Den Amerikanern scheint diese Temperatur gerade richtig zu sein. Passt zu den per Klimaanlage tiefgekühlten Restaurants und den eiskalten Getränken die hier ebenfalls Standard sind.



Keine Bildinformationen verfügbar

Auf dem Weg zum Strand bin ich in Louden an einem Rennoval vorbeigekommen und zwar ausgerechnet am NASCAR Wochenende. Als ich abends durch eine der Einkaufstrabantenstädte an der Periferie von Concord gefahren bin, standen plötzlich zahlreiche Wohnmobile auf dem rießigen Parkplatz von Walmart, dem amerikanischen Haushaltswaren-Megaladen.

Walmart wird unter Wohnmobilfreunden übrigens als kostenloser Campingplatz geschätzt. Es ist offizielle Unternehmenspolitik, dass man auf allen Parkplätzen der Warenhauskette mit seinem Wohnmobil übernachten darf.

Nach dem ich meinen Winzling - im Vergleich zu den anderen RVs (=Rollende Villen, oder amerikanisch:...wer weiß, für was die beiden Buchstaben "RV" stehen?) - unter einer noch freien Laterne geparkt hatte, bin ich mit dem Foto durch die „Häusergassen“ getingelt und hab die eindrucksvollsten Gefährte abgelichtet. Eine Gruppe von NASCAR Fans hat mich dann gleich zum Bier eingeladen - und so hatte ich einen lustigen Abend mit derben Witzen und schrägen Geschichten. Einer der Helden, war schon ziemlich angetrunken. Der Typ, hat mir vor lauter Erstaunen und Überschwang, dass ich aus Deutschland war sicherlich 10 Mal an diesem Abend die Hand geschüttelt, um mir zu irgend etwas tollem in Deutschland zu gratulieren oder um mir mehrmals eine gute Nacht zu wünschen. Lustig war außerdem das Bierbauchschubsen und der Kanadier mit seinen derben Witzen, die er unentwegt vom Stapel ließ. Seine Frau die sich später zu der Gruppe gesellte, schien das nicht im geringsten zu stören. Zwischendrin hat sie mal im Spass eingeworfen, dass ihr Schwiegervater sie für die Heirat bezahlt hätte. Noch bis um halb eins ging das muntere Pallawer.



Keine Bildinformationen verfügbar


Etwas abseits der Urlaubszone im Hinterland von New Hampshire wollte ich mir eines Abends mal wieder was Leckeres zum Abendessen gönnen und hätte dabei fast den Ladenschluss verpasst. Als ich an einem klassichen Takeout (Imbiss) vorbei kam, musste ich erschrocken feststellen, dass um 8 Uhr Abends schon zugemacht wird. So ist das hier auf dem Lande, man steht mit der Sonne auf. Ab 4 Uhr morgens gibt’s bei Donkin Dognuts, der allgegenwärtigen amerikaweiten Cafe/Bistrokette, bereits Kaffee. Und wenn die Sonne untergeht würden sie hier die Randsteine hoch klappen, wenn es welche gäbe. Teilweise machen die Restaurants, vor allem die Imbissbuden bereits um 8 Uhr abends dicht. Ein paar Kilometer weiter hab ich dann noch ein Inn (Gasthof) gefunden. Es gab Prime Steak und Pommes.



Keine Bildinformationen verfügbar


Aussicht vom Belknap Mountain

Keine Bildinformationen verfügbar

Der Ausblick vom Belknap Mountain auf den Winnipesaukee See und dann der See aus der Nähe, einfach gigantisch. Den sonnigen Nachmittag hab ich gleich mal wieder zum Spachteln genutz - nein, ich meine wirklichen Spachtel, Polyesterspachtel - um mein Fahrzeug einigermaßen fit für die nächsten Wochen und Monate zu machen. Die Wälder und Seen bergen neben der Kühle und Schönheit allerdings auch einige Milliarden von Stechmücken. Auch am hellen Nachmittag ist man vor den Biestern nicht sicher. Also hab ich mir beim nächsten Großeinkauf neben Gas Kartuschen, Kocher, Töpfen und Kochgeschirr auch noch Repellent („Mückenschreck“) gekauft. Damit reibt man sich ein oder, vorausgesetzt man hat die Sprayversion erstanden, besprüht man die ganze Kleidung, was einem einigermaßen Frieden beschert.





cox railway mount washington

Keine Bildinformationen verfügbar

Am Mount Washington, einem der beiden „weißen Berge“ New Hampshires und mit knapp 2000 Metern Höhe die höchsten Erhebung der nördlichen Appalachen, bin ich dann mit der 130 Jahre alten Zahnraddampfbahn den Berg hinauf gefahren.

Dieses technische Meisterwerk überzeugt weniger durch filigrane Baukunst und Technik als vielmehr durch typisch amerikanischen Pioneer Geist. Wo andere mit eleganten Seilbahnen oder ausgefeilten Trassen und Tunnelführungen dieses „Problem“ gelöst hätten, hat der amerikanische Ingenieur die Schienen einfach und brutal auf direktem, möglichst kurzem Weg, den Berg hinauf gelegt und dann etwas passendes konstruiert, das darauf fahren konnte.

Mit Getöße und Gewackel sowie einem ständigen Klingeln, das wohl durch die Sperrklinken, wie bei einer Uhr oder beim Freilauf einer Fahrradnabe, hervorgerufen wird, krabbelt das alte Dampfungetüm den Berg hinauf und schiebt dabei den Passagierwagen vor sich her. Auf der Jakobsleiter, dem steilsten Teilstück werden 36 Grad Steigung erreicht.

