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10 Routen-Tipps Die Hauptstadt mit dem Rad erkunden: Die besten Touren in und um Berlin

Radtouren Berlin - für Anfänger und Profis
Wer Berlin mit dem Fahrrad erkundet, lernt die interessantesten Ecken der Stadt kennen
© JFL Photography - Adobe Stock
Radtouren in Berlin finden sich viele und wer sich auf das Fahrrad schwingt, erlebt sein grünes Wunder! Rund um die Bundeshauptstadt gibt es schönste Fahrradtouren durch die Natur und gleichzeitig durch die Geschichte. Wir haben zehn besondere Strecken und Ziele ausgesucht – von der Berliner Mauer über den Tegeler-See und bis an die Havel

Inhaltsverzeichnis

Mauerradweg: Etappe Henningsdorf nach Hermsdorf

Hubertussee (Berlin-Grunewald) in der Abendstimmung
Der Berliner Hubertussee wurde beim Ausbau der Villenkolonie Grunewald künstlich angelegt
© IMAGO / Stefan Zeitz

Mit rund 16 Kilometer Länge ist dieser Teilabschnitt des insgesamt rund 160 Kilometer langen Berliner Mauerwegeseine gemütliche Tour durch die schöne Landschaft der Havel und das ehemalige Grenzland. Eine geschichtliche Besonderheit ist der letzte, kurz vor dem Fall der Mauer eröffnete Grenzübergang in Stolpe.

Über die Strecke entlang des Tegeler Forstes geht es weiter nach Hohen Neuendorf. Hier lohnt sich unbedingt ein Abstecher ins Länderinstitut für Bienenkunde – informativ und definitiv lecker. Im Verlauf der verbleibenden sechs Kilometer nach Hermsdorf passieren Sie einen noch erhaltenden ehemaligen Grenzturm, der heute von der Deutschen Waldjugend für Naturschutzarbeit genutzt wird. Die Strecke um den Hubertussee herum und durch die waldreiche Landschaft macht diese Tour zu einem erlebnisreichen und erholsamen Kurzabstecher.

Mauerradweg: Etappe Sonnenallee nach Lichtenrade

Hufeisensiedlung von Berlin
Mit der Hufeisensiedlung sollte in den 1920er Jahren der Prototyp einer modernen Großsiedlung geschaffen werden
© IMAGO / Arcaid Images

Diese geschichtsträchtige Fahrradtour auf den Spuren der ehemaligen Berliner Mauer und der innerdeutschen Grenze führt entlang der Strecke vom ehemaligen Grenzübergang Sonnenallee nach Lichtenrade. Ein Stopp an der doppelten Pflastersteinreihe an der Sonnenallee und der Blick auf die Infotafel zeigt, wie groß hier 1972 der Andrang bei der Öffnung der Übergangsstelle war.

An der grünen Stadtkante entlang führt die Tour weiter über Schönefeld nach Lichtenrade durch den unverbauten Süden der Stadt mit Blick über die Wiesen. Unterwegs lohnt sich ein Stop an der bekannten Hufeisensiedlung, die seit 2008 zum Weltkulturerbe der Unesco zählt. Auf den hufeisenförmigen Wohngebäudekomplex im Zentrum laufen strahlenförmig die Straßen mit ein- bis dreigeschossigen Reihenhäusern zu.

Weiter geht die Runde mit dem Rad auf den ehemaligen "Kolonnenwegen" der Nationalen Volksarmee der DDR. Die alten Peitschenstraßenlampen neben den Asphaltwegen sprechen Bände und erzählen stumm Geschichte.  Das dörfliche Lichtenrade mit seiner Aue ist ein schöner Abschluss der Tour.

Radtour: Von Berlin zum Wannsee

Fahrradfahrer und Spaziergänger am Wannsee
Am Ufer des Wannsees radeln Sie an geschichtsträchtigen Orten vorbei
© spuno - Adobe Stock

Raus aus der Stadt und gleichzeitig mitten durch die City – das beschreibt die insgesamt 28 Kilometer lange Strecke mit dem Rad zum Wannsee am besten. Mit dem Start am Schlossplatz verbindet die Tour Ostberlin und Westberlin auf charmante Weise bis in die wunderschöne Park- und Seelandschaft nach Brandenburg vor die Tore von Potsdam. Der bekannte Checkpoint Charlie aus historischer Ort der deutschen Geschichte ist ebenso ein Hingucker wie der eher geruhsame Teil der Strecke durch den Volkspark Schöneberg bis zur Domäne Dahlem.

