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GEO Magazin Nr. 03/15 Seite 1 von 1


Gasbohren: Das Fracking-Fiasko

Erdbeben, Wasserverseuchung, Naturzerstörung: Mit Fracking werden immense Gefahren in Verbindung gebracht. Jetzt stellt sich heraus, dass diese Methode zur Gewinnung von Gas oder Öl wahrscheinlich auch weit weniger Brennstoff einfährt als gedacht. Also: Schluss damit!

Text von Jörn Auf dem Kampe

Was ist da noch drin? Gasbohrstation in Barnesville, Ohio  (Foto von: Noah Addis/Corbis)
© Noah Addis/Corbis
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Was ist da noch drin? Gasbohrstation in Barnesville, Ohio

Man nehme ein Gemisch aus Wasser, Quarzsand und einem Chemiecocktail und pumpe dies mit Gewalt in den Untergrund. So entstehen feinste Risse im Gestein. Über die strömt das in großer Tiefe eingeschlossene Gas oder Öl Richtung Bohrung.

Allerdings: Für den Bau von Pipelines wird Wald gerodet, Bohrgestänge verschandeln Landschaften. Die Chemikalien vergiften womöglich das Grundwasser. Und wie Wissenschaftler kürzlich in Ohio nachgewiesen haben, kann der rabiate Vorstoß ins Erdinnere sogar Beben auslösen.

Warum also weitermachen? Weil gigantische Gas-Ressourcen nur durch Fracking nutzbar seien, sagen Befürworter. Sie berufen sich auf Analysen der US-Energiebehörde EIA. Deren Experten hatten prophezeit, dass durch Fracking unermessliche Lagerstätten unter Nordamerika erschlossen werden könnten.

Energie-autark dank Fracking?
Und so kraftstrotzend wie diese Weissagung ist auch der Hype um das Fracking, der derzeit grassiert - die Unabhängigkeit von den Golfstaaten, die Energie-Autarkie auf Jahrzehnte, all das erscheint den Amerikanern auf Basis der Prognosen möglich. Und längst investieren US-Bergbaukonzerne mit Enthusiasmus in die schmutzige Technologie; andere Investoren, die außerhalb der USA "fracken" wollen, rechnen die Bodenanalyse der US-Energiebehörde einfach für andere Länder hoch.

Geologen der University of Texas, Austin, kamen jüngst zu einem ganz anderen Urteil: Ab dem Jahr 2020 bereits droht ein Niedergang der amerikanischen Gasproduktion. Fracking entfacht demnach gerade mal ein kurzes fossiles Feuer - und droht damit eine gigantische, internationale Fehlinvestition zu werden. Für diese Erkenntnis hatten die Forscher aus Texas weit mehr Daten erfasst als die staatlichen Auguren zuvor. Da bleibt nur eine Schlussfolgerung: Der Hype hat keine Zukunft. Und damit auch nicht das Fracking.




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Kommentare zu "Das Fracking-Fiasko"

Daniel Mägli | 16.03.2015 15:13

@Kloss. Leider begründen Sie Ihre Anwürfe mit keinen Facts. Im GEO Beitrag gibts ein Link auf den ausführlichen "Nature" Artikel. Beitrag melden!

Sebastian Kloss | 13.03.2015 10:50

Schlecht recherchiert, viele Halb- und Unwahrheiten, tendenziell - schade, war ich von GEO bisher so nicht gewohnt, aber dem Populismus der "neuen" Antiwelle scheint man sich auch hier nicht entziehen zu können/wollen. Beitrag melden!


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