Diskussion: Die erste Frage

am 16.07.2008 11:06 Uhr

Die erste Frage

nicht wo, nicht was, sondern warum.

So sollte vielleicht die erste Frage lauten, wenn man ernsthaft etwas fotografieren will.

Bei Erinnerungs-Schnappschuessen fuer das Familienalbum stellt sich diese Frage nicht direkt.

Auch nicht bei reiner Dokumentation, aber diese Zeiten sind vorbei - heute weiss jeder, wie ein Elefant aussieht, wir brauchen keine weiteren "Lexikon-Fotos" von Elefanten.

Wenn also jemand loszieht und mit grossem Aufwand Elefanten fotografiert, warum?
Warum morgens um drei aufstehen, um die Grasbueschel auf der Duene im besten Licht zu erwischen?

Ich finde es erstaunlich, wie schwierig dieses warum zu beantworten ist!
Und freue mich auf Eure Antworten.

Gruss,

Christian

AnneMarieB

offline

am 20.07.2008 09:06 Uhr

Warum fotografieren

für mich bedeutet fotografieren

einen bestimmten Moment einzufangen und vielleicht später mit anderen teilen zu können.
Dafür stehe ich gerne schon im Morgengrauen auf um das beste Licht zu haben.Leider ist es gerade wenn man eine Reise als Gruppe macht , fast unmöglich zu diesen Zeiten unterwegs zu sein.
Die Alternative ist, allein, oder in Kleinstgruppen Urlaub zu machen, was gerade in meinem "Lieblingsfleckchen" südliches Afrika (SA,Namibia, Botswana)manchmal den Geldbeutel arg strapaziert.
Vielleicht findet sich ja hier der eine oder andere, der Lust auf individuelle Afrikareisen hätte.
Ich würde gerne im nächsten Jahr wieder Namibia besuchen. Über einen Verlauf hab ich mir noch keine konkreten Gedanken gemacht.
Gruss
Brigitte Anne

am 21.07.2008 16:50 Uhr

Re: Die erste Frage

Hallo Brigitte Anne,

fuer mich kann Fotografieren alles moegliche bedeuten...

Es gibt wohl eine naheliegende und eine tiefere, philosophische Antwort. Letztere ist mir allerdings nicht recht klar, lassen wir das also im Moment :-) Meine naheliegende Antwort ist Deiner sehr aehnlich:

Es ist einfach unheimlich befriedigend, einen schoenen Moment so einfangen zu koennen, dass das Foto in etwa das Erlebte/Gefuehlte wiedergibt. Das ist sicherlich selten, wenn es aber gelingt, umso schoener. In meiner Erfahrung sind solche Bilder irgentwie "universell", d.h. bei Betrachtern springt der Funke ueber.

Gerade in diesem Zusammenhang ist das Fotografieren in einer kleinen Gruppe toll: Wenn man z.B. abends gegenseitig die Bilder ansieht und darueber spricht!

Ja, wenn sich in dieser Gruppe einige Gleichgesinnte finden koennten, waere das genial. In der Tat, auf einer normalen "Safari" oder Rundreise kann man nicht fotografieren, stimmt.

Strapazierter Geldbeutel: Ich bin dabei, die Moeglichkeiten zu untersuchen, spezielle Fotoreisen erschwinglich zu machen. Werde berichten...

Gruss,

Christian

Bianca67

offline

am 21.07.2008 18:50 Uhr

Warum?!

Warum fotografieren?
Ich habe für mich die Antwort:

Weil ich die Schönheit der Natur und des Lebens festhalten und zeigen möchte.

Es ist nichts besonderes, einen Elefanten im Zoo abzulichten, aber überwältigend, diese vom Aussterben bedrohten Tiere in freier Wildbahn zu erleben. Man erlebt es mit, dass die Schutzmassnahmen greifen und sich der Bestand erholt. Es macht einen glücklich und möchte man diese Momente festhalten.

Ebenso das Elend dieser Welt. Diskriminierungen, Rassismus, Kriege, Armut usw. Bilder dieser Art lösen (zumindest bei mir) Gefühle aus und lassen einen Nachdenken.

Ob nun die Schönheit der Natur oder das Leben allgemein; gute Bilder sollten Gefühle auslösen, zum Nachdenken anregen, faszinieren, unverfälscht sein und letztendlich jedem ermöglichen, sich ein Weltbild zu erschaffen, welches er auf sich anwenden kann.

Eine Makroaufnahme einer Blume zeigt die Schönheit der Natur, eine Ablichtung der Namib die Unbedeutsamkeit des Menschen, ein Obdachloser das Elend, die Traurigkeit der Gesellschaft und eine Fotografie eines Elefanten in der Natur, dass wir Menschenso langsam wieder zur Besinnung kommen.

Darum fotografieren! Man könnte aber auch malen, aber das kann ich absolut nicht! :-(

Bianca

Focuswelten

offline

am 22.07.2008 10:31 Uhr

Re: Die erste Frage

Hallo!

Ein wirklich gute Frage - und so schwer und gleichzeitig leicht zu beantworten:

Zum einen fotografiere ich, weil ich beim Fotografieren wahre Glücksmomente erleben kann, die Welt um mich vergesse und nach einer "Fotosession" völlig erschöpft und glücklich bin. Ich fotografiere aber auch um meinen Lebensunterhalt zu verdienen - habe aber nie dieses "Glücksgefühl" verloren, wenn ich merke, dass es "passt". Auch wenn es so belanglose Dinge sind wie Messestände in 360°-Ansichten zu fotografieren! Seltsam, oder?
Vor allem aber fotografiere ich, weil mir die Fotografie die Möglichkeit verschafft hinaus zu gehen und die Schönheit, die Vergänglichkeit, die Realität und die Faszination unserer Welt festzuhalten. Subjektiv - aber immer nach einer Aussage strebend. Fotografie für ein bestimmtes Thema, eine Reportage, einen Vortrag - das ist es, was mich fasziniert. Tell a Story!

Wer Lust hat, kann sich einige Bilder in unserer Webgalerie gerne mal angucken:
http://www.focuswelten.de/vortrag/fotogalerie.htm

Servus
Beppo - Focuswelten

Angehängtes Bild:

Re: Die erste Frage: Ex-Kindersoldat in Norduganda - 2 von 3

RdF54

offline

am 09.05.2009 23:38 Uhr

Re: Die erste Frage

Für mich ganz einfach:

"Bilder sind Brüccken zu den Erinnerungen ..."

LG Robert (www.rdf-foto.com)

PS: @Focuswelten, besonders Deine Weitwinkelschots finde ich einfach klasse!
Die Tauchfotos ssowieso, da ich auch Taucher ....

Angehängtes Bild:

Re: Die erste Frage: Ich sehe Dich ...

Beliebte Community-Inhalte: AustralienNorwegenThailandVietnamItalienBarcelonaIndien ReiseführerIndien Tipps