Rinder, Wiesen, Schafe, ein altes Rittergut mit Hofladen – der Radweg zum Wannsee ist malerisch. Der anschließende Blick von der Wannseebrücke auf den Kleinen und den Großen Wannsee und auf die vielen Segelboote deutet es dann schon an: die Fahrradtour geht zu Ende. Die Glienicker Brücke steht nicht nur als Symbol für die deutsche Teilung, sondern ist auch ein toller Aussichtspunkt: auf gleich fünf verschiedene Schlösser.

Fahrradtour durch Reinickendorf

Tegeler Hafen im Herbst
Am Tegeler Hafen lohnt sich ein Blick auf die post-modernen Wohnbauten, die anlässlich der internationalen Bauausstellung in den 1980er Jahren entstanden
© laranik - Adobe Stock

Der Start dieser Fahrradtour beginnt geschichtsträchtig an der U-Bahnstation Borsigwerke. Hier steht das imposante, backsteinerne Tor der ehemaligen Borsigwerke – einst zweitgrößter Lokomotivenhersteller der Welt. Gleich danach kommt schon der Tegeler See mit seiner schönen Greenwich-Promenade. Wenn Sie mögen, unterbrechen Sie die Tour hier für eine Fahrt mit dem Ausflugsschiff über Havel und Wannsee ins Regierungsviertel.

Aber nach der Rückkehr zum Anleger und Ihrem Rad sollten Sie auf keinen Fall die "Dicke Marie" verpassen. Mit geschätzt 800 Jahren ist die Stieleiche am Schloss Tegel der älteste Baum in Berlin. Am Seeufer entlang geht es weiter durch den Tegeler Forst und schließlich zum Tegelorter Ufer. Hier können Sie mit der Fähre übersetzen und fahren am Ufer zurück zur U-Bahnstation Borsigwerke.

Grunewald-Tour: Mit dem Fahrrad durchs Grüne

Die etwa 30 Kilometer lange Fahrradtour ist etwas für Naturfreunde und Pedalentreter. Die Strecke ist nicht immer ausgebaut und führt auch schon mal über losen Untergrund. Nichtsdestotrotz lohnt sich die Radtour durch Wald und am Wasser entlang. Gleich nach dem Start an der U-Bahnstation Konstanzer Straße belohnt der Blick auf den malerischen Koenigsee die Anfahrt.

Strand an der Havel in Berlin Grunewald
Die Badestelle am Havelhöhenweg ist der perfekte Rastplatz an warmen Sommertagen
© Claudia Prommegger - Adobe Stock

Es geht monarchisch weiter über den schön bewaldeten Kronprinzessinnenweg zum ersten Halt und Hinweis: Badehose nicht vergessen. Die Badestelle Großes Fenster/Havelhöhenweg ist auf jeden Fall einen Bauchklatscher wert.

Vorbei an Wannsee und Havelstrand geht es über den Havelhöhenweg zu einem optischen Geschichts-Highlight: dem Grunewaldturm. Der 1897 gebaute Backsteinturm bietet von der Aussichtsplattform in 36 Meter Höhe einen tollen Blick über die Landschaft – zum Preis von fünf Euro. Gemütlich durch den Wald und entlang am Wasser geht es über den Gravelweg zurück zur U-Bahnstation Konstanzer Straße.

Spreeradweg: Auf dem Rad durch Berlin

Einmal durch die Stadt führt der Spreeradweg. Rund 27 Kilometer am Fluss entlang bietet die Strecke mit Start im Treptower Hafen viele schöne Einblicke in die Stadt Berlin, ihre Highlights und ihre Geschichte. Kaum vorbei am Motorschiff Hoppetosse – das als Restaurantschiff garantiert eine Pause wert ist – sind Sie auch schon in Kreuzberg.

