Buckelwale erfinden jedes Jahr neue Lieder. Forscher gehen davon aus, dass die neuen Elemente im Liedrepertoire die »Sänger« attraktiver machen bzw. dass die schnellere Aufnahme eines neuen Elementes ein Zeichen für biologische Fitness ist. Dies ist vergleichbar mit dem Diktat unserer Mode, denn auch wir wollen dadurch zeigen, dass wir auf der Höhe der Zeit sind und mit der Mode gehen

Schimpansen nutzen seit mindestens 4300 Jahren Hammer und Amboss, um Nüsse zu knacken; die Forscher sprechen von der "Schimpansen-Steinzeit"

Mit dem Spiegeltest wollen Forscher herausfinden, welche Tiere ein Selbstbewusstsein haben. Dazu bringen sie an ihrem Kopf eine weiße Markierung an. Wer vor dem Spiegel an seinem eigenen Kopf versucht, sie zu entfernen, hat bestanden. Erstaunlicherweise bestehen ihn nicht nur Menschen ab einem gewissen Alter - sondern auch Ameisen. Eine weitere Parallele zu Menschen: Junge Ameisen hatten diese Fähigkeit genauso wenig entwickelt wie menschliche Kinder unter 18 Monaten

Borneo: Einige Orang-Utans, die von Menschen in Gefangenschaft gehalten wurden, ahmen menschliches Verhalten nach, indem sie Socken oder andere stoffähnliche Materialien waschen

Das gemeinschaftliche Gähnen ist ein zutiefst soziales Verhalten. Wenn wir mit anderen mitgähnen, dann simuliert unser Gehirn die fremde Müdigkeit. Wir können mit diesem eingebauten Simulationsapparat aber auch erkennen, ob wir angelogen werden oder wie wir am besten andere hinters Licht führen. Noch vor kurzem traute man so etwas nur Primaten zu. Heute sind wir klüger und wissen, dass Wölfe und sogar Wellensittiche gemeinschaftlich gähnen

Ganz schön schlau: Meisen können Tricks, an Futter zu kommen, an ihr ganzes soziales Netzwerk weitergeben - etwa, wie man Verschlüsse von Milchflaschen öffnet

Schweine besitzen ein Langzeitgedächtnis, verstehen symbolhafte Informationen und haben die Fähigkeit, entsprechend präsentierte Abläufe lernen zu können. Sie besitzen ein ausgeprägtes Spielverhalten, leben in sozialen Gemeinschaften mit Kenntnissen über andere Individuen – und zeigen Empathie

Kapuzineräffchen sind begehrte Probanden in der Marktforschung, denn der Wert des Geldes ist ihnen nicht unbekannt. Auch wenn die Tiere normalerweise nichts wieder hergeben, was sie einmal in ihren Fingern gehabt haben, konnte ihnen beigebracht werden, echte finanzielle Transaktionen durchzuführen. Nachdem sie nach einigen Monaten Training begriffen hatten, dass man für ihr Spielgeld Nahrung kaufen konnte, haben sie sich vom Standpunkt des Kaufverhaltens relativ menschlich verhalten

Die Kommunikation von Mäusen ist uns zu hoch, darum haben wir sie bisher überhört und beginnen erst langsam, ihr Vokabular zu verstehen. Eine Forschergruppe aus Plön beschreibt die kontextabhängige, mit unterschiedlichen Vokabeln geführte Unterhaltung als "Schwätzchen am Gartenzaun"

Der Tanz der Delfine auf der Schwanzflosse ist ein unnatürliches Showelement. Doch eine ganze Generation von Delfinen hat sich den Trick von einem ehemals gefangenen Tier abgeschaut. So wurde aus Nachahmung eine Tradition

Das Sozialleben der Orcas unterliegt strengen kulturellen Regeln. Es gibt Orcas, die nur Fisch fressen, in einer anderen Gruppe dagegen werden auch Säugetiere erbeutet. Genetische Untersuchungen legen nahe, dass diese Regeln 700.000 Jahre alt sind