Hochzeit auf tanzanianisch

Reisebericht

Hochzeit auf tanzanianisch

wie feiert man in Tanzania die Hochzeit?

Hochzeit auf tansanianisch

Ca. 4 Wochen vor dem Termin sagte Oizo, eine unserer Schwestern, dass sie heiraten wird. Hier ist es so üblich, dass man schon vor der Heirat etwas Geld gibt....damit es auch eine richtige Party werden kann...ich gebe also 10000 Tsh (ca. 8 Euro) ..viel für hiesige Verhältnisse.
Um 2 Uhr nachmittags sollte die Trauung in Arusha sein. Vom Krankenhaus waren wir vielleicht 12 Leute.....die Krankenhausleitung stellte uns ein Auto zur Verfügung...es war vorher extra noch einmal zur Reparatur... dass wir auch ankommen. Also gegen 11 Uhr hatten sich die meisten versammelt, schick gemacht, mancher Anzug war zu groß, die Frauen herausgeputzt, und ich die Landessitten beachtend mit bedeckten Schultern und Knien. Und dann geht’s los...ich darf vorn sitzen und einen Platz mit einem Arzt aus der Nachbarschaft teilen. Unterwegs werden die restlichen Gäste aufgelesen, Pam sogar in Hosen! Kurz vor Arusha ein riesiger Markt zu beiden Seiten der Strasse, ob ich nicht Fotos machen möchte...I don’t mind...also Stopp, ich schnell bunte Fotos gemacht, und weiter geht’s.
Nach gut 2 Stunden sind wir da...moderne Kirche, erinnert mich der Form nach an eine Jurte. Wir haben Zeit, die Frauen trinken Softdrinks, die Männer verziehen sich...später merkt man, wo sie waren....Konjagi, Hakuna matata (hochprozentig) und Kilimanscharo (Bier ). Es wird um 2, 2:30, 2:45....nix passiert...ein paar Gäste trudeln ein...dann ein Auto...es werden Luftballons an die Reifen gebunden und Blumen und Schleifen angebracht...Jetzt wird es spannend...das Auto fährt weg...wieder warten...dann Musik..Posaunen auf einem pick up...und endlich die Braut. Nun gehen wir zur Kirche...Braut steigt aus..weiß, wunderschön, ernste (nervöse?) Miene? Kleine Kinder vor dem Paar..aber Blumen werden keine gestreut...Nun Tanz, Gesang und nach einer Weile geht’s in die Kirche. Das Kleid ist zu lang, die Brautzeugin hebt immer wieder den Rock hoch..Dann ist fast alles wie in Deutschland...nur der Gesang und die Musik sind viel fröhlicher...
Ich schaue ab und zu nach draußen (die Türen sind weit offen und Kinder schauen hinein)..der Meru ragt über die Stadt.. die Sonne geht fast unter..Gegen 6 Uhr ist die Trauung vorbei...Die Party sollte um 5 anfangen...Hakuna shida...Nun schnell ins oder aufs Auto und los zur Stadtrunde..Hupen an...wir fahren eine Stunde in und um Arusha, Halt am Kreisverkehr, Polizist stoppt den Verkehr, alle Mann auf den Innenkreisel..dann wird gesungen, fotografiert...hinter dem Meru geht die Sonne unter.
Im Dunkeln sind wir wieder an der Kirche, gleich gegenüber ein Partyraum. Keine Tische, Stühle in mehreren Reihen hintereinander, zur Linken die Bräutigamseite, zur Rechten die Brautseite und in der Mitte Kibosho...Auf der Bühne das Brautpaar in einem „königlichen“ Stuhl, die Brautzeugen zu beiden Seiten...Beim Betreten des Raumes (geordnet hintereinander) bekommt man ein Getränk nach Wahl (Bier oder Soda) gereicht...Dann gibt ein Moderator den Ton an..Begrüßung, Tusch, Vorstellung der Gäste, eine Flasche Sekt (ich bekomme auch ein Glas als einzige Weiße), dann der Cake (das ist kein Kuchen sondern heißt auf Kisuaheli Ziege, gebraten)..diese Ziege hat noch Kopf, Augen, Schwanz, ist aufgebockt, ziemlich krotesk mit Lauch im Maul. Das Brautpaar hat nun die Ehre den Ehrenbraten anzuschneiden und zuerst an die engeren Verwandten dann an die weiteren Gäste zu verteilen. Das Fleisch ist ok, bevorzuge aber doch etwas anderes. Endlich essen..Der Moderator sagt jeweils an, welche Gruppe sich ans Bufett anstellen darf, es gibt Reis, Bananen, Salat, Fleisch, Melone, und ein zweites Getränk. Es ist schon 9 Uhr, Zeit für Geschenke...auch hier wieder völlig geordnet je nach Ansage des Moderators. Ein Tisch wird aufgebaut, die besten Freundinnen nehmen die Geschenke ab, und man darf endliche gratulieren..auffallend die ernsten Mienen des Brautpaares. Eine gute Idee ist, dass man sich gleich nach der Gratulation auf die Bühne hinter dem Brautpaar stellt, Gruppenfoto...Nach einer weiteren Stunde, endlich Musik, ein Tanz gewährt sich das Paar...dann sind die Gäste an der Reihe..Und wir haben gut Spaß..jeder tanzt mit jedem, afrikanisch, modern, rhythmisch...das könnte eigentlich noch Stunden weitergehen...nach knapp einer Stunde geht das Licht aus (stimmt, wir sind in Afrika)...wieder Strom, weitertanzen, Strom aus, dann wird erst ersichtlich, dass dies das Ende der Party bedeutet. Ab ins Auto, die meisten schlafen, Marco fährt tapfer, irgendwann sind wir in Kibosho.


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