Mauer-Radweg in Berlin an der Spree
Berlin ist zwar Großstadt, doch wer die richtigen Ecken und Wege kennt, findet hier hervorragende Wege und Promenaden zum Radfahren
© frank peters - Adobe Stock

Hier steht in der Mühlenstraße das größte, noch zusammenhängende Stück der Berliner Mauer, auch bekannt als Eastside-Galerie. 118 Kunschaftschaffende aus 21 Ländern haben hier politische Kunstwerke hinterlassen. Teilweise mit viel Straßenverkehr und nicht direkt an der Spree entlang geht es weiter zum Reichstagufer mit Blick auf das Reichstaggebäude. Hier lohnt sich am Ludwig-Erhard-Ufer mit Blick auf den Berliner Hauptbahnhof eine Pause bei einem Getränk in einem der Cafés.

Viel Natur wartet dann am Großen Tiergarten, dem Stadtpark mit der bekannten Siegessäule in der Mitte. Durch den Stadtteil Moabit schließlich führt die Strecke in den malerischen Schlossgarten Belvedere. Durch die bunten kleinen Stadtgärten auf dem Weg zum S-Bahnhof Spandau endet die Strecke mit einem schönen Bild und auch die Spree: sie fließt hier in die Havel.

Havelradweg: Tour von Spandau nach Kladow

Lindenufer in Berlin Spandau
Das Lindenufer bilder eine beliebte Promenade an der Havel. Ein idealer Ort zum Spazieren und Radfahren
© IMAGO / Jürgen Ritter

Mit 371 Kilometern Länge ist der Havelradweg ein imposanter und spannender Fernradweg. Die Strecke entlang des gesamten Flusses von der Quelle in Ankershagen in Mecklenburg-Vorpommern bis zur Mündung in die Elbe bei Havelsberg ist eine Tour wert und das Teilstück in Berlin erst recht. Der Radweg führt hier von der Altstadt in Spandau und am Lindenufer entlang über die Wilhelmstadt und bis nach Kladow zum Fähranleger.

Die gut 20 Kilometer lange Radtour zeichnet sich durch entspanntes Fahren am Wasser und gemütliche Wege aus. Ein Bummel durch die Altstadt von Spandau – laut Stadturkunde immerhin fünf Jahre älter als Berlin – ist ebenso zu empfehlen wie ein Sprung ins Wasser an der Badestelle Bürgerablage an der Havel.

Wer darüber Hunger bekommen hat, kann sich schon mal auf eine leckere Rast im Gutshaus Neukladow oder im Jagdhaus Spandau freuen. Der Fähranleger Kladow schließt die Route auf Wunsch mit einer schönen kurzen Schiffsfahrt. Zurück und es geht auf dem gleichen Weg gemütlich wieder nach Hause.

Tegeler-See-Runde: Immer am Wasser entlang

Mit einer Länge von etwa 20 Kilometern und vielen schönen Zwischenstopps ist der Radweg um den Tegeler See eine perfekte Tour für die ganze Familie. Schon der Start an der Greenwichpromenade in Berlin-Tegel mit Blick auf die vielen kleinen Boote steht als Auftakt für die gemütliche Runde.

Luftaufnahme der Zitadelle Spandau in Berlin
Die Zitadelle Spandau ist eine der bedeutenden und besterhaltenen Festungen der Hochrenaissance in Europa
© Zarathustra - Adobe Stock

Beim Stopp am Schloss Tegel lohnt sich ein Treffen mit der "Dicken Marie" – was aber keine beleibte Künstlerin ist, sondern eine gut 800 Jahre alte Eiche und damit geschätzt der älteste Baum Berlins. Benannt haben sollen die Brüder Humboldt den Baum nach ihrer Köchin – die wohl des Öfteren vom Essen genascht hat. Neben dem Strandbad Tegel gibt es Abkühlung an der Badestelle "Arbeiterstrand".

Nach der kurzen Fahrt mit der Fähre nach Hakenfelde in Spandau lohnt sich ein Abstecher auf die Insel Eiswerder mit der Zitadelle Spandau. Vor dort aus geht es gemütlich zurück zur Greenwichpromenade. Wem es inzwischen beim Pedaletreten wieder zu warm geworden ist, der kann an der Badestelle Saatwinkel nochmal ins Wasser springen.

