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GEOEPOCHE-Buchtipps Wikinger

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GESAMTDARSTELLUNGEN


Claudia Banck, Die Wikinger (Theiss, Stuttgart 2009) 175 Seiten, 19,95 Euro.
Ein leicht lesbarer, profunder Einstieg ins Thema. Als Nachschlagewerk bietet sich das Buch der Historikerin und Skandinavistin jedoch nicht an: Die Gliederung wirkt anekdotisch, ein Stichwortverzeichnis fehlt. Hilfreich sind aber die am Ende aufgeführten Hinweise auf vertiefende Literatur.

Katherine Holman, The A to Z of the Vikings (The Scarecrow Press, Lanham et al. 2009) 383 Seiten, 25 Euro.
Dieses Buch bietet einen schnellen Zugriff auf die wichtigsten Protagonisten, Schlachten, Alltagsaspekte und Relikte der Wikingerzeit. Ein geniales Hilfsmittel, das zudem einen umfängliches Literaturapparat bietet - sowie eine Liste, in der die wichtigsten europäischen Museen aufgeführt sind, die sich den Nordmännern und ihrer Zeit widmen.

Arnulf Krause, Die Welt der Wikinger (Campus Verlag, Frankfurt/New York 2006) 297 Seiten, 29,90 Euro.
Wie kein anderes Volk prägten die Wikinger das frühe Mittelalter als Piraten und Entdecker, als Söldner, Händler, Handwerker und Kolonisten. In zehn Kapiteln zeichnet Arnulf Krause den Aufstieg der Nordmänner zu einer Seemacht nach, deren Einflussgebiet vom Polarkreis bis zum Bosporus reichte. Der Autor befasst sich mit den Fahrten der Wikinger nach Britannien, ins Frankenreich, nach Russland, Byzanz, Island, Grönland und Nordamerika. Auch das Leben im frühmittelalterlichen Skandinavien sowie die Genese des romantisierenden Wikingerbildes in der Neuzeit skizziert der Germanist. Zahlreiche Abbildungen sowie Exkurse, die spezielle Themen wie Runen, Skalden, Religion, Handel oder Schiffsbau behandeln, machen das Buch zu einem übersichtlichen, spannend zu lesenden Einstiegswerk in den Wikingerkosmos – wobei man im Hinterkopf haben sollte, dass der Autor Schriftzeugnisse wie die isländischen Sagas recht unkritisch bewertet und ausschlachtet.

Peter Sawyer (Hg.), Die Wikinger. Geschichte und Kultur eines Seefahrervolkes (Nikol, Hamburg 2008) 304 Seiten, 39,90 Euro.
Der emeritierte Mittelalterforscher Peter Sawyer ist einer der profiliertesten Kenner der nordischen Geschichte. Das von ihm herausgegebene, inzwischen mehrfach aufgelegte Standardwerk versammelt Beiträge international renommierter Wissenschaftler, die die Ursachen, Formen und Folgen des skandinavischen Expansionsdrangs pointiert beleuchten und sich differenziert mit den Schriftquellen, aber auch mit archäologischen und kunsthistorischen Befunden sowie der isländischen Sagaliteratur auseinandersetzen.

Historisches Museum der Pfalz Speyer (Hg.), Die Wikinger (Edition Minvera, München 2008) 304 Seiten, 35 Euro.
Es gibt etliche Ausstellungskataloge, die sich der Wikingerzeit widmen - dieser opulent gestaltete Band gehört zu den aktuellsten und besten. Das Historische Museum der Pfalz in Speyer widmete den Nordmännern im Dezember 2008 eine Sonderausstellung und dokumentierte die Dramatik dieser Epoche mit bedeutenden archäologischen, kunsthistorischen und literarischen Hinterlassenschaften jener Zeit. Ein Schwerpunkt von Ausstellung und Begleitband ist der Alltag der Räuber und Händler im wikingerzeitlichen Skandinavien, der durch Abbildungen von Waffen, Geschirr, Schmuck und mythologischen Figuren repräsentiert wird - sowie einer Buddha-Figur, die einst auf verschlungenen Wegen von Asien bis nach Schweden gelangte. Renommierte Wissenschaftler beschäftigen sich in übersichtlichen Artikeln zudem mit Aspekten wie der Runenkunst und dem Schiffbau – und stellen archäologische Sensationen wie die Trelleborgen vor, die der dänische König Harald Blauzahn Ende des 10. Jahrhunderts an fünf Orten seines Reiches anlegen ließ: Ihre streng symmetrische Form gibt den Forschern bis heute Rätsel auf.



