Wales – Bücher, Burgen, Magie und Küste

Reisebericht

Wales – Bücher, Burgen, Magie und Küste

Reisebericht: Wales – Bücher, Burgen, Magie und Küste

Ein verlängertes Wochenende in Wales im Westen von Großbritannien: Auf Entdeckungsreise durch fantastisch grüne Landschaften von einer Bücherstadt zu beindruckende Burgruinen und alten Legenden.

Der See Llyn Glywedog

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Im letzten Herbst bin ich mit drei Freunden übers Wochenende nach Wales geflogen. Vielleicht fragt Ihr Euch, wie so viele mich schon gefragt haben, wo das liegt? Wales ist nicht England, gehört aber zu Großbritannien und nimmt den westlichen Teil der Britischen Insel ein. Es ist das spannendste Stück von Großbritannien, wie ich finde. Auf den Pfundmünzen ist nicht nur die Queen, sondern auch der walisische Drache oder eines der Nationalsymbole: der Lauch. Im nördlichen Teil kann man auf der Straße nur von Menschen umgeben sein, deren Sprache man nicht versteht (obwohl man englisch doch ganz gut beherrscht), denn sie sprechen walisisch. Und die Vergangenheit ist hier allgegenwärtig – die Legende von König Artus und seinen Rittern der Tafelrunde wird mit diversen Orten in Wales in Verbindung gebracht, z.B. mit Caerleon in Südwales, wo seine Burg und seine Tafelrunde gestanden haben sollen und wo außerdem noch ein römisches Amphitheater zu besichtigen ist, in dem früher Gladiatorenkämpfe stattfanden. Hunderte von Burgen – manche gut erhalten, manche nicht mehr als Ruinen – und diverse Steinkreise aus keltischen Zeiten zeugen von Jahrtausende alter Geschichte.



Tag 1: Freitag (Anreise)

Es gibt zwar von Deutschland aus leider keine Direktflüge nach Wales, aber Städte wie Bristol oder Liverpool liegen so nah an der walisischen Grenze, dass das eine super Alternative ist. Am Bristol Airport haben wir unseren Mietwagen abgeholt und waren dann ganz schnell in Crickhowell in den Brecon Beacons, einem der drei Nationalparks im Südosten von Wales, unserer ersten Station. Da wir Freitagabend spät ankamen, blieb uns nur noch Zeit, den ersten walisischen Pub zu testen. Die Wahl fiel nicht schwer, denn in unserem Hotel The Bear lasen wir, dass der hauseigene Pub schon mehrmals den „Best Pub in Britain Award“ gewonnen hatte. Entsprechend köstlich war auch das Essen! (zu empfehlen: www.bearhotel.co.uk)



Tag 2: Samstag (von Hay-on-Wye nach Aberdyfi an der Küste)

Buchladen in Hay-on-Wye

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Am Samstag machten wir uns früh auf, denn wir wollten an diesem Wochenende etwas von Wales sehen. Als erstes fuhren wir über Landstraßen durch den Brecon Beacons Nationalpark Richtung Norden nach Hay-on-Wye, der größten Bücherstadt der Welt. Klingt groß, ist es aber nicht. Dafür ist es großartig! Denn die kleine Stadt beherbergt mehr als 30 Buchläden, die v.a. antiquarische Bücher führen. Man kann es sich nicht recht vorstellen, wenn man es nicht selbst gesehen hat: In jeder Straße findet man mindestens einen Buchladen, selbst die alte Burg ist ein einziger Buchladen, in dem sich die vollen Bücherregale im Hof an den Steinwänden und die Treppen hinauf schlängeln. Hier in der Burg zählt man auf die Ehrlichkeit der Besucher: Möchte man ein Buch erwerben, wirft man einfach das Geld in die Honesty Box.
Nachdem wir unser Gepäck ausreichend erschwert hatten, ging es weiter, einmal quer durch Wales, über Builth Wells, Rhayader, Llanidloes und eine wunderschöne kleine Landstraße (B4518) entlang – mit vielen Zwischenstopps, um die fantastischen Ausblicke auf den See Llyn Clywedog und die umliegenden grünen Hügelketten und Schafwiesen zu genießen und viele Fotos zu machen. Abends kamen wir rechtzeitig in dem Küstenort Aberdyfi an, um noch einen fantastischen Sonnenuntergang über der Cardigan Bay zu sehen. Abends wurde es kühl, so dass wir es uns in unserem zauberhaften Hotel Penhelig Arms gemütlich machten und hervorragenden Fisch aßen, der laut Kellner direkt aus der heimischen Fischerei stammte. (www.penheligarms.com)



Rose & Crown Pub in Hay-on-Wye

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Tag 3: Sonntag (von Aberdyfi nach Betws-y-Coed)

