UNESCO-Weltkulturerbe Split: Vom Fünf-Sterne-Luxus zur klösterlichen Einfachheit

Reisebericht

UNESCO-Weltkulturerbe Split: Vom Fünf-Sterne-Luxus zur klösterlichen Einfachheit

Reisebericht: UNESCO-Weltkulturerbe Split: Vom Fünf-Sterne-Luxus zur klösterlichen Einfachheit

NESCO-Weltkulturerbe Split:
Vom Fünf-Sterne-Luxus zur klösterlichen Einfachheit

Endlich, winterliches Schmuddelwetter daheim ade. Genüsslich nehme ich mir ein Bier aus der Minibar meines Hotelzimmers, trete an die bodentief verglaste Fensterfront, öffne sie, gehe hinaus auf den Balkon und atme tief durch. Während der erste Schluck genüsslich die Kehle hinunter läuft, werden die Augen geblendet von der Frühlingssonne und dem gleißenden Band im stahlblauen Meer. Weit, ganz weit drüben die Insel Brač, deren besondere Steinquader an berühmten Gebäuden wie dem Weißen Haus, der Liverpooler Kathedrale und vielen bedeutenden Gebäuden verbaut worden sind.



Marina mit Schiffs-Stewardess...

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Und dann wandern die Augen gespannt zurück zur hoteleigenen Marina. Derweil setze ich mich, lege die Füße auf den gegenüberliegenden Stuhl und suche mir meine schönste Yacht aus. Bekomme stilvoll vorher ein Glas Champagner von einer hübschen Stewardess serviert. Und dann schippere ich in Gedanken hinaus zu kleinen, einsamen Inseln. Und während ich so vor mich hin träume und mir mein Bier schmecken lasse, komme ich dann doch zurück in die Wirklichkeit. Und die war hier in diesem noblen Haus nicht immer rosig. So weiß ich von Peter Loesch, dem General Manager dieses Fünf-Sterne-Hauses „Le Meridien“, dass hier im Jugoslawienkrieg viele Flüchtlinge untergebracht waren.



Hotel Le Meridien in Split

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Viel später wurde es dann sechs Jahre lang von Grund auf saniert und Anfang 2007 neu eröffnet. Und so liegt heute die Besonderheit in der großzügigen Architektur und den geradlinigen Formen seiner Einrichtungen sowie dem ultimativen Luxus im Wellness-Bereich.



Köstlichkeiten präsentiert von Chefkoch Tomisla...

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Nachdem der Körper im Beauty Center gestählt und selbst der kleinste Hunger mit Köstlichkeiten von Chefkoch Tomislav Nikšić und seinem Team verwöhnt worden ist, zieht es mich einige Sonnentage später ins acht Kilometer entfernte, Jahrtausende alte Split.



Neu gestaltete Uferpromenade Riva mit ihren...

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Bevor ich jedoch in die dunklen, engen Gassen eintauche, stellt mir erst einmal meine sympathische Stadtführerin Vesna auf der neu gestalteten Uferpromenade Riva mit ihren mächtigen Palmen und hübschen Strassencafés ihre Stadt auf einem Plakat vor. Dabei merkt man ihr den Stolz an, dass nämlich ihre Altstadt in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen worden ist. „Und das hat seinen Grund“, wie sie lachend feststellt. Denn vor fast 1700 Jahren ließ sich der römische Kaiser Diocletian an dieser Stelle einen gut geschützten, riesigen Palast bauen. Leider sind heute im Obergeschoss im Laufe der Jahrhunderte die Kaisergemächer größtenteils vernichtet und nur noch die Außenmauern zu sehen.



Altstadt von Split

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Die auf dieser Fläche neu entstandenen Häuser weisen dafür romanische und gotische Baustile auf. Und dicht an die Mauer gedrängt leben in kleinen Steinverschlägen zum Ärger der Stadtverwaltung noch weit über 3000 Bewohner. Später bringt Vesna den Beweis, wie man hier wohnt. Dabei zeigt sie mit dem Zeigefinger am mächtigen Bronzenen Tor weit in die Höhe. „Sehen sie diese kleine Fensterluke in dem großzügig gemauerten römischen Bogen, so leben die Menschen hier noch heute.“



Mächtige Kellergewölbe im...

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Der mächtige Unterbau im Erdgeschoss ist heute dagegen sehr gut erhalten und seine Südseite lag zu Kaiserzeiten am Meer. Heute hat man die Uferpromenade aufgeschüttet und schön gestaltet. Von dort treten wir nun ein in das antike Gemäuer, das von mächtigen Steinquadern getragen wird. Kaiser Diocletian ließ sich seinerzeit die Stufen in diese Gewölbekeller hinunter tragen, was allerdings bei uns heute zu Irritationen führen würde. Viele staunende Momente später hat uns der blaue Himmel wieder und wir bummeln durch den antiken Stadtkern.



Altstadt von Split, das Innere des Vestibüls

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Und irgendwann stehen wir ganz unverhofft vor den Mauern eines Dominikanerklosters in der Nähe des Goldenen Tores in der engen Gasse von Baumeister Jurja.



Schwester Vjera im...

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Schwester Vjera verrichtet ihre Arbeit dort seit 56 Jahren, erzählt uns die 72 jährige mit leuchtenden Augen, während wir später staunend vor dem kleinen, ältesten Altar von Kroatien stehen. Er ist dem Heiligen Martin gewidmet und wurde im alten römischen Wachengang oberhalb des Nordportals vermutlich zwischen dem 5. und 9. Jahrhundert erbaut.