Der Mount Washington ist an über 250 Tagen im Jahr von Wolken verhüllt, so auch an diesem Sonntag. Die US-Amerikaner machen daraus natürlich gleich wieder ein „Superlativ“. „Fahren Sie hinauf zum schlechtesten Wetter auf der Welt“. Cleveres Marketing nennt man das wohl.





Wieder an der Küste, diesmal in Maine, habe ich mal wieder die fettigen Meeresfrüchte aus dem Clamstand verdrückt. Schade, dass den Amis mit ihrer leckeren Beute, die die Fischer allmorgentlich an Land bringen, nicht viel mehr anzufangen wissen, als diese in Teig zu tunken und in die Friteuse zu werfen. Ab und zu schmeckt das Zeug trotzdem ganz lecker. Es gibt Clams (Weichschalen-Muscheln), Scallops (Jacobsmuschelfleisch), Shrimps, Lobsterrolls (Lobster im Brötchen mit Krautsalat in Mayonaisse) und dazu üblicherweise Pommes und Tartarsauce (Remoulade) oder Ketchup. Das ganze andere Fastfoodzeugs, wie Burger und Hot Dogs in allen Variationen, ist natürlich auch im Angebot. Und die Cookies (Gebäck) sind leider auch selten weniger fettig, dafür aber umso süßer.



Clams

Keine Bildinformationen verfügbar


Die Küste von Maine ist stärker zerklüftet als weiter unten im Süden. Die Strände sind kürzer, in kleine Buchten gezwängt, was nicht weniger reizvoll erscheint - ganz im Gegenteil. Der kalte Labradorstrom und die im Kontakt mit dem warmen Golfstrom entstehenden Nebelbänke und Nieseltage haben eine ganze eigene, gedämpfte und mystische Stimmung, die auch ihre Reize hat. Leider ist die Küste nur an wenigen Stellen öffentlich zugänglich, weil die Küstenstücke meist in Privatbesitz sind. Aber innerhalb der Hafenstädtchen oder an Bootrampen kommt man doch immer wieder ganz gut ans Wasser hin und kann die Stimmung der Küste genießen. Oder man nutzt dazu einen der National- und Staatsparks, wie den Acadia Nationalpark in Maine oder die Parks in Kanada. Davon dann im nächsten Reisebericht.



Keine Bildinformationen verfügbar


Über die Grenze, nach Kanada, gings ganz schnell und unproblematisch. Ich hab nicht mal einen Stempel in meinen Pass gekriegt. Da war ich fast ein Bisschen enttäuscht.

Im nächsten Reisebericht (Teil 4) werde ich Euch vom Südosten Kanadas - New Brunswick und Nova Scotia erzählen, hier der Link...

http://www.geo-reisecommunity.de/reisebericht/178334/1/Einmal-um-die-ganze-Welt-Teil-4-New-Brunswick-und-Nova-Scotia

Wer die anderen Teile dieses Weltreiseberichts lesen möchte: am einfachsten "grisch" ins Suchfeld oben rechts eingeben, dann seht Ihr schon.


Teilen auf

Mein Interessenprofil

Bitte melden Sie sich an, um Reiseziele zu Ihrem Interessenprofil hinzuzufügen.

Kommentare

  • RdF54

    Tolle Reise - anüsanter Bericht mit schönen Fotos!
    Werde mir gleich die anderen Teile reinziehen!

    LG Robert

  • pisa

    Deine Schreibweise gefällt mir gut - bin gespannt auf Teil4
    pisa

  • sunbeam

    Sehr schöne Bilder und ja, Lake Winnipesaukee, ist mit seinen vielen Buchten und Inselchen wunderschön anzusehen, insbesondere im Sonnenschein. :)
    Wir hatten übrigens Anfang Oktober (2003, so lange ist das leider schon her). gar keine Probleme mit Mücken.
    Leider muss ich jetzt schon wieder einen Kommentar zum Thema Essen abgeben: ich habe in den USA schon ganz viel Seafood auf unterschiedlichste Art zubereitet gegessen und in richtig lecker! In frittiert mag ich es auch nicht so. Aber mal ganz ehrlich, was erwartest Du (und auch andere), wenn Du Clams an einem Imbissstand kaufst oder in einem der Fast Food oder auch günstigeren Family "Restaurants" bestellst? In Deutschland bekommt man in einer Pommesbude auch kein Wunderwerk (sondern eine gute alte Currywurst, wenn einem nach Currywurst ist).
    So, jetzt bin ich ganz gespannt auf die nächsten Berichte.
    LG Sunbeam :)

  • grisch

    Hey Sunbeam,

    Tipps zu guten Restaurants werden natürlich gerne entgegen genommen. Ich bin in meiner Verzweiflung später dazu übergegangen immer öfter meinen Campingkocher anzuwerfen, wenn ich leckere Meeresfrüchte Essen wollte...

    Oder zum Chinesen, das war teilweise auch noch eine Option...

    Neulich hatte der Sohn meines Kumpels für ein paar Tage Besuch aus Ohio. Der englische Begriff, der von diesem Besuch wohl am stärksten in Erinnerung bleiben wird, war das Wort "delicous".


  • EmersonsOmi

    hello grisch,
    "RV" means Recreational Vehicle.........
    I enjoyed your Bericht. It is interesting to see what Germans think of the US. I live in Virginia (see 'EmersonsOmi') and my husband and I will travel by car to Rhode Island in October. We have travelled extensively in the US, but have not been to New England. I am looking forward to the trip and to see if I agree with your Bericht... ;-)
    LG, Silvia

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Einmal um die ganze Welt - Teil 3 - Neu England 4.33 6

Beliebte Community-Inhalte: AustralienNorwegenThailandVietnamItalienBarcelonaIndien ReiseführerIndien Tipps