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Umwelthauptstadt: Aushängeschild für ein grünes Europa?

Hamburg ist im Jahr 2011 die zweite "Umwelthauptstadt Europas" nach Stockholm. Was bedeutet der Titel eigentlich? Nach welchen Kriterien ist die Hansestadt ausgewählt worden - und wie berechtigt ist die Auszeichnung?

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„Ihr könnt noch so laut schreien, aber eins ist klar: Hamburg ist europäische Umwelthauptstadt!“, sagte Hamburgs Oberbürgermeister Ahlhaus während seiner Rede zum Bürgerauftakt für das Jahr der Umwelthauptstadt. Der offizielle Startschuss am 14. Januar wurde von Pfiffen und „Umwelthauptstadt pfui“-Rufen begleitet. In den Augen der Protestler hat die Stadt den Titel nicht verdient.


Eine Wiese an der Außenalster lädt zum Picknick ein. Im Hintergrund, auf der anderen Seite der Alster ist Hamburgs Innenstadt zu erkennen (Foto von: Christian O. Bruch/laif)
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Eine Wiese an der Außenalster lädt zum Picknick ein. Im Hintergrund, auf der anderen Seite der Alster ist Hamburgs Innenstadt zu erkennen

Grüne Metropole am Wasser?

Doch was sind die Fakten? In Hamburg, der „grünen“ Metropole am Wasser, sind immerhin neun Prozent der gesamten Stadtfläche wirklich grün. Dazu zählen beispielsweise Stadtparks, Schrebergärten und Spielplätze. 89 Prozent der hamburgischen Bevölkerung leben höchstens 300 Meter von einer solchen Grünfläche entfernt. Zusätzlich gibt es in Hamburg 29 Naturschutzgebiete, die etwa 20 Prozent der Gesamtfläche der Stadt entsprechen. Dieser Flächenanteil soll in Zukunft auf 30 Prozent erweitert werden.

Der Haken dabei: In ihrer Bewerbung warfen die Hamburger auch den Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer in die Waagschale. Der liegt allerdings 12,5 Kilometer vor Cuxhaven im Mündungsgebiet der Elbe. Mit dem Auto wäre man als Hamburger etwa zweieinhalb Stunden dorthin unterwegs. Mit dem Zug – als klimabewusster Bürger – immerhin noch knapp zwei Stunden.


Hohe pro-Kopf-Emissionen

Besonders gefielen der Europäischen Kommission der lokale Kampf gegen den Klimawandel und das Müllentsorgungskonzept Hamburgs. In diesen Kategorien konnte die Hansestadt sich gegen sämtliche Mitbewerber durchsetzen. Bemerkenswert in einer Stadt, in der 2012 Moorburg, eines der größten Steinkohlekraftwerke Europas, ans Netz gehen soll. Mit einer Bruttoleistung von 1654 Megawatt und einem jährlichen CO2-Austoß von mehr als acht Millionen Tonnen wird es die Umweltbilanz der Stadt vermiesen.

Dabei war Hamburg in puncto Emissionen auf einem guten Weg: Zwischen 1990 und 2006 wurden die Treibhausgas-Emissionen in Hamburg um 14 Prozent reduziert. Die Europäische Umweltkommission attestierte Hamburg dennoch eine hohe Pro-Kopf-Emissionsrate. Außerdem würden Transportmittel hohe Emissionen verursachen. Dafür habe Hamburg allerdings ein hohes Budget für die Umsetzung seiner Klimaverbesserungen in der Zukunft.



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