Und dann steigen wir mit Schwester Vjera die steilen engen Stufen hinauf, wo wir unerwartet in luftiger Höhe in ihrer kleinen, hübsch eingerichteten Küche stehen.

An einem langen Holztisch mit Linoleumplatte im benachbarten, gemütlichen Esszimmer, erzählt sie uns dann von der schweren Kriegszeit in den Neunziger Jahren, als in ihrem kleinen Kloster viele Flüchtlinge Zuflucht gefunden haben. Und heute ist sie stolz auf die Unterstützung, die sie und ihre fünf weiteren Schwestern in diesem Kloster von der Stadtverwaltung erhalten.



Schwester Vjera im Dominikanerkloster von Split...

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Danach steigen wir noch höher in den alten Dachstuhl, treten gebückt hinaus auf eine kleine Terrasse und blicken über die vielen kleinen Dächer tief hinunter zu netten kleinen Straßencafés, in denen die ersten Sonnenanbeter sitzen.



Ägyptische Sphinx am Peristyl

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Nach herzlicher Verabschiedung schlendern wir gemütlich hinüber zum Peristyl, einem markanten architektonischen Freiraum-Ensemble, das von drei Seiten mit Säulen gesäumt ist. Und hier wandert das Auge von der Ägyptischen Sphinx hoch hinaus zum monumentalen Glockenturm und landet wieder unten vor der mächtigen Tür des kaiserlichen Mausoleums. Doch leider ist sie in diesem Moment - vermutlich wegen Bauarbeiten - verschlossen. Dafür öffnen wir die Türe des gegenüberliegenden gemütlichen Kaffee Luxor und freuen uns auf leckeren Cappuccino.

Bei der Verabschiedung von meiner Stadtführerin vor einem Venezianischen Palast kann sich die freundliche Dame dann die Frage nicht verkneifen, warum dieser Palast wohl außerhalb der Stadtmauern gebaut wurde. Und gleich darauf gibt sie mir dann auch die Antwort: Damit sie sich bei einem feindlichen Überfall gleich mit ihrem vor dem Palast liegenden Boot auf und davon machen konnten.



Kleines Piratenstädtchen Omišmit dem Fluss...

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Schmunzelnd fällt mir da auch eine Begebenheit ein. Da gibt es in dem kleinen Piratenstädtchen Omiš einige Kilometer tiefer im Süden an der dalmatinischen Küste den Fluss Cetina. Und der kommt hoch oben aus den Bergen und fließt zwischen zwei steil abfallenden schroffen Felskanten ins Meer. Und genau in diesen Fluss haben sich die Piraten früher vor ihren Venezianischen Verfolgern gerettet. Geschickt haben sie in der Flussmündung eine mächtige Steinmauer unsichtbar unter Wasser gesetzt und eine schmale Durchfahrt gelassen. Und da nur sie diesen Trick kannten, sind ihre Verfolger dann jäh gestoppt worden.



Abendstimmung vom Hotel Le Meridien in Split

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Ich muss immer noch über soviel List schmunzeln, auch wenn ich schon lange wieder auf meinem Hotelbalkon sitze und mir mein gekühltes Bier schmecken lasse. Da fällt es nach dem Sonnenuntergang schwer, die Nacht überhaupt mit Schlafen zu verbringen.

Gerd Krauskopf



Weitere Informationen

Hotel Le Meridien Lav, HR-21312 Split, Podstrana, Gljevačka 2a, Telefon 00385/21/500500, Fax 00385/21/500705, info-split@lemeridien.com, www.lemeridien.com/split
Das vom österreichischen Generaldirektor Peter Loesch geführte Fünf-Sterne-Haus ist von World Travel Awards 2008 zum „Besten Hotel Kroatiens“ gekürt worden. Es bietet Strandidylle am türkisblauen, kristallklaren adriatischen Meer und befindet sich ca. 10 Kilometer von Split entfernt. Die Altstadt ist mit einem Hotelshuttle und öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Für die Entdeckung der über 1200 Inseln stehen zwei hoteleigene Yachten für luxuriöse Entdeckungsfahrten bereit. Die hoteleigene Marina kann bis zu achtzig Yachten beherbergen.


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Kommentare

  • philduck72 (RP)

    Sehr detailgenauer Bericht, der Lust auf Urlaub macht. Besonders schön und mit viel Arbeit verbunden sind die Bilder, die geradezu einladen, dorthin zu reisen.

  • mamatembo

    Interessant und gut geschrieben!

  • lilli.28

    An einem strahlenden Frühlingstag über den Strand zu wandern - das kann richtige Glücksgefühle bescheren.

    Dein Beitrag gibt Stimmung und Atmosphäre treffend, präziese und anschaulich wieder. Da möchte ich gleich die Koffer packen. Auch die Fotos sind erste Sahne!!!! Gratulation

    Liebe Grüße aus dem Schmuddelwetter Köln

  • Cynar

    Bin neu in der Community und das ist der erste Artikel, den ich lese. Bin erfreut über den hohen Standart.
    Liebe Grüße aus Griechenland

  • Segelfilmer.de

    Da ich dieses Jahr unter Anderem auch in Split und Omis "durchgetörnt" bin (bin Segler), kann ich mich noch sehr gut an vieles "erinnern", was ich jetzt in diesem Bericht wiedergelesen gelesen habe. Das ist schön, jetzt so von zu Hause aus.
    Etwas neidisch bin ich auf die Fotos, die zum Teil echt superstark sind. Besonders die mit Menschen drauf! - Super!

    Liebe Grüße - Thomas

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