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Kanada: Einwanderer willkommen

Jeden Tag wandern im Schnitt 600 Menschen in Kanada ein. Wer Glück hat, bekommt mit der Einreise auch einen Paten. Einige gemischte Doppel stellen wir Ihnen vor

Text von Anne-Dore Krohn

John Garzon und Pate Ian Power  (Foto von: Jürgen Frank)
© Jürgen Frank
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John Garzon und Pate Ian Power

Neufundland

An einem klaren Tag würde er von hier aus bis nach Irland sehen können, hatten seine Eltern immer zu ihm gesagt, wenn die Familie beim Cape-Spear-Leuchtturm auf der Avalon Peninsula stand. "Und ich hab mir eingebildet, das funktioniert tatsächlich", sagt Ian Power (links), "schließlich ist das der östlichste Punkt Nordamerikas."

Vor knapp zwei Jahrhunderten sind seine Vorfahren von jener europäischen Insel gekommen, verarmte Bauern, die in Neufundland als Fischer neu beginnen wollten. Und nun, vor zwei Jahren, kam John Garzon. Er reiste als Flüchtling aus Kolumbien ein, und er ließ ein Leben zurück, über das er nichts erzählen möchte. Außer, dass er Polizist gewesen sei und schon lange von Kanada geträumt habe. Jetzt lernt er Englisch und trifft sich regelmäßig mit seinem kanadischen Begleiter. Meistens erledigen sie praktische Din- ge, kaufen Möbel für Garzons neue Wohnung, gehen in den Supermarkt und manchmal auch ins Kino. "Was man eben so macht", sagt Power. Garzon beschreibt es so: "Er ist ein Freund geworden."


Zeng Ping und Patin Sandra Schemmer (Foto von: Lana Slezic)
© Lana Slezic
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Zeng Ping und Patin Sandra Schemmer

British Columbia

"Um wirklich Kanadier zu werden, muss man die Natur lieben lernen", sagt Sandra Schemmer (rechts). Deshalb hat sie die Chinesin Zeng Ping mitgenommen: zu ihrer Hütte ohne Strom und Telefon, zum Kajak auf dem stillen See im Wald, nur anderthalb Stunden von Vancouver entfernt. Schemmer war Lehrerin und Fremdenführerin von Beruf. Als Rentnerin geht sie nun mit Zeng wandern. Es sind Touren, auf denen sie Englisch üben – und das Kanadisch-Sein. Oft kochen die Frauen gemeinsam. Vor Kurzem hat Zeng der Kanadierin beigebracht, wie man Sushi rollt. In China war sie Ingenieurin, jetzt ist sie Hausfrau mit zwei Söhnen. Zeng sagt, ihre Familie sei bewusst nach Vancouver gezogen, in die größte chinesische Einwanderergemeinde des Landes, weil ihr Mann hin und wieder beruflich in die alte Heimat muss. Von Kanadas Westen aus ist der Flug recht kurz.


Sedigheh Rezai, Amir Samadyr, Hadis Samadyr und Patin Karen Cappeller (Foto von: Jürgen Frank)
© Jürgen Frank
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Sedigheh Rezai, Amir Samadyr, Hadis Samadyr und Patin Karen Cappeller

Saskatchewan

Seit mehr als zwei Jahrzehnten betreut Karen Cappeller (links) Einwanderer. Sie seien ihre "Familie" geworden, sagt die Krankenschwester. Wenn es sein muss, begleitet sie die Flüchtlingsfrauen gar in den Kreißsaal, ist dabei, wenn diese einen ersten "kleinen Kanadier qua Geburt" zur Welt bringen. Sedigheh Rezai (mit Kopftuch) hat Sohn Amir, 14, und Tochter Hadis, 13, noch ohne Cappeller im Iran geboren. Aus Afghanistan waren Rezai und ihr Mann 1991 dorthin geflohen. "Karen ist meine kanadische Schwester", sagt Rezai heute. In Saskatchewan, einem Präriestaat mit endlosen Getreidefeldern, gehen Sohn und Tochter nun auf die Highschool. Die Mutter arbeitet im Schnellrestaurant und übt mit Cappeller das Autofahren. Bald werden Rezais Mann und der ältere Sohn nachkommen. Cappeller freut sich schon: auf zwei neue Mitglieder ihrer Großfamilie.



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Kommentare zu "Kanada: Einwanderer willkommen"

Robsen | 02.02.2014 08:09

Kann nur bestätigen was Thomas am 28.01.2014 geschrieben hat. Wollte nur nen Monat zurueck kommen um sachen zu holen. Hab dann aber meine Frau kennen gelernt und nun sind wir beide dabei uns darauf vor zu bereiten nach Kanadazu gehen!
Wenn man öfters im Ausland war, ist es oft so das Deutschland einem nicht mehr gefällt! Hab ich schon von vielen Leuten mitbekommen. Man muss nur den Mut dazu haben es zu machen. Beitrag melden!

Thomas | 28.01.2014 07:10

Von 2008 bis 2010 habe ich in. Canada gelebt und gearbeitet , dann bin ich wieder zurück nach Deutschland , der größte Fehler meines Lebens 😢 Beitrag melden!

Claudine Graczyk | 27.01.2014 21:37

ich liebe canada,war auch schon 2mal da es wäre schön wenn nochmehr kommentare kommen

# Beitrag melden!

Katrin | 27.01.2014 21:04

Mein Parnter war 2,5 Jahre in Kanada, dann ging seine Firma Pleite und er mußt ein hlabs Jahr vorm Permanend Resident Zurück "FU.." Beitrag melden!

beckert | 27.01.2014 20:36

Aus wandern nich aber mal eine reise dahin were nich schlecht,natürlich mus man auch das nötige geld dafür haben,Kanada is sehr schön,kpmmt auch drauf an woh man is,na vieleicht klappts ja mal und man kann mal Urlaub da machen,für alle die die diesen Schritt wagen alles gute. Beitrag melden!


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