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Definitionssache Was ist ein Planet?

Sonnensystem
© NASA/JPL/ASU
Welche Bedingungen muss ein Himmelskörper erfüllen, um Planet genannt zu werden? Darüber gibt es erst seit 2006 Einigkeit

Lange bezeichneten Menschen alle Lichtpunkte, die über den Nachthimmel wanderten, als Planeten (griech. planáomai = umherirren) – gleich, ob es sich um Venus, Mars, Mond oder Asteroiden handelte. In der Neuzeit durften den Titel nur noch die großen Himmelskörper tragen, die um die Sonne kreisten, aber keine Monde waren – also nicht ihrerseits einen anderen Planeten umrundeten.

Als Astronomen von 1992 an in den Randbezirken des Sonnensystems immer neue Objekte entdeckten, manche ähnlich groß wie Pluto (bis dahin der neunte Planet), sah sich die Internationale Astronomische Union genötigt, erstmals zu definieren, was ein Planet genau ist.

Nach heftigen Diskussionen beschlossen die Astronomen 2006 die Resolution B5. Demnach muss ein Planet drei Kriterien erfüllen: Er muss um die Sonne kreisen. Er muss ausreichend Masse aufweisen, sodass er unter seiner eigenen Schwerkraft eine nahezu runde Form angenommen hat. Und er muss die Umgebung seiner Umlaufbahn freigeräumt haben.

Objekte, die ihm auf seiner Bahn nahekommen, „schluckt“ er in einer Kollision oder schleudert sie in einen anderen Orbit. Pluto, Eris und andere große Himmelskörper zählen nun zu den Zwergplaneten, da sie es nicht schaffen, ihre Bahn zu bereinigen, sondern sie sich mit anderen Objekten teilen. Damit kreisen nach derzeitigem Stand acht Planeten um die Sonne.

Die Astronomen unterteilen sie in die vier terrestrischen Planeten Merkur, Venus, Erde, Mars (sie werden wegen ihrer festen Oberfläche häufig steinige Planeten genannt) und in die vier jovianischen – jupiterähnlichen – Planeten Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun (aufgrund ihrer Zusammensetzung oft als Gasplaneten oder Gasriesen bezeichnet).

Wobei Uranus und Neptun manchmal auch als „Eisriesen“ beschrieben werden, da sie weniger Wasserstoff als Jupiter und Saturn enthalten, dafür mehr gefrorenes Methan, Wasser und Ammoniak.

GEO Nr. 12/2016 - Unser Sonnensystem

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