Harlech Castle

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Wales ist das Land der Burgen. Also entschieden wir am Sonntagmorgen, entlang der Küsten weiter gen Norden zu fahren und Harlech Castle anzuschauen. Einst lag die Burg direkt am Meer. Heute haben sich mehrere hundert Meter Dünen und Strand zwischen Wasser und Burgruine geschoben. Die Burg ist halb verfallen, doch trotzdem kann man viele Räume und Türme betreten und auf die Außenmauer hinaufsteigen und den Ausblick genießen.
Um so viel Geschichte zu verdauen, fuhren wir ein Stück weiter auf die Halbinsel Llŷn. Ein langer Strandspaziergang an der Bucht Porthdinllaen hat uns ordentlich durchgepustet, aber im Pub The Cliffs Inn haben wir unsere Kräfte wieder aufgetankt.
Nach dem Mittag mussten wir langsam die Fahrt Richtung Osten antreten. Über die A497 und A498 fuhren wir durch den Snowdonia Nationalpark und machten noch einen Zwischenstopp in Beddgelert. Eine Geschichte in unserem Reiseführer hatte uns neugierig gemacht. Der Ort wurde nach dem Hund „Gelert“ von Prinz Llewelyn benannt und wir wollten seine Geschichte auf dem Grabstein lesen. Gelert wurde von seinem Herren beschuldigt, dessen kleinen Sohn getötet zu haben. Als sich herausstellte, dass das auf Schnauze und Bett verteilte Blut von einem Wolf stammte, vor dem Gelert den kleinen Sohn gerettet hatte, hatte Llewelyn seinen Hund schon getötet. Aus Reue begrub Llewelyn den treuen Hund an dieser Stelle und soll von da an nie wieder gelächelt haben.

In Beddgelert waren wir schon ganz nah am höchsten Berg von Wales, dem über 1.000 Meter hohen Mount Snowdon. Wir hatten Glück: Das Wetter war gut und wir konnten den beeindruckenden Berg bestaunen, wenigstens aus der Ferne. Zeit für eine Wanderung blieb uns leider nicht mehr.

Unsere letzte Nacht verbrachten wir im Royal Oak Hotel in Betws Y Coed (www.royaloakhotel.net). Von hier aus war es am nächsten Morgen nicht weit zum Flughafen in Liverpool.

Es war ein tolles Wochenende, nur leider viel zu kurz! Ich werde auf jeden Fall wiederkommen und die Nationalparks zu Fuß etwas mehr erkunden – ich habe festgestellt, dass man hier einfach wandern gehen muss! Auf jeden Fall möchte ich auf den Mount Snowdon! Und wenn ich nicht alles zu Fuß schaffe, dann halt mit der Snowdon Mountain Railway (einer schmalen, kleinen Eisenbahn aus viktorianischen Zeiten). Von der kann ich auf jeden Fall die tolle Aussicht genießen!



Der Eingang von Harlech Castle



Nützliches

Hier noch ein paar nützliche Internetseiten, die mir geholfen haben:

Visit Wales (Fremdenverkehrsamt Wales): www.visitwales.de
Brecon Beacons Nationalpark: www.breconbeacons.org
Snowdonia Nationalpark: www.eryri-npa.gov.uk
Bücherstadt Hay-on-Wye: www.hay-on-wye.co.uk
Beddgelert: www.beddgelerttourism.com/


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Kommentare

  • RdF54

    Hallo Urlauberin,

    ein sehr netter Wochendspaziergang auf dem Du mich mit Deinem locker geschriebenen Bericht und Deinen Fotos mitgenommen hast.

    Danke :-)

    LG Robert

  • kawasakipower

    Das errinnert mich an meinen Schottlandreise,einfach zauberhaft

  • Kongo

    Wales steht auf meiner "To Travel Liste" ganz weit oben. Schade, dass das kleine Land als Reiseziel immer ein wenig stiefmütterlich behandelt wird. So kommt mir es zumindest immer vor. Umso mehr freue ich mich immer über einen schönen Reisebericht. Herrlich.

    Grüße
    Kongo

  • Aries

    Das ist ein sehr einladender Bericht! Und die Fotos gefallen mir auch sehr.
    Ja, dass man sich dort nicht in England befindet, merkt man schon daran, dass das Essen offensichtlich gut ist...
    Hut ab vor der schriftlichen Bewältigung der ganzen Namen - hast du die auch aussprechen können??
    Fröhliche Grüße sendet
    Hedi

  • kacysunshine

    Haaaach, ich will sofort (wieder) nach Wales! Einige der Orte, die Du so malerisch beschreibst, habe ich selber schon besucht und daher unmittelbar wieder vor Augen gehabt, die Sehnsucht wächst! Auch der Norden Wales' ist traumhaft schön, von Bangor aus habe ich damals sehr schöne Tagesausflüge nach Llandudno, Angelsey etc. gemacht. Zur Aussprache gibt es einen netten kleinen Reise/Sprachführer, der sich anzuschaffen lohnt: Wales selbst entdecken, Mark Schmidt; ISBN 3-85862-075-0, Regenbogen Reiseführer Verlag Zürich. Ich habe ihn 1994 gekauft und hoffe, dass dieser Tip inzwischen nicht völlig veraltet ist!
    Vielen Dank für den Kurztrip vor dem inneren Auge!
    Grüße von Katja

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