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FAQ Marburg-Virus in Westafrika: Wie gefährlich ist die Infektion?

Ultrastrukturelle Morphologie einer Reihe von Marburg-Virus-Virionen
Dieses Transmissionselektronenmikroskop-Bild zeigt einen Teil der ultrastrukturellen Morphologie einer Reihe von Marburg-Virus-Virionen (Foto von 1975)
Im westafrikanischen Staat Guinea ist das lebensgefährliche Marburg-Virus ausgebrochen. Das hochansteckende Fieber wurde in der Präfektur Guéckedou bei einem mittlerweile gestorbenen Patienten entdeckt. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Virus im Überblick

Inhaltsverzeichnis

Weniger als zwei Monate nach dem Ende eines Ebola-Ausbruchs in Guinea wurde nun das hochansteckende Marburg-Virus im Süden des westafrikanischen Staats nachgewiesen. Es handelt sich um den bisher ersten bekannten Fall überhaupt in Westafrika, bei dem das Virus bei einem Menschen nachgewiesen wurde. Fälle bei Wildtieren waren schon länger bekannt.

In den vergangenen Jahrzehnten waren vor allem im ostafrikanischen Uganda immer wieder kleinere Ausbrüche des Marburg-Virus registriert worden. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Marburg-Virus im Überblick.

Was genau ist das Marburg-Virus?

Das Marburg-Virus ist nah verwandt mit dem Ebola-Erreger und sehr gefährlich. Das Virus ist hoch ansteckend und kann ein hämorrhagisches Fieber auslösen – das sogenannte Marburg-Fieber. Bei einem hämorrhagischen Fieber kann es oft zu Blutungen kommen. Laut Weltgesundheitsorganisation sterben 24 bis 90 Prozent der Infizierten an der Erkrankung.

Wie wird das Marburg-Virus übertragen?

Das Marburg-Virus wird vor allem durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Mensch zu Mensch übertragen und verbreitet sich auch über Oberflächen und Materialien wie Bettzeug oder Kleidung, die mit infizierten Flüssigkeiten verunreinigt sind.

Außerdem kann es bei engem Kontakt mit Verstorbenen zu einer Übertragung des Virus kommen, zum Beispiel im Rahmen einer rituellen Waschung. Das größte Risiko einer Ansteckung geht daher von nicht ausreichenden Hygienevorkehrungen aus.

Marburg-Virus Mikroskop-Aufnahme
Die Transmissionselektronenmikroskopie einer Gewebeprobe zeigt das Vorhandensein zahlreicher Marburg-Viruspartikel (Foto von 1975)
© Fred Murphy/CDC/dpa

Experten vermuten, dass die Erstansteckungen bei Ausbrüchen häufig auf den Verzehr von infiziertem Fleisch von Wildtieren wie Affen, Flughunden oder Fledermäusen zurückgehen.

Aktuell sind keine antiviralen Medikamente oder Impfungen gegen das Marburg-Virus zugelassen. Laut der Weltgesundheitsorganisation ist die Gefahr einer Epidemie in dem Land und der Region "hoch", weltweit jedoch als "gering" einzustufen.

Wie macht sich das Marburg-Fieber bemerkbar?

Das Marburg-Fieber, verursacht durch das Marburg-Virus, ist eine schwere hämorrhagische Erkrankung und geht nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation abrupt mit schweren Kopfschmerzen, hohem Fieber und starkem Unwohlsein einher. Weitere Symptome, die auf eine Infektion mit dem Marburg-Virus hinweisen können, sind Muskelschmerzen, Bauchschmerzen, wässriger Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, gefolgt von inneren Blutungen, Schock und Multiorganversagen.

Weshalb heißt es "Marburg-Virus"?

Obwohl das Marburg-Virus vornehmlich in Afrika vorkommt, wurde es das erste Mal in Deutschland beschrieben. Im Jahr 1967 brach das Virus in einem Labor in der Stadt Marburg aus. Man vermutet heute, dass das Virus damals von Affen aus Uganda eingeschleppt wurde. Die Tiere waren zuvor für die Gewinnung von Impfstoffen nach Deutschland gebracht worden. 

Mehrere Tierpfleger infizierten sich daraufhin ebenfalls mit dem Virus. Insgesamt wurden damals 31 Personen infiziert, sieben von ihnen starben.

Wie ist die Lage in Guinea?

Nach Angaben des Gesundheitsministers Remy Lamah ist das Gesundheitsministerium in Guinea bereits seit dem 4. August Verdachtsfällen auf das hämorrhagische Fieber nachgegangen, bis sich nun am Montag der erste Fall bestätigt habe. Drei Angehörige des verstorbenen Patienten sowie ein Mitglied des medizinischen Personals wurden als Hochrisikofälle identifiziert, ihr Gesundheitszustand wird überwacht. Mindestens 155 weitere Kontakte des gestorbenen Patienten werden derzeit überprüft.

Die örtlichen Behörden in Guinea haben die Bevölkerung dazu aufgerufen, Verdachtsfälle des lebensgefährlichen Marburg-Fiebers umgehend zu melden. Erschwert wird das Eindämmen des Ausbruchs durch den gleichzeitigen Kampf gegen das Coronavirus.

mit dpa

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