DIE ERSTEN WIKINGER - ANGRIFF AUF LINDISFARNE


F. Donald Logan, The Vikings in History (Routledge, New York 2005) 224 Seiten, ca. 29 Euro.
Lange galt das Frankenreich unter Karl dem Großen als jener Ort, an dem sich im Frühmittelalter die Geschichte Europas entschied. In seinem erstmals 1983 erschienenen Buch fordert der US-amerikanische Historiker Donald Logan seine Leser auf, stattdessen nach Norden zu blicken – auf die Kultur der Wikinger, die sich zur gleichen Zeit in fast alle Himmelsrichtungen ausbreiten. Logan beschreibt, wie aus den Piraten Siedler werden, die zwischen Grönland und Russland neue Reiche gründen und Europa so für immer verändern. Nicht alle Argumente Logans sind überzeugend, doch die Stärke seiner Neubewertung des europäischen Frühmittelalters sind eine klare Strukturierung und die gute Auswahl der historischen Quellen.

Stefan Brink & Neil Price (Hg.), The Viking World (Routledge, London 2008), 717 Seiten, ca. 42 Euro.
Für das beeindruckende Werk haben die die Wikinger-Experten Stefan Brink und Neil Price angesehene Fachkollegen als Autoren gewonnen. In 49 Kapiteln wird nahezu jeder Aspekt der altnordischen Welt abgehandelt: Schiffbau, Waffen, Handwerk und Textilien bis hin zu Sklaverei, Volksglauben und Totenkult. Ein großer Teil des Buches widmet sich den Eroberungszügen, die die Wikinger im Osten an die Wolga und im Westen bis nach Nordamerika führen. Kapitel über die Christianisierung und die allmähliche Herausbildung der skandinavischen Staaten Dänemark, Norwegen und Schweden beschließen diese umfassende Schau des aktuellen Forschungsstands.


SCHIFFBAU - HERRSCHER ÜBER WIND UND WELLEN


Ole Crumlin-Pedersen/Olaf Olsen, The Skuldelev Ships I. Topography, Archaeology, History, Conservation and Display (Viking Ship Museum/National Museum of Denmark, 2002) 360 Seiten, 82 Euro.
Der jüngst verstorbene Schiffsarchäologe Ole Crumlin-Pedersen gründete das Wikingerschiffsmuseum in Roskilde und galt bis zu seinem Tod als federführende Autorität seines Fachs. Dieses Buch berichtet darüber, wie er mit Kollegen vor rund 50 Jahren sechs vor der Hafeneinfahrt der dänischen Stadt Roskilde versunkene Wikingerboote hob, konservierte und die teils in winzige Bruchstücke zerfallenen Bauteile analysierte. Wie die meisten Bücher zum Thema ist auch dieses große Standardwerk in Englisch verfasst und in technisch-nüchternem Duktus geschrieben – ein Buch von enormer Detailfülle, das sich vor allem für Leser eignet, die bereits etwas von Booten verstehen.

Jan Bill u.a., Welcome on board! The Sea Stallion from Glendalough. A Viking longship recreated (Viking Ship Museum/National Museum of Denmark, 2008) 67 Seiten, 18,99 Euro.
Mit viel Begeisterung und so originalgetreu wie möglich bauten Schiffsarchäologen vor einigen Jahren die "Skuldelev 2" nach, ein nordisches Langschiff aus dem 11. Jahrhundert. Der schmale Band dokumentiert, wie herausfordernd es für die Bootsbauer von heute war, die Arbeitsweise der wikingerzeitlichen Schiffskonstrukteure nachzuahmen. Klar in Kurzartikel gegliedert, reich bebildert und auch für Laien verständlich, bietet das Buch einen gelungenen Einstieg in die nautische Welt der Nordmänner.


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