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Das Reisemagazin

Camper Inspirierende Geschichten: Auf vier Rädern der Freiheit entgegen

Staycation? Im Urlaub daheim bleiben, ist für sie keine Option: Acht Einsteiger, Umsteiger, Aussteiger, die ihr Zuhause lieber mit in alle Welt nehmen
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Mit dem Bus bis in den Monument Valley, USA. Von den vergangenen fünf Jahren war die Familie Schmitt drei Jahre unterwegs und bereiste über 42 Länder

Die Aussteiger - Familie Schmitt reist um die Welt

Wir sind im September 2019 gestartet und gerade in Dubai. Im August wollen wir in der Mongolei sein. Danach entscheiden wir nach Lust und Reisekasse: Zurück nach Hause? Oder hängen wir noch ein Jahr dran und erkunden Asien? Mit unserem grünen »Frosch«, einem ausgebauten Mercedes-LKW aus dem Jahr 1980, waren wir in Europa und Marokko auf Tour, außerdem zwei Jahre lang auf der Panamericana. Unterwegs, in Mexiko, kam unser Sohn Levi auf die Welt.

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Thorben Schmitt und seine Frau Michaela. Sie reisen mit ihren Kindern Romy und Levi

Die schönste Reiseerinnerung, die man sich denken kann! Viele fühlen sich durch unsere Reisen inspiriert. Natürlich gibt es auch negative Reaktionen: So was könne man doch mit Kindern nicht machen! Aber wir haben bisher nur eine gefährliche Situation erlebt – und die zum Glück, als wir noch ohne Kinder unterwegs waren: In Marokko wurden wir einmal nachts aus­geraubt. Wir haben viel daraus gelernt, sind vorsichtiger geworden. Wenn wir uns irgendwo unsicher fühlen, fahren wir weiter.

Ein anderes Thema ist natürlich die Schule. Wir haben das Glück, dass wir unsere Tochter Romy beurlauben durften und unter­richten sie selbst. Trotzdem bleiben wir nach dieser Tour erstmal zu Hause. Die Kinder sollen feste Freundschaften knüpfen können. Aber in den Ferien wollen wir in den Frosch steigen und Europa erkunden.

Alle Erlebnisse von Michaela, Thorben, Levi und Romy gibt es auf ihrem Blog oder Instagram.

Die Umsteiger - Ilona und Titus tauschten Bulli gegen Wohnmobil

Ilona Kriesl und Titus Jansen

Titus Jansen (30) ist Umzugsunternehmer und Ilona Kriesl (28) Redakteurin

Frau Kriesl, wieso der Sinneswandel?

Es war ein Experiment. Wir fahren normalerweise mit Titus’ Bulli, 31 Jahre alt ist das Gefährt inzwischen. Unser einziger »Komfort« darin ist ein Bettkasten aus Sperr­holz. Jetzt wollten wir wissen: Ist das Reisen mit einem Camper anders?

Und?

Wir hatten einen Malibu-Van. Der kam mir im Vergleich riesig vor! Ich dachte erst, na ja, ist doch eher etwas für Rentner. Aber ich muss sagen: Es war ganz schön toll. Jede Ecke ist mit Schränken und Klappen perfekt ausgenutzt. Und wir waren unabhängiger als sonst: Mit dem Bulli ist man auf Wasser und Toiletten angewiesen, sprich, auf Campingplätze. Der Camper hat alles an Bord.

Wohin waren Sie unterwegs?

Es ging an die Ostsee, auf die Insel Poel, da waren wir beide noch nie. Unser Bulli fährt maximal 80. Mit dem Camper fuhren wir sehr entspannt bis zu 130 Stundenkilometer.

Also: Bye-Bye Bulli?

Auf gar keinen Fall. Unser altes Gefährt wird es wahrscheinlich leider nicht mehr lange machen. Aber es bleibt mein Lieblingsfahrzeug. Mit ihm lernt man deutlich mehr Einheimische kennen als mit dem modernen Camper: weil einen die Leute auf das Auto ansprechen. Oder eben weil man wieder mal liegengeblieben ist und Hilfe braucht.

Die Angefixten - Järmanns können sich nur noch Camper-Urlaub mehr vorstellen

Anita und Rolf Järmann

Rolf Järmann (54) st, App-Entwickler und Anita Järmann (53) Altenpflegerin

Als ich zwölf war und mit den Pfadfindern im Zeltlager, hat es zwei Wochen lang geregnet. Ich habe damals mit dem Campen abgeschlossen. Bis ich einmal beruflich nach Lübeck musste, Anita kam mit, und wir verbanden die Reise mit einem Urlaub am Meer. Statt alle Hotels im Voraus zu buchen, mieteten wir ein Wohnmobil. Nach wenigen Tagen waren wir angefixt: Was gibt es Schöneres als unterwegs zu sein und trotzdem jede Nacht im eigenen Bett zu schlafen?

Ein halbes Jahr später stand unser nagelneuer Orangecamp vor der Haustür, und wir sind gleich wie verrückt rumgefahren: in acht Tagen über Schweden ans Nordkap, dann über Norwegen zurück. Inzwischen haben wir 29 Länder gesehen, und wir machen immer weiter, ein Ende ist nicht in Sicht. Manchmal nehmen wir auch jemanden mit. Im Altersheim, in dem meine Frau arbeitet, lebte ein Bewohner, der immer davon träumte, einmal den Gardasee zu sehen, weil er ihn nur von Fotos kannte. Also haben wir den Mann eingepackt und für eine Woche chauffiert. Wie der gestrahlt hat! Das war wunderschön.

Die Erlebnisse von Anita und Rolf Järmann lassen sich auf ihrem Blog nachlesen.

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