Tiergarten-Radrunde: Durch die Stadt und zur Siegessäule

Klein, aber ein – das ist die Tiergarten-Radrunde. Die gut 12 Kilometer lange Strecke bietet Stadtgeschichte und Natur gleichzeitig. Das beginnt mit dem Start in der Budapester Straße direkt am Berliner Zoo.

Radtouren in Berlin zum Brandenburger Tor
Zu den schönsten Radtouren in Berlin zählt die Tiergarten-Runde, bei der auch das Brandenburger Tor und die Siegessäule auf der Strecke liegen
© Facundo - Adobe Stock

Über die Hofjägeralle kommen Sie in den Großen Tiergarten. Der bekannte Berliner Stadtpark bezaubert durch seine Größe und die natürliche Anlage. In der Mitte steht die 67 Meter hohe Siegessäule als Wahrzeichen Berlins – immer ein Foto wert. Wenn Sie den sternförmigen Platz der Siegessäule umrunden, gelangen Sie über die John-Foster-Doules-Allee zum Platz der Republik und dem Reichstagsgebäude. Hier lohnt sich ein Aufstieg in Käfer´s Dachgartenrestaurant mit tollem Blick über Berlin.

Friedrichstraße, Unter den Linden, Brandenburger Tor – auf der weiteren Strecke haben Sie alle Highlights in Berlin am Stück, bis Sie wieder zurück zur Tiergartenstraße und hier über die Thomas-Dehler-Straße zum Café am Neuen See fahren – als gemütliches Restaurant mit Biergarten der perfekte Ausklang der Tiergarten-Radrunde.

Fahrradtour durch Treptow-Köpenick

Zugang zu Schloss Köpenick
Im Barockschloss Köpenick werden Schätze des Kunstgewerbemuseums ausgestellt
© Maurice Tricatelle - Adobe Stock

Sportlich, spannend und für Familien geeignet – das ist die Radtour durch Treptow-Köpenick.Mit einer Länge von rund 48 Kilometern ist die Strecke kein Pappenstiel, aber aufgrund der Abwechslung trotzdem zu empfehlen. Schon nach dem Start am Treptower Park ist der Rosengarten mit mehr als hundert Rosenarten der erste Hingucker – und Hinriecher, versteht sich.

Vorbei am russischen Ehrenmal kommt die Archenhold Sternwarte. Es ist die älteste Sternwarte Deutschlands und hat mit 21 Metern Brennweite das längste bewegliche Linsenfernrohr der Welt. Ein Besuch im Planetarium ist ein Muss. Die Trabrennbahn Karlshorst ist etwas für Pferdefans und gleich darauf lockt in Wuhlheide das Freizeit- und Erholungszentrum mit Museum, Schwimm- und Sporthalle, Museum und Spielplätzen. Von hier aus führt die Tour in die Altstadt von Köpenick und damit gleich zu zwei berühmten Gebäuden: dem Rathaus von Köpenick und dem Wasserschloss Köpenick.

Auf dem Müggelschlößchenweg kommen Sie zum Müggelsee und hier zu einem schönen Zwischenstopp: der Spreearche, einem schwimmenden Restaurant, das Sie mit einer Minifähre erreichen. Vorbei am Strandbad Friedrichshagen gelangen Sie zum S-Bahnhof Friedrichshagen und können die Tour hier beenden.

Wer es länger möchte, fährt auf dem Radweg R1 um dem Müggelsee, zum Dämeritz See, quert über die Holzbrücke den Alten Spreeam und fährt am Kanal entlang nach Erkner und damit nach"Neu-Venedig". Die vielen Kanäle in Köpenick geben dem Gebiet den Namen zu Recht. Zurück zum Anfangspunkt der Radtour geht es mit der S-Bahn vom S-Bahnhof Erkner. Oder über die Fürstenwalder Allee und Fürstenwalder Straße auf die Anfangsroute der Tour in Köpenick und von hier aus quasi rückwärts bis zum Treptower Park.


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